BuchhändlerInnen im Portrait

aus St. Pölten

Gesamte Rezensionen
26 (ansehen)
Alter
31 Jahre
Abteilung
Belletristik / Digitale Welt / Büchermarkt
Funktion
Buchhändler
Lieblingsautoren
John Dickson Carr Edmund Crispin Alan Moore Heinz Janisch Andreas Steinhöfel Max Frisch
Im Beruf seit
Dezember 2011
Das beste Buch aller Zeiten
John Dickson Carr: Der verschlossene Raum & Chris Ware: Jimmy Corrigan - The smartest Kid on Earth
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Meine Rezensionen

  • Flamingos im Schnee
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    Glaube, Wunder, Hoffnung
    Rezension vom 04.05.2013
    Wenn das letzte Drittel eines Buches anbricht und man 100 Seiten vor dem Ende schon bedauert, dass man in Kürze sich von den Figuren wird verabschieden müssen, ist das ein Zeichen, dass es sich dabei um ein außergewöhnlichen Roman handelt - um nicht zu sagen um einen wunder-baren.
    Wenn dein Leben ohne Zukunft erscheint und jeder Tag dein letzter sein könnte, wirst du da noch die Kraft haben, um an Wunder zu glauben? "Alles ist erklärbar", so lautet einer der Wahlsprüche der 17-jährigen Campbell, deren Krebs sich bereits im scheinbar unheilbaren Endstadium befindet. Und wenn sich für alles eine rationale Begründung finden lässt, so bleibt wenig Platz für übernatürlich-schicksalhafte Begebenheiten und Zeichen, die auf eine unverhoffte Rettung hoffen lassen.
    Was sich zuerst vielleicht nach der todtraurigen Schilderung der letzten Tage einer jungen Frau anhört, ist jedoch alles andere als das: Wendy Wunders Roman quillt schier über vor charismatisch-sympathischen Figuren, allen voran Cam(pbell), ihre Mutter, Großmutter sowie die liebenswürdige, weil kein Blatt vor dem Mund nehmende und obendrauf noch einhorngläubige Schwester Perry. Und nachdem die Familie vom Arbeitsort in Disney World Florida in die kühlere und angeblich wunderkräftige Kleinstadt Promise im Bundesstaat Maine umgezogen ist, sieht sich Cam auf einmal mit immer häufiger werdenden Begebenheiten konfrontiert, die ihr Leben besser und auf einmal zukunftsträchtig erscheinen lassen. Aber sind das alles wirklich Wunder wie ihre Familie ihr wieder und wieder nahe zu bringen versucht oder lässt sich am Ende doch alles rational erklären und dem eigenen Schicksal ist nicht zu entkommen?
    Dieser Roman ist ein einziges Lesevergnügen, bei dem die Autorin es unter Vermeidung jeglicher Klischees oder vorhersehbarer Wendungen es gelingt, an allen richtigen emotionalen Strippen zu ziehen und ein Ensemble an Figuren auf die literarische Bühne zu stellen, die einen so schnell auch nach Abschluss des Buches nicht verlassen. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
  • Flamingos im Schnee
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    Glaube, Wunder, Hoffnung
    Rezension vom 04.05.2013
    Wenn das letzte Drittel eines Buches anbricht und man 100 Seiten vor dem Ende schon bedauert, dass man in Kürze sich von den Figuren wird verabschieden müssen, ist das ein Zeichen, dass es sich dabei um ein außergewöhnlichen Roman handelt - um nicht zu sagen um einen wunder-baren.
    Wenn dein Leben ohne Zukunft erscheint und jeder Tag dein letzter sein könnte, wirst du da noch die Kraft haben, um an Wunder zu glauben? "Alles ist erklärbar", so lautet einer der Wahlsprüche der 17-jährigen Campbell, deren Krebs sich bereits im scheinbar unheilbaren Endstadium befindet. Und wenn sich für alles eine rationale Begründung finden lässt, so bleibt wenig Platz für übernatürlich-schicksalhafte Begebenheiten und Zeichen, die auf eine unverhoffte Rettung hoffen lassen.
    Was sich zuerst vielleicht nach der todtraurigen Schilderung der letzten Tage einer jungen Frau anhört, ist jedoch alles andere als das: Wendy Wunders Roman quillt schier über vor charismatisch-sympathischen Figuren, allen voran Cam(pbell), ihre Mutter, Großmutter sowie die liebenswürdige, weil kein Blatt vor dem Mund nehmende und obendrauf noch einhorngläubige Schwester Perry. Und nachdem die Familie vom Arbeitsort in Disney World Florida in die kühlere und angeblich wunderkräftige Kleinstadt Promise im Bundesstaat Maine umgezogen ist, sieht sich Cam auf einmal mit immer häufiger werdenden Begebenheiten konfrontiert, die ihr Leben besser und auf einmal zukunftsträchtig erscheinen lassen. Aber sind das alles wirklich Wunder wie ihre Familie ihr wieder und wieder nahe zu bringen versucht oder lässt sich am Ende doch alles rational erklären und dem eigenen Schicksal ist nicht zu entkommen?
    Dieser Roman ist ein einziges Lesevergnügen, bei dem die Autorin es unter Vermeidung jeglicher Klischees oder vorhersehbarer Wendungen es gelingt, an allen richtigen emotionalen Strippen zu ziehen und ein Ensemble an Figuren auf die literarische Bühne zu stellen, die einen so schnell auch nach Abschluss des Buches nicht verlassen. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
  • Ein Mann von Welt
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    Vom Leben nach Maß
    Rezension vom 20.04.2013
    Oppen Porter: 27 Jahre alt, gleichermaßen überdurchschnittlich groß, naiv wie gutherzig und seit kurzem Waise, der mit eigenen Händen seinen Vater im angrenzenden Wald begrub und nun dessen letztem Willen entsprechen und in die nahegelegene Stadt ziehen will, um dort „ein Mann von Welt“ zu werden.
    Der Ausbruch aus der vertrauten, heimischen Kleinstadtidylle und der Eintritt in das facettenreiche und emotionsturbulente Treiben der Großstadt Panorama City ist zugleich eine Art verspäteter Initiation in die Welt der Erwachsenen – quasi ein verzögerter Adoleszenzroman. Oppen gerät in die wohlwollenden und zugleich betont richtungsweisenden Fänge seiner Tante, die ihm auf seinem Weg zu Reife und sozialer Anerkennung behilflich sein möchte und ihm einen Job in einem Fastfood-Restaurant verschafft. Aus kindgleicher Perspektive schildert der Protagonist von den Wundern der schnellen, (post)modernen Welt und erhält auf seinem Weg diverse Weisungen und wohlmeinende Ratschläge von philosophischen, religiösen und popkulturellen Begleiterfiguren.
    Der zweite Roman von Antoine Wilson kommt annähernd ohne jeglichen direkten Dialog aus, da die Erzählsituation eine besondere ist: Oppen liegt (mit einer in Wahrheit verhältnismäßig belanglosen Verletzung) im Krankenhaus und sieht sich dem sicheren Tod bei Anbruch des nächsten Sonnenaufgangs gegenüber. Deswegen schildert er rückblickend seinem ungeborenen Sohn von seinem Werdegang auf eine Vielzahl von Kassettenbändern.
    „Ein Mann von Welt“ besticht durch seinen warmherzig-humorvollen Erzählton, seine außergewöhnliche Hauptfigur und einem für moderne Romane fast schon unüblichen Zug: das Streben hin zu einem Happy End.
  • Ein Mann von Welt
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    Vom Leben nach Maß
    Rezension vom 20.04.2013
    Oppen Porter: 27 Jahre alt, gleichermaßen überdurchschnittlich groß, naiv wie gutherzig und seit kurzem Waise, der mit eigenen Händen seinen Vater im angrenzenden Wald begrub und nun dessen letztem Willen entsprechen und in die nahegelegene Stadt ziehen will, um dort „ein Mann von Welt“ zu werden.
    Der Ausbruch aus der vertrauten, heimischen Kleinstadtidylle und der Eintritt in das facettenreiche und emotionsturbulente Treiben der Großstadt Panorama City ist zugleich eine Art verspäteter Initiation in die Welt der Erwachsenen – quasi ein verzögerter Adoleszenzroman. Oppen gerät in die wohlwollenden und zugleich betont richtungsweisenden Fänge seiner Tante, die ihm auf seinem Weg zu Reife und sozialer Anerkennung behilflich sein möchte und ihm einen Job in einem Fastfood-Restaurant verschafft. Aus kindgleicher Perspektive schildert der Protagonist von den Wundern der schnellen, (post)modernen Welt und erhält auf seinem Weg diverse Weisungen und wohlmeinende Ratschläge von philosophischen, religiösen und popkulturellen Begleiterfiguren.
    Der zweite Roman von Antoine Wilson kommt annähernd ohne jeglichen direkten Dialog aus, da die Erzählsituation eine besondere ist: Oppen liegt (mit einer in Wahrheit verhältnismäßig belanglosen Verletzung) im Krankenhaus und sieht sich dem sicheren Tod bei Anbruch des nächsten Sonnenaufgangs gegenüber. Deswegen schildert er rückblickend seinem ungeborenen Sohn von seinem Werdegang auf eine Vielzahl von Kassettenbändern.
    „Ein Mann von Welt“ besticht durch seinen warmherzig-humorvollen Erzählton, seine außergewöhnliche Hauptfigur und einem für moderne Romane fast schon unüblichen Zug: das Streben hin zu einem Happy End.
  • Hier könnte ich zur Welt kommen
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    Familie gesucht
    Rezension vom 03.04.2013
    "Y", so lautet der englischsprachige Originaltitel dieses Debütromans von Marjorie Celona. Und so wie das englische Y (gesprochen "why") stellt sich auch die 16-jährige Hauptfigur und Ich-Erzählerin Shannon die Frage nach dem Warum: Warum setzte ihre Mutter sie wenige Tage nach ihrer Geburt vor dem YMCA auf Vancouver Island aus, warum schlug ihr Aufwachsen in verschiedenen Pflege- und Adoptivfamilien immer wieder fehl...
    Shannon ist eine verlorene Jugendliche mit einer unsicheren Identität, was sich schon allein durch ihren Namen zeigt: Denn über die Jahre tauften die verschiedenen "Eltern" sie immer wieder um und so stellt sich für sie bald die Frage, auf welchen Namen sie eigentlich hören soll und wo bzw. bei wem die Wurzeln liegen, an denen sie sich heimisch fühlen kann. Abwechselnd erzählt die Hauptfigur einerseits von ihrer in ständiger Unruhe und von wechselnden Krisen geschüttelten Kindheit und Jugend, während sie andererseits das Aufwachsen ihrer eigenen Mutter nachzeichnet bis hin zu dem Punkt, an dem Shannon von ihr an jedem frühen Morgen ausgesetzt und verlassen wird. Was sich auf diese Weise nach und nach entrollt ist eine tragische und berührende Familiengeschichte, die von Figuren getragen wird, die sich stets nach einem Gefühl von "zu Hause" sehnen, aber dabei ständig sich selbst in Grenzsituationen bringen, an denen ihre Identität zu scheitern droht.
    Um zu einer gefestigten Erwachsenen zu werden und selbst eventuell den Ausblick zu bekommen, einmal selbst eine liebende Mutter zu werden, muss Shannon sich zuerst darüber klar werden, was und wer für sie in ihrem Leben ihr eine emotionale Heimat darstellt und ihr die Kraft und Sicherheit gibt, sich selbst anzunehmen und weiter zu entwickeln. Im finalen Akt des Romans steht die Jugendliche vor der Frage, ob sie sich der Situation aussetzen möchte, ihre leibliche Mutter kennen zu lernen und damit letztendlich die Frage auf das titelgebende "Y" zu erfahren: warum sie damals ihr Kind von sich gab.
  • Hier könnte ich zur Welt kommen
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    Familie gesucht
    Rezension vom 03.04.2013
    "Y", so lautet der englischsprachige Originaltitel dieses Debütromans von Marjorie Celona. Und so wie das englische Y (gesprochen "why") stellt sich auch die 16-jährige Hauptfigur und Ich-Erzählerin Shannon die Frage nach dem Warum: Warum setzte ihre Mutter sie wenige Tage nach ihrer Geburt vor dem YMCA auf Vancouver Island aus, warum schlug ihr Aufwachsen in verschiedenen Pflege- und Adoptivfamilien immer wieder fehl...
    Shannon ist eine verlorene Jugendliche mit einer unsicheren Identität, was sich schon allein durch ihren Namen zeigt: Denn über die Jahre tauften die verschiedenen "Eltern" sie immer wieder um und so stellt sich für sie bald die Frage, auf welchen Namen sie eigentlich hören soll und wo bzw. bei wem die Wurzeln liegen, an denen sie sich heimisch fühlen kann. Abwechselnd erzählt die Hauptfigur einerseits von ihrer in ständiger Unruhe und von wechselnden Krisen geschüttelten Kindheit und Jugend, während sie andererseits das Aufwachsen ihrer eigenen Mutter nachzeichnet bis hin zu dem Punkt, an dem Shannon von ihr an jedem frühen Morgen ausgesetzt und verlassen wird. Was sich auf diese Weise nach und nach entrollt ist eine tragische und berührende Familiengeschichte, die von Figuren getragen wird, die sich stets nach einem Gefühl von "zu Hause" sehnen, aber dabei ständig sich selbst in Grenzsituationen bringen, an denen ihre Identität zu scheitern droht.
    Um zu einer gefestigten Erwachsenen zu werden und selbst eventuell den Ausblick zu bekommen, einmal selbst eine liebende Mutter zu werden, muss Shannon sich zuerst darüber klar werden, was und wer für sie in ihrem Leben ihr eine emotionale Heimat darstellt und ihr die Kraft und Sicherheit gibt, sich selbst anzunehmen und weiter zu entwickeln. Im finalen Akt des Romans steht die Jugendliche vor der Frage, ob sie sich der Situation aussetzen möchte, ihre leibliche Mutter kennen zu lernen und damit letztendlich die Frage auf das titelgebende "Y" zu erfahren: warum sie damals ihr Kind von sich gab.
  • Vier Arten, die Liebe zu vergessen
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    Vier Männer und ein Liebesfall
    Rezension vom 04.03.2013
    Wo die Minnesänger des Mittelalters noch vor den Balkonen ihrer Angebeteten Liebeslieder trällerten, lassen Männer heutzutage die von ihnen geschriebenen Lieder von den holden Frauen gleich selbst singen - so in Michaels Fall. Als er als Jugendlicher der charismatischen Sängerin Erin begegnet, ist es für Liebe auf den ersten Blick. Jedoch eine Liebe, die über Jahrzehnte unausgesprochen zwischen den beiden bleibt. Anstatt dessen beginnt Michael als anonymer Songwriter Lieder samt Texten für Erin zu schreiben, die damit über ihre irische Heimat hinaus berühmt wird, und dabei nie erfährt, werd der so einfühlsame Komponist im Hintergrund ist, von dem sie einzig weiß, das er alleinstehend in Venedig lebt.
    Nach Venedig lädt Michael seine drei ehemaligen Schulfreunde Thomas, Bernd und Wagner ein, die er bei der Beerdigung jener Lehrerin, die sie zu Schulzeiten als Gesangsquartett zusammengebracht hat, nach fast 20 Jahren zum ersten Mal wiedersieht. In den Tagen am Canal Grande entspinnen sich zwischen den vier Männern neue Fäden von Freundschaften und Rivalitäten, verdrängten Schuldgefühlen und missglückten Lebenskonzepten.

  • Die Mechanik des Herzens
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    Pinocchio für Erwachsene zum Lieben und Leiden
    Rezension vom 06.02.2013
    Jacks Herz ist zu schwach. Um es zu unterstützen, operiert seine Ziehmutter Madeleine ihm eine Kuckucksuhr hinzu. Dies ist der Beginn und gleichzeitig Dreh- und Angelpunkt dieses modernen Märchens für Erwachsene, das bisweilen Assoziationen mit "Pinocchio" und dem "Zauberer von Oz" weckt.
    Das Leben hätte für Jack nun verhältnismäßig ruhig verlaufen können, wäre er nicht im Alter von 10 Jahren einer jungen betörenden und zugleich unnachahmlich kurzsichtigen Flamenco-Tänzerin in seiner Heimatstadt Edinbourgh begegnet, die sein Kunstherz vollends in Beschlag nimmt - doch hat ihn genau davor Madeleine gewarnt: Nie dürfe er sich verlieben, weil das für sein schwaches Organ das Ende bedeuten könne.
    Doch da Gefühle nun einmal stärker sind als die Vernuft und Jack von der Liebe ganz für sich gefangen genommen wurde, hält ihn auch nichts weiter auf, als seine feurige Miss Acacia nach Andalusien verschwunden ist und dort bei einem Kuriositätenkabinett auftritt. Nach einer abenteuerlichen Reise von Schottland nach Spanien gelangt er dort an der Seite der Tänzerin seiner Träume an und sieht sich nun mit den medizinischen und emotionalen Problemen rund um seine beiden Herzen konfrontiert.
    Mathias Malzieu entwirft einen phantasievollen und bildstarken Roman, der Anklänge an Filme Tim Burtons ("Big Fish") besitzt und so wie diese zwischen skurril-humorvoller Leichtigkeit und emotionalen Abgründen jenseits der Oberfläche changiert.
  • Die Mechanik des Herzens
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    Pinocchio für Erwachsene zum Lieben und Leiden
    Rezension vom 06.02.2013
    Jacks Herz ist zu schwach. Um es zu unterstützen, operiert seine Ziehmutter Madeleine ihm eine Kuckucksuhr hinzu. Dies ist der Beginn und gleichzeitig Dreh- und Angelpunkt dieses modernen Märchens für Erwachsene, das bisweilen Assoziationen mit "Pinocchio" und dem "Zauberer von Oz" weckt.
    Das Leben hätte für Jack nun verhältnismäßig ruhig verlaufen können, wäre er nicht im Alter von 10 Jahren einer jungen betörenden und zugleich unnachahmlich kurzsichtigen Flamenco-Tänzerin in seiner Heimatstadt Edinbourgh begegnet, die sein Kunstherz vollends in Beschlag nimmt - doch hat ihn genau davor Madeleine gewarnt: Nie dürfe er sich verlieben, weil das für sein schwaches Organ das Ende bedeuten könne.
    Doch da Gefühle nun einmal stärker sind als die Vernuft und Jack von der Liebe ganz für sich gefangen genommen wurde, hält ihn auch nichts weiter auf, als seine feurige Miss Acacia nach Andalusien verschwunden ist und dort bei einem Kuriositätenkabinett auftritt. Nach einer abenteuerlichen Reise von Schottland nach Spanien gelangt er dort an der Seite der Tänzerin seiner Träume an und sieht sich nun mit den medizinischen und emotionalen Problemen rund um seine beiden Herzen konfrontiert.
    Mathias Malzieu entwirft einen phantasievollen und bildstarken Roman, der Anklänge an Filme Tim Burtons ("Big Fish") besitzt und so wie diese zwischen skurril-humorvoller Leichtigkeit und emotionalen Abgründen jenseits der Oberfläche changiert.
  • Das geheime Prinzip der Liebe
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    Zwischen Leid und Liebe
    Rezension vom 17.01.2013
    In den Kondolenzbriefen zum Tod von Camilles Mutter findet sich unter den üblichen Beileidsschreiben ein umfangreiches, anonymes Schreiben, das vom Leben einer jungen Frau in der Anfangszeit des Zweiten Weltkriegs berichtet. Zuerst nimmt Camille an, es handele sich dabei um ein Missverständnis oder eine besonders perfide Strategie eines Autoren auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Verlegerin zu erhaschen. Doch nachdem Woche für Woche weitere Schreiben folgen, begibt sich Camille anhand von geschilderten Daten, Orten und Namen auf die Spur des unbekannten Briefschreibers und der ebenso unbekannten Malerin, die es auf sich nimmt, gemeinsam mit dem Ehemann ihrer Gönnerin ein Kind für sie auszutragen. Zuerst scheint dies alles noch eine Übergroße Wohltat zwischen zwei engen, wenn auch unterschiedlichen Freundinnen zu sein. Jedoch entwickelt sich mit zunehmender Dauer von Annies Schwangerschaft und dem Wahn ihrer Gönnerin, diese Schwangerschaft und dieses Kind ihrer Umgebung als ihre Schwangerschaft und ihr Kind zu verkaufen aus der Freundschaft eine immer steilere Spirale aus Hass und Missgunst, die mit fortschreitender Zeit vor immer weniger moralischen Hürden zurückschreckt.
    Hélène Gremillon geht in ihrem Debütroman der zentralen Frage nach, wie viel Leid verursacht werden darf, um dem eigenen Wunsch nach scheinbar unstillbarer Liebe nach zu kommen. Die besondere Spannung entsteht dabei durch die Abwechslung zwischen den beiden zeitlich getrennten Erzählebenen: Die Briefe treiben die Handlung in den 30er und 40er Jahren rund um Annie und ihre Schwangerschaft voran, während abwechselnd zu diesen Kapiteln in den 70ern Camille Nachforschungen rund um den Inhalt der Briefe und die erwähnten Personen anstellt und dabei immer näher an den Grund kommt, wieso gerade sie diese Schreiben erhält. Durch Tagebucheintragungen und aufgezeichnete Gespräche wird nach und nach auch aus den Perspektiven der weiteren zentralen Figuren Licht auf die Entwicklung der schicksalhaften Geschehnisse geworfen und so auch den LeserInnen ein neuer Blick auf bereits Geschildertes eröffnet.
    Der anfänglich noch lockere Ton der Romans schlägt im weiteren Verlauf der Handlung eine immer düster werdende Klangfarbe an und hinterlässt beim Lesen einen tiefen emotionalen Eindruck je weiter man Annies Schicksal mitverfolgt.