12+11
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Thomas Zörner, am 17.10.2011
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Jetzt haben sie sich also wieder lieb. Nach jahrelangem Streit, und damit verbundenen Schmähungen in ihren jeweiligen Songs, haben sich die beiden lukrativsten Künstler der Deutschrapperszene wieder vertragen. Da scheint es nur naheliegend einfach ein gemeinsames Album rauszubringen, was Sido und Bushido unter dem Namen 23 auch gleich gemacht haben. In drei verschiedenen Versionen liegt das Werk vor, wobei die Titelanzahl direkt proportional zum Preis steigt, und außerdem liegt den beiden teureren Versionen jeweils eine DVD bei, die ein Making Of des Albums zeigt, und noch einige Fanschmankerl mehr. Ich besitze die Premium Version des Albums, und kann daher auf 3 Songs der Deluxe nicht eingehen, man möge mir verzeihen, aber bis Song Nummer 17 gleichen sich ohnehin alle Versionen. Man startet pompös mit einem Intro immerhin schließen sich hier Sido und Bushido zusammen, man will die Aufmerksamkeit der Hörer auf seiner Seite wissen, und schickt gleich Mit nem Lächeln nach, das zu erwartende Lied darüber, dass man nun wieder richtig gut miteinander auskommt. Wen hier schon die stark elektronischen, und angerockten, Beats stören, der wird mit der Scheibe keinen Spaß haben, denn so zieht sich das durchs ganze Album. Hier gibt es kein homogenes XOXO, sondern den fett produzierten Vorschlaghammer. Den kriegt man das erste Mal richtig zu spüren bei So mach ich es. Lyrisch, so wie kaum etwas auf der CD, kein Meisterwerk, aber ein Kopfnicker vor dem Herrn. Sido übernimmt die Hook, und die Parts teilen sich die beiden untereinander. So passiert es meistens, wenn nicht gerade ein Gast den Refrain übernimmt. Hier fällt aber gleich etwas markant auf: Sido hat über die Jahre die größere Steigerung durchgemacht, und hingegen dessen, was er auf seinen letzten Soloalben gezeigt hat, scheint er hier doch einen Gang zurück zu schalten. Vielleicht um so den Niveauunterschied der beiden Rapper zu kaschieren, denn wie man weiß, stagniert der gute Bushido leider schon sehr lange auf einem Level. Als Rapper sieht sich Bushido inzwischen auch gar nicht mehr, sondern als Geschäftsmann, und daraus machen beide keinen Hehl, so ist 23 weniger Kunst, als Produkt. In Nummern wie Haus aus Gold, oder dem geilen Schöne neue Welt, in dem Kay One die Hook verdammt gut gibt, wird dies auch entsprechend betont. Aber auch wenn man künsterisch sehr wenig zu sagen hat, gibt es immer wieder Momente, in denen man es doch tut. Das melancholische Auch wenn es manchmal regnet, oder das starke Ein Märchen zeigen, dass auch diese beiden nicht davor zurückschrecken ernste Themen anzuschneiden. Schade ist nur, dass gerade die zwei Nummern, auf denen sie solo agieren, zu den jeweils besten gehören. Crossroads von Bushido überzeugt durch Text und Hook, und Bonnies Farm von Sido als ganzes, denn das Ding macht einfach Spaß und erinnert an die frühen Tage des damals Noch-Maskenmanns. Nein, 23 ist nicht das größte Rapalbum der Geschichte, dafür ist es, und ich entschuldige mich für das Wort, zu kommerziell. Das dennoch einige Nummern zu finden sind, die unbestreitbar gut sind, lässt sich aber nicht leugnen.