Unvollständige Erinnerungen

von Inge Jens

Buch

gebunden (317 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind sie ein Paar: die promovierte Germanistin Inge Jens, 1927 als Inge Puttfarcken in Hamburg geboren, und der Schriftsteller und Gelehrte Walter Jens. Auch wenn sie in der Öffentlichkeit meist als die «Frau an seiner Seite» wahrgenommen wurde, hatte Inge Jens stets ein eigenständiges, beruflich erfolgreiches Leben geführt: als Editorin von Tagebüchern und Briefwechseln (u.a. von Thomas Manns Briefen an den Kölner Germanisten Ernst Bertram oder des Nachlasses von Mitgliedern der Weißen Rose), mit ihrer umfangreichen Arbeit über die Geschichte der Tübinger Universität und nicht zuletzt mit Bucherfolgen wie den Biografien von Katia alias Frau Thomas Mann und deren Mutter Hedwig Pringsheim, vieles davon gemeinsam mit ihrem Mann.
Dass nun ihre Autobiografie mit großer Spannung erwartet wurde, liegt nicht zuletzt an der Demenzerkrankung ihres Mannes. Anders als ihr Sohn Tilman, dessen Buch mancher als schonungslose Abrechnung mit der übermächtigen Vaterfigur gelesen hat, sieht sie seine Krankheit nicht als einen Akt der Flucht, als resignative Reaktion auf das Bekanntwerden seiner NSDAP-Mitgliedschaft im Jahre 2003 an. Auch über diese Seite des Lebens in der Tübinger Sonnenstraße schreibt Inge Jens sachlich und unprätentiös - und doch springt einen aus jeder Zeile der Schmerz und die Trauer über die irreversible Krankheit des geliebten Mannes an.

Produktdetails

ISBN-10: 3-498-03233-X
EAN: 9783498032333
Erschienen: 17.07.2009
Verlag: Rowohlt Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 317
Gewicht: 454 g
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Inge Jens

Inge Jens, geboren 1927 in Hamburg, Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik in Hamburg und Tübingen. Promotion 1953 mit einer Arbeit über die expressionistische Novelle.

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Kundenrezensionen

  • Bilanz eines Lebens Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Irene Hantsche, am 26.11.2009

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    Wer erwartet hat, dass diese Erinnerungen mehr oder weniger bekannte Tatsachen aus dem Leben des bekannten Rhetorikprofessors Walter Jens wiederholen, wird überrascht sein.
    Denn Inge Jens, infolge der Demenzerkrankung ihres langjährigen Partners auch des geistigen Austauschs mit ihm beraubt, besinnt sich nunmehr auf sich selbst, beeindruckt uns als eigenständige, anspruchsvolle und bewundernswerte Frau, die durchaus eine ganz eigene Geschichte zu erzählen weiß.
    Also keine Walter-Jens-Krankheitsgeschichte, sondern Erinnerungen einer über 80-jährigen brillanten Frau, die eine Bilanz ihres Lebens zieht, dass mit persönlichen wie kulturhistorisch bedeutsamen Ereignissen und Zeitgenossen prall gefüllt war.
    Insbesondere die fast kühle Sachlichkeit und der nüchterne Pragmatismus, das Weglassen von Indiskretionen, Mutmaßungen und Selbstmitleid machen das Buch auf ganz besondere Art zu einem Leseerlebnis. Dass dem Leser darüber hinaus auch eine ganze Kulturepoche samt ihren wichtigen Protagonisten nahe gebracht wird, weist auf das eigentliche Anliegen der Autorin hin.

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  • Unvollständige Erinnerungen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Tina Dammer, am 18.11.2009

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    Inge Jens ist Literaturwissenschaftlerin und ausgewiesene Kennerin der Familie Thomas Mann. Sie erzählt uns in ihrem Buch ein äußerst ereignisreichen Leben. 1927 geboren, hatte sie die Nazizeit kennenlernen müssen, gab den Wunsch des Medizinstudiums auf, ging dann nach Tübingen um dort Literatur zu studieren. Dort lernte sie durch Walter Jens (ihrem späteren Ehemann) der Verleger Ernst Rowohlt kennen, mit dem sie eine enge Freundschaft verbindet. In ihrem Buch dürfen wir die Begegnungen zu Katja Mann, Golo Mann, Carola Stern u.a. begleiten. Inge Jens ist eine spontane, emanzipierte, erfolgreiche Frau. Sie verbindet geistige Arbeit, Haus und Familie meisterhaft. Intellektuelle Freundschaften zu pflegen gehört bei ihr zum Lebensalltag. Anrührend ist das letzte Kapitel, in dem sie über die Demenz ihres Mannes schreibt. Diese Lebensbilanz ist absolut empfehlenswert!

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  • Die Geschichte einer starken Frau Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Inga Pokora, am 13.09.2009

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    Zu Unrecht steht Inge Jens für gewöhnlich im Schatten ihres Mannes Walter. Diese Autobiographie erzählt die Geschichte einer emanzipierten und engagierten Intellektuellen und ist auch als Zeugnis der Geistesgeschichte der Nachkriegszeit wunderbar zu lesen. Nicht nur für Buchhändler und Akademiker eine tolle Lektüre!

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  • Unvollständige Erinnerungen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Michael Flath, am 02.09.2009

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    Mit 82 Jahren fischt Inge Jens im „Brunnen der Vergangenheit“ .
    Der inzwischen fehlende Gedankenaustausch mit ihrem demenzkranken Mann, dem Tübinger Rhetorik-Professor Walter Jens, bringt sie zur Beschäftigung mit sich selbst. Ergebnis ist ein bunter Strauß Erinnerungen an Ereignisse und Personen, an die jahrzehntelange Beschäftigung mit der Familie Mann, die Gruppe 47, bis hin zu Friedensbewegung und Mauerfall.
    Erinnerungen einer emanzipierten Frau, nicht nur der „Frau an seiner Seite“.

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  • Ein anregendes Stück Zeitgeschichte! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sibylle Herwig, am 14.08.2009

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    Inge Jens, Literaturwissenschaftlerin, Herausgeberin der Tagebücher Thomas Manns, Biografin von Katia Mann, von deren Mutter Hedwig Pringsheim und von Katias Bruder Erik Pringsheim, hat ihre Autobiografie geschrieben. In Hamburg in gutbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen, lernt sie während des Studiums in Tübingen Walter Jens kennen. Die Ehe und die geistige Partnerschaft mit dem künftigen brillianten Literaturkritiker bedeuten für Inge Jens ein produktives, erfülltes, intellektuelles Leben während sechs Jahrzehnten, in dem Persönlichkeitem wie Katia und Golo Mann, Ernst Rowohlt, Hans Mayer, Heinrich Böll und Carola Stern zu ihrem Umfeld gehören. Das berührendste Kapitel des Buches unter der Überschrift "In guten und in schlechten Tagen" beschreibt das nun schon einige Jahre währende Leben mit dem demenzkranken Walter Jens. Inge Jens ist mit dem sachlich und schnörkellos erzählten Buch ihres Lebens ein anregendes Stück Zeitgeschichte gelungen.

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  • "Hochinteressant" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Christina Andraschke, am 05.08.2009

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    Inge Jens hat ein hochinteressantes und sehr emotionales Buch über ihr Leben geschrieben. Es liest sich leicht wie ein Roman und bringt uns diese starke und bewundernswerte "Frau an seiner Seite" näher. Inge Jens versäumt es auch nicht zu betonen, daß sie eine sehr privilegierte Frau war und immer noch ist. Selbst die Krankheit ihres berühmten Mannes nimmt Sie tapfer an. Ich habe großen Respekt vor dieser bemerkenswerten Frau. Liebe LeserInnen, Inge Jens hat auch Ihre Aufmerksamkeit verdient.

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