Die letzte Sure. Goldmanns Taschenbücher, Band 46698

Roman

von Zoe Ferraris

Buch

Taschenbuch (410 Seiten)

2. Auflage

Sprache: Deutsch

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Flirrend vor Hitze, poetisch wie eine Sure, spannend bis zur letzten Seite


Der Beginn einer außergewöhnlichen Krimiserie mit dem ungleichen Ermittlergespann aus einem strenggläubigen Wüstenführer und einer fortschrittlichen Rechtsmedizinerin.


Die junge Nouf, Tochter aus gutem Hause, ist tot. Ertrunken. Mitten im endlosen Sandmeer der saudi-arabischen Wüste. In einem Wadi, der schon seit Monaten kein Wasser mehr geführt hat. Der Wüstenführer Nayir soll im Auftrag der Familie diskret die Umstände von Noufs Tod ermitteln. Schon bald stellt sich heraus, dass das Mädchen schwanger war - ein Skandal in einer Welt voller Tabus. Und eine Herausforderung für Nayir, der bei seinen Nachforschungen stets wieder an die Grenzen seiner strenggläubigen Kultur stößt ...


Produktdetails

ISBN-10: 3-442-46698-9
EAN: 9783442466986
Originaltitel: Finding Nouf
Erschienen: 09.03.2009
Verlag: Goldmann Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. Auflage
Seitenzahl: 410
Gewicht: 335 g
Übersetzer: Matthias Müller
Reihe: Goldmanns Taschenbücher
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Matthias Müller

Dr. Matthias Müller hat Sozialwissenschaften an der Universität Hannover mit den Schwerpunkten Ökonomie und Industrielle Beziehungen studiert. Das Doktoratsstudium der Betriebswirtschaft absolvierte er an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 1996 ist Dr. Müller als Referatsleiter Wirtschaft in der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf tätig.

Zoe Ferraris

Zoe Ferraris hat ein Jahr lang in einer strenggläubigen muslimischen Gemeinde in Dschidda, Saudi-Arabien, gelebt, bevor sie ihr Romandebüt Die letzte Sure schrieb. Für ihren Krimi wurde sie mit dem Mystery Fiction Award der Santa Barbara Writer's Conference ausgezeichnet. Zoe Ferraris hat einen MFA der Columbia Universität in New York..

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Buchhändlertipps

  • Eine Reise in die arabische Welt

    von Helga Rom, am 09.11.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Innsbruck

    Der Wüstenführer Nayir macht sich auf die Suche nach einem verschwundenen Mädchen aus wohlhabender Familie. Die 16-jährige Nouf kann aber nur mehr tot in der Wüste gefunden werden - ertrunken nach einem Regenguss in einem Wadi.
    Die Indizien aber, dass es sich um einen gewaltsamen Tod handelt, häufen sich und Nayir und die aufgeschlossene Katya machen sich daran, das Rätsel auch gegen den Wunsch der Familie aufzuklären. Das Ende ist bitter, aber spannend bis zur letzten Seite.
    Dieses Buch führt tief hinein in die arabische Welt und bringt den Lesern viel von der islamischen Mentalität näher.
    Prädikat: Sehr empfehlenswert!
  • Mord in 1001 Nacht

    von Thomas Breuer, am 03.08.2009 aus der Thalia-Buchhandlung in Ried

    In der Wüste wird die sechszehnjährige Nouf tot aufgefunden. Das Mädchen ist offensichtlich in einem Wadi ertrunken. Der Wüstenführer Nayir, ein Freund der Familie der Toten, ist schwer getroffen. Er hegt Zweifel an der Unfalltheorie, den er war ein Wüstenlehrer des Mädchens. Als festgestellt wird, dass Nouf schwanger war, hält nichts mehr Nayir auf, er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
    Die Geschichte überwältigt hauptsächlich durch seine Magie des Orients. Zwar gilt es einen Mord aufzuklären, aber die Welt und Figuren von Zoe Ferraris, lassen die Krimihandlung zu Nebensache werden. Beeindruckender sind vielmehr die inneren Konflikte die Nayir ausfechtet. Er will Gerechtigkeit, doch dies bedeutet für ihn sich gegen das Gesetz, seine Religion aufzulehnen. Die Wüste als Tatort, ein Mord in 1001 Nacht, ein Roman der Sie verzaubert!

Kundenrezensionen

  • Nicht für Frauenrechtler Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Bani, am 12.05.2011

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    Das Buch ist extrem gut, aber wenn man das als Frau liest muss man sich sehr zusammen reißen das man in manche Momente nicht das Buch aus Wut gegen Wand schleudert.also nicht für schwache Nerven.Ich bin immer baff wenn ich lese und dabei erfahre das die Frauen in 21 Jahrhundert in z.B. Länder wie Saudie Arabien weniger Rechte haben als Tiere. also auf einen besseren Zukünft für Saudie Frauen.
    Beispiel: in 40 grad celcius im Schwarz gekleidet, komplett verschleiert zu tote schwitzen, wobei unser mänlicher Begleiter in luftig weiße Aba sich das Leben schön macht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • Ein außerordentlich gut gelungenes Krimi-Debüt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andreas Hack, am 26.10.2010

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    Die Autorin Zoë Ferraris entführt den Leser mit ihrem Kriminalroman „Die letzte Sure“ in die flirrende Hitze der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda.
    Die Hauptfiguren Nayir, ein erfahrener Wüstenführer und Katya, eine Mitarbeiterin in der Rechtsmedizin, versuchen den rätselhaften Mord an einer jungen Frau aus einer reichen Familie aufzuklären.
    Die Frage „Wer ist der Mörder?“ tritt allerdings schon nach wenigen Kapiteln in den Hintergrund,denn viel fasziniererder und fesselnder sind die lebhaften Schilderungen des bizarren Alltags in dem streng islamisch geprägten Land.
    Vor allem diese Schilderungen machen das Buch absolut lesenswert.

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  • Moderne trifft auf strenggläubige muslimische Tradition Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Melanie Böhm, am 28.03.2010

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    Dieser Krimi spielt in Saudi-Arabien, in einer Welt, in der Frauen nichts gelten und der Mord an einem jungen Mädchen von der Familie ungestraft als Unfall dargestellt werden kann. Gerechtigkeit würde bedeuten, sich gegen Gesetz und Religion aufzulehnen und doch scheuen sich der Wüstenführer Nayir und die Rechtsmedizinerin Katya nicht, in diesem Fall zu ermitteln. Als Leser wird man schnell in die faszinierende Welt des Orients gezogen, doch gleichzeitig ist diese auch abschreckend. Es ist eine Welt, in der Frauen immer einen Begleiter benötigen, nie allein einkaufen gehen oder Auto fahren dürfen. In der Gespräche mit Männern tabu und häusliche Isolation an der Tagesordnung sind. In der Zwangsehen normal und Bildung für Frauen die Ausnahme sind. Dieser Roman fesselt daher zweifach - durch die Ermittlung im Mordfall und durch die Schilderung des alltäglichen Lebens im Orient.

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  • Toll und lesenswert! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Anke Schnöpel, am 18.12.2009

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    Eine tote Frau in Saudiarabien. Ertrunken in einem Wadi. Der Krimi ist eigentlich Nebensache, obwohl er sehr gut ist. Als viel spannender empfand ich die Schwierigkeiten und Hindernisse die der Ermittler in dieser Kultur überwinden muss um überhaupt den Fall aufzuklären und das, obwohl den Tod des Mädchens außer ihn niemanden zu interessieren scheint. Und das Leben in diesem Land überhaupt.

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  • Krimi mit arabischem Flair Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Karin Harmel, am 06.08.2009

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    Ein junges Mädchen, aus einer reichen und angesehenen saudiarabischen Famile, verschwindet in der Wüste: ein junger Wüstenführer wird beauftragt es zu finden. Doch man kann es nur noch tot bergen, ertrunken in einem Wadi. Für die Familie ist damit alles geklärt, einem Mädchen forscht man nicht weiter nach. Ferraris aber schafft es den Leser ganz allmählich in die arabische Welt hineinzuziehen, denn der Wüstenführer will es genau wissen, was ist da passiert? Was ist mit all den widersprüchlichen Spuren? Die Recherche stellt den "Detektiv" vor schier unüberwindbare Hürden: er ist ein Mann und gehört nicht zur Familie; eine Obduktion an einer Frau? - in Saudi Arabien so gut wie unmöglich! Mit den Frauen aus der Familie sprechen? - noch unmöglicher!!! Allmählich entwickelt sich aus dieser ganzen Geschichte ein Familiendrama und mit einer unverhofften weiblichen Hilfe kommt er zu des Rätsels Lösung...

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Bevor die Sonne an jenem Abend unterging, füllte Nayir seine Wasserflasche, nahm den Gebetsteppich unter den Arm und stieg die gen Süden gelegene Düne unweit des Lagers hinauf. Aus einem der Zelte hinter ihm erscholl lautes Gelächter, und er vermutete, dass seine Männer Karten spielten, wahrscheinlich Tarnip, und den Siddiqi herumgehen ließen. Jahrelanges Reisen durch die Wüste hatte ihn gelehrt, dass man niemanden davon abhalten konnte zu tun, was er wollte. Hier draußen gab es kein Gesetz, und wenn den Männern nach Alkohol zumute war, dann tranken sie eben welchen. Nayir fand die Vorstellung widerwärtig, dass sie am Freitagmorgen, dem heiligen Tag, mit einem vom Schnaps verunreinigten Körper aufwachen würden. Aber er sagte nichts. Nach einer Woche ergebnislosen Suchens war ihm nicht danach, andere zurechtzuweisen.
Er erklomm die Düne in gemächlichem Tempo und pausierte erst, als er den Kamm erreicht hatte. Von hier aus hatte er einen weiten Blick über das Wüstental, verkarstet und flach, umgeben von niedrigen Dünen, die sich im goldenen Licht der untergehenden Sonne als Wellenlinie abzeichneten. Doch sein Auge wurde zu etwas hingezogen, das das friedliche Bild störte: ein halbes Dutzend Geier, die sich über den Kadaver eines Schakals hermachten. Sie waren der Grund gewesen, warum sie hier Halt gemacht hatten - wieder eine falsche Fährte. Vor zwei Tagen hatten sie es aufgegeben, die Wüste abzusuchen, stattdessen waren sie dazu übergegangen, den Geiern zu folgen. Doch jede Ansammlung von Geiern führte sie nur zu einem verendeten Schakal oder einer toten Gazelle. Natürlich waren sie erleichtert, aber gleichzeitig auch enttäuscht. Er hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie sie finden würden.
Er holte seinen Kompass hervor, suchte die Richtung nach Mekka und legte seinen Gebetsteppich aus. Er schraubte seine Wasserflasche auf und schnüffelte zur Sicherheit daran, eine automatische Geste. Das Wasser roch nach Blech. Er nahm einen Schluck und kniete dann schnell auf dem Sand nieder, um seine Waschungen zu verrichten, darauf bedacht, keinen Tropfen zu verschütten. Er rieb sich Arme, Hals und Hände ab, und als er fertig war, schraubte er die Wasserflasche wieder fest zu und genoss die kurze Erfrischung des Wassers auf seiner Haut.
Er erhob sich und begann zu beten, doch seine Gedanken wanderten immer wieder zu Nouf. Aus Gründen des Anstandes versuchte er, sich nicht ihr Gesicht oder ihren Körper vorzustellen, doch je mehr er an sie dachte, desto lebendiger wurde sie. Vor seinem geistigen Auge schritt sie durch die Wüste, den Körper gegen den Wind gestemmt, während das schwarze Gewand gegen ihre sonnenverbrannten Knöchel peitschte. Allah verzeih mir, dass ich mir ihre Knöchel vorstelle, dachte er. Und dann: Wenigstens glaube ich, dass sie noch lebt.
Wenn er nicht betete, stellte er sich andere Dinge vor. Er sah sie kniend vor sich, wie sie sich Sand in den Mund schaufelte, im Irrglauben, es sei Wasser. Er sah sie ausgestreckt auf dem Rücken liegen, und das metallene Handy sengte ihr ein Brandmal in die Hand. Er sah die Schakale ihren Körper in Stücke reißen. Doch während des Gebets bemühte er sich, diese Ängste beiseitezuschieben und sich vorzustellen, dass sie noch um ihr Leben kämpfte. Heute Abend rang sein Geist verzweifelter als je zuvor darum, diesem scheinbar aussichtslosen Fall doch noch einen Funken Hoffnung einzuhauchen.
Nach dem Gebet fühlte er sich erschöpfter als zuvor. Er rollte den Teppich zusammen, setzte sich am äußersten Rand des Hügels in den Sand und blickte hinaus auf die Dünen. Der Wind nahm zu und streichelte den Wüstenboden, hob ein paar Sandkörner auf, um seine Eleganz besser zur Schau zu stellen, während die Erde ihre Haut mit einem Kräuseln abstreifte und die Flucht zu ergreifen schien. Die Gestalt der Dünen veränderte sich unablässig mit dem Wind. Mal erhoben sie sich zu Gipfeln, mal legten sie sich in schlierende Muster, wie Schlangenspuren. Die Beduinen hatten ihm beigebracht, die Formen zu deuten, um daraus praktische Folgen abzuleiten wie etwa die Wahrscheinlichkeit eines Sandsturms oder die Windrichtung am nächsten Tag. Einige Beduinen glaubten, dass die Formen auch prophetische Bedeutungen bargen. Im Moment bildete das Gelände, das ihm direkt gegenüberlag, eine Reihe von Sicheln, anmutige Halbmonde, die sich dem Horizont entgegenfächerten. Sicheln bedeuteten, dass Veränderung in der Luft lag.
Nayirs Gedanken wanderten zu dem Bild in seiner Tasche. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand hinter ihm den Hügel heraufkam, holte er das Foto hervor und gestattete sich das seltene Vergnügen, das Gesicht einer Frau zu betrachten.
Noufash-Shrawi stand in der Mitte des Bildes, ein glückliches Lächeln auf dem Gesicht, und schnitt sich ein Stück Torte ab. Es war auf der Geburtstagsparty ihrer jüngeren Schwester. Sie hatte eine lange Nase, schwarze Augen und ein umwerfendes Lächeln. Es war schwer vorstellbar, dass sie kaum vier Wochen nach der Aufnahme fortgelaufen war - und dann auch noch in die Wüste - und alles hinter sich gelassen hatte: einen Verlobten, ein luxuriöses Leben, eine glückliche Familie. Auch die kleine fünfjährige Schwester hatte sie verlassen, die da auf dem Foto neben ihr stand und bewundernd zu ihr hochblickte. Warum?, fragte er sich. Nouf war erst sechzehn. Sie hatte noch das ganze Leben vor sich.
Und wo war sie hingegangen?
Als Othman anrief und ihm vom Verschwinden seiner Schwester berichtete, war Nayir wie vor den Kopf gestoßen. Noch nie hatte er Othman so schwach erlebt. "Ich würde mein Blut hergeben", hatte er gestammelt, "wenn das helfen würde, sie zu finden." In dem langen Schweigen, das folgte, spürte Nayir, dass Othman weinte. Er hatte das Schlucken in der Stimme gehört. Othman hatte ihn noch nie um etwas gebeten. Nayir versprach, er wolle alles tun, um zu helfen.
Schon seit vielen Jahren hatte er die Männer der Familie Shrawi in die Wüste geführt. Dutzende Familien wie die Shrawis. Und sie waren alle gleich: reich und aufgeblasen, krampfhaft bemüht zu beweisen, dass sie ihr beduinisches Geburtsrecht nicht verloren hatten, auch wenn für die meisten von ihnen die dunklen Ölquellen des Landes immer eine größere Anziehungskraft haben würden als jede oberirdische Landschaft. Aber Othman war anders.

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