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Meine Rezensionen

  • Ein seltsamer Ort zum Sterben
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    Altwerden ist nichts für Feiglinge
    Rezension vom 16.05.2013

    Sheldon Horowitz ist ein ungewöhnlicher Held: Nach dem Tod seiner Frau zieht er mit 82 Jahren von New York zu seiner Enkelin Rhea und deren Mann nach Oslo. Eines Tages steht eine südländisch aussehende Frau mit einem kleinen Jungen vor seiner Tür. Anscheinend wird sie verfolgt. Kurz darauf wird die Tür eingetreten und die Frau getötet...

    Sheldon ist ein amerikanischer Jude, an erster Stelle stand für ihn immer sein Land, erst dann kam die Religion. Und so hatte er sich freiwillig für den Korea-Krieg gemeldet, nachdem er für einen Einsatz im 2. Weltkrieg zu jung war. In diesem Sinne hat er auch seinen Sohn erzogen, fühlt sich jedoch schuldig an dessen Tod, seitdem Saul in Vietnam gefallen ist.

    Paradoxerweise gerät er nun in Norwegen zwischen die Fronten eines ganz anderen Krieges und hat plötzlich mit der Folgen der Gräueltaten des Kosovo-Konflikts zwischen Albanern und Serben zu tun. Unverhofft erhält Sheldon die Chance auf Vergebung, als er mit dem Sohn der Frau fliehen kann. Doch was wollen die Verfolger überhaupt von dem Jungen?

    Derek B. Miller hat seine Hauptfigur wunderbar gezeichnet: ein bisschen skurril, altersstarrsinnig und kriegsgeschädigt, aber geistig noch recht rege. Auf der Flucht driften Sheldons Gedanken immer wieder ab in die Vergangenheit zu den vielen Freunden und Verwandten, die er alle überlebt hat. Ein ehemaliger US-Marine, der sich auf seiner letzten und wichtigsten Mission befindet.

    "Ein seltsamer Ort zum Sterben" ist eine spannende Geschichte, mit subtilem Humor. Wie Sheldon mit dem fremden Kind umgeht, das ihn an seinen verstorbenen Sohn erinnert, ist einfach köstlich. Herrlich auch, wie politisch unkorrekt er von den Bewohnern des ehemaligen Jugoslawien spricht. Das wahrscheinlich unterhaltsamste Buch über Demenz und das Älterwerden.

    Fazit: Ein außergewöhnliches Debüt, mit einem liebenswerten Protagonisten. Ein Roman, der Herz und Seele berührt. Sehr zu empfehlen!
  • Dein totes Mädchen
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    Wiedersehen in Schweden
    Rezension vom 10.05.2013
    "Machlos" und "Die Marionette" hatten mich begeistert. Umso gespannter war ich auf Alex Bergs Schwedenkrimi. "Dein totes Mädchen" hat mich nicht enttäuscht. Doch worum geht es?

    Caroline, genannt Lilli, kehrt nach dem Tod ihrer Tochter zurück in ihre schwedische Heimat. 28 Jahre ist sie fort gewesen, dennoch scheint in Härjedalen die Zeit stehen geblieben zu sein. Gleich zwei Männer reisen ihr hinterher: Thomas, mit dem sie in Hamburg befreundet war und den sie sogar heiraten wollte und Kriminalkommissar Ulf Svensson aus Stockholm. Er kennt Lilli offenbar von früher...

    Während Thomas unverrichteter Dinge bald wieder abreist, werden Ulf und Caroline in ihrem Elternhaus von einem Schneesturm überrascht und sind tagelang von der Umwelt abgeschlossen. Lilli war einst Ulfs große Liebe. Doch warum hatte sie ihn damals verlassen? Schuldgefühle, alte Wunden und immer wieder die Frage nach dem WARUM?

    Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht. Ein Leben voller düsterer Geheimnisse, die das Schicksal beider Familien seit Generationen miteinander verbindet...

    Manche würden "Dein totes Mädchen" vielleicht als Romantik-Thriller bezeichnen. Für mich ist es eher ein Kammerspiel, mehr Krimidrama als Thriller. Streckenweise fühlte ich mich an den Fall Marianne Bachmeier erinnert, denn ein Thema des Romans ist Selbstjustiz, aber auch Neid, Vertuschen einer Straftat und andere niedere Beweggründe spielen eine wichtige Rolle.

    Alex Berg alias Stefanie Baumm ist eine großartige Erzählerin und eine gute Beobachterin. Sie schreibt fesselnd und flüssig. Ihre Figuren sind sorgfältig gezeichnet. "Dein totes Mädchen" ist ein intensiver Roman, mit viel Gefühl. Tragisch und traurig. Mich hat die Geschichte sehr berührt. Ganz großes Kino. Deshalb 5*!
  • Opfer
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    Das Böse
    Rezension vom 22.04.2013
    Ist das wahrhaft Böse weiblich oder männlich? Das ist hier lange die Frage. Um es gleich vorweg zu nehmen, "Opfer" von Cathi Unsworth ist für mich DAS Krimi-Highlight dieses Frühjahrs! Doch worum geht es?

    Die Handlung spielt in der fiktiven Küstenstadt Ernemouth im Nordosten Englands. Corrine, Debbie und Samantha verbringen 1983/1984 dort ihre Jugend und sammeln erste Erfahrungen in Sachen Sex and Drugs and Rock 'n' Roll. Eines Tages ist einer aus der Clique tot und Corrine wird als Ritualmörderin verurteilt. "Die böse Hexe des Ostens" haben Zeitungsjournalisten sie genannt. "Sperrt sie weg"...

    Zwanzig Jahre später nimmt sich Privatdetektiv Sean, ein ehemaliger Polizist, der Sache noch einmal an, denn das, was in der Mordnacht wirklich geschah, wurde nie vollständig aufgeklärt.

    Wer ist das Opfer, wer ist der Täter, was ist sein Motiv? Cathi Unsworth erzählt die hochkomplexe, auf zwei Zeitebenen handelnde Geschichte in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung bis zum überraschenden Ende. Cathi Unsworth begann mit neunzehn Jahren mit dem Schreiben. "Opfer" ist bereits ihr vierter Roman. Die Autorin kannte ich bisher nicht, werde sie aber auf jeden Fall im Auge behalten...

    Ein packender Kriminalroman, der sich anfühlt, riecht und klingt wie die 1980er Jahre. Große Krimiliteratur! Definitiv mein Krimi-Highlight dieses Frühjahrs, deshalb satte 5*!
  • Der stille Sammler
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    Wut und Liebe
    Rezension vom 20.04.2013
    Von der Leseprobe zu "Der stille Sammler" war ich begeistert, denn der Prolog hatte mich sofort gefesselt. Ich liebe forensische Thriller, in der Tradition von Tess Gerritsen & Co. und so war ich sehr gespannt, ob es der ehemaligen FBI-Agentin Brigid Quinn gelingt, sich gegen den unbekannten Angreifer zur Wehr zu setzen. Ist er der berüchtigte und lang gesuchte Route-66-Killer?

    Oder ist es Floyd Lynch, den die toughe Laura Coleman, Special Agent beim FBI, verhaftet hat? Er wird verdächtigt, acht Frauen ermordet zu haben. Zwei von ihnen wurden in seinem Lastwagen gefunden. Eine ist bis zur Unkenntlichkeit mumifiziert, die andere wird schnell als Jessica Robertson identifiziert. Sie war vom FBI als Lockvogel eingesetzt worden und Brigid leitete damals diese Operation.

    Tuscon, Arizona: Nach dem fulminanten Einstieg flaut die Spannung im Mittelteil etwas ab. Außerdem konnte ich Brigids Handlungsweise zunehmend nicht nachvollziehen. Eine steigende Zahl von Leichen säumt ihren Weg und plötzlich verschwindet auch noch Laura. Bei einem filmreifen Showdown wird der Route-66-Killer zwar letztlich gestellt, aber sein Motiv bleibt für mich unklar.

    Der Erzählstil von Becky Mastermann hat mir gut gefallen. Neben fundierten forensischen Kenntnissen, enthält er auch eine gewisse Portion Ironie. Brigid ist eine ungewöhnliche Heldin. Sie ist nicht jung, blond und gutaussehend, sondern 59 Jahre alt, hat weiße Haare und ist seit einem Unfall dienstuntauglich. Dennoch ist sie davon besessen, den Route-66-Killer endlich dingfest zu machen.

    "Der stille Sammler" ist ein Debütroman. Mir haben bei diesem Thriller ein bisschen die falschen Fährten und die überraschenden Wendungen gefehlt. Dennoch handelt es sich um einen packenden Plot. Immer wieder werden hierzu Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut. "Der stille Sammler" ist aber auch eine Liebesgeschichte. Denn Brigid verschweigt und vertuscht, um ihren Ehemann Carlo, einen Ex-Priester, zu schonen.

    Last but not least möchte ich noch bemerken, dass ich das Cover mit dem Käfer sehr gelungen finde, auch wenn dieser keinen direkten Bezug zum Inhalt hat. Nur der deutsche Titel erschließt sich mir nicht wirklich. Im Original heißt das Buch "Rage Against The Dying", das passt schon eher, finde ich, denn es wird mehrfach erwähnt, dass Brigid wütend ist...

    Insgesamt ein faszinierendes Erstlingswerk, dessen positiver Eindruck allerdings von Zweifeln an der plausiblen Psychologie des Täters und der Hauptprotagonistin ein wenig getrübt wird.
  • Die Toten, die ich rief
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    Die Stadt der Gespenster
    Rezension vom 05.04.2013

    "Die Toten, die ich rief" von Darren Shan beginnt mit einem spannenden Prolog.

    Santiago de Chile: Ein Auftragskiller, der sich Sebastian Dash nennt, exekutiert kaltblütig, ohne jegliche Gefühle, aber mit einer ganz speziellen Signatur, ein Opfer. Kurz darauf erhält er von Mikis Menderes, "dem Türken", einen neuen Auftrag...

    Später ist dann die Rede von Ed Sieveking. Er schreibt Horrorromane im Stil von Stephen King (witzig!). Während der Recherche für ein neues Projekt in London sieht er Gespenster. Es sind die Schatten der Toten, die ihn verfolgen.

    Auf einer Party lernt er die schöne Andeanna kennen. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn sie ist die Frau des Türken, einem berüchtigten Gangster. Etwa nach der Hälfte schließt sich dann der Kreis und Killer Dash, aus dem Prolog, bekommt Post!

    Darren Shans Erzählstil hat mich ein wenig an Joe Hill, den Sohn von Stephen King erinnert, rasant und packend, mit vielen überraschenden Wendungen, skurrilen Ideen, zahlreichen Geistern, ein bisschen Hokuspokus... alles in allem sehr unterhaltsam.

    Auch das Cover finde ich interessant: Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass sich in der Pupille des abgebildeten Auges ein Totenkopf spiegelt.

    Fazit: Ein gelungener Thriller, spannend und gruselig zugleich. Bitte mehr davon!
  • Schattenfreundin
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    Wo ist Leo?
    Rezension vom 15.03.2013
    Katrin Ortrup ist mit Ihrem Mann zurück in Ihre Heimatstadt Münster gezogen. Thomas hat einen stressigen Job und ist viel unterwegs. So ist Katrin oft allein mit ihren Problemen und der Erziehung des dreijährigen Sohnes. Als auch noch Katrins Vater überraschend stirbt, ist sie komplett überfordert.

    Daher bittet sie ihre neue Freundin Tanja während der Beerdigung auf den kleinen Leo aufzupassen. Aber diese bringt den Sohn nicht zurück. Stattdessen verschwindet sie spurlos zusammen mit dem kleinen Jungen und Katrin muss feststellen, dass sie überhaupt nichts über ihre Freundin weiß. Ein Albtraum beginnt...

    Charlotte Schneidmann, Kommissarin in Münster, ermittelt zusammen mit ihrem Kollegen Peter Käfer. Überschattet wird die Untersuchung dabei von den Erinnerungen an ein düsteres Geheimnis in ihrer eigenen Kindheit und belasten auch ihr Privatleben. Wird es der sympathischen Kommissarin dennoch gelingen, Leo rechtzeitig zu finden? Hat ihre neue Beziehung zu Bernd eine Chance?

    "Schattenfreundin" ist ein Debütroman. Trotzdem lässt sich das Buch gut und flüssig lesen. Der Leser merkt gleich, dass er es mit einem Profi zu tun hat. Denn Christine Drews hat schon immer gerne geschrieben. 2002 hat sie sich selbständig gemacht, schreibt seitdem Drehbücher und wirkt auch als Autorin bei Showformaten mit.

    Obwohl die Figuren für meinen Geschmack etwas eindimensional bleiben, ist die Geschichte spannend erzählt. Immer wieder werden hierzu Abschnitte in Kursivschrift in den Text eingestreut. Es gibt ein paar falsche Fährten, aber wenig überraschende Wendungen. Am Ende schließt sich der Kreis und alle Fragen werden beantwortet. Wie so oft ist das Motiv persönlicher Natur und liegt in der Vergangenheit...

    Mit der Hauptprotagonistin Katrin bin ich einfach nicht warm geworden. Sie ist mir zu blauäugig, zu naiv. Ihr Verhalten kann ich oft nicht nachvollziehen. Mit der toughen Kommissarin Charlotte vermag ich mich dagegen schon eher identifizieren. Ein Charakter mit viel Entwicklungspotenzial, wie ich finde. Und so freue ich mich schon heute auf die Fortsetzung dieser Reihe und auf ein Wiedersehen mit Charlotte, Bernd und Peter!
  • Das Ende der Welt
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    San Francisco - Der zweite Fall für Claire DeWitt, die beste Ermittlerin der Welt
    Rezension vom 04.03.2013

    Kein Kommissar, der trinkt, sondern eine Privatdetektivin, die kokst. Doch worum geht es?

    Claires Ex-Freund Paul, ein Musiker, wurde in seinem Haus ermordet. Die Geschichte beginnt damit, wie Claire und Paul sich kennen lernen, sich anschließend aus den Augen verlieren und erneut zusammen treffen. Bei diesem zufälligen Wiedersehen lernt Paul seine spätere Frau Lydia kennen, eine Bekannte von Claire...

    Die beste Ermittlerin der Welt ermittelt in einem sehr persönlichen Fall. Handelt es sich um Raubmord? Fünf von Pauls wertvollen Gitarren fehlen, es wurde viel zerstört. Dazu zählt auch die liebende Seele von Claire. Ihre Ermittlungen führen sie in trostlose Hinterzimmer, Drogensümpfe, S&M-Clubs und Musikerkneipen. Die Reise in ihre eigene Vergangenheit droht sie in den Abgrund zu reißen. Durch ihren Seelenschmerz getrieben, kokst sich Claire der Lösung entgegen und ermittelt sich auch körperlich fast zu Tode. Wer oder was kann sie noch retten?

    Sara Grans Stil ist ungewöhnlich, mehr Erzählung als Kriminalroman. Dabei nehmen Träume einen breiten Raum ein. Schauplatz ist San Francisco. Immer wieder werden aber auch Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut, als Claire und ihre Detektiv-Freundinnen noch in Brooklyn lebten. "Die Stadt der Toten", den ersten Fall für die beste Ermittlerin der Welt, der in New Orleans spielt, hatte ich nicht gelesen, werde ich aber bald nachholen, denn in das "Das Ende der Welt" wird häufig darauf Bezug genommen. Dies hat meine Neugier auf den Vorgängerroman geweckt...

    "Das Ende der Welt" ist kein klassischer Ermittler-Krimi. Ein Krimi, den man mag oder eben nicht. Auch wenn ich nicht alles gut heiße, einiges nicht verstanden habe, insgesamt ein Buch, das die Seele berührt. Ein Buch mit Herzblut. Deshalb satte 4*!

  • Kalter Schmerz
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    London Underground
    Rezension vom 18.02.2013
    Als der junge Nic Caruana auf der Straße überfallen wird, tötet er aus Notwehr einen der Angreifer. Zehn Jahre später verdient Nic seinen Lebensunterhalt mit dem Aufspüren und - wenn gewünscht - Verschwinden lassen von Menschen.

    Sein aktueller Auftrag besteht darin, herauszufinden, was mit der 16-jährigen Tochter eines Waffenhändlers passiert ist und, wenn nötig, Rache zu nehmen. Doch diesmal kommt er zu spät, denn Emma wurde bestialisch ermordet.

    Dieser Teil des Jobs ist nicht das Problem, das Problem ist Clare, die Frau des Waffenhändlers. Nic fühlt sich zu ihr hingezogen. Sie ist schön und verführerisch, aber auch eine tragische Figur. Nic kommt daher wie der weiße Ritter, aber auch er kann Clare nicht erretten.

    Hanna Jameson hat mit "Kalter Schmerz" einen hyper-gewalttätigen Roman geschrieben, der in der Londoner Unterwelt spielt, voller Junkies und Psychopathen, Dealer und Killer. Ein dunkler Ort, wo das Aufwachen am Morgen nicht garantiert ist. Der Schreibstil der Autorin ist wild und hart, oft sehr provokant.

    Dennoch gibt es in dieser Geschichte mehr Witz und Intelligenz, als in einem typischen Blut und Wut Thriller, Gedanken über elterliche Liebe und den Wert des Lebens. Und mit Nic hat die Autorin einen spannenden Helden geschaffen, halb Schotte, halb Italiener, der mich ein wenig an 'Der Regler' bzw. 'Der Spezialist' erinnert hat. Wobei ich seinen Kollegen Mark fast noch authentischer finde.

    Kaum zu glauben, dass "Kalter Schmerz" ein Debütroman ist, noch dazu von einer 22-Jährigen. Hanna Jameson ist ein echtes Talent! Insgesamt ein wirklich gelungenes und empfehlenswertes Buch. Nur der Sinn des deutschen Covers erschließt sich mir irgendwie nicht...



  • Die Rache des Chamäleons
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    Wiedersehen in Estepona
    Rezension vom 24.01.2013

    Nachdem mit Band 10 (Der letzte Winter), eine meiner Lieblingskrimiserien zu Ende ging, war ich umso gespannter auf den neuen Roman von Åke Edwardson. "Die Rache des Chamäleons" ist sein erster Thriller und spielt diesmal nicht in Schweden, sondern hauptsächlich in Andalusien, an der Costa del Sol. Es geht um Waffenschmuggel, die ETA (Baskischer Terrorismus) und Korruption.

    Peter Mattéus hat eine dunkle Vergangenheit. Nun soll er für das, was er vor 20 Jahren getan hat, büßen. Unbekannte schicken ihm Fotos seiner Familie und einen Schlüssel. Als er das zugehörige Schließfach öffnet, findet er ein Handy mit weiteren Instruktionen, die ihn und seine Frau Rita in den Süden Spaniens führen, in eine Stadt in der Nähe von Marbella...

    Peter, der damals einen anderen Namen hatte, steht unter Schock, weil seine ehemaligen "Freunde" ihn gefunden haben und weil er nun das, was er tun "muss", tun muss, um seine Familie zu schützen. Peter hat die dumme Angewohnheit, sich ständig zu wiederholen, wenn er spricht. Diese Wiederholungen nerven etwas mit der Zeit.

    Am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Traum und Wirklichkeit sind kaum noch zu unterscheiden. So taucht zufällig auch ein Hotel mit einem Zimmer Nr. 10 auf (Titel des 7. Falls für Erik Winter). Åke Edwardson ist sicher ein begnadeter Erzähler, schon den Einstieg finde ich sehr poetisch und gelungen. Aber mit seiner Hauptfigur Peter bin ich einfach nicht warm geworden. Deshalb "nur" 3*.

  • Der Tod bin ich
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    Der Tod bin Ich
    Rezension vom 21.01.2013

    Der Titel des neuen Romans von Max Bronski ist dem legendären Zitat des US-amerikanischen Physikers Robert Oppenheimer entnommen, dem "Vater" der Atombombe. Und so überrascht es nicht, dass das Thema Physik neben der Musik einen breiten Raum einnimmt in diesem spannenden Thriller, der sich in vier Teile gliedert: Anfang und Ende spielen jeweils im Jahr 2006, ein Großteil der Handlung findet jedoch in den beiden Mittelteilen statt, während der heißen Phase des Kalten Krieges, in den Jahren 1957/58 bzw. 1965.

    Richard Eulmann, der ehemalige Gutsverwalter von Schloss Ottenhain in Bayern, wird mit zwei Schüssen ermordet. Sein Tod gleicht einer Hinrichtung. Sein Nachfolger und Alleinerbe, Tino Senoner, stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Denn Eulmann scheint nicht der richtige Name des Toten gewesen zu sein. Der Mord an Richard Eulmann ruft auch drei ehemalige Geheimdienstler auf den Plan. Joe, Fred und Aaron sind auf der Jagd nach einer mathematischen Formel, die der begabte Kernphysiker und begnadete Musiker Bertold Oftenhain vor über 40 Jahren entwickelt hatte, die aber nie gefunden wurde...

    Da ich anspruchsvolle Polit- und Wissenschaftsthriller liebe, habe ich "Der Tod bin ich" quasi in einem Rutsch verschlungen. Zumal der Schreibstil von Max Bronski mehr als angenehm ist. Ganz in der Tradition eines John le Carré z.B. gibt es verwanzte Büros, Stasidokumente auf Mikrofiche und Affären mit einer sogenannten "Schwalbe", also einer weiblichen Agentin, zum Zwecke der Anwerbung. Seine Kriminalromane kenne ich bisher nicht, werde dies aber sukzessive nachholen. Max Bronski ist das Pseudonym eines in München lebenden Schriftstellers. Wobei ich es schade finde, dass der Autor anonym bleiben möchte.

    Schräge Typen und hochdramatische Szenen halten den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Atem. "Der Tod bin ich" ist ein intelligenter deutscher Spionage-Roman, teils geheimnisvoll, teils sogar witzig, dabei immer spannend. Genau das Richtige für ein kaltes Winterwochenende. Prädikat: besonders lesenswert!