Radikal

Thriller

von Yassin Musharbash

Buch

Taschenbuch (397 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Im Fadenkreuz von Fanatikern - ein beängstigend realistischer Politthriller. Ein Thriller über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Terrorismus. Eine Momentaufnahme einer Gesellschaft im Alarmzustand. Eine Spurensuche in mehr als nur einem Milieu, in dem Radikale auf dem Vormarsch sind. Lutfi Latif ist die deutsche Antwort auf Barack Obama: Ein charismatischer Intellektueller mit ägyptischen Wurzeln, einer ebenso klugen wie hübschen Frau und dem Potenzial, die deutsche Islamdebatte komplett aufzurollen. Aber kaum in den Bundestag gewählt, gerät der Vorzeigemuslim ins Fadenkreuz von Radikalen. Mitten im Berliner Regierungsviertel kommt es zu einem Anschlag auf Latif. Das Terrornetzwerk al-Qaida bekennt sich zu der Bluttat, die deutsche Politik gerät in Aufruhr, die Stimmung im Land verschärft sich: Osama Bin Ladens Schergen haben in Deutschland zugeschlagen, mit Ansage. Doch Latifs Assistentin Sumaya al-Shami und der Terrorexperte Samuel Sonntag haben Zweifel. Sie ermitteln auf eigene Faust - und stellen bald fest, dass der Kreis der Verdächtigen größer ist. Ihre Ermittlungen führen sie in die Abgründe des Extremismus, in Kreuzberger Internetcafés und Zehlendorfer Villen, in Sozialwohnungen im Wedding und an Potsdamer
Seegrundstücke. Vor allem aber bringen ihre Nachforschungen sie in Gefahr, denn für die Suche nach der Wahrheit müssen sie weit gehen, vielleicht zu weit. Und was ist das überhaupt: die Wahrheit?


Produktdetails

ISBN-10: 3-462-04338-2
EAN: 9783462043389
Erschienen: 18.08.2011
Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 397
Gewicht: 480 g
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Yassin Musharbash

Yassin Musharbash, geb. 1975, ist Sohn eines jordanischstämmigen Vaters und einer deutschen Mutter. Während des Studiums der Arabistik und Politologie begann er als Journalist zu arbeiten, u.a. für die taz, Jordan Times und die Neue Osnabrücker Zeitung. Heute ist er als Redakteur bei SPIEGEL ONLINE tätig.

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Kundenrezensionen

  • Brandaktueller Politthriller Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Nadine Wildner, am 19.12.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Berlin in naher Zukunft, der Bundestagsabgeordnete Lutfi Latif ist der neue aufsteigende Star der Grünen. In vielen Ländern der Welt bekannt durch seine diplomatischen Fähigkeiten.
    Der Islamexperte Samson, der sich auf terroristischen Austausch von verschiedenen Gruppen im Netz spezialisiert hat.
    Die junge arabische Studentin Sumaya, die nach der Jobsuche als Beraterin bei Latif landet.
    Frau Schwalb von der Berliner Zeitung ,der Globus, die auf die richtigen Informationen für einen guten Artikel über Latif hofft.
    Und Herr Munkelmann, Latifs Berater und engster Mitarbeiter. Sie alle bilden einen Kreis um den Abgeordneten, der seit längerem aus verschiedenen Lagern von Extremisten bedroht wird. Anfangs denkt er nur von islamistischen Gruppen bedroht zu werden, die seine offene Politik und den modernen Umgang mit seiner Religion stark verurteilen. Sein engster Mitarbeiter aber, Munkelmann, hält die Drohungen der rechtextremistischen Szene zurück, bis Sumaya auch mit dem Fall vertraut wird.
    Das BKA will Latif schützen, aber er nimmt alles eher auf die leichte Schulter. Er ahnt nicht wie viele extremistische Gruppen sich in Berlin formieren. Da gibt es z.B. einen Geheimbund aus Akademikern, Unternehmern und Lobbyisten, einflussreiche Persönlichkeiten, die sich nach dem einschlagenden Anti-Migranten-Buch des Herrn Geather auf einen nationalistischen Wandel freuen. Herr Munkelmann nimmt daran auch regelmäßig teil.
    Extremistische Rechte und Linke kommen ins Spiel, Islamhasser und islamische Fundamentalisten werden verdächtigt. Der Verfassungsschutz und das BKA sind alle aktiv und die Bombe tickt mitten in Berlin.
    Dieses Romandebüt ist vor allem eins, super recherchiert und momentan brandaktuell. Ein spannender Politthriller von einem guten Journalisten!

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  • Vom Schein und vom Sein Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 29.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Inhalt:
    Berlin. Der erfolgreiche Grünen-Politiker Lutfi Latif, MdB, steht für einen fortschrittlichen Islam. Er hat seinen Doktor in Harvard gemacht, er hat in Gaza Hilfsgüter verteilt. Er ist gläubig, aber kein strenger Muslim. Er hat Charisma und zieht die Menschen in seinen Bann. Er glaubt an das friedliche Zusammenleben von Kulturen. Und genau deshalb ist Lutfi Latif Zielscheibe extremradikaler Gruppen. Nach ersten Morddrohungen engagiert seine Mitarbeiterin Sumaya al-Shami den Arabisten Samuel Sonntag, der sich seit Studienzeiten mit islamischem Terror beschäftigt. Kurz darauf wird Lutfi Latif Opfer eines Bombenanschlags und Sumaya und Samuel nehmen sich zum Ziel, den Mörder zu finden. Es beginnt die Jagd nach der Wahrheit durch die unterschiedlichsten Abgründe.

    Leseeindrücke:
    „Radikal“ ist keine leichte Kost. Oftmals habe ich für Minuten das Buch geschlossen und musste über das soeben Gelesene nachdenken. Ich wohne in Berlin; in einem Stadtteil, in dem man häufiger mit Muslimen konfrontiert wird. Während meines Studiums habe ich Kurse zum Islam besucht, weil ich es verstehen wollte. Es verstehen – das ist wohl auch Ziel der Figuren im Buch. Und man merkt eigentlich nur, dass man es eigentlich nicht verstehen kann. Ich habe den 11. September 2001 in den USA erlebt. Ich saß in einer amerikanischen Schule und sah in den Nachrichten, wie das zweite Flugzeug in das World Trade Center flog. Ich erlebte die Wochen danach. Die Euphorie, nach Afghanistan zu gehen und den Feind zu bekämpfen – wer auch immer das sein mag. Zu Beginn des Jahres habe ich eine Evakuierung auf Grund einer Bombendrohung erlebt. Und nach jeder Drohung in den Medien ertappe ich mich selber dabei, wie ich anderen Menschen skeptische Blicke zuwerfe. Die Angst ist allgegenwärtig, obwohl sie so wenig greifbar ist. Yassin Musharbash trifft mit seinem Buch mitten in den Nerv der Zeit. Das Buch ist klug geschrieben, sehr durchdacht und versucht, unterschiedliche Seiten zu beschreiben. Besonders gelungen finde ich dabei die Identitätskrisen, die hin und wieder aufgezeigt werden. Wer bin ich? Woher komme ich? Wo gehe ich hin? Ein weiterer Pluspunkt ist auch, dass sich Yassin Musharbash nicht in zwischenmenschlichen Geflechten verliert, sondern auf den roten Faden fokussiert bleibt.
    Ich beglückwünsche Herrn Musharbash zu einem so intelligenten Buch, den KiWi-Verlag zu der weisen Entscheidung, dieses Buch zu verlegen und Vorablesen, es bekannt zu machen.

    Fazit:
    Trotz oder noch besser: gerade wegen meiner nachdenklichen Worte muss ich dem Aufkleber auf dem Cover und somit John Le Carré zustimmen „Ich glaube, dieses Debüt wird ein Triumph“.

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  • Beeindruckend - einfach unbeschreiblich Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 20.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Yassin Musharbash schafft es in seinem Thriller, Realität mit Fiktion so geschickt zu verknüpfen, dass auch gleichzeitig deren Grenzen verschwimmen. Man merkt beim Lesen jeder Zeile, dass er ein Insider ist. Er weiß wovon er spricht und vor allem wie er es dem geneigten Leser verständlich nahebringt. Wenn man genau über das Gelesene nachdenkt – was ich immer noch tue und dies garantiert noch für eine ganze Weile – wird einem bewusst, wie viel Wahrheit sich in diesem Buch verbirgt.

    Nachdem sonst immer Ziele im Nahen Osten oder in Amerika Schauplatz des Terrors sind, holt Musharbash die Bühne des Geschehens in die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Erzählt wird das Buch aus verschiedenen Perspektiven der handelnden Protagonisten. Man erhält Einblicke in das Abgeordnetenbüro von Lutfi Latif im Bundestag sowie in die Zeitungszentrale der „öffentlichen Meinungsmacher“ vom Globus. Auch die Arbeitsweisen des ermittelnden Beamten beim BKA und die Perspektive von Terrorexperten Samuel Sonntag werden detailliert dargestellt. Ebenfalls erhält man Einblicke in die Sichtweise von jungen Islamisten in Deutschland sowie in diverse Schauplätze der extremen Szene von Berlin.
    Eine gelungene Kurzzusammenfassung des Inhalts befindet sich im Klapptext des Buches. Knapper und präziser kann man die Handlung nicht besser darstellen.

    Mir persönlich hat am besten gefallen, dass die Islamisten nicht wie sonst üblich als „Schuldige“ oder „Buhmänner“ angeprangert werden, sondern konsequent als Menschen unserer Gesellschaft integriert sind. Ich meine damit, dass sie im Buch zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge schildern und was sie dabei empfinden, von der Gesellschaft nicht als vollwertiges Mitglied akzeptiert zu werden – insbesondere nach dem Anschlag. Wie oft habe ich in Büchern zu diesem Thema gelesen (die nicht bereits vom Titel schon kontra Islam sind), um dann zwischen den Zeilen die Abneigung und Schuldzuweisung zu erkennen.

    Ich muss John Le Carré zustimmen: Yassin Musharbash’s Debüt wird ein Triumph werden! Der Politthriller ist so fesselnd geschrieben und mit teils beängstigenden Szenen gespickt - einfach unglaublich gelungen. Daher volle fünf Sterne von mir und Platz 1 meiner persönlichen Bestseller-Liste.

    Herr Musharbash, ich hoffe sehr, dass Sie noch viele Bücher dieser Art schreiben werden und mit Ihrem Hintergrundwissen die Sicht unserer Gesellschaft auf die islamische Welt näherbringen und positiv verändern.

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  • Terror, Angst und Hass! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Melanie Enns, am 12.10.2011

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    Als ich mich völlig blauäugig an meinen Leseeindruck auf Vorablesen,de gemacht hatte und das Buch auch gewonnen hatte, war ich nicht gefasst auf das was mich erwartet und ich gestehe, ich habe beim Lesen wirklich Angst gehabt, denn Terrorismus ist ein wirklich aktuelles Thema. Dieses Buch ist keine leichte Kost und manchmal auch sehr schwer zu lesen durch die vielen arabischen Namen und Worte, aber dennoch habe ich wie festgeklebt an dem Buch gesessen und war erschüttert über die Wahrheit die sich in dem Buch widerspiegelt, denn genauso kann es geschehen. Warum nicht eine Bombe mitten in Berlin zünden und alles al Quida in die Schuhe schieben, obwohl eine andere Organisation dahintersteht? Warum nicht Moscheen abfackeln und Korane mit Hundescheiße verschmutzen? Was ist der Sinn an solchen Taten? Was werden sie bewirken? Sie werden den Hass nur höher schüren und eine Tat wird der nächsten folgen und ein endloser Kreislauf beginnt. So stelle ich mir das Leben nicht vor. Ich würde mir schon sehr wünschen, daß Muslime und Christen in Frieden miteinander leben können. Ist das vorstellbar und vor allem durchführbar? Oder wird dies immer ein Wunschgedanke bleiben?

    Spätetestens nach dem 11. September (gestern war es 10 Jahre her!) wissen wir, was Terror bewegen kann und ich bin immer noch erschüttert über diese Tat und werde diese schlimmen Bilder niemals aus meinem Kopf bekommen, daher wird es für mich immer aktuell sein. Auch wenn die USA oder auch England oder der Irak weit, weit weg erscheint, können solche Dinge auch hier in Deutschland passieren und daher ist das Buch so realistisch. Interessant ist auch, wie eng Presse, Polizei und andere Organisationen miteinander arbeiten. Alles korrupt und für mich als normal denkender Mensch nicht nachzuvollziehen!

    Die Rolle der Sumaya ist mir wirklich sehr symphatisch und unsere Welt braucht Menschen wie sie, die auch bereit sind gegen den Strom zu schwimmen und alles riskieren! Auch Samuel Sonntag, genannt Samson spielt in diesem Buch eine Rolle, die ich erst später begriffen habe und hinterher auch wirklich geschätzt habe, denn er hat aus diesem Politthriller ein Buch gemacht, welches sich zu Lesen lohnt! Aber was ist mit dem jungen mann Niklas , der Sprengstoff verkauft hat? Wird er seines Lebens wieder froh werden oder wird ihn sein schlechtes Gewissen weiterhin plagen? Das Buch wirft viele Fragen auf, die sich zwar nach und nach auflösen, aber einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Natürlich ist es Fiktion, aber dennoch könnte es genauso wie hier geschildert geschehen, denn von Terror, Angst und Hass lesen wir fast jeden Tag in den Nachrichten!
    Dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen und 5 Sterne vergeben! da es sich hier um meine Meinung handelt, bitte ich den Leser dieses Berichts dieses doch bitte nicht zu vergessen und nicht Kritik an meiner Person zu nehmen. Denn hier handelt es sich um meine Gefühle und Gedanken, die ich zum Ausdruck bringen wollte.

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  • Musharbash, Radikal Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Frau Gey, am 03.10.2011

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    Der Vorzeigemuslim Lufti Latif, Bundestagsabgeordneter der Gruenen, ist eines der Opfer eines Bombenanschlags während einer TV-Show. Kurze Zeit später gibt es ein Bekenner-Video von Al-Quaida. Dabei könnte man es belassen - wäre da nicht der Islamwissenschaftler Samuel Sonntag im Studio gewesen, der auch beinahe zu den Opfern gehört hätte. Ihm kommen Zweifel an der Echtheit des Bekenner-Videos: es ist zu perfekt. Er beginnt zu ermitteln und stößt unter anderem auf eine geheime Gruppe radikaler Islamgegener die sich aus prominenten Politikern, Künstlern, Industriellen und Fanatikern zusammen setzt. Sie werfen bislang nur mit Farbbeuteln oder Schweineblut - aber der Weg zum ersten Toten scheint nicht mehr weit...
    Da gerät Samuel Sonntag selbst unter Mordverdacht. Ist er dem Täter zu nahe gekommen?
    Dieses Buch raubt einem dem Schlaf. Der Autor hat Arabistik und Politologie studiert, arbeitet nun bei Spiegel-Online als Experte für Terrorismus und den aktuellen Revolutionen der arabischen Welt. Er kennt sich aus - und das Wissen um dieses Dinge verpackt er hier in einer hochbrisanten und spannenden Story. Ein Krimidebüt, dem hoffentlich noch viele folgen werden.

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  • Starker Tobak! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 09.09.2011

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    Lutfi Latif, geboren in Kairo, studiert in Harvard, nun seit Jahren in Berlin, mit Frau und Kindern.
    Er will hoch hinaus, als frisch gewaehlter Abgeordneter der Gruenen-Partei. Nicht weil er machtgierig ist, sondern um etwas zu bewirken. Politiker in dieser Hinsicht gibt es nicht viele, doch er hat konkrete Plaene und konkrete Ziele, zum Wohle seiner Mitmenschen, seien es nun Exilmuslime, Migranten, aber auch die Deutschen. Doch hat er auch mehr Feinde, als Freunde. Taeglich erreichen ihn Morddrohungen,.. durch seine Artikel und seine Reden, aber vorallem durch seine arabischen Debattentexte geraet er immer mehr in das Visier von al-Qaida - und riskiert dabei sein Leben,..

    Sumaya al-Shami ist begeistert von Lufti Latif. Endlich einmal jemand der sie versteht. Der weiß, wie es ist, wenn man sich nirgends richtig zuhause, angekommen fuehlt. Und so bewirbt sie sich wagemutig auf eine Stelle als seine Sekretaerin. Auch Lutfi ist angetan und stellt sie ein. Ihre erste Aufgabe ist, die Morddrohungen auszuwerten. Diese stammen, nicht wie urspruenglich angenommen, nur von Islamisten, sondern auch aus Nazikreisen und vorallem Islamhassern,.. der andere Angestellte in Lutfis Buero, Cord Munkelmann, scheint jedoch auf irgendeiner Weise - und aus unersichtlichen Gruenden - die Briefe sabotieren zu wollen, denn auf einmal fehlt ein Stoß, als er wieder auftaucht sind wichtige Daten retuschiert wurden,.. was verbirgt er?

    Sumaya haelt es fuer angebracht jemanden fuer Lutfis Sicherheit einzustellen und geraet somit an Samuel Sonntag.. dieser hat Arabistik studiert und beschaeftigt sich seit langer Zeit mit Terrorismus.. auf seinem Dachboden hat er seinen heimlichen Arbeitsplatz errichtet. An diesen PCs hat er sich viele verschiedene arabische Charaktaere erschaffen, mit denen er verzweifelt versucht Licht ins Dunkle zu bringen,..

    Kurze Zeit spaeter geht eine Bombe hoch in einem Studio, wo Lutfi Latif gerade eine Ansprache haelt,.. ein Terroranschlag.. die Zeit rennt und Sumaya und Samuel versuchen gemeinsam den Attentaeter zu ueberfuehren,.. als ein Bekenner-Video von al-Qaida auftaucht, scheint jedoch alles immer mehr ins Unklare zu stuerzen, denn eine Stunde nach dem Attentat ein Video von jenem welchen zu finden, ist unueblich.. Fragen ueber Fragen,.. nur wenige Antworten.. aber viel Gefahr.....

    * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

    .. ich habe selten so lange gebraucht, um ein Buch zu lesen. Ich fand Yassin Murshabashs "Radikal" teilweise wirklich sehr anstrengend. Grade in der ersten Haelfte wurde man regelrecht mit Informationen ueberschuettet. Vieles warf nur noch mehr Fragen auf. Der Schreibstil - und auch das aktuelle Thema!! - sind sehr fesselnd.. aber es ist definitiv keine leichte Lektuere fuer zwischendurch.
    Obwohl mich das Thema selbst sehr.. fasziniert waere vielleicht das falsche Wort.. beschaeftigt, finde ich dennoch, dass es diesem Buch etwas an Spannung fehlt. Ich glaube viele Menschen haetten es nach nicht einmal der Haelfte weggelegt.
    Nichts desto trotz ist es sehr empfehlenswert, fuer all die Leute die sich fuer Terrorismus, Politik und Aehnliches interessieren.
    Ein Buch das fordert und zum Nachdenken anregt!
    Gut gemacht!

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  • Radikal Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von anyways, am 07.09.2011

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    Die junge Politikstudentin Sumaya bewirbt sich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Abgeordnetenbüro des Grünen Politikers und Vorzeigeexilmuslimen Lutfi Latif.

    Ein Mann dessen politische Arbeit sie interessiert und von dem sie sich, in Bezug auf ihre eigenen Wurzeln, viel erhofft. Einigermaßen problemlos erfolgt das Vorstellungsgespräch, an dessen Ende sie als Halbtagskraft eingestellt ist. Zusammen mit ihrem Kollegen Munkelmann nimmt sie die Arbeit auf. Als erstes soll sie die von Munkelmann vorgesichteten Drohbriefe des Politikers neu beurteilen. Das BKA wurde auch schon eingeschaltet, dieses geht wiederum nur von Drohbriefen islamistischen Hintergrunds aus, dabei stellt Sumaya fest das es auch Briefe von Nazis und Islamhassern gab. Warum verschweigt Munkelmann dies? Ebenfalls merkwürdig findet sie, dass die Presse sehr schnell Wind von der Sache bekommen hat. Auf den Vorschlag Latifs hin engagiert sie den unabhängigen Terrorismusexperten Samuel Sonntag. Dieser arbeitet nicht nur als Berater sondern unterhält einen eigenen Blog „derkleinedjihad.com“ und erhält Vorträge vor politischen Stiftungen, Vereinen und Gewerkschaften. Auf einer Veranstaltung vor Juristen trifft er seinen alten Kommilitonen Stefan wieder, dieser lädt ihn zu einer privaten Vorstellung in einem „politischen Salon“ ein. Nach anfänglichem Zögern willigt er ein und bekommt es mit Radikalen der anderen Art zu tun. Als dann noch ein tödlicher Anschlag auf seinen neuen Arbeitgeber verübt wird macht er sich mit Unterstützung der Muslima Sumaya und seiner Ex-Freundin Merle auf die Suche nach den Verantwortlichen.



    Anders als John le Carré , der seine Thriller sehr gerne verkompliziert und politisiert, gelingt Musharbash ein außerordentlich guter, spannender und fesselnder Thriller. Ein flüssiger mitreißender Schreibstil, ein schlüssiger Plot und die gut platzierten Spannungsbögen ließen mich das Buch kaum aus den Händen legen.

    Der innere Zwiespalt der Angehörigen der islamischen Religion ist sehr einfühlsam dargestellt. Befremdet für mich war nur, dass beide sowohl der Politiker als auch Sumaya sich als Exilmuslime bezeichnen. Warum? Per Definition sind sie keine. Das erklärt wahrscheinlich diesen Zustand der inneren Zerrissenheit, sich nach etwas sehnen was man haben könnte aber gar nicht mehr möchte.

    Die Darstellung der Terroristen und unter welchen harmlosen Masken sie sich in der Öffentlichkeit bewegen ist schon beunruhigend. Man kann einem Menschen leider nur bis an die Stirn schauen. Meist ist das Dahinter harmlos und nur einige seltene Male lodert dort ein abgrundtiefer Hass. Dazu bedarf es nicht einer bestimmten Religions- oder Glaubenslehre, Extremisten sind in allen vertreten.

    Fazit: Lesenswert, da nicht nur unterhaltsam sondern auch politisch interessant.

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  • So oder so ähnlich könnte die Realität sein Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von manitou, am 01.09.2011

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    Yassin Musharbash beschreibt in seinem Thriller Radikal die Szenerie eines Attentats wie man sie nicht glauben mag, aber sich wohl so oder so ähnlich vorstellen muss.
    Ein weit verzweigtes Netz von Islamisten, Dschihadisten und Islamophoben treffen hier aufeinander und verwirren den Leser, so dass er am Ende nicht mehr entwirren kann, wer die Guten und wer die Bösen bzw. die Terroristen sind.
    Die Geschichte beginnt mit einem unterforderten Schüler eines Chemie-Leistungskurses, der selbstgebastelten Sprengstoff verkauft. Er ahnt noch nicht, was dieser Sprengstoff anrichten wird, im Moment ist noch alles ein Spiel.
    Doch dann wird der frisch gebackene Bundestagsabgeordnete ägyptischer Herkunft, Lutfi Latif, bei einem Pressetermin Opfer eines Sprengstoffattentats. Eben jenes Sprengstoffs, für den der gelangweilte Schüler sein erstes „Honorar“ erhalten hat.
    Eine beherzte Journalistin, eine ehemalige Assistentin Lutfi Latifs und ein Terrorexperte mit Undercover-Ambitionen ermitteln zum Tode des charismatischen Abgeordneten auf eigene Faust und stellen fest, das Netz entspinnt sich immer weiter bis in Kreise, von denen man bislang nicht einmal wusste.

    Mich hat die Geschichte sehr gefesselt - ein regelrechter pageturner. Der Leser mag immer gar nicht glauben, was er hier liest und weiß aber im gleichen Moment: alles dies ist möglich, und wahrscheinlich dichter an der Realität, als ein Thriller gemeinhin ist.
    Endlich einmal ein guter deutscher politischer Thriller mit gut recherchiertem Hintergrundwissen, der seinen Leser nach der Beendigung dieser Lektüre schlauer und nachdenklicher zurück lässt, als er zu Beginn des Buches war.
    Dringend empfehlenswert.

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  • Radikal Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 27.08.2011

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    Inhalt: Lutfi Latif, ein charismatischer Interlektueller mit ägyptischen Wurzeln hat das Potential die Islamdebatten ein für alle Mal aufzurollen. Er wird schon als deutscher Barack Obama gesehen als er in den Bundestag gewählt wird. Sein Hauptziel ist ein besseres Verständnis zwischen Deutschen und Moslems zu schaffen. Seine Einstellung schafft ihm jedoch nicht nur Zusprecher, sondern auch viele Feinde. Seine arabischstämmige Mitarbeiterin Sumaya al-Shami und der Arabist Samuel Sonntag, der zu Latifs Schutz angestellt wurde.

    Dann kommt es jedoch mitten in Berlin zu einem Anschlag auf Latif und die Al-Qaida bekennt sich zu der Bluttat. Die Stimmung in Deutschland ist aufgebracht. Samuel und Sumaya sind von dem Bekennervideo der Al-Qaida jedoch nicht vollkommen überzeugt und stellen eigene Ermittlungen an. Diese Ermittlungen führen sie immer tiefer in die Abgründe des Extremismus, nicht ausschließlich des Islamistischen. Für diese Erkenntnise, die sie der Wahrheit immer näher kommen lassen, müssen sie jedoch sehr weit gehen.



    Meinung: Der Anfang war zunächst sehr trocken und ich konnte mir noch sehr wenig vorstellen, wie die ganze Sache wohl weiter gehen wird und was inbesondere die Situation auf eine interessante Weise zuspitzen wird. Jedoch muss ich sagen, dass die Geschichte eindeutig immer besser wurde, denn die einzelnen Beweggründe, Vereinigungen, Taten und das Vorgehen wurden auf eine eindringliche und glaubwürdige Weise beschrieben. Vor allem die Salontreffen wurden klasse geschildert, denn soweit ich mir sowas vorstellen kann, wirkten die sehr realitätsnah.

    Zudem steht hinter dem Buch vermutlich eine ziemliche Recherchearbeit, da viele Details zum einem über den Islam, jedoch auch zum anderen Gründe für die Islamophoben und die Islamisten, der Meinung zu sein, die sie vertreten.

    Was ich auf jeden Fall echt gut finde ist die Aussage des Romans, dass man nicht immer alles unvoreingenommen und Klischees folgend, glauben sollte, denn die Dinge sind oft nicht so wie sie scheinen. Auch das nicht gleich jeder Moslem ein Terrorist ist und nicht jeder Deutsche der kein Nazi ist, gleich zum frommen Lamm wird und keiner Fliege etwas zu leide tun kann. Einfach, dass man nicht pauschalisieren soll. Das ist eine Aussage, die mir sehr gut gefällt, da es einfach langsam zu viele Vorurteile gibt, bei denen es heißt die Moslems oder die Russen, ohne dabei zu merken, dass man sowas nie pauschalisieren kann. Daher kann man sich nur wünschen, dass ein paar dieser Leute ein solches Buch vielleicht mal lesen und es auch schaffen zu dem Schluss zu kommen, dass jeder Mensch einzeln bewertet werden muss und es dabei keine pauschalaussagen geben darf.

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  • spannend und hochaktuell Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 27.08.2011

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    Ein wirklich spannender Thriller über Islam und Muslime in Deutschland. Ein junger charismatischer und muslimischer Jung-Abgeordneter versucht zwischen der deutschen Politik und deutschen Gesellschaft und den muslimischen Mitbürgern zu vermitteln. Damit ist er ein Dorn im Auge aller Islamisten, Islamhassern und Nazis. Die Welle der Drohbriefe reißt nicht ab, aber ist wirklich sein leben bedroht oder wollen sich alle nur mal Luft machen? Er engagiert einen Spezialisten für Islamfragen, verzichtet aber auf den Personenschutz vom BKA. Wenige Wochen nach seiner Amtseinsetzung stirbt er und 13 weitere bei einem Sprengstoffanschlag in einem Berliner Fernsehstudio. Doch welche Gruppierung steckt dahinter? Ist es wirklich Al-Qaida, die schon wenige Stunden später ein Bekennervideo ins Internet stellt?
    Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite und hat ziemlich viele Verwicklungen, von denen keine aufgesetzt scheint. Plötzlich ergeben Hinweise von den ersten Kapiteln noch mehr Sinn. Wirklich gut geschrieben, mit gut beschriebenen Charakteren.

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  • Wirklich alles nur Fiktion? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Xirxe, am 24.08.2011

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    Es ist 8.40 Uhr, als in Berlin-Mitte eine Bombe explodiert, die mehrere Menschen tötet. Schnell ist klar, dass das Ziel Lutfi Latif war, der frisch gewählte muslimische Bundestagsabgeordnete der Grünen. Und ebenso schnell scheint klar zu sein, wer dahinter steckt: Al-Qaida, für die Latif ein Verräter war. Doch Latifs Mitarbeiterin Sumaya und der Terrorexperte Samuel haben Zweifel und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln. Schnell gelangen sie auf die Spur radikaler Islamhasser, deren Verbindungen bis in die obersten Gesellschaftskreise reichen.
    Was Musharbash hier aufzeigt, lässt einen schaudern angesichts dessen, was sich hinter der scheinbaren Wahrheit verbirgt. Radikale verüben Verbrechen und lassen andere Radikale dafür verantwortlich sein, um den Hass auf Dritte zu schüren. Oder werden Erstere doch nur gezielt eingesetzt, um die Ziele der zweiten Gruppe zu erreichen? Nichts ist wirklich klar und eindeutig, und auch die Medien werden eher benutzt, als dass sie tatsächlich zur Aufklärung beitragen. Durch die verblüffende Aktualität (auch angesichts der Ereignisse in Oslo) gewinnt der Thriller noch zusätzlich an Spannung und man fragt sich beim Lesen manches Mal: Ist das wirklich alles nur Fiktion???
    Vier Punkte gibt es 'nur' deshalb, weil sich einige wenige Ereignisse doch etwas überstürzt und damit eher unglaubwürdig ereignen. Dennoch: Ein Thriller, den man gelesen haben sollte.

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  • Radikal realistisch? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Spatzi79, am 24.08.2011

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    Zum Buch:

    Eine kurze Inhaltsangabe zu schreiben, fällt mir bei diesem Buch wirklich schwer. Zu vielschichtig und ineinander verwoben ist das Geschehen. Es fängt an mit der jungen Berliner Studentin Sumaya al-Shami, die sich als Mitarbeiterin bei dem neugewählten Mitglied des Bundestags Lutfi Latif bewirbt. Latif ist in aufgrund seiner politischen Haltung vielen ein Dorn im Auge, sowohl den radikalen Islamisten als Islamgegnern. Er erhält Todesdrohungen, nimmt diese jedoch nicht allzu ernst. Immerhin beauftragt er Sumaya, einen Spezialisten zu suchen, der die Drohbriefe näher analysieren soll. Sumaya recherchiert und stößt auf Samuel Sonntag, genannt Samson, der sich seit Jahren mit der islamistischen Szene beschäftigt, allerdings hauptsächlich online. Doch sind islamistische Terroristen wirklich die einzige Gefahr, die Latif droht? Durch Zufall erfährt Samson von einer Gruppierung von Islamgegnern, die sich in gesellschaftlichen Salons organisiert. Dienen deren geheime konspirative Treffen nur dem Argumentieren und Philosophieren, oder planen sie mehr? Und welche Rolle spielen die Medien, die Behörden, die Politiker, die Polizei?



    Meine Meinung:

    Anfangs tat ich mich etwas schwer mit dem Buch. Viele Namen und Handlungsstränge und eine kompliziert wirkende Geschichte. Doch nach und nach begann mich die Handlung zu fesseln. Auch wenn es ein Roman und damit Fiktion ist, ist es doch durchaus vorstellbar, dass so etwas in unserer heutigen Gesellschaft passiert. Laut Klappentext ist der Autor Redakteur bei Spiegel Online und befasst sich mit Terrorismus und den Umwälzungen in der arabischen Welt. Er dürfte sich somit mit der im Buch beschriebenen Thematik auskennen und das macht es gleich noch etwas bedrohlicher, sich diese Dinge vorzustellen.

    Die Argumente der verschiedenen Parteien werden sehr gut dargestellt. Es wird gezeigt, was für ein unübersichtliches Geflecht diese Welt des Terrorismus und der Bekämpfung desselben ist. Jeder spielt jeden gegeneinander aus, keiner spielt seine Karten offen aus, denn das würde einen strategischen Nachteil bedeuten. Doch allzu leicht kann man sich hier auch verkalkulieren und den Falschen verdächtigen oder die richtige Fährte völlig übersehen. Und es wird auch klar gezeigt, welche Konsequenzen manche Handlungen haben, wie manche Muslime erst durch den öffentlichen Generalverdacht radikalisiert werden oder dagegen ankämpfen müssen. Eine unheimliche Vorstellung. Auch die Macht der Medien wird gut dargestellt, allerdings ebenso deren Skrupellosigkeit.

    Ein fesselndes Buch, allerdings nichts für jemanden, der einen Spionage-Thriller à la Tom Clancy erwartet, hier wird weniger gekämpft und geballert, als vielmehr mögliche Hintergründe aufgezeigt. Eine gewisse Bereitschaft, sich mit derartigen Gedanken auseinanderzusetzen, sollte man für das Buch schon mitbringen.

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  • Radikal Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 18.08.2011

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    Inhalt: Lutfi Latif, ein charismatischer Interlektueller mit ägyptischen Wurzeln hat das Potential die Islamdebatten ein für alle Mal aufzurollen. Er wird schon als deutscher Barack Obama gesehen als er in den Bundestag gewählt wird. Sein Hauptziel ist ein besseres Verständnis zwischen Deutschen und Moslems zu schaffen. Seine Einstellung schafft ihm jedoch nicht nur Zusprecher, sondern auch viele Feinde. Seine arabischstämmige Mitarbeiterin Sumaya al-Shami und der Arabist Samuel Sonntag, der zu Latifs Schutz angestellt wurde.

    Dann kommt es jedoch mitten in Berlin zu einem Anschlag auf Latif und die Al-Qaida bekennt sich zu der Bluttat. Die Stimmung in Deutschland ist aufgebracht. Samuel und Sumaya sind von dem Bekennervideo der Al-Qaida jedoch nicht vollkommen überzeugt und stellen eigene Ermittlungen an. Diese Ermittlungen führen sie immer tiefer in die Abgründe des Extremismus, nicht ausschließlich des Islamistischen. Für diese Erkenntnise, die sie der Wahrheit immer näher kommen lassen, müssen sie jedoch sehr weit gehen.



    Meinung: Der Anfang war zunächst sehr trocken und ich konnte mir noch sehr wenig vorstellen, wie die ganze Sache wohl weiter gehen wird und was inbesondere die Situation auf eine interessante Weise zuspitzen wird. Jedoch muss ich sagen, dass die Geschichte eindeutig immer besser wurde, denn die einzelnen Beweggründe, Vereinigungen, Taten und das Vorgehen wurden auf eine eindringliche und glaubwürdige Weise beschrieben. Vor allem die Salontreffen wurden klasse geschildert, denn soweit ich mir sowas vorstellen kann, wirkten die sehr realitätsnah.

    Zudem steht hinter dem Buch vermutlich eine ziemliche Recherchearbeit, da viele Details zum einem über den Islam, jedoch auch zum anderen Gründe für die Islamophoben und die Islamisten, der Meinung zu sein, die sie vertreten.

    Was ich auf jeden Fall echt gut finde ist die Aussage des Romans, dass man nicht immer alles unvoreingenommen und Klischees folgend, glauben sollte, denn die Dinge sind oft nicht so wie sie scheinen. Auch das nicht gleich jeder Moslem ein Terrorist ist und nicht jeder Deutsche der kein Nazi ist, gleich zum frommen Lamm wird und keiner Fliege etwas zu leide tun kann. Einfach, dass man nicht pauschalisieren soll. Das ist eine Aussage, die mir sehr gut gefällt, da es einfach langsam zu viele Vorurteile gibt, bei denen es heißt die Moslems oder die Russen, ohne dabei zu merken, dass man sowas nie pauschalisieren kann. Daher kann man sich nur wünschen, dass ein paar dieser Leute ein solches Buch vielleicht mal lesen und es auch schaffen zu dem Schluss zu kommen, dass jeder Mensch einzeln bewertet werden muss und es dabei keine pauschalaussagen geben darf.

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  • Dschihad in Berlin? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von subechto, am 16.08.2011

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    Der Politthriller „Radikal“ von Yassin Musharbash kommt zwar recht trocken daher, fast wie ein Sachbuch, aber mir gefällt das ja.
    Zunächst wird das Personal vorgestellt:
    I. Niklas Weissenthal, ein Schüler, der lieber im Internet surft, als zur Schule zu gehen. Nur in Chemie und im Bombenbauen ist er gut und verkauft die sogar.
    II. Sumaya al-Shami, sie ist Studentin und arbeitet für den frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Lutfi Latif. Beide sind in Palästina bzw. Ägypten geborene Muslime.
    III. Samuel Sonntag, genannt Samson. Er ist Islamexperte und hält zu diesem Thema auch Vorträge. Aufgrund eines dunklen Geheimnisses in seiner Vergangenheit hat er Schuldgefühle...
    In „Radikal“ werden sämtliche Vorurteile und Klischees bedient: Terrorismus, Islamistischer Terrorismus und Islamismus allgemein sowie Extremismus im Besonderen. Schauplatz ist Berlin, mit all seinen „sozialen Brennpunkten“.
    Bei seinen Recherchen findet Samson schnell heraus, dass es nicht nur fanatische Muslime gibt, sondern auch „Einheimische“, die sich radikalisieren. Spätestens seit Oslo, sollte dies jedem klar sein. Auch wenn schon immer auf christlicher und muslimischer Seite religiöse Gefühle für politische Zwecke mobilisiert und missbraucht wurden.
    Der Autor hat für seinen Debütroman gut recherchiert und diesen mit vielen Fakten untermauert. So wirkt die Geschichte erschreckend realistisch und authentisch. Sicher ist es auch kein Zufall, dass das Buch rechtzeitig zum 10. Jahrestag des 11. September 2011 erscheint.
    Da ich die Veränderungen in der arabischen Welt bisher mit großem Interesse verfolgt habe, genauso wie die terroristischen Anschläge in Amerika, Oslo und anderswo, ist „Radikal“ ein Buch genau nach meinem Geschmack!
    Lediglich zwei Punkte trüben meine Begeisterung:
    1. Ob die Mittel, ggf. auch kriminelle, immer den Zweck heiligen, möchte ich in Frage stellen.
    2. Wenn man dem Tauchen einen breiten Raum einräumt, was ich gut finde, sollte man sich richtig beraten lassen. Mit Sauerstoffflaschen (Seite 30, 91, 103) taucht man sicher nicht, eine Sauerstoffvergiftung wäre unvermeidlich, sondern i.d.R. mit Pressluft (= komprimierte Luft) oder mit EAN (enriched Air Nitrox = mit Sauerstoff angereicherte Luft) bzw. anderen Atemgasgemischen.

    Fazit: Ein intelligentes und sehr empfehlenswertes Buch. Brandaktuell, nicht erst seit Oslo, deshalb 4* !!!

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  • Radikal Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 13.08.2011

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    Ein fesselndes Buch, allerdings nichts für jemanden, der viel Action erwartet. Hier wird weniger gekämpft und geballert, als vielmehr mögliche Hintergründe aufgezeigt. Eine gewisse Bereitschaft, sich mit derartigen Gedanken auseinanderzusetzen, sollte man für das Buch schon mitbringen. Dennoch empfehle ich dieses Buch weiter.

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