Die Bancroft Strategie

Roman

von Robert Ludlum

Buch

Taschenbuch (655 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Hochspannung und Nonstop-Action


Nach einem gescheiterten Auftrag muss Agent Todd Belknap den Dienst quittieren. Kurz darauf wird im Libanon sein Kollege und bester Freund entführt. Als sich die Regierung weigert, mit den Entführern in Verhandlung zu treten, nimmt Belknap die Sache selbst in die Hand. Eine Entscheidung, die er bald bereuen wird.


Todd Belknaps Spürsinn ist legendär. Als Geheimagent des amerikanischen Außenministeriums wird er auf Zielpersonen angesetzt, die als unauffindbar gelten. Belknaps Bilanz kann sich sehen lassen, doch plötzlich verlässt ihn sein Geschick. Um seine Tarnung nicht zu verlieren, lässt er eigenmächtig eine geheime Operation platzen. Belknap wird vom Dienst suspendiert. Gleichzeitig erfährt er, dass sein Partner Jared Rinehart entführt wurde. Er wird in der Hand von Terroristen vermutet, die für ihre Brutalität und Grausamkeit berüchtigt sind. Aus diplomatischen Gründen weigert sich die Regierung einzuschreiten. Mit jeder Minute, die verstreicht, schwinden die Chancen, dass Jared Rinehart überlebt. Für Todd Belknap gibt es nur einen Weg: Er wird seinen Freund dort rausholen, auch wenn er dafür mit dem Leben bezahlen muss.


Pressestimmen:

"Der größte Thrillerautor aller Zeiten." The New Yorker

Produktdetails

ISBN-10: 3-453-43364-5
EAN: 9783453433649
Originaltitel: The Bancroft Strategy
Erschienen: 05.01.2009
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 655
Länge/Breite: 188mm/120mm
Gewicht: 412 g
Übersetzer: Wulf Bergner
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Robert Ludlum

Robert Ludlums Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und erreichten weltweit eine Auflage von mehr als 200 Millionen Exemplaren. Im Heyne Verlag erschien zuletzt "Der Tristan-Betrug". Robert Ludlum verstarb im März 2001. Die Romane aus seinem Nachlass erscheinen bei Heyne.

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Kundenrezensionen

  • Die Moral des Tötens Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Mario Pf., am 27.05.2008

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es begann 1987 in Ost-Berlin, als Todd Belknap, frischgebackener Agent der Consular Operations, den Verräter Richard Lugner (sic!) liquidieren sollte. Doch der Auftrag lief schief und nur durch das Eingreifen seines Kollegen Jared Rinehart konnte Belknap die Mission überleben und erfolgreich abschließen. Jahre später sind Rinehart und Belknap gute Freunde und ein dynamisches Gespann. Während Todd in Rom das Hauptquartier des jemenitischen Waffenhändlers Khalil Ansani infiltieren soll, wird dieser jedoch vor seinen Augen vergiftet und der Agent entkommt nur knapp. Parallel dazu endet eine Operation Jareds im Libanon in einer Katastrophe und er wird entführt.

    Finanzanalystin Andrea Bancroft hat eine große Karriere vor sich, doch wird sie unverhofft schneller reich als erwartet, als sie den überraschenden Anruf eines Anwalts der renommierten Bancroft Foundation erhält, der ihr mitteilt, dass sie 12 Millionen Dollar von ihrem kürzlich verstorbenen Cousin Ralph geerbt hat und damit auch einen Sitz im Vorstand der philanthropischen Stiftung. Todd wurde unterdessen suspendiert und beschließt auf eigene Faust weiterzuermitteln, da er hinter der Ermordung Ansanis einen Zusammenhang mit Jareds Entführung vermutet. Seine Suche nach den Hintermännern führt ihn zunächst in den Nahen Osten, doch schon bald entdeckt der Spürhund eine Spur, die zurück nach Amerika führt und die Namen Genesis und Andrea Bancroft enthält. In den Archiven der Bancroft Foundation stößt Andrea auf Dokumente, die den Tod ihrer Mutter womöglich in neuem Licht erscheinen lassen und ihr unerwartet eine dunkle Seite der Stiftung enthüllen...

    Die Bancroft Strategie ist voraussichtlich der letzte Robert Ludlum-Thriller, nicht nur weil der Autor seit einigen Jahren tot ist, sondern auch weil der unglaubliche Fundus an unfertigen Manuskripten erschöpft sein dürfte. Stattdessen werden unter dem Namen Robert Ludlum in Zukunft hauptsächlich die Covert One-Romane vermarktet werden.

    Spannend ist zumindest ein Teil des Buchs durchaus, so wird man lange im Dunkeln gelassen, was Genesis überhaupt ist und erst nach über 100 Seiten fällt der Name überhaupt. Bis dahin gibt es für Protagonisten keine Verbindlichkeiten, sie könnten jederzeit aussteigen, bis der Punkt erreicht ist, an dem es kein Zurück mehr gibt. Interessant wird die Bancroft Strategie auch durch die zahlreichen Anspielungen auf James Bond-Filme und die Klischees des Spionage-Genres. Einzig das Ende und die Auflösung des Rätselns ruiniert den positiven Eindruck und lässt auch einige Schwächen des Plots erkennen, die man mit einem guten Finale noch eher geschluckt hätte. Interessant wieder einmal das große Thema, die Moral von der Geschicht' sozusagen, für welche Ludlum in seinen echten Notizen die Moral des Tötens gewählt hat, wie weit darf man gehen, um Leben zu retten, darf man einen Menschen töten um womöglich hunderte, wenn nicht sogar tausende, zu retten? Eine sehr interessante Frage, die im Zusammenhang mit Genesis und der Bancroft Stiftung am Ende jedoch sehr banal beantwortet wird.

    Fazit:
    Inwieweit die Bancroft Strategie noch ein echter Ludlum ist, lässt sich schwer sagen, Fakt ist hingegen, dass das Buch teilweise sehr gut an seinen Stil erinnert und dennoch fehlt da etwas, was besonders im katastrophalen Ende klar zum Ausdruck kommt.

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OSTBERLIN, 1987


Es regnete noch nicht, aber der bleigraue Himmel würde seine Schleusen bald öffnen. Sogar die Luft wirkte erwartungsvoll, wie von banger Vorahnung erfüllt. Der junge Mann querte von Unter den Linden zum Marx-Engels-Forum, auf dem die riesigen Bronzestatuen der teutonischen Väter des Sozialismus in Richtung Stadtmitte blickten, ihre blinden Augen starr und eindringlich. Hinter ihnen war auf Steinfriesen das frohe Leben des Menschen im Kommunismus dargestellt. Noch immer kein Tropfen Regen. Aber der würde bald kommen. Binnen Kurzem würde es einen Wolkenbruch geben. Das ist eine historische Unvermeidbarkeit, dachte der Mann, indem er sich trübsinnig an den sozialistischen Jargon erinnerte. Er war ein Jäger, der seiner Beute nachspürte, und er war ihr näher als je zuvor. Deshalb war es umso wichtiger, die nervöse Spannung zu verbergen, die in ihm aufstieg.
Er sah aus wie Millionen andere in diesem selbst ernannten Paradies der Werktätigen. Seine Kleidung stammte aus dem Centrum-Warenhaus, dem riesigen Kaufhaus am Alexanderplatz. So sichtbar billig hergestellte Kleidungsstücke waren nicht überall erhältlich. Dass er wie ein einfacher Ostberliner Arbeiter aussah, war jedoch nicht nur auf seine Kleidung zurückzuführen. Das lag auch daran, wie er sich bewegte: an seinem gleichmütigen, pflichtbewussten, schleppenden Gang. Nichts an ihm verriet, dass er erst vor vierundzwanzig Stunden aus dem Westen herübergekommen war, und bis vor wenigen Augenblicken war er sich sicher gewesen, keine Aufmerksamkeit erregt zu haben.
Ein Adrenalinschub ließ seine Haut kribbeln. Er bildete sich ein, die Schritte hinter sich schon einmal gehört zu haben, als erb die Karl-Liebknecht-Straße entlanggelatscht war. Ihr Rhythmus kam ihm bekannt vor.
Alle Schritte waren gleich; trotzdem waren alle unterschiedlich: Es gab Variationen in Körpergröße und Schrittlänge, Variationen in Bezug auf die Schuhsohlen. Schritte sind die Solfeggien, die Tonleitern der Großstadt, hatte einer von Belknaps Ausbildern ihm erklärt: so alltäglich, dass sie gar nicht mehr wahrgenommen werden, aber für ein geübtes Ohr trotzdem so charakteristisch, dass sie wie einzelne Stimmen unterschieden werden konnten. Hatte Belknap diese Unterscheidung richtig getroffen?
Die Möglichkeit, er könnte beschattet werden, war etwas, das er sich nicht leisten konnte. Er musste sich getäuscht haben. Oder er musste etwas dagegen tun.
Bereits als junger Mitarbeiter des als Consular Operations getarnten ultrageheimen Dienstes des US-Außenministeriums hatte sich Todd Belknap damit einen Namen gemacht, dass er Männer aufspürte, die untergetaucht bleiben wollten. Wie die meisten Fährtensucher arbeitete er allein am besten. Lautete der Auftrag, einen Mann zu überwachen, war ein Team - je größer, desto besser - optimal. Aber ein Mann, der verschwunden war, ließ sich nicht unter herkömmliche Überwachung stellen. In solchen Fällen wurden sämtliche Ressourcen der Organisation in den Dienst der Fahndung gestellt; das verstand sich von selbst. Aber die Chefs von Cons Ops hatten längst die Erfahrung gemacht, dass es auch zweckmäßig sein konnte, einen einzelnen hochbegabten Feldagenten auf den Gesuchten anzusetzen. Ihm zu gestatten, die Welt allein zu durchstreifen, ohne durch ein kostspieliges Gefolge behindert zu werden. Mit der Freiheit, seinen Intuitionen, seinem Spürsinn zu folgen.
Dem Spürsinn, der ihn - wenn alles klappte - vielleicht zu seiner Beute führen würde: einem übergelaufenen amerikanischen Agenten namens Richard Lugner. Nachdem Belknap schon Dutzende von falschen Fährten verfolgt hatte, war er sich jetzt sicher, die richtige Witterung aufgenommen zu haben.
Aber befand sich jemand auf seiner Fährte? Wurde jetzt dem Spürhund nachgespürt?
Sich plötzlich umzudrehen wäre verdächtig gewesen. Stattdessen blieb er stehen, täuschte ein Gähnen vor und sah sich um, als betrachte er die riesigen Statuen, während er sich in Wirklichkeit bereithielt, jeden in seiner unmittelbaren Nähe blitzschnell einzuschätzen.
Er sah jedoch niemanden. Einen sitzenden Marx aus Bronze, einen stehenden Engels: beide massiv, über mit Grünspan überzogenen Bärten düster dreinblickend. Zwei Reihen Lindenbäume. Eine schlecht gepflegte große Rasenfläche. Und jenseits des Platzes ein missgestalteter, lang gestreckter kupferfarbener Glaskasten: der sogenannte Palast der Republik. Der sargförmige Klotz schien dafür erbaut zu sein, den menschlichen Geist lebendig zu begraben. Das Forum mit den beiden Denkmälern wirkte menschenleer.
Das war kaum beruhigend - aber war er sich seiner Sache in Bezug auf die angeblich gehörten Schritte wirklich sicher? Anspannung, das wusste Belknap, konnte dem Verstand alles Mögliche vorgaukeln, bis er Kobolde in den Schatten zu sehen glaubte. Er musste seine Besorgnis unterdrücken: Ein übermäßig aufgeregter und nervöser Agent neigte zu Fehleinschätzungen und übersah womöglich reale Gefahren, während er durch eingebildete abgelenkt wurde.
Belknap ging impulsiv auf den heimtückischen Schimmer des Palasts der Republik - des Vorzeigebaus des Regimes - zu. Das Gebäude war nicht nur Sitz der DDR-Volkskammer, sondern enthielt auch Veranstaltungsräume, Restaurants und zahlreiche bürokratische Einrichtungen, die zahlreiche bürokratische Anträge bearbeiteten. Es war der letzte Ort, an dem jemand es wagen würde, ihn zu beschatten; der letzte Ort, den ein Ausländer zu betreten wagen würde - und der erste Ort, der Belknap einfiel, an dem er sich vergewissern konnte, dass er so unbeobachtet war, wie er hoffte. Das konnte ein genialer Entschluss sein ... oder ein Anfängerfehler. Was es war, würde er bald wissen. Er zwang sich dazu, gelangweilt selbstgenügsam zu wirken, als er die Wachposten am Eingang passierte, die mit versteinerten Mienen ausdruckslos seinen abgenutzten Personalausweis kontrollierten. Er ging durch das sperrige Drehkreuz in den lang gestreckten äußeren Eingangsbereich, in dem es nach einem Desinfektionsmittel roch, und unter den endlosen Verzeichnissen von Dienststellen und Büros hindurch, die wie die Ankunfts- und Abfluganzeigen auf Flughäfen von der Decke herabhingen. Du darfst nicht stehen bleiben, darfst dich nicht umsehen; verhältst du dich, als wüsstest du, was du tust, vermuten andere, dass du's weißt. Belknap konnte für einen ... für wen gehalten werden? Für einen kleinen Büroangestellten, der von einem späten Mittagessen zurückkam? Für einen Ostberliner, der einen Gebrauchtwagen umschreiben lassen wollte? Er bog um eine Ecke, dann um noch eine, bis er die Ausgänge des Gebäudes erreichte, die auf den Alexanderplatz hinausführten.
Er ließ den Palast hinter sich und studierte die Bilder der Figuren, die von der verspiegelten Fassade des Gebäudes zurückgeworfen wurden: ein schlaksiger Kerl mit Arbeitsschuhen und einem uralten Rucksack. Eine vollbusige Blondine mit verquollenen Augen in einem verkaterten Gesicht. Zwei blasse Bürokraten, deren Teint zu ihren grauen Anzügen passte.

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