Kalteis

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie National 2008

von Andrea Maria Schenkel

Buch

Taschenbuch (186 Seiten)

Sprache: Deutsch

mehr zum Inhalt

Sofort lieferbar

Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv
0
0
0
0
0

€ 7,20

In den Warenkorb

Auf den Merkzettel

  • tolino shine
  • Bookeen Cybook Odyssey
  • Bookeen HD FrontLight
  • Thalia eReading App (erhältlich im App-Store)
Diese Geräte unterstützen den Adobe Kopierschutz
  • tolino
  • alle Thalia eReader
  • Kobo, Sony Reader, andere eReader
  • Thalia eReading App für Android und iOS
  • Windows PC und Mac
  • Kindle und Linux unterstützen den Adobe Kopierschutz nicht
  • Kostenlose Lieferung ab
    € 20 Einkaufswert
  • Bonuscard Kunden bestellen Bücher versandkostenfrei

    Bonuskarte

Verfügbarkeit in Ihrer Thalia- Buchhandlung prüfen

Verfügbarkeit prüfen

Andere Kunden, die "Kalteis" kauften, interessierten sich auch für:

Weitere Artikelinformationen

Der neue Kriminalroman von Bestsellerautorin Andrea Maria Schenkel


München, Ende der 1930er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt - auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden ...


Pressestimmen:

"Überaus fesselnd erzählt, klug kombiniert, mit Mut zur Pause, zum Schweigen und zum Widerspruch." (Brigitte)

Produktdetails

ISBN-10: 3-442-73800-8
EAN: 9783442738007
Erschienen: 04.05.2009
Verlag: Btb Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 186
Länge/Breite: 189mm/118mm
Gewicht: 204 g
Reihe: btb
Nach oben

Andrea Maria Schenkel

Andrea Maria Schenkel ist 44 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg. Der Bestseller Tannöd war ihr erster Roman. Dafür erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis 2007.

Nach oben

Übersicht der Bewertungen

Bewertung abgeben

Sagen Sie Ihre Meinung!

Rezension schreiben

Buchhändlertipps

Kundenrezensionen

  • Faszinierend echt! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Marion Olßon, am 14.05.2013

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    1939 wird Johann Eichhorn wegen Vergewaltigung im Schnellverfahren abgeurteilt und hingerichtet. So sollte in München wieder Ruhe in die verängstigte Bevölkerung gebracht werden. Doch war das Urteil auch gerechtfertigt? Die Autorin greift nach ihren tollen Debüt „Tannöd“ wieder einen authentischen Fall auf. Und auch diesmal ist es mehr als gut gelungen und fesselnd bis zur letzten Seite!

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • dicht und gruselig Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Britta Weiler, am 14.08.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein Krimi über einen Serienkiller, der vorwiegend wirkt wie Vernehmungsprotokolle. Wie schon in ihrem Debutroman "Tannöd" schafft Andrea Schenkel es wieder, Heimatromanatmosphäre zu verdichten und zu einem starken und spannenden Krimi zu verweben.
    Auch für ihren 2. Roman bekam sie den deutschen Krimipreis absolut zu
    Recht: Literarisch,dicht,spannend - alles, was einen guten Roman ausmacht!

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Milleustudie trifft Kriminalroman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Manuela Guba, am 26.07.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Schenkels Krimis sind eher Milleustudien denn Krimis. Ihre stilistisch einwandfreien und auf Tatsachen beruhende Krimis dürften auch jene Leser begeistern die normalerweise Krimis nicht zu ihrer Lieblingslektüre zählen.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Schaurig-spannend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Asti, am 25.07.2009

    1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der zweite Krimi von Andrea Maria Schenkel. Nach Tannöd erwartet man großartiges - und bekommt es auch.
    Kathie zieht vom Land in die Stadt, München, um dort endlich ihrem langweiligem Leben zu entfliehen. Doch ihre Pläne kann sie nicht verwirklichen - viel lieber geht sie abends weg.
    Gleichzeitig verschwinden immer wieder Frauen.
    Kapitel um Kapitel steigt die Spannung. Anders als in Tannöd ist hier jedoch der Mörder schon bekannt.

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

  • Nicht sehr spannend, eher langweilig Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von J.G., am 04.06.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Krimi spielt in München der 30er Jahre. Kathie zieht mit naiven Vorstellungen in die Stadt, will sich eine Wohnung mieten und einen Job suchen. Allerdings setzt sie ihre Pläne nicht um, sondern geht mit Bekanntschaften abends trinken und feiern. Die Geschichte um Kathie spielt sich im Wechsel mit Verhörungen von Georg Kalteis und mit Kurzkapiteln zu weiteren Opfern ab. In diesem Krimi geht es demnach nicht mehr darum herauszufinden, wer der Mörder ist.

    Der Aufbau des Krimis hat mir eigentlich soweit ganz gut gefallen Allerdings ist die bayrische Sprache nervend. Und besonders spannend habe ich den Krimi nicht empfunden, eher sehr langweilig. Ich hätte mir ein bisschen mehr von der psychologischen Seite von Kalteis gewünscht.
    Schade…

    Hat Ihnen diese Rezension geholfen?

    ja nein

Aktennotiz zum Abschluss des Verfahrens Josef Kalteis
Geheime Reichssache


Eine Begnadigung des Verurteilten ist abzulehnen. Die Vollstreckung des Urteils ohne Verzug ist im Gefängnis Stadelheim durchzuführen. Eine öffentliche Bekanntmachung ist unerwünscht.
Erläuterung: Zahlreiche Verbrechen dieser Art wurden seit Beginn der 30er Jahre aktenkundig. Solche Taten konnten nur auf dem maroden Nährboden der Weimarer Republik gedeihen. Die Demokratie, ein Krebsgeschwür, eine Brutstätte asozialer Elemente. Aber dass diese Taten selbst nach der Machtergreifung nicht abnahmen und unsere treuen Volksgenossen weiter beunruhigen und verunsichern, können wir nicht hinnehmen. Die deutsche Volksgemeinschaft ist gesund und soll auch weiterhin gesund bleiben. Volksschädlinge wie dieser sind deshalb aus ihr zu entfernen. Es kann nicht geduldet werden, dass jenes asoziale Element jahrelang den Münchner Westen heimsuchen konnte und München, die Wiege der Bewegung, die Stadt, die unserem geliebten Führer so sehr am Herzen liegt, besudelt.
Da es sich bei dem Täter um einen Volksdeutschen, einen Arier, zudem noch Mitglied der NSDAP, handelt, sind eine umgehende Vollstreckung des Urteils und absolutes Stillschweigen erforderlich. Von Mitteilungen in Volksdeutschen Presseorganen sowie dem Völkischen Beobachter ist abzusehen. Alle Berichte sowohl mündlicher als auch schriftlicher Art unterliegen aus diesem Grunde der Geheimhaltung. Es ist jeder Schaden, der dem Ansehen der Partei und der nationalsozialistischen Bewegung entstehen könnte, zu vermeiden. Das eingereichte Gnadengesuch wird abgewiesen. Eine Sicherheitsverwahrung und Umerziehung im KL Dachau ist abzulehnen.


Heil Hitler!
München, den 29. Oktober 1939 gez. ...


Er sitzt da. Auf der Pritsche, den Kopf in die Hände gestützt. Die Augen geschlossen, offen? Er weiß es nicht. Der Raum in fahles Licht getaucht, das vom Hof her durch das kleine, vergitterte Fenster hereinfällt.
Er sitzt da, stundenlang sitzt er schon da. In immer der gleichen Haltung, die Hände gefaltet wie zum Gebet, das Gesicht zur Hälfte darin verborgen, die Ellbogen auf die Oberschenkel gestützt, bewegungslos. Die Zeit schwindet dahin. Es kommt ihm vor, als rinne sie durch seine Finger, an seinen Armen entlang, über die Beine hinab zum Boden. Ständig. Unaufhörlich. Und doch kann er sich trotz dieser Langsamkeit an nichts erinnern. Nicht an den Tag, die Nacht, die Stunde, die Minute ... Alles verschwimmt in diesem fahlen Licht, diesem endlosen Grau, als hätte auch er sich aufgelöst, als wäre sein Leben bereits verronnen.
Nichts, nichts ist geblieben, ein endloser Raum aus Nichts, nur Leere.
Selbst die Angst ist aus seinem Kopf, aus seinem Körper entwichen. Die Angst, die gestern noch greifbar war. Die langsam seinen Rücken entlang hoch bis in seinen Kopf kroch, Zentimeter für Zentimeter. Die seinen Körper, ihn ganz gefangen hielt. Tief in ihm lauernd, lähmte sie seine Gedanken und ergriff von jeder einzelnen Zelle seines Körpers, von seinem ganzen Ich Besitz. Selbst sie war im Laufe der Nacht dieser Leere gewichen. Hatte nicht standhalten können, sich nicht durchsetzen können gegen das Nichts, das ihn nun erfüllt, ausfüllt.
Irgendwann in dieser Nacht öffnet jemand die Klappe der Zellentür. Er, das Geräusch hörend, wendet den Kopf nicht. Warum auch? Es bedeutet nichts mehr. Nichts bedeutet mehr etwas. Nichts.
Als um sechs Uhr das Licht in der Zelle wieder angeschaltet wird, bemerkt er es nicht, um ihn herum ist das fahle, graue Licht der Nacht geblieben. Den Kopf weiter in die Hände gestützt, bleibt er auf seiner Pritsche sitzen. Mit dem Nichts, mit der Leere, die schlimmer ist als die Angst.
So sitzt er auch noch da, als gegen zehn vor sieben die beiden Männer die Zelle betreten.
Sie sprechen mit ihm, als sie hereinkommen, aber was sie auch sagen, er versteht es nicht. Worte dringen nicht mehr durch diese Leere, durch dieses Nichts hindurch, das ihn umgibt. Ihn einhüllt, ihn fest im Griff hat.
Er reagiert erst, als er die Berührung spürt, die Hand auf seiner Schulter. Weiß, dass es nun Zeit ist aufzustehen. Langsam, mechanisch erhebt er sich. Die Männer legen seine Hände auf den Rücken und er spürt die metallene Fesselung an seinen Handgelenken.
Vier Schritte braucht er, um den Raum zu verlassen. Vier Schritte. Er zählt sie mit.
Vor der Zellentür wartet bereits der Gefängnisgeistliche auf ihn.
Ob er ihnen voranschreitet oder hinterherläuft, er kann es nicht sagen. Genauso wenig kann er sich an die Worte des Geistlichen erinnern. Gesehen hat er, wie dieser den Mund zum Sprechen öffnete. Auch an Laute, die sich ihren Weg zu seinem Ohr gesucht haben, erinnert er sich. Aber sie waren ohne Zusammenhang, ohne Sinn. Drangen nicht zu ihm durch. Konnten die Mauer des Nichts nicht überwinden.
Wieder zählt er die Schritte. Jeden einzelnen, eins, zwei, drei, vier . .. und dann nimmt er das Geräusch wahr. Das andere Geräusch, das neben den Schritten noch hörbar ist und sich jetzt immer mehr in sein Bewusstsein drängt.
Leise und dann immer lauter, bis es seinen Kopf völlig ausfüllt. Es ist der Klang der Gefängnisglocke, die seinen letzten Gang anzeigt. Die Totenglocke. Ihr Klang erfüllt ihn jetzt, erfüllt seinen ganzen Körper.
Erfüllt ihn nun ebenso sehr wie vorher das Nichts. Er weiß, sie wird erst verstummen, wenn er nicht mehr am Leben ist. Sie wird das Letzte sein, das er hören wird, zeigt sie doch seinen Tod an, für jedermann hörbar.
Sie führen ihn hinunter in den Gefängnishof. Dort erwarten sie ihn bereits. Der Staatsanwalt, der Gerichtsarzt und der Nachrichter mit seinen Helfershelfern.
Die in schwarze Anzüge gekleideten Gehilfen nehmen ihn in Empfang. Sie packen ihn links und rechts an beiden Armen. Legen ihn bäuchlings auf das Kippbrett. Er spürt noch den festen Griff der Hände, da schieben sie das Brett unter die Fallschwertmaschine.
Der Nachrichter zieht den Sperrhebel. Das Messer fällt herunter, trennt den Kopf vom Rumpf.


Der Leichnam, nun Eigentum des bayerischen Staates, wird dem gerichtsmedizinischen Institut der Stadt München übergeben. Die Verwandten des Hingerichteten haben auf den Leichnam und somit auf die Übernahme der entstandenen Kosten verzichtet. 247 Reichsmark werden aus der bayerischen Staatskasse als Entlohnung an den Nachrichter Johann Reichard überwiesen.
Dauer der Hinrichtung vom Betreten des Gefängnishofes bis zur Exekution durch die Fallschwertmaschine: 17 Sekunden.

Nach oben