Das andere Kind

Roman

von Charlotte Link

Buch

gebunden (666 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Eine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis aus vergangener Zeit. Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart. In der beschaulichen nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin grausam erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln - dann geschieht ein ähnliches Verbrechen. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist dennoch kaum herzustellen. Die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond klammert sich an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis innerhalb der Familie des zweiten Opfers. Lange Zeit ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Bis hin zu einer grausamen Entdeckung an einem kalten Dezembertag vor dreißig Jahren. Und sogar bis in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als ein Kind auf geheimnisvolle Weise verschwand. Es dauert fast zu lange, bis Valerie Almond begreift, dass ein kranker Täter seinen Hass und seinen Rachedurst noch nicht gestillt hat. Entsetzt erkennt sie, dass es für ihr Eingreifen schon zu spät sein könnte ...

Produktdetails

ISBN-10: 3-7645-0279-7
EAN: 9783764502799
Originaltitel: The Other Child
Erschienen: 28.08.2009
Verlag: Blanvalet
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 666
Gewicht: 878 g
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Charlotte Link

Charlotte Link ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Sie wurde 1963 in Frankfurt am Main als Tochter der Autorin Almuth Link geboren. Bereits mit 16 Jahren schrieb Charlotte Link ihr Debütwerk "Die schöne Helena", noch bevor sie ihr Abitur in Usingen absolvierte. Neben Spannungsromanen schrieb sie auch Gesellschaftsromane in englischer Erzähltradition. Viele ihrer Romane wurden verfilmt, wie die Werke "Sturmzeit", "Wilde Lupinen" oder "Die Stunde der Erben". Den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie Belletristik erhielt Charlotte Link 2004 für ihren Roman "Am Ende des Schweigens".Allein in Deutschland wurden bislang über 9 Millionen ihrer Bücher verkauft, sie sind in zahlreichen Sprachen übersetzt. Die aktive Tierschützerin engagiert sich bei der PETA für Straßenhunde in der Türkei und Spanien. Momentan lebt Charlotte Link mit ihrem Lebensgefährten und ihren Hunden in Wiesbaden.

Meinung der Redaktion Charlotte Link hat das Schreibtalent im Blut! An der Vielzahl ihrer Romane sieht man, wie produktiv sie ist und wie unterschiedlich sie schreiben kann. Und egal in welchem Genre, ob Krimi oder Gesellschaftsromane, die Bücher von Charlotte Link sind mitreißend und spannend.

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Buchhändlertipps

  • Charlotte Link "Das andere Kind"

    von Karin Streimelweger, am 24.02.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Villach ATRIO

    Das neueste Werk von Charlotte Link - für mich DIE Autorin! Ein spannender, mitreißender Krimi, gekonnt erzählt.
    Lesen und mitfiebern!

Kundenrezensionen

  • Eindrucksvoll geschrieben, einfach toll Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Nina Mayr, am 19.05.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dieses Buch in wenigen Worten zu beschreiben, ist schwierig. Es sind mehrere Personen beschrieben, unter anderem die erfolgreiche Ärztin Leslie, die einfältige, in sich gekehrte Gwen, der gutassehende Dave, der sein Leben alles andere als auf die Reihe bringt,die kühle,kluge Fiona, Großmutter von Leslie, Chad, guter Freund von Fiona und Gwen´s Vater, jegliche Art von Kommunikation vermeidend und Brian Sommerville, das Kind, das im Chaos des zweiten Weltkrieges durch sämtliche Systeme der Regierung rutschte und somit praktisch nicht mehr existierte. Alle Personen hängen auf geheimnisvolle Weise zusammen. Diese Verbindung kommt im Laufe des Buches immer mehr zum Vorschein, vordergründig durch die Ermittlungen zweier Mordfälle im beschaulichen Scarbourough. Einmal angefangen ist das Buch kaum aus der Hand zu legen, die Autorin fesselt einen durch ihre einfühlsame, treffende und spannende Schreibweise. Zu guter letzt überrascht sie mit einem Ende, das wohl die wenigsten Leser von Anfang an vermuteten.
    Lesen!

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  • Lesen,Lesen Lesen! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Kristin Brelage, am 08.12.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich gebe zu, das ich erst ein wenig skeptisch war, ob ein Buch von Charlotte Link mir gefallen könnte. Nachdem ich aber das andere Kind gelesen habe, bin ich richtig begeistert und habe alle anderen von ihr gleich hinterher verschlungen. Denn in das andere Kind ist für jeden etwas dabei- eine Familiengeschichte, ein dunkles Geheimnis und ein misteriöser Mord. Aber vorallem ein Ende was sehr überrascht.
    Ich kann es jedem nur ans Herz legen!

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  • Spitze.... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 19.02.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich habe das Buch verschlungen!! Mein Lieblingsbuch von Charlotte Link war bis jetzt "Die Rosenzüchterin" ! Dieses wird es nun ablösen. Meine persönliche Meinung : Fünf Sterne

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  • Das einzige... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Nat, am 28.01.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Leider kann ich mich als sonst sehr großer Link Fan hier nicht den anderen anschliessen. Ich habe bisher alle krimis von ihr verschlungen, und mir diesen teil für teuer geld gekauft, weil ich nicht warten konnte...und bin sehr enttäuscht darüber.
    Leider hat dieses Buch keine Spannung für mich, es fehlt der Kick...mir war gleich klar wer der Mörder ist, was mir eigentlich bei den Büchern von Frau Link nie passiert ist...

    Naja bildet euch selber eine meinung drüber, aber ich hoffe sehr das Ihr nächstes Buch wieder stärker wir.

    Lg

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  • Frau Link in gewohnt gekonnter Manier Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Melanie Winkler, am 02.12.2009

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    "Eine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis vergangener Zeit" heißt es im Klappentext über den neuen Link-Roman. Und genau das ist auch drin. Eine überaus fesselnde Geschichte, die überhaupt nicht mehr loslassen will und eine erstaunliche Mischung von Gefühlen hinterlässt: Die Betroffenheit ist wohl das größte darunter. Es ist, als habe man "Die Rosenzüchterin" und "Das Haus der Schwestern" zusammengenommen, einmal kräftig durchgerührt, und heraus kam dieser packende Familien-Krimi. Lesen!!

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  • wieder mal ein super spannender Roman!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 18.11.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    "Das verlorene Kind" ist wieder mal ein super spannender Roman, denn ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich finde Charlotte Link wird mit jedem Buch besser. Als C.L.-Fan sollte man diese Buch auf jeden Fall lesen.

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  • Kein Highlight Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Alexia, am 11.10.2009

    4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dave Tanner, ein erfolgloser Vierzigjähriger, der es in seinem Leben zu nichts Vorzeigbarem gebracht hat, sieht in der ältlichen Jungfer Gwendolyn Beckett die Lösung für seine finanziellen Probleme. Gwen hat zwar kein großes Vermögen vorzuweisen, sie wird aber einmal die alte Farm ihres Vaters erben, aus der noch etwas herauszuholen ist. Gwen kann ihr Glück nicht fassen. Sie weiß zwar durchaus, dass der attraktive Dave sie nicht liebt, auch wenn sie sich das von Herzen wünschen würde. Aber besser eine Beziehung zu einem Mann der sie nicht liebt, als gar keine Beziehung. Bei der Verlobungsfeier kommt es zum Eklat. Fiona Barnes, eine alte Freundin ihres Vaters, greift Dave an und stellt ihn als Mitgiftjäger hin. Daraufhin verlässt Dave die Feier. Am nächsten Tag wird die grausam zugerichtete Leiche von Fiona Barnes gefunden…


    Der einzige, der in diesem Buch authentisch rüberkommt ist der gutaussehende, erfolglose Dave, der sich in einem Gespinst aus Lügen verrennt und viel verbrannte Erde und gebrochene Herzen hinterlässt. Die Geschichte um Brian, das andere Kind, ging mir sehr ans Herzen. Allerdings war es das auch schon. Alle anderen rennen mit extremen Neurosen, Verhaltensauffälligkeiten und seelischen Verletzungen durch die Gegend. Es fehlte zum Ende der Geschichte hin für wenigstens eine der Figuren ein Lichtblick...

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  • Geht einem irgendwie nahe Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 01.10.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein sehr lesenswertes Buch, das 5 Sterne verdient. Mich hat die Handlung sehr bewegt. Danke an die Autorin, die zu meinen Favoriten gehört.

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  • Absolut enttäuschend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 13.09.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich war total gespannt auf das neue Buch von Charlotte Link, denn jedes Mal wurde der Vorgänger übertroffen. Diesmal leider nicht. Die letzten 200 Seiten, die, wie in jedem Link Buch das Finale ankündigen, fiehlen hierbei extrem langatmig und ohne all zu großem Höhepunkt aus.
    Ich habe mir durch den Titel weit aus mehr erhofft.

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  • wieder ein super Buch von Charlotte Link Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 13.09.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Charlotte Link hat die Gabe so zu schreiben, dass es einem (jedenfalls mich) meistens von der 1. Seite an so fesselt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Dies war das 9. Buch, das ich von Ch. Link gelesen habe und ich fand es eines ihrer Besten.
    Mehr gibt es nicht zu sagen, einfach lesen und sich selber ein Bild machen.

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  • Thriller at its best Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Brigitta Raddatz, am 10.09.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Endlich wieder ein neuer spannender Krimi von Charlotte Link!Der perfekte Schmöker für schlaflose Nächte mit absolut überraschendem Ende.Die Handlung:zwei brutale Morde vor der Kulisse der wilden,einsamen Yorkshire Dales und eine abgeschiedene Farm mit einem gut gehüteten,jahrzehntealtem Geheimnis.
    Lesen und mitfiebern!

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  • Vorsicht vor den falschen Fährten! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Petra Bunte, am 01.09.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Eigentlich scheint alles ganz klar, als Fiona Barnes nach einem Streit ermordet aufgefunden wird. Wer sonst, wenn nicht der undurchsichtige Dave Tanner, sollte diese Tat begangen haben, nachdem Fiona seine Verlobung mit der wenig attraktiven Gwen als reine Berechnung erklärt und damit seinen Neuanfang auf der Beckett-Farm gefährdet hat? Doch wer die Autorin kennt, weiß, dass das natürlich noch nicht alles gewesen sein kann. Da wäre zum Beispiel noch der Mord an einer jungen Studentin eine Weile zuvor. Zufall? Oder gibt es einen Zusammenhang? Welche Rolle spielen die Feriengäste mit der dunklen Vergangenheit? Was hat es mit den E-Mails auf sich, die Fiona an Chad Beckett, Gwens Vater, geschickt hat? Plötzlich scheint sich alles um „das andere Kind“ zu drehen – ein grausames Geheimnis, das bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückreicht. Aber liegt hier wirklich das Motiv für die Morde? Finden Sie es heraus! Spannend, abgründig und psychologisch raffiniert setzt Charlotte Link in ihrem neuen Roman wieder einmal eine Geschichte aus verschiedenen Puzzlestücken zusammen, die am Ende ein äußerst überraschendes Ergebnis in sich birgt. Vielleser halten es vielleicht nicht für ihren besten Roman, aber er ist absolut lesenswert!

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  • Spannende Familiengeschichte mit überraschendem Schluss! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anne Urban, am 29.08.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Spannung ist wie immer garantiert beim neuesten Roman von Charlotte Link: Wir finden uns auf einer einsamen Farm in Yorkshire wieder, deren Bewohner ein altes Geheimnis mit sich tragen. Dessen Auswirkungen zeigen sich noch bis in die Gegenwart - aber steht auch der grausame Mord an einer jungen Studentin damit in Zusammenhang? Und führt dieser zu einer weiteren Bluttat? Oder war vor allem eine unerwartete Verlobung Auslöser für neue schreckliche Geschehnisse?

    Geschickt verwebt Charlotte Link verschiedene Ereignisse rund um die Familie Beckett und ihre Verwandten und Freunde miteinander - nur um uns Leser zusammen mit der Kommissarin Valerie Almond immer wieder auf falsche (?) Fährten zu locken und den Verdacht mal auf den einen, mal auf den anderen zu lenken. Wer's war? Sag' ich nicht, lesen Sie selbst!

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  • Charlotte Link ist genial! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 09.08.2009

    0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Viel muss man bei Charlotte Link nicht sagen.
    Kaufen, lesen, lesen, lesen....und dann ist es leider wieder viel zu schnell ausgelesen.
    Aber das nächste kommt bestimmt... hoffentlich!!!

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DEZEMBER 1970


SAMSTAG, 19. DEZEMBER


Sie wusste, dass sie so schnell wie möglich verschwinden musste.
Dass sie in Gefahr schwebte und dass sie verloren war, wenn die Leute, die auf dem einsamen Hof lebten, auf sie aufmerksam wurden.
Der Mann stand plötzlich wie aus dem Boden gewachsen vor ihr, gerade als sie am Hoftor ankam und sich eilig auf den Weg hinunter zu ihrem Auto machen wollte. Er war groß und nicht so ungepflegt, wie man es von dem Bewohner eines so heruntergekommenen Gehöfts erwartet hätte. Er trug Jeans und einen Pullover. Seine grauen Haare waren sehr kurz geschnitten. Er hatte helle Augen, in denen nicht die Spur eines Gefühls zu erkennen war.
Semira konnte nur hoffen, dass er sie nicht hinter den Stallgebäuden gesehen hatte. Vielleicht hatte er ihr Auto entdeckt und kam nun, um nachzuschauen, wer sich hier herumtrieb. Ihre einzige Chance bestand darin, ihm Harmlosigkeit und Unbefangenheit überzeugend vorzuspielen, und das, obwohl ihr Herz jagte und ihre Knie zitterten. Ihr Gesicht war feucht von Schweiß, trotz der beißenden Kälte des bereits dämmrigen Dezembernachmittags.
Seine Stimme war so kalt wie seine Augen. "Was tun Sie hier?"
Sie probierte ein Lächeln und hatte den Eindruck, dass es zittrig ausfiel. "Gott sei Dank. Ich dachte schon, hier ist niemand ..."
Er musterte sie von oben bis unten. Semira versuchte sich vorzustellen, was er sah. Eine kleine, dünne Frau, keine dreißig Jahre alt, warm verpackt in lange Hosen, gefütterte Stiefel, einen dicken Anorak. Schwarze Haare, schwarze Augen. Dunkelbraune Haut. Hoffentlich hatte er nichts gegen Pakistanis. Hoffentlich bemerkte er nicht, dass er eine Pakistani vor sich hatte, die meinte sich vor Angst jeden Moment übergeben zu müssen. Hoffentlich nahm er ihre Furcht nicht wahr. Semira hatte den beklemmenden Eindruck, dass man sie riechen konnte.
Er machte eine Kopfbewegung hin zu dem Wäldchen am Fuß des Hügels. "Ihr Auto?"
Es war ein Fehler gewesen, es dort unten zu parken. Die Bäume standen zu weit auseinander und trugen kein Laub, sie verbargen nichts. Er hatte es von einem der oberen Fenster seines Hauses gesehen und sich seine Gedanken gemacht.
Sie war ein Idiot. Hierherzukommen und niemandem Bescheid zu sagen. Und dann noch ihr Auto in Sichtweite der gottverlassenen Farm zu parken.
"Ich ... habe mich völlig verfahren", stotterte sie. "Keine Ahnung, wie ich hier gelandet bin. Dann habe ich Ihr Haus gesehen und dachte, ich könnte fragen, ob ..." "Ja?"
"Ich bin neu in der Gegend." Sie fand, dass ihre Stimme völlig unnatürlich klang, viel zu hoch und etwas schrill, aber er konnte ja nicht wissen, wie sie für gewöhnlich sprach. "Ich wollte eigentlich, ich wollte ..." "Wohin wollten Sie denn?"
Ihr Kopf war leer. "Nach ... nach ... wie hieß der Ort ...?" Sie leckte sich über die trockenen Lippen. Sie stand einem Psychopathen gegenüber. Der Mann gehörte nicht nur in ein Gefängnis, er gehörte in die Sicherheitsverwahrung, davon war sie überzeugt. Sie hätte niemals allein hierherkommen dürfen. Niemand war da, der ihr helfen konnte. Sie war sich der vollkommenen Einsamkeit, der Weltabgeschiedenheit des Ortes, an dem sie sich befand, nur zu bewusst. Kein anderer Hof weit und breit, keine Menschenseele.
Sie durfte keinen Fehler machen. "Nach ...", endlich kam ihr ein Name in den Sinn, "Whitby. Ich wollte nach Whitby."
"Da sind Sie ganz schön weit von der Hauptstraße abgekommen."
"Ja. Das schien mir allmählich auch so." Wieder lächelte sie verkrampft. Der Mann erwiderte ihr Lächeln nicht. Er betrachtete sie aus diesen starren Augen. Aber trotz der Gefühllosigkeit, die von ihm ausging, konnte Semira sein Misstrauen spüren. Seinen Argwohn, der mit jeder Sekunde, da er mit ihr sprach, zu wachsen schien. Sie musste weg!
Sie zwang sich, ruhig stehen zu bleiben, obwohl sie am liebsten losgestürzt wäre. "Vielleicht können Sie mir sagen, wie ich zur Hauptstraße zurückkomme?"
Er antwortete nicht. Seine gletscherblauen Augen schienen sie zu durchdringen. Sie hatte tatsächlich nie kältere Augen gesehen. So kalt, als sei kein Leben mehr in ihnen. Sie war froh, dass sie einen Schal um den Hals trug. Sie konnte spüren, dass ein Nerv rechts unterhalb ihres Kiefers heftig zuckte.
Das Schweigen dauerte zu lange. Er versuchte etwas herauszufinden. Er traute ihr nicht. Er wog das Risiko ab, das von dieser kleinen Person für ihn ausging. Er taxierte sie, als wollte er in die Tiefen ihres Gehirns vorstoßen.
Dann plötzlich glitt ein Ausdruck der Verachtung über sein Gesicht. Er spuckte vor ihr auf den Boden.
"Schwarzes Pack", sagte er. "Müsst ihr jetzt auch Yorkshire bevölkern?"
Sie zuckte zurück. Sie fragte sich, ob er ein Rassist war oder ob er nur provozierte, um sie aus der Reserve zu locken. Er wollte, dass sie sich verriet.
Verhalte dich, als ob das hier eine ganz normale Situation wäre.
Sie merkte, dass ein Schluchzen in ihrer Kehle aufstieg, und sie konnte nicht verhindern, dass ihr ein heiserer Laut entfuhr. Das hier war eben keine ganz normale Situation. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie ihre Panik noch würde kontrollieren können.
"Mein ... Mann ist Engländer", sagte sie. Für gewöhnlich tat sie das nie. Sie versteckte sich niemals hinter John, wenn sie auf Vorurteile stieß, die mit ihrer Hautfarbe zu tun hatten. Aber ein Instinkt hatte ihr diesmal zu dieser Antwort geraten. Ihr Gegenüber wusste nun, dass sie verheiratet war und dass es jemanden gab, der sie vermissen würde, wenn ihr etwas zustieß. Jemanden, der kein Fremder in diesem Land war, der sofort wissen würde, was im Fall des Verschwindens einer Person zu tun war. Jemanden, den man bei der Polizei ernst nehmen würde.
Sie konnte nicht erkennen, ob ihre Aussage ihn in irgendeiner Weise beeindruckte.
"Verschwinde", sagte er.
Es war nicht der Moment, sich über seine Unhöflichkeit aufzuregen. Oder mit ihm über die Frage der Gleichberechtigung weißer und dunkelhäutiger Menschen zu streiten. Es galt nur zu entkommen und die Polizei aufzusuchen.
Sie wandte sich zum Gehen. Zwang sich, in gleichmäßigen Schritten zu laufen und nicht zu rennen, wie sie es am liebsten getan hätte.

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