BuchhändlerInnen im Portrait
aus Ingolstadt
- Gesamte Rezensionen
- 63 (ansehen)
-
Schnell zu lesen, lange zum NachdenkenRezension vom 27.03.2013Diese beklemmende Geschichte führt die Macht der nationalsozialistischen Ideologie auf das menschliche Denken vor Augen. Anhand eines Briefwechsels erlebt der Leser hautnah die Sorge, Entfremdung, schließlich Verleugnung und - unausweichlich - die Katastrophe einer ursprünglich sehr innigen Freundschaft.
Bereits 1938 erstmals veröffentlicht, nimmt sie die Geschehnisse der Folgejahre vorweg und hat auch heute nichts an Aktualität eingebüßt.
-
Alles im NebelRezension vom 27.03.2013Wie unterschiedlich verlaufen die Lebenswege von ehemaligen gemeinsam kämpfenden Aktivisten, wenn sie sich trennen und nach Jahren wieder treffen. Diese Erfahrung machen die vier ehemaligen Freunde, die auf der friedlichen Insel Hiddensee zusammenkommen. Antipathie, unterdrückte Sehnsüchte, Eifersucht und Misstrauen gewinnen bald die Oberhand in der Gruppe und lösen Spannungen mit tödlichem Ausgang aus.
Auf zwei Handlungsebenen werden aus der Sicht einer Journalistin, die zwei Jahre nach diesem Treffen den Fall neu recherchiert, plötzlich neue Sichtweisen zu dem scheinbar klaren Fall offenbar. Sie verstrickt sich ungewollt in die Hintergründe.
Viele Andeutungen, vom Autor gelegte Fährten und Teilinformationen lassen den Spekulationen des Krimifans freien Lauf, so dass dieser bis zum überraschenden Ende knobeln darf. Ein sehr spannendes und gut zu lesendes Werk!
-
Weltreise gefällig?Rezension vom 27.03.2013Um eine große Erbschaft seines Freundes zu sichern, bereist der bis dahin in der Provinz verwurzelte Siebeneisen die entlegensten Regionen der Welt um die Miterben aufzuspüren. Das geht natürlich nicht ohne Komplikationen jedweder Art vonstatten. Oder wie ist sonst der Fußballspieler in der Antarktis oder die Elvis-Imitation auf dem chinesischen Oktoberfest zu erklären?
Super unterhaltsam entführt der Autor den Leser in verschiedenste Kulturbereiche und nebenbei erhält man einen Eindruck von dem Land und den Charakterzügen seiner Bewohner. Hier bemerkt man die Erfahrung des Autors als vielgereister Reisejournalist. Einmal mit dem Lesen begonnen, wird dieses Buch sehr schnell bis zur letzten Seite verschlungen werden.
-
Mit den Größen auf Du und DuRezension vom 30.01.2013Wollten Sie schon immer mal Thomas Mann privat erleben, die Sorgen eines Sigmund Freuds oder die Liebschaften einer Lasker-Schüler teilen? In dem scheinbar historisch so unbedeutenden Vorsommer zum ersten Weltkrieg tut sich Einiges und wir erleben die Größen der deutschen und europäischen Kunst, Literatur, Politik und Medizin privat und nah. Im amüsant zu lesenden und zugleich respektvollen Plauderton gelingt es dem Autor mühelos die handelnden Personen immer wieder mal auftauchen zu lassen und es wird die Grundstimmung dieses Jahres zwischen Aufbruch nach neuen Möglichkeiten und großer Hoffnung auf dauerhaften Frieden deutlich. Nebenbei zeigen sich aber auch erste Anzeichen kommender Konflikte, etwa wenn über den Balkan-Konflikt oder einem nach München geflohenen mittellosen Maler berichtet wird, der Jahre später traurige Berühmtheit erlangen wird. Sehr empfehlenswert.
-
Die Zeit, die ZeitRezension vom 27.01.2013Was ist, wenn man die Zeit zurückdrehen und Geschehenes damit rückgängig machen kann? Der um seine Freundin trauernde Peter Taler kommt dem mürrischen Nachbarn näher, der seine vor langem gestorbene Frau durch die Theorie der Zeitwiederholung zurückhaben möchte. Taler soll ihm helfen und hofft darauf, gleichzeitig seine innere Ruhe wieder zu finden.
Was traurig aber harmlos beginnt entwickelt sich zu einer leicht surrelalen Geschichte, in der sich die handelnden Personen immer weiter in die Geschehnisse verstricken und der Leser selber in die Irre geführt wird. Das Ende kommt abrupt ein weiterer Klasse-Suter!
-
Nationalparkroute USA-SüdwestRezension vom 27.01.2013Wer in die USA fahren möchte, um sich speziell die Gebiete der südwestlichen Nationalparks anzusehen, wird sich im Vorfeld gut vorbereiten und findet in dem vorliegenden Führer darin eine große Unterstützung.
In Ihrer 2012 aktualisierten Ausgabe wird die Rundreise per Wohnmobil von Las Vegas ausgehend über sechs verschiedene Nationalparks bis zum Ausgangspunkt zurück beschrieben.
Einleitend wird neben einer kurzen Vorstellung der Organisation der USA eine bildliche Zusammenfassung der Highlights dieser Rundreise bereitgestellt, die neben den Nationalparks auch Sehenswertes auf dem Weg umfasst, z.B. Las Vegas und die Route 66.
Der Rundkurs ist in Abschnitte eingeteilt, die jeweils als Kapitel systematisch aufgebaut sind und mit einer übersichtlichen Karte dieses Abschnittes beginnen.
Sehr gut stellen sich die Empfehlungen für die Erkundungsmöglichkeiten dar, aber auch für die Anreise, weiteren Freizeitmöglichkeiten und die Unterkünfte vor Ort gibt es jeweils separat gekennzeichnete Absätze. Zu jeder Unterkunft werden auch die Kontaktdaten, sowie die Öffnungszeiten beigefügt.
Den Abschluss dieses informativen und sehr übersichtlichen Führers bilden Kapitel mit allgemeinen Informationen, wie z.B. Mitnahme von Zahlungsmitteln, Zeitzonen oder Umgangsformen, die für die Vorbereitung unerlässlich sind.
Ein handlicher und sehr empfehlenswerter Führer für diesen Teil der USA.
-
MontedidioRezension vom 27.01.2013Im Neapel der Nachkriegszeit wird das Erwachsenwerden aus Sicht des 13-jährigen Erzählers nachvollzogen. Durch seine Freundschaft zu einem alten Juden, durch die zart aufkeimende Liebe zu dem Nachbarmädchen und nicht zuletzt durch seine Übungen mit seinem Bumerang für den Wurf, formt sich unter den Augen des Lesers in meist nur über eine Seite laufenden Kapiteln aus dem Jungen ein junger Mann.
Sehr gefühlvoll und berührend geschrieben, etwas für leise Stunden.
-
Rom - Eine EinladungRezension vom 23.09.2012Wer die Ewige Stadt besuchen will, sollte dieses Büchlein als Einführung und Vorbereitung unbedingt gelesen haben. In einer lockeren Plauderei verbindet Rosendorfer scheinbar spielerisch kulturelle und historische Begebenheiten und Einzigartigkeiten mit aktuellen Themen einer Großstadt und der Lebenseinstellung seiner Bewohner.
Ein ums andere Mal schweift er dabei zu Tipps für besonders interessante Details oder dem Hinweis auf ein gutes Lokal ab, findet jedoch immer wieder zum Thema zurück.
Am Ende des Buches wird so manche Textstelle und Hinweis vom Leser farbig gekennzeichnet worden sein, diese Einladung ist zu verlockend.
-
Erinnerung an einen schmutzigen EngelRezension vom 23.09.2012Die junge Schwedin Hanna muss aus Not das Elternhaus verlassen und gerät nach abenteuerlicher Fahrt in die portugiesische Kolonie Mosambique. Ein Buch, in dem sich die Verwirrung der Hauptperson wie ein roter Faden durchzieht. Sie erlebt den Rassismus der weißen Kolonialherren und die schweigsame Duldung der schwarzen Mehrheit, was Hanna als bedrohlich empfindet. Vermögend verheiratet, aber als Bordellleiterin im gesellschaftlichen Graubereich, kann sie sich weder mit der weißen Selbstherrlichkeit anfreunden noch gelingt es ihr die Schranke zu ihren schwarzen Angestellten zu überwinden. Erst langsam und durch ein Verbrechen eröffnet sich ihr der Weg, auf dem sie Richtung, Halt und auch etwas Glück findet. -
Der GeigerRezension vom 23.09.2012Ein packender Thriller, der auf drei Erzählebenen den Leser fesselt. Der Bogen beginnt sich in der Stalinzeit zu spannen, in der Menschen willkürlich verschwinden und sich in Arbeitslagern wieder finden. So auch Ilja, ein gefeierter Solo-Violinist. Seine Familie wird in die Verbannung geschickt und in dem Glauben gehalten, dass der Familienvater ins Ausland geflohen sei. Jahre später entzerrt sich dieses Bild, doch erst in der Jetztzeit und in Deutschland werden die Enkel auf brutalste Weise mit den Hintergründen konfrontiert, die sich erst langsam offenbaren und Opfer verlangen.
Wer hier einmal beginnt zu lesen, legt das Buch erst am Ende wieder aus der Hand.














