Parallelgeschichten

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Übersetzung 2012

von Peter Nadas

Buch

gebunden (1723 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Zwanzig Jahre nach seinem international gefeierten

Buch der Erinnerung legte Péter Nádas erneut ein Opus

magnum vor. Als die Parallelgeschichten 2005 in Ungarn

erschienen, wurden sie als ein «Krieg und Frieden des

21. Jahrhunderts» begrüßt.

1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring

beim Jogging im Berliner Tiergarten eine Leiche. Mit

dieser kriminalistischen Szene beginnt der Roman, eröff-

net zugleich aber auch die weitgespannte Suche nach

einer düsteren Familiengeschichte, ihrer Schuld und

Mitschuld. Ein zweiter Hauptstrang ist die Geschichte

der Budapester Familie Lippay-Lehr und ihrer Freunde,

deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und

deutschen Geschichte verknüpft werden. Die historischen

Markierungen sind die ungarische Revolution 1956, die

nachrevolutionäre Zeit, der ungarische Nationalfeiertag

15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der

ungarischen Juden 1944/45 bis zur Vorkriegszeit der dreißiger

Jahre in Berlin.

Der Roman entwirft ein Panorama europäischer Geschichte,

in einer überwältigenden Fülle von Geschichten,

die keine realistische Konstruktion zu einer Geschichte

vereinen könnte. Die eine große Metaerzählung

des Romans ist die Geschichte des Körpers, der für Nádas

zum Schauplatz der Ereignisse wird. Der männliche und

weibliche Körper und seine Sexualität prägen die Realität

der Personen, sie sind das «glühende Magma, das in der

Tiefe ihrer Seele und ihres Geistes ruhende Zündmaterial»,

das die Parallelgeschichten zur Explosion bringen.

Aufgrund seines analytischen Scharfblicks und der Kraft

seiner Personengestaltung stellt die internationale Kritik

Péter Nádas neben Proust. Wenn dessen großer Roman

am Beginn einer literarischen Moderne steht, dann mag

diese in den Parallelgeschichten ihre Vollendung finden.


Pressestimmen:

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 26.03.12
Parallelgeschichten ist nicht nur ein Roman, es ist ein literarisches Großereignis. Ein literarischer Hochkaräter, der mit so viel Geschichte und Geschichten gefüllt ist, dass es für zehn Bücher reichen würde.

Produktdetails

ISBN-10: 3-498-04695-0
EAN: 9783498046958
Erschienen: 16.02.2012
Verlag: Rowohlt Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 1723
Länge/Breite: 222mm/154mm
Gewicht: 1245 g
Übersetzer: Christina Viragh
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Christina Viragh

Christina Viragh, geboren 1953 in Budapest, emigrierte 1960 in die Schweiz und lebt heute in Rom. Sie ist Schriftstellerin und übersetzt aus dem Ungarischen und Französischen. 2012 wurde sie mit dem Hauptpreis des Europäischen Übersetzerpreises Offenburg für ihre Übersetzungen aus dem Ungarischen ausgezeichnet.

Peter Nadas

Péter Nádas, geb. 1942 in Budapest, ist einer der bedeutendsten europäischen Erzähler. Er wurde u.a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, dem französischen Prix du Meilleur Livre Étranger und dem Leipziger Bucpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Péter Nádas lebt in Budapest und Gombosszeg.

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Kundenrezensionen

  • Jahrhundertwerk??? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Xirxe, am 31.01.2013

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wer immer sich an dieses Buch heranwagt, der/dem sollte klar sein, dass es sich um keine durchgängige Geschichte handelt. Einzelne Personen bzw. Familien tauchen zwar immer wieder auf, doch stets wird auch die Gelegenheit genutzt, den Spuren anderer Personen zu folgen. Hauptsächlich ereignen sich die Begebenheiten in Ungarn zu Ende der 60er Jahre und kurz oder während des Ungarnaufstandes 1956/57 sowie in Deutschland kurz vor (oder nach) der Jahrtausendwende und während des Dritten Reiches. Die Geschichten springen hin und her und das einzig Verbindende sind insbesondere im ersten und zweiten Teil die Fixiertheit des Autors auf die Beschäftigung mit Geschlechtsorganen und der Verdauungstätigkeit. Ach ja, und die fast durchgehend meist zutiefst unglücklichen Protagonisten, eingebunden in Zwänge und Pflichten die sie nicht wollen. Zudem sind sie fast alle zumindest latent schwul oder lesbisch. So etwas mag im Einzelfall vielleicht schön zu lesen sein, aber über 1724 Seiten wieder und wieder - sorry, das ist einfach nervig.
    Falls es so etwas wie einen roten Faden gibt, dann ist der vielleicht am ehesten bei der Familie Lehr aus Budapest zu finden. Professor Lehr, frührer Berater der Nazis, jetzt der Kommunisten, liegt im Sterben. Seine unglückliche Ehefrau Erna trauert der Liebe zu einer Niederländerin nach, die einzige Tochter wurde verschleppt und tauchte nie wieder auf und Agóst, der einige Sohn, lebt seit seiner Rückkehr aus dem Ausland, wo er als Spion arbeitete, mit seiner momentanen Freundin Gyöngyver wieder daheim. Dazu kommt noch Kristof, der Neffe Ernas, dessen Mutter mit einer Frau nach Paris verschwand und dessen Vater von seinen Genossen hingerichtet wurde. Er träumt von Erlebnissen mit Männern, traut sich aber kaum, diese Träume auch zu verwirklichen. Gyöngyver träumt von einer Karriere als Sängerin, bisher aber recht erfolglos und fühlt sich erstaunlicherweise von Erna angezogen, wie auch andersherum. Dann gibt es noch Agósts Freunde, von denen aus eine Verbindung ins Dritte Reich besteht, die ebenfalls erzählt wird. Ernas Kartenrunde, ein deutsches KZ mit Wärtern und Aufsehern, deren Nachkommen ebenfalls eine Rolle spielen undundund. Dies könnten alles wirklich spannende und unterhaltende Geschichten sein, wenn Nádas nicht so unglaublich langatmig erzählen würde. 700 bis 800 Seiten weniger hätten dem Buch sicherlich gut getan.
    Dass Nádas jedoch gut erzählen kann, merkt man auch in diesem Mammutwälzer: Einzelne Kapitel sind packend und fesselnd erzählt und immer wieder kommt es vor, dass man vor Spannung oder Abscheu die Luft anhält. Leider viel zu selten.
    Zuguterletzt kann ich nur noch schreiben dass ich hoffe, dass der Autor nicht dieselbe Überzeugung hat, die dieses Buch mir vermittelt. Dass die Menschen grundsätzlich triebhafte Lebewesen sind, die nur durch Zwänge von außen bzw. selbstauferlegte unter Kontrolle zu halten sind. Fallen diese Zwänge weg, bricht das Animalische aus, dass sich ansonsten nur beim Sex oder diesen vielfach beschriebenen Verdauungstätigkeiten einen Weg bahnt. Und dieses Animalische endet dann in einer Katastrophe, wie uns das Schicksal Balters im letzten Kapitel zeigt, oder beispielsweise die Geschichte der Juden im Dritten Reich. Denn machten sich die Nazis nicht frei? Arbeit macht frei?

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  • Unlesbar!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 09.04.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Das Buch ist eine Mogelpackung. Das einzige Kapitel, welches noch einigermassen lesbar ist und eine Geschichte entwickelt ist Kapitel 1. Danach nur noch endloses verlieren in Details. Ohne Handlungsstrang. Wirre Zeitsprünge im gleichen Abschnitt. Und welche Probleme hat der Author mit seiner Sexualität? Ich kann nur davor warnen, für dieses krude Werk über 50.- zu investieren.

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  • INAKZEPTABEL !!! Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Michael Mueller, am 24.03.2012

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dieses Buch ist seit dem 16.2. erhältlich. Bis heute gibt es aber keine Rezension. Auch schon darüber gewundert? Ich sage Ihnen, warum: Dieses Buch ist der größte Müll, den ich je gelesen habe, aber keiner traut sich den tollen Kritikern, die es anscheinend schon ganz gelesen haben, zu widersprechen. Ich muss gestehen, ich habe es nur bis Seite 371 gelesen (von 1724 Seiten), danach aber habe ich es wutentbrannt in die Ecke geschmissen. Ich war mehrere Seiten lang damit beschäftigt, mir zu sagen, halte durch, irgendwann kommt ein Faden, ein Handlungsstrang. Aber nichts passiert. Uns wenn dann doch etwas ähnliches wie eine Handlung erkennbar wurde, dann handelte es sich hauptsächlich darum, die eine oder andere männliche Person dabei zu erleben, wie sie sich selbst befriedigten. Dies jedoch wird dann in der derbsten und vulgärsten Sprache, die man sich vorstellen kann, dafür aber auf das Ausführlichste beschrieben. Wofür ist es literarisch wichtig oder auch nur einen Hauch von interessant zu wissen, dass ein Mann,der am nächsten Morgen ermordet sein wird, sich noch ganz gepflegt einen ...... geholt hat?!? Oder wollten Sie immer schon mal wissen, ob kleine Jungs sich beim Urinieren die Vorhaut zurück ziehen? Bei Nádas erfahren Sie es. Nádas scheint eine ganz unglaubliche Begeisterung für das männliche Geschlechtsteil zu hegen. Noch nie kannte ich in einem Buch nach weniger als einem Viertel des Buches die Geschlechtsteile der Hauptpersonen besser als bei Nádas.
    Und abgesehen davon? Nichts! Über Seiten werden, gelinde ausgedrückt, verhaltensauffällige Personen geschildert und vorgestellt. Es gibt niemanden, der einem bis zur Seite 371 sympathisch oder vielleicht auch unsympathisch ist. Die Menschen haben alle nur irgendwie einen Schlag.
    Aber auch die Art und Weise, wie all das geschrieben wird ist völlig entnervend. Zum einen, weil es außer Punkt und Komma keine Satzzeichen gibt. Frage-, Ausrufe- oder Anführungszeichen: Fehlanzeige. Irgendwann, nach vielleicht eineinhalb Zeilen manchmal merken Sie: "Oh, das war ja gerade direkt Rede!" Bei machen Sätzen merken Sie nicht, ist es eine Frage oder eine Aufforderung. Total verwirrend! Und genauso ist das Buch auch an sich geschrieben. Ohne einen Absatz über mehrere Seiten eines Kapitels werden Zeit-, Ort- und Gedankensprünge vollzogen, die oftmals kaum nachvollziehbar oder überhaupt erkennbar sind.
    Die FAZ schrieb (siehe Umschlagrückseite), dieses große Buch wäre leicht zu lesen und kaum auszuschöpfen. Das erinnert mich an HURZ. Kennen Sie nicht? Diese herrliche Verballhornung vermeintlicher Musikkenner durch Hape Kerkeling lässt sich für mich zu hundert Prozent auf die ganzen Lobeshymnen auf dieses "Opus maximus" übertragen. Sie können auch nichts anfangen mit dem "...Wolf, dem Schaf auf der grünen Wiese"? Oder auch dem Lurch? Dann lassen Sie die Finger von diesem Buch.
    In diesem Sinne: "HURZ"

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