Rezensent im Portrait

aus Osnabrück

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Meine Rezensionen

  • The Sign 01 - Nur zu deiner Sicherheit
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    Vielversprechender Anfang einer interessanten Dystopie
    Rezension vom 11.01.2012
    Julia Karrs Debüt „The Sign Nur zu deiner Sicherheit“ ist eine weitere von vielen Dystopien, die momentan auf den Buchmarkt drängen. Sie widmet sich allerdings einem anderen Schwerpunkt als alle anderen Autoren, von denen ich bisher eine Dystopie gelesen habe. Bei Julia Karr steht der Teenager- Sex im Mittelpunkt. Solange Mädchen unter sechzehn sind, sind sie durch ihr unversehrtes Handgelenk geschützt und niemand darf sie anrühren. An ihrem sechzehnten Geburtstag erhalten sie umfassende Impfungen gegen sexuell übertragbare Krankheiten und ein XVI- Tattoo auf ihr Handgelenk und sind damit quasi zum Abschuss freigegeben. Wer sich nicht wehren kann hat schlechte Karten und die Täter werden noch nicht einmal bestraft, denn es heißt, alle Sechzehnjährigen seien ganz wild darauf, endlich Sex zu haben und die Taten seien mit ihrem Einverständnis verübt worden. Eine beängstigende Vorstellung.

    Zu Beginn habe ich mich sehr schwer damit getan, mich in das Buch hineinzufinden. Man wird ohne jegliche Vorkenntnis in die Geschichte hineinkatapultiert und befindet sich auf einmal im Chicago der Zukunft, wo nichts mehr so ist, wie es mal war. Die Autorin wirft mit fremden Begriffen wie PAV, WelS- Programm, Trannie etc. nur so um sich, ohne dass man eine Erklärung erhält, worum es sich dabei handelt. Das meiste wird irgendwann aufgeklärt, aber wofür beispielsweise PAV steht, weiß ich auch nach dem Beenden des Buches noch nicht. Das hat mich ziemlich gestört und am Anfang auch sehr verwirrt.

    Mit steigender Seitenzahl zieht „The Sign“ den Leser aber immer mehr in seinen Bann. Ninas Suche nach Antworten und Lösungen gestaltet sich sehr spannend und es gelingt Julia Karr immer wieder, durch unvorhersehbare Wendungen den Leser in die Irre zu führen und zu überraschen. Das Ende ist stimmig und weckt die Hoffnung auf eine Fortsetzung.

    Nina ist eine toughe, starke und mutige Heldin, der man das, was sie tut, einfach abnimmt. Mit ihr hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, bei der einfach alles zusammen passt, ohne dass sie zu perfekt oder unglaubhaft erscheint. Dafür fehlt ihrem männlichen Gegenpart, Sal, in meinen Augen ein wenig die Tiefe. Mit ihm konnte ich das ganze Buch über nicht wirklich warm werden. Entsetzlich nervig fand ich hingegen Sandy, Ninas beste Freundin. Mir ist auch nie ganz klar geworden, warum Nina an der Freundschaft zu diesem Mädchen, dass so anders ist als sie selbst und genau das verkörpert, was Nina nie sein will, so festhält. Sie will sie beschützen, ok, und die beiden haben in der Vergangenheit viel zusammen erlebt, aber trotzdem erscheint ihre Freundschaft wenig glaubhaft, denn eigentlich geht Sandy Nina doch nur auf die Nerven.

    Julia Karr schafft es, sich mit „The Sign“ von der breiten Masse abzuheben und aus den vielen anderen Dystopien hervorzustechen. Zwar ist ihr Debüt nicht frei von Makeln, aber dennoch ein vielversprechender Anfang, der Lust auf mehr macht. Ich freue mich auf eine Fortsetzung.
  • Prinsengracht 263
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    Gegen das Vergessen
    Rezension vom 05.01.2012
    Die meisten Menschen kennen es, das Tagebuch der Anne Frank, des Mädchens, das sich zwei Jahre in einem Hinterhaus in der Prinsengracht 263 versteckt hielt, bevor es entdeckt und in ein KZ deportiert wurde, in dem es unter menschenunwürdigen Bedingungen starb.
    Sharon Dogar hat sich in dieser fiktiven Biografie nun einem anderen Bewohner des Hinterhauses gewidmet: Peter van Pels, im Tagebuch „Peter van Daan“ genannt, dem Jungen, in den Anne sich während ihres Aufenthalts in der Prinsengracht 263 verliebte.

    Die Handlung setzt am 13. Juli 1942 ein, dem Tag, an dem sich die Familien van Pels und Frank in ihr Versteck begaben und endet mit Peters Tod im KZ Mauthausen. Sie wird rückblickend erzählt, von einem gebrochenen, kranken Peter, der im KZ mehr tot als lebendig vor sich hinvegetiert und sich an die Zeit im Hinterhaus erinnert. Der Leser ist von Anfang an dabei und bekommt das, was Peter fühlt, hautnah mit. Sharon Dogar gelingt es, seine Gefühle und Gedanken so transparent und nachvollziehbar darzustellen, dass sie mit denen des Lesers verschmelzen und quasi zu seinen eigenen werden. Man kann Peters Schmerz, seinen Kummer und seine Verzweiflung beinahe am eigenen Leib spüren. Ein beängstigendes Gefühl, vor Allem, als die Gruppe entdeckt und deportiert wird.

    Berührend hingegen sind die Gefühle, die sich langsam zwischen Peter und Anne entwickeln. Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung und des Lichts, das in der Dunkelheit der Bedrohung zu wachsen beginnt. Anne ist zu Beginn ein freches, unsympathisches und von sich selbst sehr eingenommenes Mädchen, dem Peter (und man selbst auch) nur wenig Sympathie entgegenbringt. Doch mit der Zeit verändert sie sich zum Positiven und das, was zwischen Peter und ihr passiert, ist ein nur allzu verständlicher Lauf der Dinge. Dass es für sie beide kein Happy End gab, ist mehr als traurig.

    Während der Zeit im Versteck ist Peter zwischen 15 und 18 Jahren alt. Er macht sich viele Gedanken um die Liebe, besonders um seine Freundin Liese, die allerdings von Sharon Dogar frei erfunden ist. Peter zweifelt daran, dass er überleben wird, und fragt sich oft, ob er sterben muss, ohne jemals mit einem Mädchen geschlafen zu haben. Dass Sexualität durchaus ein Thema im Hinterhaus war, ist durch Anne Franks Tagebuch belegt. Mir persönlich stellte sich jedoch beim Lesen von „Prinsengracht 263“ immer wieder die Frage, ob die größte Sorge eines Jungen in Peters Situation wirklich ein jungfräulicher Tod sein kann.
    Obwohl Sharon Dogars Biografie über Peter van Pels fiktiv ist, halte ich sie für gut recherchiert und sehr realitätsnah. Es gelingt ihr, dem Leser die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg, aber auch die im Hinterhaus nahezubringen und ihm zumindest ein wenig zu vermitteln, wie sich die versteckten und vom Tode bedrohten Juden gefühlt haben müssen. Ihre Absicht, „die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs für alle neuen Generationen lebendig zu schildern, damit diese hoffentlich nie vergessen, was Hass für verheerende Auswirkungen haben kann“, hat sie auf jeden Fall erfüllt. Auch wenn „Prinsengracht 263“ fiktiv ist, ist es doch ein wertvolles Buch im Kampf gegen das Vergessen.

  • 1001 Kinder- und Jugendbücher - Lies uns, bevor Du erwachsen bist!
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    Eine Schatzkiste voller Bücher
    Rezension vom 04.01.2012
    Auf gut 950 Seiten präsentiert Kinderbuchredakteurin Julia Eccleshare die ihrer Meinung nach besten 1001 Kinder- und Jugendbücher, „die man lesen sollte, bevor man erwachsen ist“. Es gibt Unterteilungen in 5 Altersstufen: 0 – 3, 3 +, 5 +, 8 + und 12 +. Die Gruppe 8 + nimmt dabei den größten Teil ein, die Gruppe 0 – 3 den kleinsten. Die einzelnen Altersstufen sind am Buchrand durch verschiedene Farben gekennzeichnet, so dass es ein Leichtes ist, die Altersgruppe, für die man sich gerade interessiert, zu finden.

    Der Titel des jeweiligen Buches steht, sofern es ins Deutsche übersetzt wurde, auch auf Deutsch über der Rezension, so dass man auf den ersten Blick erkennen kann, ob es das Buch auf Deutsch gibt oder nicht. Die Bilder zeigen jedoch immer das Cover des Originals.

    Neben deutschen und englischen Titeln finden sich auch skandinavische, türkische, italienische, spanische, französische, niederländische etc. Kinder- und Jugendbücher in diesem Werk. Es ist sehr interessant zu sehen, was für Bücher es in den anderen Ländern so gibt, zumal die Rezensionen dazu auf Deutsch sind. Aber wirklich etwas anfangen kann ich persönlich mit den Empfehlungen dieser Titel nur etwas, wenn die Bücher ins Deutsche oder Englische übersetzt wurden.

    Das Blättern und Schmökern in diesem Buch macht unglaublich viel Freude und verleitet immer wieder zu verzückten Ausrufen, weil man einen Schatz aus der eigenen Kindheit wiederentdeckt, den man ganz vergessen hatte. Aber es finden sich auch Bücher der jüngeren Generation, der „Joker“ von Markus Zusak beispielsweise oder „Finding Violet Park“ von Jenny Valentine, um nur zwei Beispiele zu nennen.

    Insgesamt bietet „1001 Kinder- und Jugendbücher“ eine gute Mischung aus Büchern für jede Altersgruppe und jeden Geschmack, so dass für jedes Kind das Richtige dabei sein dürfte. Für Eltern, aber auch Erzieher und Lehrer kann es eine gute Hilfe bei der Bücherauswahl sein aber ebenso (wie für alle anderen Erwachsenen auch) eine Fundgrube an Kindheitserinnerungen. Einfach ein Buch für die ganze Familie, das sich wirklich lohnt.

  • Die Bestimmung 01
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    Ein spannender und actionreicher Pageturner
    Rezension vom 03.01.2012
    Schon seit einiger Zeit zeichnen sich Dystopien als neuer Trend auf dem Jugendbuchmarkt aus und überschwemmen ihn regelrecht damit, so dass man sich bei jeder neu auftauchenden Serie fragt, ob man sie wirklich auch noch braucht. Veronica Roths Reihe gehört zu denen, bei denen man mit Bestimmtheit sagen kann: man braucht sie! Aufgrund der Vielzahl an Dystopien stellt sich schnell ein „Kennst- du- eine- kennst- du- alle“ Gefühl ein, doch Roth schafft es, sich mit neuen Ideen vom Dystopien- Einheitsbrei abzuheben.

    Zu Beginn, das muss ich gestehen, war ich nicht sonderlich begeistert von der Geschichte. Beatrices Leben bei den Altruan ist von Unterwürfigkeit und Selbstaufgabe gekennzeichnet, was mich ziemlich genervt hat. Ständig wird betont, dass sie ein schlechter Mensch ist, weil sie ab und zu an sich selbst denkt und nicht zuerst an die anderen. Doch sie wuchs schnell in meiner Achtung – nicht nur wegen ihres Mutes, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit zur Selbstreflexion. Mit ihr hat die Autorin einen Charakter geschaffen, mit dem man sich gut identifizieren kann und dessen Handlungen nachvollziehbar sind.

    Ein wenig entsetzt hat mich jedoch die Brutalität und Gewalt, die Tris während ihrer Initiationsphase bei den Ferox erlebt. Hier stellte sich mir mehrfach die Frage, ob es wirklich für die empfohlene Altersgruppe ab 14 geeignet ist. Unbestreitbar ist allerdings, dass die Geschichte durch Kampfszenen und dergleichen spannend und actionreich wird. Der Leser wird richtiggehend an die Geschichte gefesselt und kann sich nur schwer wieder von ihr lösen.

    Ich habe dieses Buch in zwei Tagen verschlungen und hätte es, wäre mehr Zeit gewesen, wohl noch schneller geschafft, denn es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen. Auf einige Gewaltakte hätte ich gut verzichten können, aber bis auf diesen kleinen Kritikpunkt hat mich „Die Bestimmung“ ausnahmslos überzeugt. Diese Bücherserie braucht man wirklich!
  • Ewiglich die Sehnsucht
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    Eine absolute Leseempfehlung für dieses grandiose Debüt
    Rezension vom 02.01.2012
    „Ewiglich die Sehnsucht“ ist das Debüt der amerikanischen Autorin Brodi Ashton und der Auftakt zu einer Trilogie um einen amerikanischen Teenager, der es mit der griechischen Mythologie zu tun bekommt. Um sich von dem in ihr aufgestauten Schmerz zu befreien, hat die siebzehnjährige Nikki einen Pakt mit der Unterwelt geschlossen. Cole, ein Ewiglicher, wie die Kinder der Unterwelt genannt werden, hat ihren Schmerz verschwinden lassen, doch zu einem hohen Preis: Nikki muss ihn nähren, eingehüllt in einen engen Kokon, 100 Jahre lang. Und auch danach ist ihre Schuld nicht beglichen, im Gegenteil. Sie muss als eine Art Batterie für die Ewiglichen in den Tunneln der Unterwelt leben. Doch Nikki schafft es zurück und nimmt den Kampf gegen die Unterwelt auf.

    Die Thematik, derer sich die Autorin hier bedient, ist ziemlich neu auf dem Jugendbuchmarkt. Die griechische Mythologie spielte sicherlich schon das ein oder andere Mal eine Rolle, doch die Sage um Orpheus, der versucht, seine geliebte Eurydike aus der Unterwelt zu befreien, ist mir bisher noch in keinem Jugendbuch begegnet. Brodi Ashton ist es gelungen, diese alte Sage so gekonnt mit einer modernen Liebesgeschichte zu verknüpfen, dass sie überhaupt nicht langweilig oder eingestaubt wirkt, sondern einfach nur interessant. Des Weiteren sorgt sie für immer neue, überraschende Erkenntnisse und erhöht die Spannung, so dass der Leser richtiggehend an die Geschichte gefesselt wird.

    Obwohl die Hautfiguren noch Teenager sind, ist ihre Beziehung zu einander weit entfernt davon, oberflächlich zu sein. Nikki hat in ihrem bisherigen Leben schon viel verkraften müssen, und Jack, vor Nikkis Verschwinden der Star der Schulmannschaft, reift durch seine unermüdliche Suche nach ihr. Was diese beiden jungen Menschen verbindet, ist etwas ganz Besonderes, mit einer Tiefgründigkeit, von der diverse andere Teenie- Lovestorys nur träumen können.

    Dieser Roman spielt mit den Extremen: Gut oder Böse, Himmel oder Hölle, Leben oder Tod und übt damit einen sehr starken Sog auf den Leser aus. Man kann sich kaum von dieser Geschichte lösen und bleibt am Ende fassungslos, mit vielen Fragen und dem mehr als starken Drang, direkt weiterlesen zu wollen, zurück. Brodi Ashtons grandioses Debüt bekommt daher eine absolute Leseempfehlung von mir!

  • Du oder der Rest der Welt
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    Ein würdiger Nachfolger
    Rezension vom 20.12.2011
    „Du oder der Rest der Welt“ ist der zweite von drei Teilen um die Fuentes- Brüder Alex, Carlos und Luis. Während Alex ein Typ ist, dem man trotz seines coolen Gangstergehabes schnell etwa abgewinnen kann, ist Carlos von einem ganz anderen Schlag. Er ist arrogant, egoistisch und gemein zu seinen Mitmenschen. Er sieht nur sein eigenes Elend und beschwert sich ständig darüber, dass seine Mutter ihn zurück nach Amerika zu seinem Bruder geschickt hat. Dass sie dabei nur seine Sicherheit im Sinn hatte, sieht er nicht. Carlos macht es dem Leser schwer, ihn gern zu haben. Es dauert, bis man so etwas wie Sympathie für ihn entwickeln kann.

    Kiara hingegen mag man von der ersten Seite an. Sie ist wunderbar normal und bodenständig, anders als viele andere Highschool- Schülerinnen, die man aus Filmen und Büchern kennt. Dass sie so nett und sympathisch ist, lässt Carlos in einem noch schlechteren Licht dastehen, wenn er mit ihr seine üblen Späße treibt und sie schlecht behandelt. Doch Kiara weiß sich zu wehren, auf manchmal sehr kreative Art und Weise, die den Leser oft zum Schmunzeln oder Lachen bringt.

    Wie auch schon „Du oder das ganze Leben“ kann „Du oder der Rest der Welt“ mit sanften Tönen und Tiefgründigkeit überzeugen. Jeder Charakter ist eine eigenständige, interessante Persönlichkeit mit einer Geschichte. Eine schnöde Teenie- Highschool- Romanze sucht man auch hier wieder vergeblich.

    Zwei Kritikpunkte gibt es jedoch an diesem ansonsten tollen Buch: zum Einen war mir die Geschichte an einigen wenigen Stellen ein bisschen zu übertrieben, besonders in Bezug auf das Gutmenschentum von Kiaras Familie. Zum Anderen kam mir das Ende zu abrupt. Es ist zwar immer etwas los bei Carlos und Kiara, von einer vor sich hinplätschernden Story kann keine Rede sein. Aber zum Schluss ging alles ein bisschen zu schnell.

    Dies tut der Geschichte jedoch nur einen minimalen Abbruch. „Du oder der Rest der Welt“ ist eine würdige Fortsetzung und braucht sich hinter ihrem grandiosen Vorgänger nicht zu verstecken. Ich freue mich sehr, dass es schon im April mit dem Fuentes- Bruder Luis und „Du oder die große Liebe“ weitergeht.
  • Lieber Weihnachtsmann, bitte rasier dich mal!
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    Ein Spaß für die ganze Familie
    Rezension vom 13.12.2011
    In seinem Buch "Lieber Weihnachtsmann, bitte rasier dich mal!" trägt Birger Sivertsen eine Vielzahl Briefe an den Weihnachtsmann zusammen - nicht nur von Kindern, sondern auch von Erwachsenen geschrieben, mit den unterschiedlichsten Wünschen und Anliegen. Kinder schreiben an "Babbo Natale", "Santa Kurosu- Sama" oder "Kjaere Julenissen" und teilen ihm mit, was sie gerne in ihren Päckchen unter dem Weihnachtsbaum finden würden oder beschweren sich, weil im letzten Jahr ihre Wünsche nicht (alle) erfüllt wurden. An einigen Stellen war ich ziemlich erschrocken, mit welchen Forderungen manche Kinder an den Weihnachtsmann herantreten und auch darüber, welchen Ton sie ihm gegenüber anschlagen.

    Doch sie erzählen auch von ihren Sorgen und Nöten in der Hoffnung, dass der für sie allmächtige Weihnachtsmann ihnen Dinge möglich macht, die andere nicht möglich machen können.

    Und auch Erwachsene schreiben dem Weihnachtsmann. Lehrer für ihre Klassen, Eltern für ihre Kinder, und so manches Mal auch jemand, der eigentlich schon lange nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt. Sehr interessant fand ich, dass unglaublich viele Menschen aus China und Japan an den Weihnachtsmann schreiben, ihn besuchen wollen und um Geld oder Hilfe beim Erlangen eines Visums bitten.

    Ich habe mich beim Lesen dieses Buches an vielen Stellen sehr amüsiert. Besonders das Kapitel „Fragen an den Weihnachtsmann“ strotzt nur so vor lustigen Briefen und interessanten Bildern, die Kinder aus aller Welt so vom Weihnachtsmann haben. Es bietet kurzweilige Unterhaltung und interessante Blickwinkel auf die Figur des Weihnachtsmannes. Darin zu blättern und zu schmökern ist ein netter Zeitvertreib für die Adventszeit und ein Spaß für die ganze Familie.
  • All I want for Christmas
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    Ein wundervolles Weihnachtsbuch
    Rezension vom 12.12.2011
    „All I want for Christmas“ ist eines dieser Bücher, bei denen man traurig ist, dass sie zu Ende sind. Eines dieser Bücher, die man nach dem Lesen an sein Herz drückt und über die man noch eine Weile streichelt, bevor man sie zurück ins Regal stellt. Eines dieser Bücher, von denen man sich wünscht, man hätte sie noch vor sich.

    Amy Silver hat eine wirklich bezaubernde Geschichte geschrieben, die einem das Herz erwärmt, aber auch manchmal die Tränen in die Augen treibt. Sie passt perfekt in die Vorweihnachtszeit, kommt aber gänzlich ohne den für einige Weihnachtsgeschichten typischen Klimbim und Kitsch aus. Im Gegenteil, die Geschichte wirkt wie aus dem wahren Leben gegriffen, eine Bea, Chloe oder Olivia kennt eigentlich jeder.

    Die drei Frauen sind wunderbar sympathische Charaktere (sogar Chloe, auch wenn man etwas braucht, um für sie Sympathie zu entwickeln), die man schnell ins Herz schließt und mit denen man sich auch gut identifizieren kann. Dass die Handlung abwechselnd aus Beas, Chloes und Olivias Perspektive erzählt wird, man immer und überall mit dabei ist und über alles, was passiert, Bescheid weiß, trägt hierzu einen großen Teil bei. Doch auch die übrigen Figuren, die eine Rolle in diesem Buch spielen, hat Amy Silver großartig hinbekommen. Sie sind authentisch und mit der nötigen Tiefgründigkeit ausgestattet, auch wenn ihre Rolle noch so klein ist. Sicherlich gibt es die ein oder andere Reizfigur, aber selbst denen kann man irgendetwas abgewinnen und ohne sie wäre eine Geschichte ja auch langweilig.

    Die Autorin versteht es, drei verschiedene Handlungsstränge immer wieder zusammen- und auseinander laufen zu lassen, ohne dass der Leser den Überblick verliert oder ihr Logikfehler unterlaufen. Durch die recht kurzen Kapitel lädt das Buch dazu ein, immer mal wieder schnell einen Blick hineinzuwerfen und ein oder zwei Kapitel zu lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin und man gerät immer tiefer in den Sog dieser Geschichte.

    Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn Amy Silver schafft es immer wieder, ihre Leser ein wenig an der Nase herumzuführen und mit unerwarteten Ereignissen und Wendungen zu überraschen.

    „All I want for Christmas“ ist ein perfektes Buch für die Vorweihnachtszeit und einen gemütlichen Abend auf dem Sofa bei Tee und Kerzenschein. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!
  • Der Kelch von Anavrin. Das Herz des Jägers
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    Lara Adrian auf ungewohnten Pfaden
    Rezension vom 11.12.2011
    Die Reihe „Der Kelch von Anavrin“ schrieb Lara Adrian unter dem Pseudonym Tina St. John lange, bevor sie mit ihrer Midnight- Breed Serie auf der ganzen Welt erfolgreich wurde. 2007 verlegte der Cora Verlag die ersten beiden Bände unter den Namen „Auf der Suche nach dem heiligen Kelch“ und „Der Kelch der Wunder“, doch danach hörte man nichts mehr von der Geschichte. 2011 veröffentlicht nun der Egmont Lyx Verlag eine überarbeitete Neuauflage der historischen Buchreihe.

    Als großer Adrian- Fan ist „Das Herz des Jägers“ natürlich Pflichtprogramm für mich, auch wenn ich mit historischen Romanen eigentlich eher wenig anfangen kann. Doch ich wurde nicht enttäuscht. „Der Kelch von Anavrin“ ist zwar komplett anders als die Romane um „Midnight Breed“ Vampire, aber deswegen nicht schlechter.

    Zu Beginn habe ich ein wenig gebraucht, um mich in die Geschichte hineinzufinden, was vor allem an der altertümlichen Kulisse lag – und an Ariana. Sie ist so ganz anders als die meist starten, toughen Frauen, die man von der Autorin gewohnt ist. Ariana ist noch sehr jung, 18 Jahre alt, und auf den ersten Blick eine typische Dame des 13. Jahrhunderts. Immer auf Etikette bedacht und furchtbar naiv. Doch im Laufe der Zeit entwickelt sie sich zu einer starken, mutigen Frau, die mit dem naiven Mädchen vom Anfang des Buches nur noch wenig gemein hat.

    Braedon le Chasseur hingehen ist ein typischer Adrian- Charakter. Düster, geheimnisvoll, ein bisschen gefährlich lässt er das Herz Arianas (und auch das der Leserinnen) schnell höher schlagen. Und wie sollte es auch anders sein, es kommt natürlich zu einer leidenschaftlichen Affäre, deren erotische Szenen sich ebenfalls nicht zu verstecken brauche. Sie sind an manchen Stellen vielleicht sogar noch ein wenig niveauvoller als die in den Vampirromanen, aber auch hier darf man keinen langweiligen Blümchensex erwarten.

    Auch fantastische Elemente lässt die Autorin nicht vermissen, ebenso wenig wie actionreiche Szenen. Es ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei, eine bunte Mischung aus verschiedenen Genres, die sich zu einer gut unterhaltenden, spannenden Geschichte zusammenfügen.

    Mit „Das Herz des Jägers“ hat Lara Adrian bewiesen, dass sie auch abseits der Vampirschiene großartige Geschichten schreiben kann. Es ist der großartige Auftakt einer interessanten Reihe, die ein würdiger Nachfolger für die „Midnight Breed“ Serie werden kann und vielleicht den Abschiedsschmerz ein wenig zu lindern vermag, wenn im August 2012 mit „Erwählte der Ewigkeit“ der letzte Band der beliebten Vampirserie erscheint.
  • Dash & Lilys Winterwunder
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    Eine weihnachtliche Schnitzeljagd durch New York
    Rezension vom 11.12.2011
    Auf „Dash und Lilys Winterwunder“ habe ich mich gefreut, seitdem ich das Buch in der Herbst- Vorschau von cbt das erste Mal sah. Um es in der richtigen Stimmung lesen zu können, habe ich es mir auch bis in die Adventszeit aufgehoben. Doch wie es leider oft ist, wenn man sich zu sehr auf etwas freut und zu große Erwartungen hat – man wird enttäuscht.

    Eins vorweg: „Dash und Lilys Winterwunder“ ist kein schlechtes Buch! Ich hatte mir nur mehr davon erwartet. Aber der Reihe nach.

    Die Geschichte ist abwechselnd aus der Sicht von Lily und Dash geschrieben und erstreckt sich über den Zeitraum vom 21. Dezember bis zum 1. Januar. Durch diese Perspektivwechsel lernt man beide Hauptfiguren ziemlich gut kennen. Sie sind keine typisch amerikanischen, glatten Teenager, sondern junge Menschen mit starken Ecken und Kanten, manchmal fast ein wenig zu spleenig. Besonders Dash, anscheinend ein Liebhaber großer und ausgefallener Worte, ist in seiner Art manchmal ziemlich anstrengend, und ich habe mich schwer getan, mit ihm und Lily warm zu werden. Doch auch einige andere Charaktere, beispielsweise Lilys Bruder Langston und ihr Großvater, waren nicht wirklich greifbar für mich. Sie alle blieben mir zu oberflächlich.

    Die Geschichte an sich war mir zu wenig weihnachtlich. War spielt sie im vorweihnachtlichen New York, aber außer dem Einkaufsgedränge bei Macy´s ist von Weihnachten nicht wirklich viel zu spüren. Lilys und Dashs Schnitzeljagd hätte auch zu jeder anderen Zeit im Jahr stattfinden können, denn Weihnachten spielt dafür gar keine große Rolle.

    Im Großen und Ganzen ist „Dash und Lilys Winterwunder“ ein niedliches Buch, das durchaus Spaß bringt und Lesevergnügen beschert. In Weihnachtsstimmung hat es mich aber leider nicht versetzt.