BuchhändlerInnen im Portrait

aus Linz

Gesamte Rezensionen
51 (ansehen)
Über mich
Geduld und Zuverlässigkeit
Zu meiner Buchhandlung Zu den Top 100: BuchhändlerInnen

Meine Rezensionen

  • Begegnung
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Tief empfundene Liebe ohne Sex!!!
    Rezension vom 10.05.2013
    Wie entsteht "echte Liebe?" Indem man jemanden, den man nicht kennt ein Staubkörnchen aus dem Auge entfernt. Eine zärtliche Geste. Indem man miteinander ins Kino geht oder eine Bootsfahrt macht?
    Sie kommt wie ein Meteor und verglüht ebenso. Liebe wächst. Sie passt nicht ins Korsett der Ehe. David Lean gelingen meisterhafte Bildsequenzen. Die einfahrende Dampflok, die Rendezvous am Bahnhof. Nicht zu vergessen: Die häuslichen Szenen einer Ehe. Insbesonders die gekonnte Balance des Ehemannes zwischen Kreuzworträtsel und den Absencen seiner Frau. Die wunderbaren Wogen der Filmmusik von Sergeij Rachmaninov im Ohr vergisst man diesen Liebesversuch nie....
  • Du und ich (Film Noir)
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
    Resozialisierte Sträflinge in einem Kaufhaus!!!
    Rezension vom 14.03.2013
    Man stelle sich nur vor: Ein mildtätiger Firmenchef stellt Ex-Sträflinge in seine Firma ein. Werden sie stehlen, morden oder gar einander sexuell missbrauchen? Weit gefehlt. Im Gegenteil man glaubt "Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee" (Hans Fallada) vor sich zu sehen. Natürlich entflammt das Herz zweier "Resozialisierungsfälle" füreinander, doch als der geliebte Mann dahinter kommt, auch seine Angebete hat eine dunkle Vergangenheit beginnt das seelische Boot zum Wanken. Fritz Langs dritter Film in Amerika. Ich finde diesen Film so genial durchkomponiert, dass ich nicht verstehen konnte wie dieser Film beim amerikanischen Publikum durchfallen konnte.
  • Peeping Tom (Arthaus Klassiker)
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Karlheinz Böhm als Spanner
    Rezension vom 27.02.2013
    Michael Powell gilt als Weltklasseregisseur und dies zu Recht. Man möchte sagen, er hätte Hitchcock übertroffen bzw. weiterentwickelt. Für Karlheinz Böhm bedeutete dieser Film seinen absoluten Karrierebruch. Ein starker Kontrast zu seinen Sissyfilmen. Die Obsession des frauenmordenden Fotografen bzw. Kameramann ist seit Kindheitstagen virulent. Sein Vater wirkte sehr traumatisierend auf ihn. Karlheinz Böhm spielt diese pathologische Figur so wahrheitsgetreu, daß ihm bei den Dreharbeiten „wirklich“ schlecht wurde. Ich hoffe Ihnen wird nicht schlecht, sondern Sie finden ihn nur faszinierend.
  • Peeping Tom (Arthaus Klassiker)
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Karlheinz Böhm als Spanner
    Rezension vom 27.02.2013
    Michael Powell gilt als Weltklasseregisseur und dies zu Recht. Man möchte sagen, er hätte Hitchcock übertroffen bzw. weiterentwickelt. Für Karlheinz Böhm bedeutete dieser Film seinen absoluten Karrierebruch. Ein starker Kontrast zu seinen Sissyfilmen. Die Obsession des frauenmordenden Fotografen bzw. Kameramann ist seit Kindheitstagen virulent. Sein Vater wirkte sehr traumatisierend auf ihn. Karlheinz Böhm spielt diese pathologische Figur so wahrheitsgetreu, daß ihm bei den Dreharbeiten „wirklich“ schlecht wurde.
  • Intimacy, 1 DVD
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv
    Sex als nonverbales Kommunikationsmittel
    Rezension vom 26.02.2013
    Der Mensch in der Postmoderne. Scheidung, zwei Kinder und Sex ohne jede Zärtlichkeit. Keine Poesie, keine seelischen Annährungen, Entwicklungsprozesse, die in Gang kommen....
    Keine Natur, kein Vögelchen, das zwitschert, nichtmal eine Hauskatze, die miaut. Katastrophe pur!!! Die bitteren Tränen, die unser „Sexpaar“ vergießt, gelten all diesen verlorenen Gefühlen. Einer der traurigsten Filme der Postmoderne, die ich je gesehen habe. Da ist man ja bei Jim Jarmusch noch viel besser aufgehoben. Ein Film für vorstadttraumatisierte Liebespaare.
  • Der Uhrmacher von St. Paul - Cinemathek Série Noire Nr. 6
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Berührende Vater - Sohn Begegnung
    Rezension vom 22.02.2013
    Müssen erst gravierende Lebensbrüche stattfinden, damit Begegnung (menschliches Nahekommen) möglich wird? Bei Tavernier schon. Hätte der Sohn dieses Vaters nie einen Mord begangen, wäre nie ein so vorsichtiges, zartes Annähern zustandegekommen. Die Gefängnisgespräche der beiden sind sehr berührend. Tavernier versteht die Kunst der „Andeutung“ ohne zu interpretieren. Dies ist eine hohe Kunst. Der Vater geht ein Stück weit geläutert nachhause. Was mir sehr gut gefällt, ist die politische Linke in Frankreich. Dort wird gegen korrupte Firmenchefs, die gleichzeitig „Vergewaltiger“ ihrer Arbeiterinnen sind aufgemuckt und auf die Strasse gegangen.

  • Dieses obskure Objekt der Begierde
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
    Ungleiches Paar - Ungestilltes Verlangen
    Rezension vom 21.02.2013
    Gegensätze ziehen sich an? Grobe Gegensätze. Arm und Reich. Alt und Jung. Manchmal können solch fundamentale Gegensätze durch Brückenschläge überwunden werden. „Leben heißt Brückenschlagen über Flüsse, die vergehen“(Gottfried Benn). Aber nicht in jedem Falle. Das Hausmädchen unseres Witwers scheint nicht sehr lernfähig zu sein bzw. ihre menschliche und soziale Lage (kein Geld, keine Arbeitsmoral) steht diametral zu ihrem Peiniger. Seine Begierde wird definitiv nicht gestillt. Was Sie bräuchte wäre ein gleichaltriger Kerl, der in einem ähnlichen Milieu lebt wie sie. Bei Chancengleichheit liebt es sich besser. Ein Film für Feministinnen.
  • Tagebuch einer Kammerzofe
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Lebenssümpfe ohne Entrinnen
    Rezension vom 18.02.2013
    Hat man schon eine charmantere, hübschere und anmutigere Jeanne Moreau gesehen als in dieser Rolle als Kammerzofe in einem französichen Provinznest? Sie spürt sogar einem Kindermörder nach…. Ein schlaues und gewieftes Wesen. Die politische Stimmung der Vornazizeit in Frankreich ist um keinen Deut besser als in Deutschland bzw. Österreich. Der chauvinistische, judenfeindliche Franzose in Reinkultur. Grauenhaft. Louis Bunuels´ naturalistische Inszenierung a` la Zola ist hervorragend gewählt. Die schwarz-weiss Bilder seines Films führen in den seelischen Sumpf dieses Milieus, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Kammerzofe geht einen so grausamen Lebenskompromiß ein, daß einem der „Ehesumpf“ entgegenkommt.
  • Tabu
    Tabu mit Hitu
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Verlorenes Paradies
    Rezension vom 16.02.2013
    Schöne Männer, schöne Frauen, das Meer und Perlen. Was begehrt die menschliche Seele mehr? Murnau filmte auf der Insel Tahiti. Hat man je in einem Film so wunderschöne Körper gesehen? Man sieht die Bilder Paul Gaugins vor Augen. Der Inhalt des Films ist genauso schön wie tragisch. Ich habe noch nie einen so ausgewogenen Film gesehen, der soviel Ruhe und Schönheit der Natur vermittelt. Die Musik von Chopin und Smetanas Moldau ist die einzige europäische Zutat, die keinen zivilisatorischen Schaden anrichtet. Nur jammerschade, dass der Regisseur vor der Filmpremiere tödlich verunglückte.
  • Alfred Hitchcock Collection - Im Schatten des Zweifels
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Der Mann mit dem Würgegriff
    Rezension vom 16.02.2013
    Hitchcock bezeichnete diesen Film als seinen Lieblingsfilm. Zurecht. Was steckt alles hinter einer amerikanischen Mittelstandsfamilie? Viel, viel Verschüttetes und nicht gelebtes Leben. Dies versteht Hitchcock mittels wenigen Gesten, Mimik und Worten in Szene zu setzen. Wäre interessant, ob „Hitch“ öfter ins Kino ging und sich Dr. Mabusefilme von Fritz Lang ansah? Sein großes Verdienst ist es, die Schattenseiten der einzelnen Menschen so zu beleuchten, dass man jede Veränderung der Persönlichkeit sofort wahrnimmt. Er verbindet mit seinen Mördern eine gehörige Portion Gesellschaftskritik. Ob dies seine eigene wahr? Wer Spannung bis zum Schluß erleben will und einiges über die Schattenseiten der „Überangepassten“ der Gesellschaft lernen möchte ist mit diesem Film im richtigen „Heimkino“.