Das Geheimnis der Inselrose

Historischer Roman. Originalausgabe

von Jutta Oltmanns

Buch

Taschenbuch (477 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Ein großes Frauenschicksal auf der Insel Wangerooge


»Suche junge Frau mit gutem Leumund für eine Stellung auf der Insel Wangerooge, die absolute Bindung erfordert. Angehörige willkommen.« Für Wemke aus Jever ist die Annonce ein Glücksfall. Die Waise zieht 1854 mit ihrer kleinen Schwester auf die Nordseeinsel. Als sie sich in den jungen Jeels verliebt, bekommen beide die Abneigung der Insulaner zu spüren. Wemke muss mit dem ungewöhnlich begabten Mann das Geheimnis seiner Herkunft lüften, das seine Mutter mit ins Grab nahm.


Kann eine neue Liebe den windverwehten Spuren der Vergangenheit standhalten?


Produktdetails

ISBN-10: 3-453-40698-2
EAN: 9783453406988
Erschienen: 01.02.2010
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 477
Länge/Breite: 188mm/121mm
Gewicht: 392 g
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Jutta Oltmanns

Jutta Oltmanns ist 1964 in Ostfriesland geboren und aufgewachsen. Seit ihrer Kindheit lebt sie in Warsingsfehn, derzeit mit ihren beiden Söhnen Wilko und Jelte. Dem Leser möchte sie sowohl in spannender als auch in romantischer Weise ihre Heimat Ostfriesland näher bringen, das zugleich Inspiration und Schauplatz ihrer Bücher ist.

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Kundenrezensionen

  • Macht Lust auf Wangerooge Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Marion Stein, am 26.04.2012

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    Wir schreiben das Jahr 1854. Weemke, eine junge Frau zieht notgedrungen mit ihrer kleinen Schwester nach Wangerooge, um dort den Badearzt zu heiraten. Eine arrangierte Ehe, die Weemke zwar eigentlich widerstrebt, aber um ihre Schwester bei sich behalten zu können, läßt sie sich darauf ein. Es wird kompliziert und spannend, als sie auf der Insel den jungen Arzt Jeels kennen und lieben lernt. Eine schöne Geschichte, die Lust auf Wangerooge macht.

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  • Leben auf Wangerooge Mitte des 19. Jh. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Katrin Windmeier, am 13.03.2011

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    Eine Liebesgeschichte auf Wangerooge und der Kampf der Bewohner der Insel gegen die Naturgewalten. Ein wunderschönes Buch für alle Leser von historischen Romanen und alle Urlauber der Insel Wangerooge.Eine gelungene Lektüre für den Strandkorb.

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  • Wangerooge Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Manuela Quarz, am 25.05.2010

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    Wenn Ihnen noch ein richtiges Urlaubsbuch fehlt, dann lesen sie doch Das Geheimnis der Inselrose, das ist ein wunderbarer historischer Schmöker, gut ausgestattet mit viel Sand, Wind und Sturm ! Da läßt es sich gemütlich im Strandkorb sitzen und in der Liebesgeschichte schwelgen....am besten noch auf Wangerooge !

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  • Das Geheimnis der Inselrose Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Gisela Busemann, am 11.05.2010

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    Jutta Oltmanns hat beim Heyne-Verlag einen wunderschönen historischen Liebesroman heraus gebracht. Das Geheimnis der Inselrose führt den Leser ins letzte Jahrhundert. Die Romanfigur Wemke aus Jever meldet sich auf eine Anzeige, die da lautet: Suche junge Frau mit gutem Leumund für eine Stellung auf der Insel Wangerooge, die absolute Bindung erfordert, Angehörige willkommen.
    Wemke nimmt ihre kleine Schwester mit. Was sich anfangs für die junge Frau als Glücksfall darstellt, verändert sich doch sehr mit der Zeit. Es wird schwer für Wemke, als sie sich in den jungen Jeels verliebt, glaubt sie, dass sich nun ihr Leben zu positiven verändern wird. Aber bis es soweit ist, liegt noch ein langer beschwerlicher Weg vor ihr. Mehr möchte ich aber nicht verraten, begeben sie sich doch einfach mit der Autorin auf die Reise in eine längst vergangene Zeit. Für mich ist das Geheimnis der Inselrose der beste Roman, den Jutta Oltmanns, die mit ihren zwei Söhnen in Ostfriesland lebt, geschrieben hat.

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  • Das Geheimnis der Inselrose Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Vera Bokeloh, am 25.04.2010

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    Ein fesselnder, historischer Roman, der das Leben auf der Insel Wangerooge Mitte des 19.Jahrhunderts widerspiegelt. Die armen Inselbewohner, die immer wieder gegen die Naturgewalt Wasser ankämpfen müssen, die ersten (reichen) Badegäste in schicken Kleidern, die Ruhe und Erholung suchen. Und dann sind da noch Wemke und Jeels...

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  • Das Geheimnis der Inselrose Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Gudrun Krull, am 08.04.2010

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    Für Wemke aus Jever, ist die ominöse Annonce ein Glücksfall. Im Jahre 1854 zieht die Waise mit ihrer kleinen Schwester auf die Nordseeinsel Wangerooge.
    Doch das Leben dort ist nicht so friedlich wie erwartet. Als Wemke sich in den ungewöhnlichen Jeels van Voss verliebt, gerät sie zwischen die Fronten. Denn auf seiner Herkunft lastet ein Geheimnis,das bei
    den Insulanern Hass und Misstrauen heraufbeschwört. Dieser historische Roman hat Klasse und macht süchtig.

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  • Toller Schmöker für alle Freunde der Nordsee Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Monika Fuchs, am 13.02.2010

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    Nachdem ich Ihnen bereits der Roman „Die Friesenrose“ von Jutta Oltmanns empfohlen habe, kann ich ihnen auch den neuen Roman „Das Geheimnis der Inselrose“ wieder wärmstens ans Herz legen. Dieses Buch hat mir sogar noch besser gefallen, weil mir der geschichtliche Kern diesmal besser herausgearbeitet erscheint. Es ist dies die Geschichte von Jeels van Voss, Wemke und ihrer kleinen Schwester Freya und der Insel Wangerooge in den Jahren von 1823 bis 1863. Jeels van Voss ist ein junger Arzt, der mit seinem Vater in Bremen in Wohlstand aufgewachsen ist. Erst nach dessen Tod erfährt er einen Teil seiner wahren Herkunft. Dies führt in nach Wangerooge, wo er allerdings auf Ablehnung von Seiten der Bevölkerung stößt. Wemke ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Eltern, für sich und ihre kleine Schwester sorgen muss. Sie bewirbt sich auf eine Anzeige, die sie ebenfalls auf die Ostfriesische Insel verschlägt. Natürlich verlieben sich die beiden ineinander, doch das Schicksal will es anders. Die Insel verdient in dieser Zeit ihren Lebensunterhalt entweder aus dem Meer oder durch den neu aufkommenden Badetourismus. Damit die Besucher den gewohnten Komfort erhalten, regiert die geheime Hofrätin mit eiserner Hand. Allerdings wagen sich einige wenige ihrer Herrschaft zu widersetzen. Der Roman vermittelt ein sehr anschauliches Bild der damaligen Zeit auf den Inseln. Das einfache Leben der Inselbewohner wird dem luxuriösen Leben der Gäste gegenübergestellt. Alles dreht sich nur um sie. Eine große Wende nimmt die Geschichte um den Jahreswechsel 1854/1855. All dies bettet die Autorin ausgesprochen interessant in ihre spannende Geschichte zwischen Jeels, Wemke und einigen Originalen der Insel ein. Die optimale Lektüre für alle, die gute Schmökerkost lieben oder, die gerne etwas über die Geschichte von Wangerooge erfahren möchten. Auch eine tolle Einstimmung, wenn sie dort Urlaub machen möchten.

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Wangerooge, März 1829


Bei Anbruch der Nacht kam ein Sturm auf. Er beutelte und rüttelte das Haus mit der Hand eines Riesen, peitschte über das Meer und bog die wenigen Bäume der Insel wie Grashalme. Aus der Ferne klang das Tosen der See wie das Gebrüll wilder Ungeheuer.
In der kleinen Kate wütete ein anderer Sturm. Heftige Wehen kamen und gingen in schmerzhaften, schier unerträglichen Wellen. Sie zerrütteten den Geist der Gebärenden, marterten ihren Körper und ließen die Hebamme verzweifeln. Immer wieder vereinten sich die verzweifelten Schreie der Frau mit dem Stöhnen und Kreischen der Naturgewalten.
In der Schlafbutze wäre es zu eng gewesen, und so lag die Schwangere mitten im Raum auf einem Lager aus Leinen. Die Hebamme, eine gebeugte Gestalt im trüben Licht, trat einige Schritte zurück.
»Da kann doch was nicht stimmen«, murmelte sie vor sich hin, nahm einen großen Schluck aus der Flasche und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. Wenn sie doch nur die schmerzstillenden Arzneien aus dem Hebammenkorb verwenden könnte. Auch der starke Schnaps hätte sein Gutes haben können. Aber nein! Dieser verdammte Prediger verschlimmerte die ganze Sache noch, indem er einfach auftauchte, um sicherzustellen, dass dieses arme Weib ihr Kind nur ja unter Schmerzen zur Welt brachte. Ein Hundesohn war er!
Sie korkte mit einer entschlossenen Bewegung die Flasche zu und machte sich wieder an die Arbeit. Mit einem feuchten Schwamm wusch sie den Schweiß vom Gesicht der Gequälten und massierte mit geübten Fingern den angeschwollenen Leib.
»Kindchen, das Kleine will in die Welt. Wehr dich nicht dagegen«, bettelte sie. »Noch einmal kräftig drücken, Liebes, so fest wie möglich drücken. Komm, lass es los!«
Ihre Worte gingen im Geschrei der Schwangeren unter, das diesmal sogar den Sturm übertönte. Verzweifelt zog die Hebamme ihren Korb zu sich heran. Eine Möglichkeit gab es noch! Sie griff triumphierend nach einem verschlossenen Gefäß.
»Pfeffer! Das hat schon so manchen Pfropfen aus dem Leib gezogen. Ich streu es dir direkt unter die Nase, mein Herzchen, und bei der nächsten Wehe schön hochziehen, hörst du?«
Die Hebamme eilte zwischen die gespreizten Beine und wartete. Die Schwangere stöhnte laut, holte tief Atem und nieste so gewaltsam, dass ihr ganzer Körper erbebte. Wie hypnotisiert starrte die Hebamme auf den Geburtskanal. Als nichts geschah, richtete sie sich langsam auf.
»Ich kann dir nicht helfen«, presste sie schaudernd hervor. »Das Kind liegt so falsch wie nur was! Will unbedingt mit dem Hintern zuerst auf die Welt.« Sie fuhr sich verzweifelt mit der Hand über die Stirn. »Wir brauchen Hilfe!«
Sie betrat die Wohnkammer, wo der Pastor schon seit Stunden in der gleichen starren Haltung auf einem der Holzstühle am Feuer saß. Die Hände lagen gefaltet im Schoß.
»Sie macht der Bibel Ehre«, sagte er mit zufriedener Miene. »Unter Schmerzen sollst du deine Kinder gebären.« Er wies mit dem Finger zur Decke.
Die Hebamme schnaubte nur. Sie mochte den Prediger nicht. So ging es vielen auf der Insel. Seine strenge Frömmigkeit schreckte die Menschen ab.
»Ich schaffe es diesmal nicht alleine, Pastor. Gehen Sie diesen Fremden holen. Er soll Arzt sein. Vielleicht kann er mehr als ich.«
Der Prediger riss die Augen auf und schüttelte dann entrüstet den Kopf. »Das werde ich nicht tun! In meiner Gemeinde wird kein Mann eine Frau in ihrer Schande sehen.« Seine Stimme klang wie sonntags auf der Kanzel. »Der Geburtsschmerz ist vom Herrn auferlegt. Gott will, dass die Frauen für ihre Erbsünde büßen. Eine gerechte Strafe, wie ich finde, für das Verlocken Adams mit dem Apfel. Wir haben dadurch das Paradies verloren. Und dieses elende Geschöpf hat hier auf Erden ja wohl noch zusätzliche Schuld auf sich geladen.« Er nickte mit verkniffener Miene zur Schlafkammer hin.
Die Hebamme starrte ihn fassungslos an. Dann baute sie sich mit in die Hüften gestemmten Händen vor ihm auf. »Glauben Sie, ich weiß nicht, wer ihr das angetan hat?« Sie spuckte vor ihm auf den Boden. »Gott gäbe, dass sein Leib ein Fraß der Fische wird und seine Seele in der Hölle schmort. Wollen Sie etwa dieses arme Menschenkind elendig verrecken lassen? Ist das Gottes Wille?« Ihre gellende Stimme erfüllte die Kammer. »Das Ungeborene hat Steißlage. Verdammt, Pastor, gehen Sie Hilfe holen, und zwar schnell.«
Der Geistliche sprang auf, trat auf sie zu und erhob eine Hand wie zum Schlag. »Du wagst es zu unterstellen ...«
Doch dann ließ er den Arm sinken und maß sie mit einem vernichtenden Blick. »Lauter Lügen sind das, aber ich mache mir die Hände nicht an einer Sünderin schmutzig. Kein Mann wird dieses Weib in ihrem demütigenden Zustand sehen. Ich lasse es nicht zu, und sicherlich wäre es auch nicht in ihrem Sinne!«
»Nicht in ihrem Sinne?! Glauben Sie?« Die Augen der Hebamme sprühten vor Zorn. »Na, dann fragen Sie die Arme doch selbst, was sie wünscht.« Mit Schwung riss sie die Tür auf.
Der Pastor wich entsetzt zurück und wandte schnell die Augen von der Gebärenden ab, die sich in einer erneuten Wehe unter Schmerzensschreien krümmte. Die Hebamme griff mit einem bitteren Lachen nach ihrem Umhang.
»Ich gehe ihn holen. Es geht um Leben und Tod, und jedes Wort mit Ihnen, Herr Pfaffe, ist verschwendete Zeit!«
Ohne einen weiteren Protest des Geistlichen abzuwarten, stapfte sie wütend in die Sturmnacht hinaus.


Eine knappe Stunde später erreichte die Hebamme aufatmend wieder die Kate. Der Sturm riss ihr die Tür fast aus der Hand. Es war nicht leicht gewesen, den Weg in diesem Unwetter und noch dazu bei Nacht zu bewältigen, aber sie hatte es geschafft.
Der Geistliche saß immer noch mit gefalteten Händen am Feuer.
»Der Doktor folgt mir auf dem Fuß«, verkündete sie und schüttelte erleichtert die Nässe von ihrem Umhang.
»Ich werde nicht zulassen ...«, hob der Prediger wieder an, als sich die Tür auch schon zum zweiten Mal öffnete.
Der Mann, den die Inselbewohner nur »den Fremden« nannten, war klein und drahtig. Ein eisiger Blick aus scharfen Augen traf den Pastor und ließ ihn innehalten.
»Wo ist sie?« Der Fremde nahm den Hut vom Kopf und warf ihn auf einen Stuhl.

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