BuchhändlerInnen im Portrait

aus Wien

Gesamte Rezensionen
15 (ansehen)
Lieblingsautoren
Meg Rosoff, Simon Beckett, Fred Vargas, Markus Zusak
Im Beruf seit
Dezember 2008
Das beste Buch aller Zeiten
"So lebe ich jetzt" von Meg Rosoff
Zu meiner Buchhandlung Zu den Top 100: BuchhändlerInnen

Meine Rezensionen

  • Warum unsere Kinder Tyrannen werden
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    Hilfreich und verständlich
    Rezension vom 02.12.2012
    Mehr oder weniger behutsam - auf jeden Fall aber notwendigerweise - nähert sich Dr. Michael Winterhoff in diesem Buch der Frage, was mit den Kindern der heutigen Zeit los ist. Oder sind es in Wirklichkeit die Eltern, die sich verändert haben?
    Praktische Beispiele aus der eigenen Praxis und Erfahrungswelt des Autors führen zu den behandelten Themen. Jedes davon wird noch einmal aufgegriffen und näher erläutert. Oft ergaben sich besonders bei dieser genauen Analyse ganz neue Blickwinkel auf die beschriebene Situation. Blickwinkel, die auf den ersten Blick überzogen wirken könnten, sich aber schließlich doch in unsere heutige (Erziehungs-)Welt einpassen. Mehr als einmal hatte ich selbst Freunde, Bekannte oder Erlebtes vor Augen. Ich habe mich zustimmend nickend über diesem Buch wiedergefunden!
    Michael Winterhoff greift das Thema Erziehung mit seinen eigenen Ansichten auf, die als jene eines Kinderpsychiaters nicht nur interessant, sondern auch verständlich zu lesen waren und zumindest für mich auch sehr zutreffend wirken. Mit vielen Aussagen unterstreicht der Autor noch einmal die Wichtigkeit des Themas und ich konnte förmlich die Dringlichkeit spüren, die er in seine Worte gesetzt hat. Für mich ist dieses Werk ein Buch, das ich nicht nur Eltern und Erziehern empfehlen würde, sondern auch all jenen, die - ob selten oder häufig - mit Kindern zu tun haben. Und das sind, auf die eine oder andere Weise, wir alle.
  • So lebe ich jetzt
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    Atemlos schön!
    Rezension vom 02.12.2012
    Alles beginnt damit, dass man ein Mädchen kennenlernt, das im Flieger von New York nach London sitzt. Unfreiwilligerweise, wie man erfährt - ihr Vater hat mit seiner neuen Frau schon genug Probleme am Hals, als dass er sich noch mit seiner essgestörter pupertierenden Tochter abgeben könnte.

    Elizabeth, 15 Jahre alt, wird von allen nur Daisy gerufen und ist mehr als perplex, als sie von ihrem um ein jahr jüngeren Cousin Edmond vom Flughafen abgeholt wird - mit dem Auto, versteht sich! Und doch ist das erst der Anfang eines völlig neuen Lebsn, inmitten von einer Horde Cousins und Cousinen, Hunden und Ziegen, irgendwo in der ländlichen Idylle Englands - an Handyempfang ist natürlich nicht zu denken!

    Viel schneller als erwartet lebt Daisy sich ein und das liegt nicht zuletzt an ihren Verwandten, die trotz ihrer Eigentümlichkeit auch dem Leser gleich ans Herz wachsen.
    Aber obwohl sich für Daisy schon nach kurzer Zeit alles viel besser anfühlt, verdunkelt sich der Himmel über der Familienidylle: ein Krieg bricht aus, "der Feind" ist plötzlich da und auf einmal herrscht Chaos. Daisys Tante Penn sitzt in Oslo fest, denn der Flugbetrieb ist eingestellt, und zuerst wirkt es, als wäre der Krieg zwar irgendwo da draußen, aber in die kleine Welt der Kinder reiche er nicht.

    Langsam, aber sicher, nähert sich dennoch die Unruhe dem Haus und ehe Daisy es sich versieht, bleibt nur noch Flucht - aber wird sie die anderen wiedersehen?

    Mit Feingefühl und einem außergewöhnlichen Schreibstil lässt Meg Rosoff Daisy erzählen, von ihrem Sommer, von Edmond, vom Krieg und noch von tausend anderen Dingen.

    Sie schafft in diesem Buch den Spagat zwischen einer gefühlvollen und manchmal zum Zerreißen einsamen Liebesgeschichte und der Geschichte eines Weges, der durch Kriegsgebiet führt, der Dinge offenbart, die man nicht sehen will und trotzdem zulässt, dass die eigene Hoffnung bestehen bleibt.

    Ein Buch zum Weiterempfehlen!
  • Die Herrenausstatterin
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    Liebenswert eigen
    Rezension vom 03.10.2012
    In "Die Herrenausstatterin" wird man von Mariana Leky in die Geschichte von Übersetzerin Katja mitgenommen - Katja, die von himmelhoch-glücklich bis unfassbar traurig fast jedes Gefühl erleben darf, und der Leser mit ihr. Es ist eine richtige Gefühls-Achterbahn, die sich hier bietet und die Autorin versteht es, diese Gefühle so stark und autenthisch auszudrücken, dass das Weiterlesen manchmal vor lauer Mitfühlen schwer fällt. Und trotzdem tut man es schließlich doch, wegen Katja und ihrer ironischen Erzählkunst, wegen den verrückten anderen Figuren (wie dem alten Mann, der plötzlich in ihrem Badezimmer sitzt, überzeugt, zur richtigen Zeit aufgetaucht zu sein), dem überlegten, wunderbar klischeelosen Plot, der einen immer wieder überrascht und nicht zuletzt wegen der Sprache, der sich die Autorn bedient: einfach, aber wunderschön. Vor allem ihre ausgefallenen Vergleiche sind mir in Erinnerung geblieben! Sogar das viele Karate, das aus irgendeinem Grund wohl unbedingt in diesem Buch vorkommen muss, fügt sich in die Geschichte ein und verbindet einen Feuerwehrmann mit einem Filmstar auf ungewöhnliche Weise. Ein Buch zum Mitfiebern, Mitweinen, Mitlachen, aber vor allem ein Lesegenuss!
  • Die Herrenausstatterin
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    Liebenswert eigen
    Rezension vom 03.10.2012
    In "Die Herrenausstatterin" wird man von Mariana Leky in die Geschichte von Übersetzerin Katja mitgenommen - Katja, die von himmelhoch-glücklich bis unfassbar traurig fast jedes Gefühl erleben darf, und der Leser mit ihr. Es ist eine richtige Gefühls-Achterbahn, die sich hier bietet und die Autorin versteht es, diese Gefühle so stark und autenthisch auszudrücken, dass das Weiterlesen manchmal vor lauer Mitfühlen schwer fällt. Und trotzdem tut man es schließlich doch, wegen Katja und ihrer ironischen Erzählkunst, wegen den verrückten anderen Figuren (wie dem alten Mann, der plötzlich in ihrem Badezimmer sitzt, überzeugt, zur richtigen Zeit aufgetaucht zu sein), dem überlegten, wunderbar klischeelosen Plot, der einen immer wieder überrascht und nicht zuletzt wegen der Sprache, der sich die Autorn bedient: einfach, aber wunderschön. Vor allem ihre ausgefallenen Vergleiche sind mir in Erinnerung geblieben! Sogar das viele Karate, das aus irgendeinem Grund wohl unbedingt in diesem Buch vorkommen muss, fügt sich in die Geschichte ein und verbindet einen Feuerwehrmann mit einem Filmstar auf ungewöhnliche Weise. Ein Buch zum Mitfiebern, Mitweinen, Mitlachen, aber vor allem ein Lesegenuss!
  • Slam
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    Mit viel Witz...
    Rezension vom 12.10.2011
    ... lässt Nick Hornby den 15-jährigen Sam aus seinem Leben erzählen - nicht zuletzt von Alicia, in die er sich verliebt hat. Doch dann kommt das Thema Schwangerschaft auf und obwohl hier einige Probleme auftreten, verliert das Buch nichts von seinem Charme und seiner Glaubwürdigkeit - auch wenn ab und zu Dinge passieren, bei denen man nicht gleich weiß: ist das wirklich passiert?
    Mich hat "Slam" beim Lesen mehr als einmal zum Auflachen gebracht (Nick Hornby hat eben ein Faible für schräge Typen) und schon allein deshalb würde ich das Buch jedem empfehlen, der die Welt gerne mal aus den Augen eines durchaus eigenwilligen Teenagers betrachten möchte.
  • Raum
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    Raum
    Rezension vom 12.10.2011
    "Raum" hat mich verblüffend gefesselt dafür, dass einem das behandelte Thema in den letzten Jahren leider oft zu Ohren gekommen ist.
    Obwohl es doch einiges an Seiten zu bieten hat, ist es kaum langatmig und je mehr man sich an den außergewöhnlichen 5-jährigen gewöhnt, der als Erzähler dient, desto mehr möchte man wissen, wie es weitergeht.
    Ich fand "Raum" an einigen Stellen berührend, an einigen pannend und manchmal hat es mich nachdenklich gemacht.
    Zumindest den Erzählstil betreffend ein sehr eigenes Buch, aber man gewöhnt sich durchaus daran und ich bin froh, dass ich es versucht habe!
  • Die Bücherdiebin
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    Ein ganz besonderes Buch
    Rezension vom 12.10.2011
    Als Liesel Meminger 1939 in Molching in der Himmelsstraße ankommt, ist sie neun Jahre alt und hat nicht nur ihre Eltern verloren, sondern auch schon ihren Bruder, der sie wieder und wieder im Traum heimsucht. Trotzdem bleibt Liesel nicht ganz allein auf der Welt, denn zu ihrem Glück gibt es Menschen in Molching, die gut zu ihr sind. Bei einigen merkt man das sofort, andere zeigen ihre Liebe auf sonderbare Art und Weise, wie ihre neue Mama Rosa Hubermann, die vor allem einmal flucht.

    Eine Eigenheit des Buches ist der Erzähler, niemand anders als der Tod selbst erzählt hier die Geschichte und ich habe meine Zweifel, ob es jemand auf eine schönere Weise könnte.

    Der Leser darf mit Liesel älter werden, er lernt ihre Freunde, ihre Gewohnheiten und ihr spezielles Laster kennen und lieben.
    In diesem Buch sind so viele Geschichten erzählt, dass einem manchmal der Kopf brummt von dem Strudel aus Gefühlen, und trotzdem sind all diese Geschichten so berührend und so besonders, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
    Es mag etwas heißen, dass 586 Seiten meiner Meinung nach noch immer nicht genug sind und „Die Bücherdiebin“ mich zu guter Letzt noch zu Tränen gerührt hat.
    Ein Buch, bei dem mir niemand einfällt, dem ich es nicht empfehlen könnte - einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!
  • Das Orakel von Port-Nicolas
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    Komisch und spannend zugleich!
    Rezension vom 28.03.2011
    Es gibt Dinge, die lassen Louis Kehlweiler einfach nicht mehr los. Dazu gehört der kleine weiße Gegenstand, der ihm eines Tages auf einem einfachen Baumgitter mitten in Paris ins Auge sticht. Dem Ganzen etwas nachgehen, sich nicht darin verlieren, würde Fred Vargas es vielleicht nennen, aber schon bald will Kehlweiler es wirklich wissen und halbe Sachen liegen so gar nicht in seiner Natur. Glück für ihn, dass sie auch nicht in der Natur des jungen Historikers Marc liegen, der als einer drei „Evengelisten“ bereits aus „Die schöne Diva von Saint-Jaques“ bekannt ist und durch seinen Onkel zufällig bei Kehlweiler Beschäftigung gefunden hat – und schon findet man sich wieder im Bann der Fred Vargas, deren Schreibstil amüsiert, beschäftigt, nachdenklich stimmt, anregt, tröstet und vieles mehr... wenn doch das Buch nur etwas länger wäre!
    Ein besonderer Spaß ist immer wieder das Rätseln um den Titel, denn wie so oft werden Handlung und Titel erst dann richtig stimmig, wenn es schon fast zu spät ist, man sich bereits fragt, was man übersehen haben könnte und ob es vielleicht dieser oder jener gewesen sein könnte?
    Die herrlich kuriosen Dialoge und die liebevollen Feinheiten, mit denen die einzelnen Charaktere bestückt wurden, sind nur zwei der vielen Gründe, aus denen dieses Buch für mich ein wahrer Lesegenuss war!
  • Herr Lehmann
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    Liebenswert anders
    Rezension vom 13.01.2011
    Herr Lehmann - eine Figur, direkt aus dem Leben gergriffen!
    Sven Regener hat es geschafft, dass man voll eintaucht in die Welt des Berliners, mit ihm lacht, weint und grübelt und gar nicht mehr aufhören kann, sich dieselben mal ironischen, mal bitteren Gedanken zu machen, die ihm ständig durch den Kopf gehen.

    Kuriose Situationen, neue Herausforderungen und immer wieder die Arbeit, all das bleibt dem fast 30-Jährigen nicht erspart. Doch es wäre nicht Frank Lehmann, wenn er das alles nicht ein bisschen anders sehen würde als seine Mitmenschen. Selten erlebt, dass wiederholte Kneipentouren so unterhaltsam zu lesen sind!

    Ich kann das Buch nur als herzerwärmend beschreiben, habe mich bei Herrn Lehmann wie zu Hause gefühlt und kein einziges Mal beim Lesen Langeweile verspürt.
    Mir hat das Buch ab der ersten Seite gefallen. Bestimmt gibt es Menschen, die mit Herr Lehmanns Art nicht so viel anfangen können, aber er verdient auf jeden Fall eine Chance - sonst könnte man ein paar Stunden wahres Lesevergnügen verpassen.
  • Wir Kühe
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    Kühe und Football - mal etwas ganz anderes
    Rezension vom 29.11.2010
    "Wir Kühe" - ein etwas anderes Jugendbuch für Mädchen!
    Die Hauptdarstellerin, DJ, wirkt auf den ersten Blick ein wenig gewöhnungsbedürftig. Sie ist so gar nicht das typische Mädchen, was nicht zuletzt an der vielen Farmarbeit liegt, die auch beschrieben wird.
    Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an dieses Mädchen vom Land mit all ihren Eigenheiten, das sich viele Gedanken macht, aber ganz nach ihrer Familie kommt und daher kaum einen davon ausspricht.
    Dass Brian Nelson plötzlich auftaucht, macht die ganze Farmarbeit für den Leser etwas spannender - ewig kann man auch nicht über Kühe, Melken und die gebrochene Hüfte des Vaters lesen!
    Eine sehr schöne Figur stellt meiner Meinung nach der jüngere Bruder, Curtis, dar. Gerade weil er kaum spricht, ist es spannend, ihm beim Auftauen zuzusehen.

    Insgesamt eine wirklich schöne Geschichte, bei der sich ein Reinschnuppern durchaus lohnt! Ich habe so einiges über Kühe, aber auch über Football gelernt - ein Thema, das in der deutschsprachigen Jugendliteratur (noch dazu in der für Mädchen) - kaum auftaucht. Vorwissen wäre vielleicht nicht schlecht, aber ich hatte keines und trotzdem Spaß am Lesen!

    Man tue es Catherine Gilbert Murdock nach und nehme ein eigenwilliges Mädchen und ihren Traum, eine außergewöhnliche Familiengeschichte, einen besonderen Ort und ein paar Kühe und mixe das Ganze mit viel Ironie und einigen kleineren oder größeren Weisheiten. Darüber eine Prise süßer Liebe, wie man sie selbst erlebt hat oder gerne erlebt hätte. Und schon entsteht ein besonderes Jugendbuch, das zumindest ich so bald nicht wieder vergessen werde!

    Gerade die letzten Szenen sind wirklich berührend und man würde nicht glauben, wie sehr einen auch ein Buch wie dieses zum Nachdenken anregen kann - auch wenn man keine 16 mehr ist.