Das Ende ist mein Anfang

Ein Vater, ein Sohn und die große Reise des Lebens. Der Spiegel Bestseller

von Tiziano Terzani

Buch

Taschenbuch (411 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Ein Vater spricht über das Leben, den Tod und das Abschiednehmen Tiziano Terzani hat als langjähriger Korrespondent des SPIEGEL unser Bild von Asien mit geprägt. Das damals noch unzugängliche China kannte er wie kaum ein anderer westlicher Journalist, im asiatischen Denken war er seit langem zu Hause. Als nach längerer Krebserkrankung sein Tod naht, lädt der 65-jährige Terzani seinen Sohn Folco zu sich ein, um Abschied zu nehmen. In einem langen Zwiegespräch erzählt der Vater dem Sohn von seinem bewegten Leben zwischen Europa und Asien und von der Auseinandersetzung mit Krankheit und dem Sterben. Es entspinnt sich ein berührender Dialog über das Leben und die Begegnung mit dem Tod, über Abschied, Trauer und Verlust, aber auch über Hoffnung und Wiederkehr. Die sehr persönlichen Erinnerungen des bekannten SPIEGEL-Journalisten und Asienkenners. "Die Bücher über seine Krebserkrankung und den Umgang mit dem nahenden Tod machen den Reporter Tizinao Terzani für viele Italiener zum spirituellen Vorbild. Manche sagen auch: zum Guru." DIE ZEIT / Leben "Kurz vor seinem Tod, vom Krebs schon schwer gezeichnet, schrieb er einen letzten Brief an seinen Sohn. [?] Aus ihrem Gespräch ist ein wunderbares Buch entstanden. In Italien ein Bestseller." 3sat "Kulturzeit" "Ein letztes Lied auf die Vielfalt der Welt. Fantasievoll, rebellisch und unendlich neugierig." Die ZEIT

Pressestimmen:

"Die Bücher über seine Krebserkrankung und den Umgang mit dem nahenden Tod machen den Reporter Tizinao Terzani für viele Italiener zum spirituellen Vorbild. Manche sagen auch: zum Guru." DIE ZEIT / Leben

Produktdetails

ISBN-10: 3-442-12987-7
EAN: 9783442129874
Originaltitel: La fine è il mio inizio
Erschienen: 13.10.2008
Verlag: Goldmann Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 411
Länge/Breite: 184mm/126mm
Gewicht: 342 g
Übersetzer: Christiane Rhein
Reihe: Goldmanns Taschenbücher
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Tiziano Terzani

Tiziano Terzani, 1938 in Florenz geboren, in Europa und den USA ausgebildet, kannte Asien wie kaum ein anderer westlicher Journalist. Von 1972 bis 1997 war er dort Korrespondent des SPIEGEL - anfangs in Singapur, dann in Hongkong, Peking, Tokio und Bangkok. 1995 war er einer der wenigen westlichen Reporter, die in Saigon blieben, als Kommunisten die Stadt übernahmen. Terzani lebte bereits fünf Jahre in China, als er 1984 plötzlich verhaftet, antirevolutionärer Aktivitäten beschuldigt, einen Monat umerzogen und schließlich ausgewiesen wurde. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Japan und Thailand ging Terzani 1994 nach Indien. Er starb in Juli 2004.

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Buchhändlertipps

  • bewegend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Doris Oberauer, am 09.07.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Grieskirchen

    Das Buch behandelt die Themen Abschied vom Leben und von geliebten Menschen. Es liest sich sehr einfühlsam und ist voller Lebensweisheiten!
  • Aufbruch zu Neuem Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von michaela bokon, am 21.03.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien

    Terziani liegt im Sterben,er ruft seinen Sohn zu sich um mit ihm über das Leben und im besonderen über sein Leben zu reden und er hatte ein sehr interessantes Leben.Als Asienexperte war er als Korrespondent für den Spiegel unterwegs und seine Familie musste seine Ideologien mittragen.Er sagt von sich, daß er ein sehr ausgefülltes und erfülltes Leben hatte und der Tod nun sein nächstes Abenteuer sein wird.Auf diese Weise versucht er seiner Familie seinen Tod als Anfang für Neues zu vermitteln.
    Er hat sein Leben gelebt und nun kommt der Tod und der kommt sicher nicht als schwarzer Sensenmann zu ihm.Er wird seinen Körper verlassen und seine Seele wird in eine andere Dimension eintreten.

Kundenrezensionen

  • Eine echte Bereicherung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Ingrid Böhmer-Pietersma, am 15.03.2012

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    Tiziano Terzani, Journalist und Schriftsteller, setzt sich am Ende seines Lebens mit seinem Sohn Folco zusammen; gemeinsam blicken sie zurück auf ein ungewöhnliches und reiches Leben und können bewußt Abschied nehmen... .

    Entstanden ist ein Plädoyer für die Vielfalt der Menschheit und Kulturen; gegen Gleichmacherei. Das Leben geniessen, seinen Weg finden; die Welt bewußt als wunderschön erleben, über sie staunen und innehalten. Jeder hat alle Möglichkeiten.

    Ein Buch, das Mut macht sich zu fragen, ob man den eigenen Weg gefunden hat oder vielleicht den Annehmlichkeiten von Sicherheit und Konvention allzu sehr erlegen ist. Man kommt ganz schön zum Nachdenken... .

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  • Kulturpanorama und spirituelle Biografie in einem Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Benjamin Haase, am 26.01.2012

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    Als der langjährige Spiegelredakteur und Auslandskorrespondent Tiziano Terzani sicher ist, dass er aufgrund seiner Krebserkrankung nicht mehr lange zu leben hat, zieht er sich auf sein Domizil in Orsigna zurück und macht seinem Sohn Folco den Vorschlag: "Wir setzen uns jeden Tag ein paar Stunden zusammen und Du kannst mich alles fragen, was Du willst!" - In den Erinnerungen und Gesprächen zwischen Vater und Sohn entsteht so nicht nur ein schillerndes Kulturpanorama des fernen Ostens, sondern auch eine einzigartige spirituelle Biografie, die an die letzten Fragen rührt. Ein gleichwohl nachdenkliches und faszinierendes Leseerlebnis!

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  • Bewegend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Silke Greulich, am 07.03.2011

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    Der vielen Menschen als Asienkorrespondent bekannte Terzani und sein Sohn stehen in diesem Buch in einem besonderen Dialog : Terzani weiß um sein nahes Lebensende und er redet mit seinem Sohn über wunderbare Momente seines Lebens aber auch über das so oft tabuisierte Thema Sterben und die damit verbundenen Krisen, Zweifel, das Hadern mit dem Schicksal und den tiefen Frieden den man finden kann , wenn man sich auch diesem Thema stellt.Dinge müssen mit den am nächsten stehenden Menschen besprochen werden, ehe es nicht mehr möglich ist.
    Ein zutiefst beeindruckendes Buch.

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  • Ein bewegendes Buch Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Melanie Achleitner, am 28.09.2010

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    Vater und Sohn nehmen sich Zeit für ein Gespräch über das Leben, Entscheidungen, Erkenntnisse und Krankheit. Tiziano Terzani, bereits schwer von Krankheit gezeichnet, steht seinem Sohn Folco Rede und Antwort. Er erfährt über die ärmliche Kindheit seines Vaters in Italien, seine große Liebe zu seiner Mutter Angela, die vielen Reisen nach China, Thailand, Japan, Indien, etc. Und schließlich auch über den Krebs im Körper seines Vaters, dessen Umgang mit der Krankheit und das Loslassen.

    Ein wunderbares Buch für alle, die neugierig sind auf andere Kulturen, die einen Blick über den Tellerrand wagen, die ihre Familien vergöttern, kurz: eine Hymmne auf die Möglichkeit zu sein was man will!

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  • Eine spannende Lebensreise Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Mattias Maichin, am 03.01.2010

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    Der bekannte Spiegel-Korrespondent ist todkrank, als er seinen Sohn zu sich ruft, um ihm sein bewegtes Leben zu erzählen. Er berichtet über seine Kindheit in Armut, seinen Traum vom Journalismus und der weiten Welt. Dann beschreibt er seine Arbeit als Korrespondent, die ihn quer durch Asien führte. Am Ende findet er, bereits schwer krank, im Himalaya zu sich selbst und kann sein Leben loslassen. Es ist ein sehr spannender und bewegender Dialog mit viel Lebensweisheit und die Geschichte eines beeindruckenden Mannes, den man gerne kennengelernt hätte. Ein Buch, das einen so berührt, findet man selten!

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  • Tiziano Terzani: Das Ende ist mein Anfang Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Rosemarie Röhrig, am 04.12.2009

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    Terzani, langjähriger Asien-Korrespondent des Spiegels, blickt in diesem Buch auf sein außergewöhnliches Leben zurück.
    Schon vom Krebs gezeichnet, beantwortet er die Fragen seines Sohnes über sein Leben, die Familie und Freunde, aber auch über den Sinn des Lebens und den nahen Tod.
    Seine Erlebnisse während des Vietnamkrieges, Kambodscha, die Roten Khmer und danach das schwierige Leben in China haben mich neugierig gemacht auf diese Themen und auf weitere Bücher des Autors.

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  • "Bewegend!" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Susanne Bernsdorff, am 14.11.2009

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    Tiziano Terzani war jahrelang Reporter des Spiegels, kennt Asien und Indien wie kaum ein anderer, hat Heiler, Schamanen und Priester getroffen.
    Nun weiß und akzeptiert er, dass der Krebs sein turbulentes Leben bald beenden wird.
    In einer einsamen Hütte traf er sich täglich für eine Stunde mit seinem Sohn. Sie redeten über das Leben, seinen Sinn und suchten den roten Faden ...
    Hier spricht ein Mann, der viel erlebt und unendlich viel zu erzählen hat. Dieses bewegende Buch stößt bei seinem Leser Gedanken an, lässt ihn innehalten und nachdenken. Liebevoll gewählte Bilder fangen die Stimmung dieser letzten Monate perfekt ein. Terzani trifft Dinge auf den Punkt – und seine Leser mitten ins Herz. Hören Sie ihm zu!

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Orsigna, den 12. März 2004


Mein lieber Folco,
Du weißt, wie ungern ich telefoniere und wie schwer es mir meine schwindenden Kräfte machen, selbst wenige Zeilen zu Papier zu bringen. Daher ist dies kein richtiger Brief, sondern ein "Telegramm" mit zwei, drei Punkten, die mir noch wichtig sind und die Du wissen sollst.
Ich bin entsetzlich schwach, aber heiter und gelassen. Ich liebe dieses Haus und rechne damit, bis zum Ende hier zu bleiben. Ich hoffe, Dich bald zu sehen, aber nur unter der Bedingung, dass Du mit Deiner Arbeit fertig geworden bist. Denn bist Du erst einmal hier, wird Dich (uns) alles andere vollkommen in Anspruch nehmen, besonders wenn Du Dich auf eine Idee einlässt, über die ich lange nachgedacht habe. Und zwar folgende: Wie wäre es, wenn wir zwei uns jeden Tag eine Stunde zusammensetzten und Du mich fragtest, was Du schon immer fragen wolltest, und ich Dir frei von der Leber weg erzählte, was mir wichtig ist, von mir und meiner Familie, von der großen Reise des Lebens? Ein Austausch zwischen uns beiden, Vater und Sohn, so verschieden und einander doch so ähnlich, ein Testament, das Du dann zu einem Buch zusammenstellen könntest.
Beeil Dich, denn ich glaube, mir bleibt nicht mehr viel Zeit. Sieh zu, wie Du es einrichten kannst, und ich werde mir Mühe geben, noch eine Weile zu leben, um dieses wunderschöne Projekt mit Dir zu verwirklichen, wenn Du Lust dazu hast.
Ich umarme Dich. Dein Papa


KUCKUCK
Folco, Folco, komm schnell! In der Kastanie sitzt ein Kuckuck! Ich kann ihn nicht sehen, aber er singt dort sein Lied:


Kuckuck, Kuckuck,
vorbei ist der April,
im Maien angekommen,
der Kuckuck schweigt nicht still.


Hör doch, wie schön!
Ich bin so froh, mein Sohn. Ich bin jetzt sechsundsechzig, und mein Leben, diese große Reise, geht dem Ende zu. Ja, ich bin an der Endstation angelangt. Aber ohne Trauer, im Gegenteil, fast mit einem Schmunzeln. Vor ein paar Tagen hat deine Mutter mich gefragt, "Hör mal, wenn jemand anriefe und uns von einem Mittel erzählte, mit dem du noch zehn Jahre weiterleben könntest, würdest du es nehmen?" Und ich habe ganz spontan gesagt: "Nein!" Ich würde es nicht nehmen, ich will nicht noch zehn Jahre leben. Wozu denn? Um all das zu tun, was ich bereits getan habe? Ich bin im Himalaja gewesen und habe mich darauf vorbereitet, auf den großen Ozean des Friedens hinauszusegeln. Warum sollte ich mich da noch einmal in ein Bötchen setzen, um am Ufer entlang zu schippern und zu angeln? Das interessiert mich einfach nicht mehr.
Sieh dir die Natur an, von dieser Wiese aus, sieh sie dir genau an, hör ihr zu. Der Kuckuck; all die zwitschernden Vögel in den Bäumen - wer die wohl sind? -, die Grillen im Gras, der Wind, der durchs Laub streicht. Ein einziges, großes Konzert mit einem eigenen Leben, das von dem Tod, auf den ich warte, vollkommen unberührt bleibt. Die Ameisen krabbeln weiter vor sich hin, die Vögel singen ihrem Gott ein Lied, und der Wind weht wie eh und je.
Was für eine große Lehre! Deshalb bin ich so heiter. Seit Monaten spüre ich eine geballte Freude in mir, die in alle Richtungen ausstrahlt. Ich habe das Gefühl, nie zuvor so leicht und glücklich gewesen zu sein. Und wenn du mich fragst: Wie geht es dir?, kann ich nur antworten: hervorragend. Mein Kopf ist frei, ich fühle mich wunderbar. Nur dieser Körper fault vor sich hin und ist inzwischen überall leck. Das Einzige, was bleibt, ist, sich von ihm zu lösen und ihn seinem Schicksal zu überlassen, dem Schicksal der Materie, die zerfällt und wieder zu Staub wird. Ohne Angst, denn es ist doch die natürlichste Sache der Welt.
Aber eben weil mir nur noch wenig Zeit bleibt, möchte ich noch etwas Letztes tun: mit dir reden. Mit dir, der du fünfunddreißig Jahre lang - oder wie alt bist du jetzt? Vierunddreißig? - Teil meines Lebens gewesen bist, Zuschauer dieser langen Reise, die du von unten, aus der Perspektive des Sohns, mitverfolgt hast. Immer warst du da, und doch weiß ich, dass du nicht mein ganzes Leben kennst. So wie ich eigentlich nur sehr wenig vom Leben meines Vaters wusste und am Ende bedauerte, nicht ein wenig Zeit mit ihm verbracht zu haben, um darüber zu reden.
FOLCO: Also hast du deinen Tod tatsächlich angenommen, Papa?
TIZIANO: Weißt du, diese Vorstellung vom "Tod" würde ich gern vermeiden. Die indische Wendung "den Körper verlassen", die dir so geläufig ist wie mir, finde ich viel schöner. Mein Traum wäre es zu verschwinden, als gäbe es diesen Moment der Trennung nicht. Der letzte Akt des Lebens, den man Tod nennt, macht mir keine Angst, denn darauf habe ich mich vorbereitet.
Ich will nicht sagen, dass es in deinem Alter genauso wäre. Aber in meinem! Ich habe alles getan, was ich wollte, ich habe ungeheuer intensiv gelebt, und ich habe nicht das Gefühl, ich hätte irgendetwas versäumt. Ich brauche nicht zu sagen: "Ach, wie gern hätte ich noch ein bisschen Zeit, um dies oder jenes zu tun." Und ich habe keine Angst - dank jener zwei, drei Dinge, die ich für wesentlich halte und die alle Großen und Weisen der Vergangenheit begriffen haben.
Was ist es, was uns am Tod so ängstigt?
Was uns vor Angst erstarren lässt, wenn wir an den Augenblick des Todes denken, ist die Vorstellung, dass in dem Moment alles, woran wir hängen, verschwindet. Zunächst einmal der Körper. Was für eine ungeheure Bedeutung haben wir ihm zugemessen! Denk doch nur, wie wir mit ihm wachsen, wie wir uns mit ihm identifizieren. Sieh dich an, so jung, so stark, überall Muskeln. Ich war doch genauso! Ich bin jeden Tag kilometerweit gejoggt, um in Form zu bleiben, ich habe Gymnastik gemacht, ich hatte gerade Beine, einen dichten Schnurrbart und den ganzen Kopf voller rabenschwarzer Haare! Ich war ein schöner junger Mann! Wenn einer "Tiziano Terzani" sagt, stellt er sich diesen Körper vor.
Das ist doch zum Lachen! Sieh dir an, wie ich jetzt aussehe! Nur noch Haut und Knochen, die Beine geschwollen, der Bauch rund wie ein Ballon! Die Geometrie des Körpers ist auf den Kopf gestellt: Zuerst hat man breite Schultern und schmale Hüften, jetzt habe ich schmale Schultern und einen riesigen Bauch. Wieso sollte ich an diesem Körper hängen? Einem Körper, der mit jedem Tag schwächer wird, dem die Haare ausfallen, der nur noch humpeln kann, an dem die Chirurgen herumschnippeln?
Wir sind nicht dieser Körper. Aber was sind wir dann?
Wir glauben, all das zu sein, was wir mit dem Tod zu verlieren fürchten. Unsere Identität. Da hast du dich mit deinem Beruf identifiziert, Journalist, Rechtsanwalt, Bankdirektor, und der Gedanke, dass all das auf einmal verschwindet, dass du nicht mehr der große Journalist oder der erfolgreiche Bankdirektor bist, dass der Tod dir all das nimmt, erschüttert dich. Und dann alles, was dir gehört - das Fahrrad, das Auto, ein wertvolles Bild, das du dir mit den Ersparnissen deines ganzen Lebens gekauft hast, ein Grundstück, ein Häuschen am Meer. Alles deins! Und jetzt stirbst du und verlierst es. Der Grund, warum wir solche Angst vor dem Tod haben, ist, dass wir plötzlich auf alles verzichten müssen, woran unser Herz hängt, unseren Besitz, unsere Wünsche, unsere Identität. Ich habe das bereits hinter mir. In den letzten Jahren habe ich all diese Dinge über Bord geworfen, und jetzt gibt es nichts mehr, woran ich hänge.
Denn natürlich bist du nicht dein Name, natürlich bist du nicht dein Beruf und auch nicht dein Haus am Meer. Und wenn du schon im Leben lernst, zu sterben, wie die Weisen der Vorzeit es gelehrt haben - die Sufis, die Griechen, unsere geliebten Rischis im Himalaja -, dann gewöhnst du dich daran, dich mit diesen Dingen nicht zu identifizieren und zu erkennen, was für einen absolut begrenzten, vorübergehenden, lächerlichen, vergänglichen Wert sie haben. Wenn dein Haus am Meer eines Tages - wrumm! - von einer Sturmflut fortgerissen wird; wenn dein Sohn, einer wie du, der du so lange mein Kind gewesen bist, um den ich mir so viele Gedanken und manchmal auch Sorgen gemacht habe, aus dem Haus geht und ihm ein Ziegelstein auf den Kopf fällt und auf einmal - wrumm! - alles vorbei ist, dann begreifst du, dass du unmöglich etwas sein kannst, was einfach so verschwindet.

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