Hyddenworld
Leseprobe

Hyddenworld

Der Frühling

von William Horwood

Buch

gebunden (527 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Der kleine Jack ist ein Riese. Jedenfalls in der Welt der Hydden, einem Volk kleiner Leute, das in einer für Menschen unsichtbaren Stadt unter der Erde wohnt. Der Auftakt zu einem spannenden, humorvollen und atmosphärisch dichten Fantasyepos.Einst vor vielen Jahrhunderten schuf der Schmied Beornamund eine sagenumwobene Brosche aus Glas und Metall, die er aus Zorn und Schmerz über den Tod seiner Geliebten in tausend Stücke schlug. In ihren Scherben ist etwas vom Feuer des Universums bewahrt, und erst wenn der letzte Mosaikstein der Brosche gefunden ist, werden die Menschen und das Volk der kleinen Hydden ihr Schicksal meistern.
Als Jack, der für einen Hydden zu groß geraten ist, bei den Menschen auftaucht, mit einem feinen ledernen Rucksack auf dem Rücken, lebt eine alte Prophezeiung über das Schicksal von Hydden und Menschen wieder auf.
Band 2 "Der Sommer" kommt im Frühling 2013

Produktdetails

ISBN-10: 3-608-94638-1
EAN: 9783608946383
Originaltitel: Hyddenworld
Erschienen: 22.02.2012
Verlag: Klett-Cotta
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 527
Länge/Breite: 222mm/150mm
Gewicht: 731 g
Übersetzer: Reiner Pfleiderer
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William Horwood

William Horwood wuchs in Oxford an der Themse auf, dem Fluss, der auch Kenneth Grahame zu 'Der Wind in den Weiden' inspiriert hat. Horwood studierte Wirtschaftswissenschaften und Geographie. In den 60er und frühen 70er Jahren war er als Journalist für verschiedene englische Zeitschriften tätig, von 1971-78 war er Ressortleiter der Daily Mail, bevor er sich als freischaffender Autor in seiner Geburtsstadt Oxford niederließ. Seine Romane haben sich in England allesamt zu Longsellern entwickelt.

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Kundenrezensionen

  • Zwerge & Riesen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von POR, am 03.08.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    William Horwood, 1944 in Oxford geboren, hat wieder einen Fantasyroman geschrieben. 1980 erschienen seine Geschichte über einen Maulwurfsstaat (Der Stein von Duncton) und war ein respektabler Erfolg. Seitdem hat man im deutschen Sprachraum nichts von ihm gehört. Nun ist er wieder da.
    Mit einem Roman in der Tradition von Tolkien und Anlehnungen an Harry Potter verschmilzt Horwood die Gegenwart mit einem Paralleluniversum der „Hydden Welt“. Diese befindet sich unter unseren Füßen, doch wir Menschen sind so von uns eingenommen, dass wir davon nicht mitbekommen. Die Hydden sind Zwerge und leben in einer vergangenen Welt. Sie wissen von der Existenz der Menschen und übernehmen auch manche unserer Gebräuche und Teile unserer Technik, bleiben aber unsichtbar.
    Auch diese Welt kommt nicht ohne Konflikte aus. Die Hydden werden von den Fyrd unterdrückt. In einigen Gegenden der Welt bilden sich Widerstandsnester und so wird Jack, dem geweissagt wird, dass er ein Riese ist, nach England geschickt, wo er unter Menschen aufwachsen soll. Das Schicksal hat ihm seinen Lebensweg schon vorgezeichnet. Auf dem Weg zu seinen neuen Pateneltern gerät er in einen Verkehrsunfall, der von den Fyrd vorsätzlich verursacht wurde. Er kann seine Reisegefährtin Katherine aus dem brennenden Auto retten und wird selbst schwer verletzt. Diese Rettung macht ihn für die Hydden zum Helden. Die anwesenden Zeugen des Anschlags, allen voran der geniale Denker und Erfinder Bewyn Stort, schützen das Leben der beiden Kinder und verbergen sie vor den Augen der Fyrd . Erst mit dem Tod von Katherine Mutter erlischt dieser Schutz und die beiden müssen sich ihrer Aufgabe stellen die Hyddenwelt vor dem Untergang zu bewahren.
    In zahlreichen Episoden erzählt Horwood eindrucksvoll von der Queste der Kinder. Er zeigt ihre Entwicklung, die obwohl vom Schicksal vorgeschrieben manchmal doch unerwartete Kurven zieht. Letztlich endet alles gut, aber die Geschichte wird in weiteren Bänden fortgeschrieben.
    Die Personen der Handlung sind wohlgestaltet und fein gezeichnet. Ihre Eigenarten „spleens“ machen sie sympathisch und man fiebert mit ihnen mit, wenn sie Kämpfe ausfechten, den Unbillen des Wetters ausgesetzt sind oder sich verlieben. Die Feinde sind böse, aber auch diese Bösartigkeit ist erklärbar und macht sie nicht unsysmpathisch. Auch Tyrannen haben im Roman ihre Berechtigung und müssen ihrer Rolle treu sein.
    Erst am Ende des Buches, als die beiden bereits erwachsen sind, bemerkt der Leser, das viele Jahre vergangen sein müssen. Diese Veränderung wird erst auf den letzten Seiten allzu deutlich wenn Horwood abrupt zu einem Ende kommen muss – das ist eigentlich der einzige Mangel am Buch.

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  • Eine wundervolle neue Serie! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 10.07.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Hyddenworld -Der Frühling

    Kurzbeschreibung des Inhaltes:

    Hyddenworld verbirgt sich zwischen den Schatten und Nebeln der Menschenwelt. Also direkt neben unserer Welt, nur das die Menschen nichts davon wissen.

    Beornamund musste das dunkelste aller Schicksale erleiden, den vor 1500 Jahren verlohr er seine große Liebe. In seiner tiefen Trauer als auch durch seinen endlos scheinenden Schmerz blieb ihm einzig seine Handwerkskunst...
    Er schuf eine wunderschöne Brosche die vier Steine barg, jeder dafür sollte für eine Jahreszeit stehen: Frühling,Sommer,Herbst und Winter.
    Außgerechnet der Frühling geht verlohren und niemand scheint ihn finden zu können...doch die Prophezeihung sagt vorher das wenn jemand die Welten retten kann es der großgewachsene Jack ist...

    Urteil:

    Der Autor hat hier hingegen aller annahmen einen guten, abwechslungsreichen, jedoch nicht mit Tolkiens Werken vergleichbaren Roman zu Papier gebracht.
    Die Ideen sind gut und mit wirklichem Herzblut umgesetzt.
    Die Charaktäre sprühen geradezu voller Leben und die Dialoge sind passend und gut gewählt.
    Der Schreibstil ist flüssig und der Lesefluss durchweg gegeben.
    Im Herbst diesen Jahres wird der zweite Band: Sommer erscheinen und mit Sicherheit erneut die Leserschaft positiv überraschen.

    Die Daten:

    Titel: Hyddenworld
    -Der Frühling
    Autor: William Horwood
    VÖ: Februar 2012
    Einband: gebunden
    Verlag: Klett-Cotta Verlag
    Hobbit Presse
    Seitenzahl: 526
    Sprache: Deutsch
    Genre: Roman
    Übersetzer:Reiner Pfleiderer
    Original Titel: Hyddenworld
    ISBN-10: 978-3-6089-4638-3

    Rezension: Dark Community

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  • Echt british Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von CarineM, am 04.07.2012

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    Guter Fantasy-Roman, mit interessanten Charakteren. Leider ist das Buch manchmal etwas verwirrend, viele Namen, Ortsnamen, es wird aus der Sicht verschiedener Personen erzählt und die Sichtwechsel sind manchmal alle 5-6 Seiten. Man muss sich gut konzentrieren beim Lesen, sonst verpasst man etwas. Es ist nicht so viel los, wenn mal etwas spannendes passiert, dann dauert das nur 3 Seiten, dann ist schon wieder alles vorbei, dadurch wirkt es ziemlich langfädig, obwohl eigentlich alles in sehr kurzer Zeit erzählt wird. Es ist schwierig zu beschreiben. Allerdings haben mir alle englischen Namen und die Angewohnheit der Hydden, sich mit "Gentleman" anzusprechen sehr gefallen. Das Buch muss in der Originalsprache viel besser sein. Auch das englische Cover finde ich viel ansprechender als das deutsche. Ich habe es nur auf Deutsch gelesen, aber ich überlege schon, ob ich vielleicht das englische auch noch kaufen sollte.

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  • Die fantastische Welt der Hydden Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Jana Torge, am 02.05.2012

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    Hydden sind Zwerge. Einer von ihnen ist der hochgewachsene Jack. Er wird durch ein Portal in die Menschenwelt gebracht, denn er ist wichtig für die Zukunft von Hyddenwelt. Außerdem muß der Stein des Frühlings gefunden werden und die Friedensweberin sucht einen Nachfolger. Durch einen absichtlich herbeigeführten Autounfall wird das Schicksal von den Kindern Katherine und Jack besiegelt. Viele Jahre später, als Katherines Mutter stirbt und die Traumfänger aufhören, sich im Wind zu bewegen, wird Katherine entführt. Jack kämpft sich hinterher-in die Heimat der Hydden und langsam kommt die Erinnerung an seine Herkunft wieder. Eine Reise in die Welt der Fantasy. Es wird für das Gute gekämpft und am Ende siegt die Macht der Liebe. Wo ist Teil 2.....

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  • Wunderbarer "Old English Charme" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 09.04.2012

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    Eigentlich könnte ich das Buch in einem Satz beschreiben : Einfach nur wunderschön! Ich habe schon lange nicht mehr so ein gutes Fantasybuch gelesen.
    Der Leser ist mal in der Hyddenwelt und man in der Menschenwelt bei den Abenteuern dabei. Ich muss ehrlich sein, ich hätte nicht gedacht, dass eine Verschmelzung der etwas altmodisch anmutenden Hyddenwelt mit der der modernen Menschenwelt möglich ist, aber Horwood hat es meisterhaft geschaft! In beiden Welten gibt es absolut hinreizende Charaktere. Gleich am Anfang lernt man z.B. einen schrulligen englischen Professor kennen, der einem einfach ans Herz wächst. Auch der Hydde Bedwin Stort ist einfach nur köstlich beschrieben und ein liebenswerter Charakter! Alle Charaktere sind sehr speziell und goldig und einige auch recht verschroben beschrieben. Beim lesen hat es einen gewissen Flair, so als wenn man ein altes Märchen liest. Das sich alles um eine alte Prophezeiung dreht, bei der es um die Rettung der Welt geht, trägt natürlich noch dazu bei.
    Einige Fantasybücher sind manchmal etwas überheblich und "laut". Dies trifft auf "Hyddenworld - Der Frühling" zum Glück nicht zu. Es ist eher, als wenn ein schöner klarer Bach dahinplätschert. Es strahlt trotz der Spannung eine wunderbare Ruhe und Geborgenheit aus. Ich fing an zu lesen und war sofort im Sog dieser Geschichte gefangen und die lies mich nicht wieder los. Man möchte aus dieser Welt einfach nicht mehr auftauchen.
    Was mich auch noch total begeistert hat, war der poetische und fantastische Sprachstil und das der Roman so eine Art "Old English Charme" besitzt. Alte Häuser, verwilderte Gärten, große Bibliotheken mit alten Schreibtischen, Tea-Time, deftiges Frühstück...einfach eine wunderbare Atmosphäre!
    Die Hydden benutzen oft das Wort "Gentlemen", das macht sie mir noch symphatischer und es hat so ewtas schönes altmodisches an sich! Den verschrobenen Professor hatte ich ja schon erwähnt, der darf in solch einer Konstellation natürlich nicht fehlen. Und einer der Hydden trägt eine Jacke aus Harris-Tweed - einfach golding und so wunderbar "englisch".
    Besonders hervorheben möchte ich auch, dass die Natur in diesem Buch eine große Rolle spielt und in all ihren schillernden Farben beschrieben wird. Einfach nur großartig!!!
    Ich kann meine Begeisterung über dieses Buch fast nicht in Worte fassen! Was die Geschichte ansich angeht, finde ich es schwer sie zu beschreiben, ohne dem Leser den Spass zu nehmen die Abenteuer selber mit zu erleben. Ganz konzentriert könnte man es so beschreiben, dass es viele Irrungen und Wirrungen gibt, es natürlich darum geht die Welt zu retten und das "Böse" zu besiegen. Eine kleine nette Love-Story ist auch enthalten. Aber es ist eben dank der Sprache und der Charaktere so viel mehr als das! Auch wenn in solchen Büchern die "Guten" immer am Ende gewinnen, ist die Story meiner Meinung nach nicht vorhersehbar und kann den Leser überraschen. Es hat einfach alles, was ein gutes Fantasybuch haben muss!!!

    Ich kann es nur allen anspruchsvollen Fantasylesern weiter empfehlen und ich persönlich kann es kaum erwarten, dass der zweite Band erscheint. Danke, dass es noch solch wunderbare Fantasyliteratur gibt!!!

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  • Wundersam wie ein Traum Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Curculio, am 27.03.2012

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    Der Einstieg in diesen Roman fiel mir recht schwer. Die vielen neuen Begriffe, die vielen Querverbindungen und Namen haben es mir nicht leicht gemacht. Hier muss ich aber sagen, dass es mir sehr geholfen hat, die ersten 50 Seiten ein zweites Mal zu lesen, da ich dadurch vieles entdeckt habe, was mir beim ersten Lesen entgangen ist und dadurch mein Verständnis enorm verbessert war. Aber auch wenn der Einstieg nicht gerade einfach ist, lohnt es sich doch unbedingt durchzuhalten und sich auf dieses Buch einzulassen. Der Schreibstil ist etwas gediegener, schwerer, aber daran gewöhnt man sich schnell und wird mit traumhaften Beschreibungen der Natur, der Städte und auch der Personen selbst belohnt. Die Beziehungen zwischen den Personen sind anfangs noch undurchsichtig und bleiben es teilweise auch über eine Zeit lang, aber so kann man sich in Jack hineinversetzen, für den das alles anfangs auch nicht sehr verständlich ist. Außerdem macht dieses Geheimnisvolle auch einen großen Reiz aus. Ich war nach den ersten Seiten gefangen in dieser mystischen und magischen Welt, wo an jeder Ecke ein Geheimnis lauert. Auch die Hydden selbst sind ein sympathisches Völkchen, auch wenn einige wenige genau das Gegenteil darstellen. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für die Grundstimmung von „Hyddenworld“ zu finden, aber am ehesten würde ich es mit einem schönen Traum vergleichen, bei dem man nicht alles versteht, man sich aber dennoch geborgen fühlt. Wo Dinge passieren, die man sich nicht erklären kann und bei dem man im ersten Moment traurig ist, wenn man aufwacht und aus ihm auftauchen muss, aber sich dann voller Staunen an einzelne Details erinnert. Die Charaktere sind allesamt einzigartig und von einer ganz speziellen Aura umgeben. Spannung gibt es zwar auch, aber die ist eher dezent und wohldosiert eingesetzt. Der große Pluspunkt des Romans sind meiner Meinung nach aber die wunderschönen Beschreibungen, die urige Atmosphäre und die tollen Charaktere.

    Fazit: Ein wunderschöner, ruhiger Fantasy-Roman der vor allem durch die geheimnisvolle Atmosphäre und seine sympathischen Charaktere besticht. Der Schreibstil passt perfekt zu dem Buch, ich fand ihn eher langsam, was der Geschichte aber sehr zugute kommt. Insgesamt ein traumhafter Roman in den man eintauchen und nicht mehr hervorkommen möchte!

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  • Hydden, die neuen Hobbits? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ulrike Werner, am 14.03.2012

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    Klappentext:
    Einst vor vielen Jahrhunderten schuf der Schmied Beornamund eine sagenumwobene Brosche, die er aus Zorn und Wut über den Tod seiner Geliebten in tausend Stücke zerschlug. Drei der Edelsteine konnte Beornamund wiederfinden, doch der vierte blieb verschollen...

    Nur die Hydden erinnern sich der sagenhaften Brosche. Sie schicken Jack unter die Menschen in der Hoffnung, dass er finden und zusammenfügen möge, was schon so lange getrennt ist. Als Jack das Mädchen Katherine trifft und ihr bei einem Autounfall das Leben rettet, beginnt eine Reise, die alles verändert: Die beiden folgen dem Ruf ihres Schicksals, ihrer Liebe, auf der großen Suche nach dem fehlenden Edelstein...

    Meine Meinung:
    Als ich mich um ein Lese-Exemplar für dieses Buch beworben habe, bekamen wir die Frage gestellt: Wie stellt ihr euch die Hydden vor?
    Damals war die wohl am häufigsten gegebene Antwort, das sie den Hobbits aus der Herr der Ringe Trilogie, wahrscheinlich ähnlich wären. Auch bei mir war das der erste Gedanke.
    Nun was man so über sie erfährt sind sie vllt auch ein bißchen wie die Hobbits, aber auch doch wieder ganz anders und ein ganz eigenes Völkchen. Sie leben in ihrer Welt mitten unter uns Menschen und doch sehen wir sie nicht.

    Die Welt der Hydden - Hyddenworld - ist vom Autor einfach wunderbar beschrieben, man hat wirklich das Gefühl mitten drin zu sein, wenn auch nur als stiller Beobachter. Auch die Charaktere kommen toll rüber und jeder wird wohl schnell seinen Lieblings-Charakter finden, so das man unbedingt immer direkt erfahren will wie es denn nun weitergeht. Die kurzen Kapitel ziehen einen regelrecht durch das Buch, so das auch die manchmal etwas langatmigeren Passagen, wenn es um die Regierung von Hyddenworld geht, eigentlich doch relativ schnell und flüssig gelesen sind.

    Hyddenworld - Der Frühling ist zwar ein in sich abgeschlossener Roman, aber dadurch das es der 1. Teil einer Tetralogie ist, erfährt man halt leider am Schluss erst einmal nur ein vorläufiges Ende.

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  • Die fantastische Welt der kleinen Leute Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Angela.Bücherwurm, am 14.03.2012

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    Hyddenworld ist eine zauberhafte Fantasy-Geschichte, die in zwei Welten spielt. Zum einen gibt es hier die ganz normale Menschenwelt der heutigen Zeit und zum anderen existiert eine Art Paralellwelt: die Welt der Hydden. Die Hydden sind kleinwüchsige Leute ( keine Zwerge ! ) , die im Verborgenen leben und für die Menschen quasi unsichtbar sind. Dennoch gibt es Möglichkeiten, zwischen beiden Welten hin und her zu reisen . Doch nur noch wenige Personen wissen wie . Aber hin und wieder kommt es zu Begegnungen zwischen beiden Völkern.

    So auch im Falle von Yakob oder - wie er in der Menschenwelt heißt- Jack. Jack gehört zu den Hydden. Er ist in seinem Volk ein sogenannter Riesengeborener und muss versteckt bei den Menschen leben , da er in seiner Welt in Lebensgefahr ist. So kann er sich an die Welt der Hydden auch zunächst nicht bewusst erinnern, als er eines Tages nach Hyddenworld gelangt, um dort nach dem Mädchen Katherine zu suchen , die von den sogenannten Fyrd entführt wurde. Jack hatte ihr als Kind bei einem Autounfall das Leben gerettet und seitdem verbindet sie eine Freundschaft. Hilfe bei seiner Suche erfährt er unerwarteterweise von einigen Hydden, die seinerzeit von der Friedensweberin beauftragt wurden , über ihn zu wachen , ihn zu beschützen und zu gegebener Zeit wieder zurück nach Hyddenworld zu begleiten. Denn Jack ist dazu bestimmt, eine uralte Prophezeihung zu erfüllen. Doch natürlich hat er auch Feinde, die ihn daran hindern wollen. Und so haben Jack und seine getreuen Gefährten so manches Abenteuer zu bestehen.

    Erinnern die ersten Seiten dieses Buches noch an Herr der Ringe, so stellt man jedoch bald fest, dass es sich doch anders entwickelt und nicht wirklich mit Tolkiens Werk zu vergleichen ist. Es hat seinen ganz eigenen Charme und strotzt nur so vor Ideenreichtum. Der Inhalt ist recht komplex, es geschieht viel und es gibt zahlreiche Wendungen. Man muss sich in die Geschichte erst einlesen. Es gibt viele ungewöhnliche, fremde Namen und Begriffe und die Handlungsorte wechseln häufig. Das heißt, man sollte sich für das Buch Zeit und Ruhe nehmen und es aufmerksam lesen. Anderenfalls könnte es schnell passieren, dass man den Überblick verliert. Hilfreich zum besseren Verständnis wäre sicher ein Anhang mit entsprechendem Personenverzeichnis gewesen ( vielleicht eine Anregung für den nächsten Band ? ).

    Der Schreibstil ist ansonsten recht bildhaft, manchmal schon fast " blumig " und die Sprache, derer sich der Autor bedient, wirkt stellenweise etwas altmodisch, was aber insgesamt wunderbar zu dieser Welt der Hydden passt.

    Die zahlreich auftretenden Charaktere - besonders die Hydden - sind sehr eigenwillig, manchmal skurril und ein bißchen " schräg ", aber allesamt auf ihre Art dennoch liebenswert gezeichnet.

    Wer sich auf dieses Buch einlassen kann, kann sich auf einen spannenden, abwechslungsreichen und fantasievollen Roman freuen.

    Hyddenworld - Der Frühling ist der erste Band einer Reihe und ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Abenteuer von Jack, Katherine und den Hydden.

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  • Von Riesen und kleinen Menschen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von melange, am 11.03.2012

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    Zum Inhalt: Neben der Menschenwelt existiert von uns unentdeckt die Welt der Hydden. Da laut Legende ein großer Umbruch bevorsteht, verbindet das Schicksal bzw. die Wurd die Lebenswege einiger Menschen und Hydden, deren erste Aufgabe im Auffinden des in einem wichtigen Amulett fehlenden Frühlingssteins und der Schildmaid besteht.

    Zum Cover: Die phantasievolle Aufmachung in altmodischer Art mit Bezug zu grün (der Farbe des Frühlings) und dem legendären Amulett weist mit der Unterschrift "Frühling" zaunpfahlmäßig auf die Absicht einer Tetralogie hin.

    Zum Aufbau: Inhaltsangabe mit klarer Gliederung in Ober- und Unterkapitel. Für so ein episches Buch finde ich es hilfreich, eine wohlgeformte Struktur zu haben, - insbesondere deshalb, weil noch Fortsetzungen folgen werden/sollen.

    Mein Eindruck: Den oftmals beschworenen Bezug zu "Herr der Ringe" vermag ich nicht festzustellen. Sonst dürfte es keine Literatur mit göttlichen Wesen und Herausforderungen in Parallelwelten mehr geben. Ich genoss die Wanderung zwischen den Welten mit integrierter (nicht schmalziger!) Liebesgeschichte und interessanten Nebenfiguren in Mensch- und Hyddenwelt. Die Geschichte um den Fortlauf unser aller Schicksal hatte für mich nur einen ärgerlichen Schönheitsfehler: Warum muss die Wurzel allen Übels wieder einmal in Deutschland beheimatet sein? Langsam darf selbst elfmetergeplagten Schriftstellern von der Insel mal ein anderer Hort der Bosheit einfallen.

    Fazit: Ein ausführlicher und farbenfroher Beginn einer Fantasy-Reise mit genügend fein gezeichnetem Personal, um den Rest der Jahreszeiten für den Leser spannend und interessant zu gestalten. 4 Sterne

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  • Klein und doch so groß Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Nicole Mohr, am 07.03.2012

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    Ich hatte mich schon auf den ersten Blick in das Cover des Buches "Hyddenworld" verliebt.
    Das Innenleben steht dem Cover in nichts nach! Die Sprache des Buches ist absolut fesselnd. Sie ist nicht alltäglich, man hat das Gefühl, als ob jedes Wort gekostet wurde, um zu sehen, dass es passt. Allein schon der Sprache wegen war es ein wundervolles Vergnügen.
    Doch auch die Geschichte nahm mich in den Bann. Diese wunderbare Verknüpfung von Mythen und realer Welt, super gelungen! Ich konnte definitiv nicht mehr aufhören zu lesen und warte gebannt auf den nächsten Teil!!

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  • mehr Liebesstory als Fanatsy-Abenteuer Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 04.03.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Auftakt zu einer Tetralogie: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

    Die ersten 50 Seiten und die Grundzüge erinnern stark an Der Herr der Ringe, doch im Verlaufe der Geschichte nimmt es dann einen ganz anderen Verlauf. So weit so gut, mal will ja nichts doppelt lesen.
    Neben der Welt der Menschen existiert noch eine andere Welt, die der Hydden, ein Volk kleinwüchsiger Leute. Vor 1.500 Jahren wurde ein Anhänger mit 4 Juwelen erschaffen, gleich den Jahreszeiten. Einer Prophezeihung zufolge sollen diese nach und nach verloren gehen und dann droht das Ende der Welt – für Hydden und Menschen. Aber es soll ein Riesengeborener kommen, der diesem Schicksal Einhalt gebietet. Und nun ist es soweit. Der Junge heißt Jack, die Bösen trachten ihm nach dem Leben und so wird er vom Harz nach England zu den menschen gebracht und wächst zu einem 16-jährigen heran.
    Ab hier geht das Abenteuer los, zusammen mit Katherine, seiner Fast-Freundin und weiteren Hydden.

    So ganz vom Hocker hat mich das Buch nicht gehauen, es war mir streckenweise sogar zu sülzig, da das Hauptaugenmerk nicht auf dem Abenteuer und dem Weltuntergang liegt, sondern auf der erwachenden Liebe zweier Jugendlicher, die einfach zu schüchtern sind sich das einzugestehen. Und so tänzeln sie die ganze Zeit umeinander rum und das Buch und die Geschichte ebenso. Die Abenteuerhandlung bleibt da etwas zurück. Da wirkt das vorläufige Ende (des ersten Teils) sogar platt wenn die beiden 16-jährigen als frischgebackene Eltern von ihrem „großen Abenteuer“ nach Hause in die Menschenwelt zurückkehren.

    Die umrankenden Charaktere, die am Anfang so liebevoll eingeführt wurden, kommen allesamt viel zu kurz. Der kauzige Professor, von dem man annahm, dass er eine Schlüsselfigur zwischen beiden Welten spielt, kommt dabei am kürzesten. Auch hätte man die Hydden mehr mit Eigenleben füllen können.

    Ich hab mich so sehr nach der Leseprobe auf das Buch gefreut und bin ein stückweit enttäuscht. Kein großer Fantasy-Abenteuer-Roman, sondern eine Ode an die Liebe.

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  • mehr Liebesstory als Fantasy-Abenteuer Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ivonne Wiese, am 04.03.2012

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    Der Auftakt zu einer Tetralogie: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

    Die ersten 50 Seiten und die Grundzüge erinnern stark an Der Herr der Ringe, doch im Verlaufe der Geschichte nimmt es dann einen ganz anderen Verlauf. So weit so gut, mal will ja nichts doppelt lesen.
    Neben der Welt der Menschen existiert noch eine andere Welt, die der Hydden, ein Volk kleinwüchsiger Leute. Vor 1.500 Jahren wurde ein Anhänger mit 4 Juwelen erschaffen, gleich den Jahreszeiten. Einer Prophezeihung zufolge sollen diese nach und nach verloren gehen und dann droht das Ende der Welt – für Hydden und Menschen. Aber es soll ein Riesengeborener kommen, der diesem Schicksal Einhalt gebietet. Und nun ist es soweit. Der Junge heißt Jack, die Bösen trachten ihm nach dem Leben und so wird er vom Harz nach England zu den menschen gebracht und wächst zu einem 16-jährigen heran.
    Ab hier geht das Abenteuer los, zusammen mit Katherine, seiner Fast-Freundin und weiteren Hydden.

    So ganz vom Hocker hat mich das Buch nicht gehauen, es war mir streckenweise sogar zu sülzig, da das Hauptaugenmerk nicht auf dem Abenteuer und dem Weltuntergang liegt, sondern auf der erwachenden Liebe zweier Jugendlicher, die einfach zu schüchtern sind sich das einzugestehen. Und so tänzeln sie die ganze Zeit umeinander rum und das Buch und die Geschichte ebenso. Die Abenteuerhandlung bleibt da etwas zurück. Da wirkt das vorläufige Ende (des ersten Teils) sogar platt wenn die beiden 16-jährigen als frischgebackene Eltern von ihrem „großen Abenteuer“ nach Hause in die Menschenwelt zurückkehren.

    Die umrankenden Charaktere, die am Anfang so liebevoll eingeführt wurden, kommen allesamt viel zu kurz. Der kauzige Professor, von dem man annahm, dass er eine Schlüsselfigur zwischen beiden Welten spielt, kommt dabei am kürzesten. Auch hätte man die Hydden mehr mit Eigenleben füllen können.

    Ich hab mich so sehr nach der Leseprobe auf das Buch gefreut und bin ein stückweit enttäuscht. Kein großer Fantasy-Abenteuer-Roman, sondern eine Ode an die Liebe.

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  • Hyddenworld Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 01.03.2012

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    Es sind gerade die Märchen, an die wir uns von den alten Geschichten, aufgrund ihrer Aussagekraft und Sprache, am meisten erinnern.
    Hyddenworld gleicht diesen Märchen in seiner Handlung und Sprache, denn es wurden zwei ganz besondere Stücke vom Schmied und Riesen Beornamund wegen seiner großen Liebe Imbolc geschaffen, wobei in einem der Stücke das Licht aller Jahreszeiten eingefangen war. Die Götter sahen diese Tat jedoch als Frevel an ihnen an und zerstörten das Werk. Es zersplitterte in vier Teile, wobei ein jedes das Licht einer Jahreszeit enthielt. Alle Teile konnte Beornamund wiederfinden und in ein Schmuckstück einfassen, bis auf eins, den Frühling, der in der alten Sprache den Namen Imbolc trägt. Imbolc ist seitdem dazu verdammt mit dem Schmuckstück auf der Erde zu wandeln und darauf zu warten, dass alle Steine wieder verloren gehen, um dann einst von ihrer Nachfolgerin, zusammen mit dem fehlenden Stein des Frühlings wiedergefunden und vereinigt zu werden. Nach und nach gingen die Steine verloren und nun ist es an der Zeit, sie alle zu suchen und wieder zusammenzuführen. Jack, der Riesengeborene, und die bisher noch unbekannte Schildmaid und Nachfolgerin Imbolcs müssen sich zusammentun und gemeinsam diese Aufagbe bewältigen.
    Besonders machen diese Geschichte die märchen- und bildhafte Sprache, die diese Geschichte ausmacht und zudem eine besondere Atmosphäre in dem Roman erzeugt, die sehr phantastisch ist. Vor allem die Welt der Hydden und die Charaktere sind etwas sehr positives, denn an beidem merkt man, mit welcher Liebe und mit welchem Detailreichtum beides geplant und ausgearbeitet wurde. Die Welt der Hydden ist durch viele kleine Details geprägt, die diese Welt von unserer unterscheidet und sie glaubhaft macht, wie die Kultur der Hydden und anderen Völker, ihre Art sich zu kleiden, ihre Architektur und die vielen kleinen Eigenarten, die grade den Hydden zugesprochen werden. Am schönsten sind jedoch die Charaktere, bei denen man selbst bei den Nebencharakteren erkennen kann, wie detailliert sie geplant wurden und die durch ihre ganz eigenen Wesenzüge die Geschichte bereichern.
    Ein wenig schade fand ich jedoch das Ende dieses Bandes, welches in meinen Augen etwas zu schnell und gehetzt kam, denn für diesen letzten Abschnitt wurde viel Zeit auf wenig Seiten gepackt und daher wirkt dieser Teil sehr gestaucht, als hätte der Autor nicht mehr so große Lust verspürt, diesen Teil des Romans zu schreiben. Des Weiteren ist das Ende, da es sich um den ersten Band einer Quatrologie handelt noch recht offen und es bleiben natürliche viele Fragen offen, auch wenn ebenfalls viele beantwortet wurden. Für mich blieb der Roman auf jeden Fall sehr spannend, da eine der wichtigsten Fragen sehr lange offen bleibt, wobei man dem Band jedoch anmerkt, dass er erst der Auftakt zu einer sehr langen Reihe ist, denn es bleiben deutlich mehr Fragen offen, als geklärt wurden. Jedoch hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und es macht eindeutig Lust auf mehr, auch wenn ich hoffe, dass der nächste Band es schafft wirklich noch tiefer in die Handlung einzudringen, denn wie es weitergehen wird, möchte ich unbedingt erfahren.

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  • Hyddenworld Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 01.03.2012

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    Es sind gerade die Märchen, an die wir uns von den alten Geschichten, aufgrund ihrer Aussagekraft und Sprache, am meisten erinnern.
    Hyddenworld gleicht diesen Märchen in seiner Handlung und Sprache, denn es wurden zwei ganz besondere Stücke vom Schmied und Riesen Beornamund wegen seiner großen Liebe Imbolc geschaffen, wobei in einem der Stücke das Licht aller Jahreszeiten eingefangen war. Die Götter sahen diese Tat jedoch als Frevel an ihnen an und zerstörten das Werk. Es zersplitterte in vier Teile, wobei ein jedes das Licht einer Jahreszeit enthielt. Alle Teile konnte Beornamund wiederfinden und in ein Schmuckstück einfassen, bis auf eins, den Frühling, der in der alten Sprache den Namen Imbolc trägt. Imbolc ist seitdem dazu verdammt mit dem Schmuckstück auf der Erde zu wandeln und darauf zu warten, dass alle Steine wieder verloren gehen, um dann einst von ihrer Nachfolgerin, zusammen mit dem fehlenden Stein des Frühlings wiedergefunden und vereinigt zu werden. Nach und nach gingen die Steine verloren und nun ist es an der Zeit, sie alle zu suchen und wieder zusammenzuführen. Jack, der Riesengeborene, und die bisher noch unbekannte Schildmaid und Nachfolgerin Imbolcs müssen sich zusammentun und gemeinsam diese Aufagbe bewältigen.
    Besonders machen diese Geschichte die märchen- und bildhafte Sprache, die diese Geschichte ausmacht und zudem eine besondere Atmosphäre in dem Roman erzeugt, die sehr phantastisch ist. Vor allem die Welt der Hydden und die Charaktere sind etwas sehr positives, denn an beidem merkt man, mit welcher Liebe und mit welchem Detailreichtum beides geplant und ausgearbeitet wurde. Die Welt der Hydden ist durch viele kleine Details geprägt, die diese Welt von unserer unterscheidet und sie glaubhaft macht, wie die Kultur der Hydden und anderen Völker, ihre Art sich zu kleiden, ihre Architektur und die vielen kleinen Eigenarten, die grade den Hydden zugesprochen werden. Am schönsten sind jedoch die Charaktere, bei denen man selbst bei den Nebencharakteren erkennen kann, wie detailliert sie geplant wurden und die durch ihre ganz eigenen Wesenzüge die Geschichte bereichern.
    Ein wenig schade fand ich jedoch das Ende dieses Bandes, welches in meinen Augen etwas zu schnell und gehetzt kam, denn für diesen letzten Abschnitt wurde viel Zeit auf wenig Seiten gepackt und daher wirkt dieser Teil sehr gestaucht, als hätte der Autor nicht mehr so große Lust verspürt, diesen Teil des Romans zu schreiben. Des Weiteren ist das Ende, da es sich um den ersten Band einer Quatrologie handelt noch recht offen und es bleiben natürliche viele Fragen offen, auch wenn ebenfalls viele beantwortet wurden. Für mich blieb der Roman auf jeden Fall sehr spannend, da eine der wichtigsten Fragen sehr lange offen bleibt, wobei man dem Band jedoch anmerkt, dass er erst der Auftakt zu einer sehr langen Reihe ist, denn es bleiben deutlich mehr Fragen offen, als geklärt wurden. Jedoch hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und es macht eindeutig Lust auf mehr, auch wenn ich hoffe, dass der nächste Band es schafft wirklich noch tiefer in die Handlung einzudringen, denn wie es weitergehen wird, möchte ich unbedingt erfahren.

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  • Hyddenworld Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Themistokeles, am 01.03.2012

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    Es sind gerade die Märchen, an die wir uns von den alten Geschichten, aufgrund ihrer Aussagekraft und Sprache, am meisten erinnern.
    Hyddenworld gleicht diesen Märchen in seiner Handlung und Sprache, denn es wurden zwei ganz besondere Stücke vom Schmied und Riesen Beornamund wegen seiner großen Liebe Imbolc geschaffen, wobei in einem der Stücke das Licht aller Jahreszeiten eingefangen war. Die Götter sahen diese Tat jedoch als Frevel an ihnen an und zerstörten das Werk. Es zersplitterte in vier Teile, wobei ein jedes das Licht einer Jahreszeit enthielt. Alle Teile konnte Beornamund wiederfinden und in ein Schmuckstück einfassen, bis auf eins, den Frühling, der in der alten Sprache den Namen Imbolc trägt. Imbolc ist seitdem dazu verdammt mit dem Schmuckstück auf der Erde zu wandeln und darauf zu warten, dass alle Steine wieder verloren gehen, um dann einst von ihrer Nachfolgerin, zusammen mit dem fehlenden Stein des Frühlings wiedergefunden und vereinigt zu werden. Nach und nach gingen die Steine verloren und nun ist es an der Zeit, sie alle zu suchen und wieder zusammenzuführen. Jack, der Riesengeborene, und die bisher noch unbekannte Schildmaid und Nachfolgerin Imbolcs müssen sich zusammentun und gemeinsam diese Aufagbe bewältigen.
    Besonders machen diese Geschichte die märchen- und bildhafte Sprache, die diese Geschichte ausmacht und zudem eine besondere Atmosphäre in dem Roman erzeugt, die sehr phantastisch ist. Vor allem die Welt der Hydden und die Charaktere sind etwas sehr positives, denn an beidem merkt man, mit welcher Liebe und mit welchem Detailreichtum beides geplant und ausgearbeitet wurde. Die Welt der Hydden ist durch viele kleine Details geprägt, die diese Welt von unserer unterscheidet und sie glaubhaft macht, wie die Kultur der Hydden und anderen Völker, ihre Art sich zu kleiden, ihre Architektur und die vielen kleinen Eigenarten, die grade den Hydden zugesprochen werden. Am schönsten sind jedoch die Charaktere, bei denen man selbst bei den Nebencharakteren erkennen kann, wie detailliert sie geplant wurden und die durch ihre ganz eigenen Wesenzüge die Geschichte bereichern.
    Ein wenig schade fand ich jedoch das Ende dieses Bandes, welches in meinen Augen etwas zu schnell und gehetzt kam, denn für diesen letzten Abschnitt wurde viel Zeit auf wenig Seiten gepackt und daher wirkt dieser Teil sehr gestaucht, als hätte der Autor nicht mehr so große Lust verspürt, diesen Teil des Romans zu schreiben. Des Weiteren ist das Ende, da es sich um den ersten Band einer Quatrologie handelt noch recht offen und es bleiben natürliche viele Fragen offen, auch wenn ebenfalls viele beantwortet wurden. Für mich blieb der Roman auf jeden Fall sehr spannend, da eine der wichtigsten Fragen sehr lange offen bleibt, wobei man dem Band jedoch anmerkt, dass er erst der Auftakt zu einer sehr langen Reihe ist, denn es bleiben deutlich mehr Fragen offen, als geklärt wurden. Jedoch hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und es macht eindeutig Lust auf mehr, auch wenn ich hoffe, dass der nächste Band es schafft wirklich noch tiefer in die Handlung einzudringen, denn wie es weitergehen wird, möchte ich unbedingt erfahren.

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  • Eine Prophezeiung wird wahr Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 28.02.2012

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    Frühling, der erste Band der Tetralogie Hyddenworld, ist die breit angelegte Hinführung zu dem geplanten Fantasy-Epos von William Horwood. Diese verbindet historische mit real existierenden und fiktiven Orten in Englalond, dem heutigen England und basiert auf Legenden, Mythen und Prophezeiungen aus uralten Zeiten.
    Die Handlungsträger der Geschichte sind Menschen und Hydden. Dies sind kleine Wiesen- und Grabenbewohner, die nah bei den Menschen wohnen. Da aber die Menschen aus Gleichgültigkeit verlernt haben, die Natur und ihre kleinen Mitbewohner zu beachten, sind sie blind geworden für diese Parallelwelt. Die Hydden hingegen, der Natur sehr nah, nehmen am technischen Fortschritt der Menschen teil, leiden auch unter dessen Folgen und können durch Henges sogar in die Menschenwelt übertreten. Der Wechsel in die Hyddenwelt dagegen gelingt nur den wenigen Menschen, die sich den Glauben an die Hydden bewahrt haben.
    Die Welt der Hydden und der Menschen steht vor einer von den Menschen provozierten Umweltkatastrophe, die laut einer Prophezeiung aus dem 7. Jahrhundert nur dadurch verhindert werden kann, dass die Fragmente einer Brosche, dies sind vier verloren gegangene Edelsteine, die die Kraft der vier Jahreszeiten widerspiegeln, wieder zusammengefügt werden.

    Als in dem Volk der Hydden ein Junge, namens Yakob, geboren wird, der sich zu einem Riesen entwickelt, senden ihn dessen Eltern zu seinem eigenen Schutz in die Menschenwelt. Von diesem Riesengeborenen, der sich von nun an Jack nennen soll, so sagt eine alte Legende, soll die Rettung für das Universum kommen. Von nun an begleitet der Leser diesen Hydden Jack auf seiner Reise durch die Menschen- und in die Hyddenwelt. Ängsten, Verfolgung und Grausamkeiten ist er ausgesetzt, nachdem man in Hyddenworld von seiner Existenz erfahren hat. Dass er alle Angriffe überlebt, verdankt er dienstbaren Helfern aus beiden Welten. Besonders die Liebe zu Katherine lässt ihn sein Schicksal annehmen und letztendlich in die Menschenwelt zurückkehren. Gemeinsam sind sie auf dem richtigen Weg, die Welt zu retten.
    Horwood ist es mit einer fast märchenhaft altertümlichen Sprache gelungen, Hyddenworld mit den zahlreichen Charakteren für den Leser sichtbar zu machen.
    Ich halte den ersten Band „Frühling“ für einen gelungenen Auftakt zu dem geplanten Epos und freue ich auf den nächsten Band.

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  • Tolle geschichte! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 23.02.2012

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    Verborgen neben unserer liegt die Welt der Hydden. Vor langer Zeit erschuf der Schmied Beornamund eine unvergleichlich schöne Kugel, die in viele Teile zersplittert wurde. Vier davon symbolisieren die Jahreszeiten, doch der Frühling konnte nicht wiedergefunden werden. Die anderen drei Steine trägt seine große Liebe Imbolc in einem Amulett als Friedensweberin über die Welt. Eine Prophezeiung lautet, dass ein neues Zeitalter anbricht und der Erde die Vernichtung droht, wenn alle Steine aus dem Amulett herausgefallen sind.
    Hunderte Jahre später wird ein Riesengeborener der Hydden zu seinem eigenen Schutz zu den Menschen geschickt. Seine Wege kreuzen sich mit denen von Katherine. Auch wenn er sich kaum erinnert, holt ich seine Vergangenheit ein. Denn Jack wurde prophezeit ihr Retter zu sein...
    "Der Herr der Maulwürfe" legt mit dem ersten Hydden-Band erneut ein phantastisches Meisterwerk vor. Von der Art her lässt sich das Buch am ehesten mit dem Hobbit vergleichen. Die Welt und ihre Bewohner sind herausragend ausgearbeitet, die etwas altertümlich anmutende Weise der Hydden ist lebensecht und authentisch. Alle Charaktere waren immer wieder für eine Überraschung gut und hielten die Handlung lebendig und spannend. Auch wenn immer wieder neue Begriffe einflossen, gab es keinerlei Verständnisschwierigkeiten.
    Hydden World lässt sich vom Stil her nicht mit den modernen, rasanten Fantasyromanen vergleichen, sondern eher mit den klassischen Fantasybüchern. Auch wenn ich auf den Begriff "Tolkien-Erbe" mittlerweile allergisch reagiere, muss ich doch zugeben, dass der Vergleich hier durchaus angebracht ist. Mich hat der Roman vollkommen überzeugt und daher gebe ich 5 von 5 Sterne.

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  • Wunderbarer "Old English Charme" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sonea84, am 22.02.2012

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    Eigentlich könnte ich das Buch in einem Satz beschreiben : Einfach nur wunderschön! Ich habe schon lange nicht mehr so ein gutes Fantasybuch gelesen.
    Der Leser ist mal in der Hyddenwelt und man in der Menschenwelt bei den Abenteuern dabei. Ich muss ehrlich sein, ich hätte nicht gedacht, dass eine Verschmelzung der etwas altmodisch anmutenden Hyddenwelt mit der der modernen Menschenwelt möglich ist, aber Horwood hat es meisterhaft geschaft! In beiden Welten gibt es absolut hinreizende Charaktere. Gleich am Anfang lernt man z.B. einen schrulligen englischen Professor kennen, der einem einfach ans Herz wächst. Auch der Hydde Bedwin Stort ist einfach nur köstlich beschrieben und ein liebenswerter Charakter!  Alle Charaktere sind sehr speziell und goldig und einige auch recht verschroben beschrieben. Beim lesen hat es einen gewissen Flair, so als wenn man ein altes Märchen liest. Das sich alles um eine alte Prophezeiung dreht, bei der es um die Rettung der Welt geht, trägt natürlich  noch dazu bei. 
    Einige Fantasybücher sind manchmal etwas überheblich und "laut". Dies trifft auf "Hyddenworld - Der Frühling" zum Glück nicht zu. Es ist eher, als wenn ein schöner klarer Bach dahinplätschert. Es strahlt trotz der Spannung eine wunderbare Ruhe und Geborgenheit aus. Ich fing an zu lesen und war sofort im Sog dieser Geschichte gefangen und die lies mich nicht wieder los. Man möchte aus dieser Welt einfach nicht mehr auftauchen.
    Was mich auch noch total begeistert hat, war der poetische und fantastische Sprachstil und das der Roman so eine Art "Old English Charme" besitzt. Alte Häuser, verwilderte Gärten, große Bibliotheken mit alten Schreibtischen, Tea-Time, deftiges Frühstück...einfach eine wunderbare Atmosphäre!
    Die Hydden benutzen oft das Wort "Gentlemen", das macht sie mir noch symphatischer und es hat so ewtas schönes altmodisches an sich! Den verschrobenen Professor hatte ich ja schon erwähnt, der darf in solch einer Konstellation natürlich nicht fehlen. Und einer der Hydden trägt eine Jacke aus Harris-Tweed - einfach golding und so wunderbar "englisch".
    Besonders hervorheben möchte ich auch, dass die Natur in diesem Buch eine große Rolle spielt und in all ihren schillernden Farben beschrieben wird. Einfach nur großartig!!!
    Ich kann meine Begeisterung über dieses Buch fast nicht in Worte fassen! Was die Geschichte ansich angeht, finde ich es schwer sie zu beschreiben, ohne dem Leser den Spass zu nehmen die Abenteuer selber mit zu erleben. Ganz konzentriert könnte man es so beschreiben, dass es viele Irrungen und Wirrungen gibt, es natürlich darum geht die Welt zu retten und das "Böse" zu besiegen. Eine kleine nette Love-Story ist auch enthalten. Aber es ist eben dank der Sprache und der Charaktere so viel mehr als das! Auch wenn in solchen Büchern die "Guten" immer am Ende gewinnen, ist die Story meiner Meinung nach nicht vorhersehbar und kann den Leser überraschen. Es hat einfach alles, was ein gutes Fantasybuch haben muss!!!

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  • wer es mit HdR vergleicht macht einen Fehler Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 30.01.2012

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    Doch nun zu der Geschichte. Das Volk der Hyyden ist liebevoll gezeichnet, sie erinnern etwas an die Hobbits und an die Borribles, können aber durchaus für sich stehen. Sie sind nur etwa halb so groß wie die Menschen und leben ungesehen und unerkannt unter ihnen, weil die Menschen nicht mehr an das kleine Volk oder überhaupt an Märchen glauben. Ab und zu wird den Hydden ein Riesengeborener geboren, der die Größe eines Menschen erreicht. Diese Riesengeborenen werden entweder getötet oder ausgestoßen aber auf Jack ruht eine Prophezeiung, daher wird er gerettet und in der Welt der Menschen versteckt.

    Dort trifft er auf die Shores und die Foales, die sich seiner annehmen. Die Shores müssen dafür teuer bezahlen, denn als ein Anschlag auf Jacks Leben verübt wird, stirbt Richard Shore und Jack kommt mit schweren Verbrennungen nur knapp mit dem Leben davon. Er selber rettet aber Katherine Shore das Leben und die beiden verbindet ab da eine lebenslange Freundschaft und Liebe. Als Katherine in die Welt der Hydden entführt wird, folgt ihr Jack und trifft in Hydden auf Freunde, sie ihn schon lange beobachten und behüten und ihm nun helfen, die Prophezeiung zu erfüllen. Stort entwickelt sich zu meiner Lieblimgsfigur und er gibt dem Buch einen besonderen Charme.

    Der Wechsel zwischen Menschenwelt und Hyddenwelt ist gelungen die Figur der Imbolc dient oft als roter Faden, da sie einzelne Elemente miteinander verbindet. Imbolc ist die letzte Friedensweberin, die auf der Suche nach ihrer Nachfolgerin, der Schildmaid ist. Und Anfangs sieht es so aus, als sei Katherine diese Schildmaid.

    Was mich irritiert ist der teilweise sehr starke Kontrast im Buch. Auf der einen Seite die schöne, märchenhafte und poetische Sprache. Auf der anderen Seite die brutale und sehr grausam beschriebene Gewalt:. Sei es die Szene, als Richard verbrennt oder sei es die Szene, in der viele Hydden nach dem Umsturz ermordet werden.

    Das wieder viele Leute diese Geschichte mir HdR vergleichen finde ich etwas abwegig. Diese Geschichte spielt im modernen England, im hier und jetzt, und die Hydden nutzen die Entdeckungen und den Fortschritt der Menschen zu ihrem Vorteil. Wunderbar die Szene mit den Brettern, sie sie für die Zugfahrt benutzen. Die Hydden setzen sich aus verschiedenen Völkern zusammen und agieren miteinander, sie sind nicht so abgeschottet wie die Hobbits zu Beginn von HdR.

    Trotz allem finde ich die Geschichte spannend und werde auf jeden Fall die anderen Bände lesen. Das goldgelbe Buch des Sommers, das rotbraune Buch des Herbstes und das graue Buch des Winter.

    Ich hoffe, Klett Cotta bleibt sich in der Gestaltung treu und die anderen Bände werden so schön gestaltet wie dieses grüne Buch des Frühlings.

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  • Kleine Leute, kleine Geschichte? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Carolin, am 25.01.2012

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    Jack, ein Riese und doch nur ein kleiner Junge, hat eine große Wurd, also ein außergewöhnliches Schicksal: Er scheint der Auserwählte zu sein, auf den Hyddenwelt gewartet hat. Denn ein Riesengeborener soll es sein, der das Collier der Friedensweberin wieder mit Jahreszeiten füllt und so den Fortgang der Zeit sichert und damit natürlich wieder einmal die Welt rettet. Die Friedensweberin wandelt schon seit 1500 Jahren auf der Erde herum und sieht sich nun ihrem Ende gegenüber, doch erst muss ihre Schwester die Schildmaid gefunden werden. Auch hier spielt Jack keine unbedeutende Rolle. Doch natürlich wollen erst Gefahren bestanden (hier reicht die Spanne von Naturgewalten wie Feuer und Wasser bis zu bösen kleinen Fyrds), Freundschafts- und Liebesbande geknüpft und fremde Welten erkundet werden. Doch so fremd ist die Welt der Hydden gar nicht, denn diese kleinen Leute leben mitten unter uns, wir Menschen haben nur einfach irgendwann verlernt, sie zu sehen.

    Als ich das Buch zur Hand nahm, erwartete ich eine wundervolle und spannende Fantasy-Geschichte. Als Liebhaberin dieses Genres bin ich eigentlich schnell zu begeistern ;) Doch so richtig hat es Hyddenworld nicht geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Mit den Figuren konnte ich mich nicht wirklich identifizieren, viele wirkten flach und nicht sehr aussagekräftig. Einzig mit Bedwyn Stort könnte ich es mir vorstellen, am Lagerfeuer in einem Henge zu sitzen ;) Gerade Jack und Katherine fand ich zu fad, teilweise sogar übertrieben nervig. Ebenso hätte ich gut und gerne auf den doch recht ausgiebig eingebauten Kitschfaktor verzichten können.
    Trotzdem wurden immer wieder spannende Szenen eingeflochten (z. B. im Saal der Jahreszeiten) und auch die doch recht kreativen Eigenheiten der Hyddenwelt und v. a. Brum verfolgte ich mit schmunzelndem Interesse :) Besonders toll fand ich die Idee der Barmherzigen Schwestern, die Henge als Portal und den Hochzeitsknoten.

    Insgesamt ist Hyddenworld leichte Fantasy für Zwischendurch und durchaus unterhaltsam, vor allem wenn man gerne noch eine Liebesgeschichte liest. Ein Eintauchen in die Fantasiewelt, wie ich sie von vielen anderen Büchern dieses Genres kenne, war mir allerdings nicht möglich, dafür wirkten einige Wendungen zu konstruiert, die Charaktere zu neutral und die Umgebung zu oberflächlich gezeichnet. Ob ich den Nachfolger lese...hm, ich bin mir nicht so sicher, wahrscheinlich einzig um zu erfahren, was aus Bedwyn Stort wird.

    Noch etwas Formales: Die Gestaltung des Buches hat mir super gefallen. Der Umschlag ist liebevoll und sehr hübsch designt, die einzelnen Teile des Buches sind klar abgegrenzt und mit einem wunderschönen Bild eingeleitet. Die vielen Druckfehler im Buch haben mich aber sehr gestört. Es hätte wohl intensiver gegengelesen werden müssen.

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Beornamunds Prophezeiung

Ein Schmied namens Beornamund lebte einst in Mercia, einem der sieben großen Reiche von Englalond, jenem sagenumwobenen Land des Nebels, das am nordwestlichen Rand der Dinge liegt. In seiner Jugend liebte er Imbolc, die Tochter seines Meisters, deren Name in der alten Sprache Frühling bedeutet. Als sie bei einem Hochwasser von den Fluten fortgerissen wurde und ertrank, widmete er sein Leben fortan der Aufgabe, zum Gedenken an ihre Schönheit und ihrer beider Liebe Gegenstände zu fertigen. Seine Handwerkskunst war so groß und sein Verständnis des sterblichen Geistes so tief, dass er zum CraftLord erkoren wurde, dem Schöpfer großer Dinge. Viele sagen, er sei der Größte von allen gewesen.
Aus zwei Gegenständen im Besonderen entsprang eine Legende. Der erste war eine makellose Kugel aus Metall und Glas, die Beornamund am Tag ihres Todes im Zorn erschuf. Sie war so vollkommen, dass sie, als er sie aus Trotz gegen die Götter – die, wie er glaubte, seine Imbolc hatte sterben lassen – in den Himmel schleuderte, etwas von den Feuern des universums und alle Farben der irdischen Jahreszeiten stahl. Als die Götter dies sahen, zerschmetterten sie die Kugel in hunderttausend Stücke. Er fand nur drei davon, jedes ein makelloser Edelstein, der eine Jahreszeit verkörperte: einer den Sommer, ein zweiter den Herbst und der letzte den Winter. Beornamund glaubte fest daran, dass auch der Stein des Frühlings in der Nähe seiner Werkstatt lag, doch er fand ihn nie.
Der zweite große Gegenstand war mit dem ersten auf höchst merkwürdige Weise verbunden. Es handelte sich um eine Anhängerscheibe aus Gold, in die er die drei Edelsteine, die er gefunden hatte,
einsetzte, in dem Glauben, dass auch der Frühling, der letzte, eines Tages wieder zum Vorschein kommen würde. Diesen Anhänger trug durch die Jahrhunderte Imbolc, die von den Göttern zur Friedensweberin erkoren worden war und auf einem Schimmel durch die Welt der Sterblichen, Menschen wie Hydden, ritt.
Beornamund prophezeite, dass der Stein des Frühlings erst gefunden werden könne, wenn die Steine des Sommers, Herbstes und Winters von dem Anhänger, den er Imbolc geschenkt hatte, unbemerkt abgefallen und in Vergessenheit geraten seien. Wenn der letzte, der Winter, verlorengehe, werde ihre Reise als Friedensweberin zu Ende sein. Erst dann habe sie ihre Pflicht erfüllt und könne als Imbolc, seine Geliebte, zu ihm zurückkehren.
Doch er warnte auch vor der Gier der Sterblichen, die so zerstörerisch sei, dass der Erde und dem Universum nach Imbolcs endgültigem Hinscheiden die Vernichtung drohe. Das Einzige, was sie retten
könne, sei das Kommen ihrer legendenumwobenen Schwester, der Schildmaid. Deren erste Aufgabe werde sein, mit der Hilfe einer Schar tapferer Sterblicher den verlorenen Stein des Frühlings zu finden. Danach müssten im Laufe der Jahre die anderen, über die Erde verstreuten Steine der Jahreszeiten gefunden werden. Erst wenn diese Quest erfüllt sei, könnten die Kugel, die Beornamund zuerst gefertigt hatte, wieder erschaffen, die Feuer des Universums noch einmal entfacht, die irdischen Jahreszeiten erneuert und Erde wie Universum gerettet werden …

I Die Reiterin und Ihre Quest
Die Reiterin und Ihre Quest

Kurz vor Sonnenaufgang an diesem ersten Frühlingstag tauchten der Schimmel und seine Reiterin aus dem Dunkel des Winters auf und verweilten auf dem Waseley Hill nahe der Stadt Brum in Englalond.
Kalte Nebelgeister regten sich, aufgewirbelt von den Hufen des Pferdes, oder lagen über den Senken und Gräben unter ihm, sie fürchteten die aufgehende Sonne mehr als die Reiterin.
Da sie zu alt war, um mühelos abzusteigen, sank der Schimmel sanft auf die Knie und ließ sie hinab. Ihre Hände und Finger waren verkrümmt, ihre Augen wässrig, ihr weißes Haar schütter und ihr pergamentenes Gesicht zerfurcht von einer Reise, die fünfzehnhundert Jahre währte.
An ihrem Hals hing eine alte Anhängerscheibe aus Gold, abgenutzt und zerbeult. Die Edelsteine des Anhängers waren fast alle verlorengegangen, und dennoch war er immer noch schön.
Die Reiterin hatte alle Jahreszeiten ihres Lebens durchstanden, und mit dem Beginn der neuen Jahreszeit auf der Erde schickte siesich an, von geborgter Zeit zu leben, bis sie ihre große Aufgabe zu Ende geführt hatte und zu den Sternen zurückkehren durfte. Denn noch war ihre Quest nicht erfüllt.
Ihr Körper mochte der eines alten Weibes sein, doch in ihren Augen leuchtete noch das Licht der Liebe, die sie empfangen hatte, als sie jung und schön gewesen war, und die sie zum Dank dafür seit jener Zeit der Erde und den Sterblichen zurückgab.
So stand sie jetzt im feuchten Gras auf einem Hügel, auf dem ihr Liebster sie einst in den Armen gehalten hatte, und blickte über die noch dunkle Landschaft unter ihr. In dem sich lichtenden Dunkel
der großen Menschenstadt sah sie, was kein Mensch zu sehen vermochte: die geheime und sagenumwobene Stadt von Hyddenwelt. Brum, die einstige Hauptstadt Englalonds, war heute das letzte
Bollwerk der Freiheit und der rebellischsten Neigungen der Sterblichen, der Neigung zu schalkhaftem Humor und Eigensinn. Der Name der Reiterin war Imbolc, was in der alten Sprache Frühling bedeutet. Ihr Geliebter war Beornamund gewesen, der größte CraftLord von allen, Gründer von Brum. Die Quest war ihre letzte und schwierigste Aufgabe. Sie musste ihre Schwester und Nachfolgerin, die Schildmaid, finden. Denn es drohte ungemach, nicht nur in Englalond und der übrigen Welt, sondern überall im universum. Die
Zeit war gekommen, da die Schildmaid gebraucht wurde. Das Ende der Tage drohte, und Imbolc, die Friedensweberin, hatte die Welt so gut es ging auf das, was zu tun war, vorbereitet, wohl
wissend, dass sie den Rest ihrer Schwester überlassen musste, wann und wie auch immer sie gefunden werden mochte.
Jetzt stand sie da, am Zügel ihres herrlichen Schimmels, blickte in den kalten Morgen ringsum und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Bedwin Stort

Drei Hydden und ein halber – der halbe war ein elfjähriger blonder Knabe, dünn und schlaksig – lagen zusammengekauert in einem Graben unweit der Stelle, wo Imbolc stand, und schliefen.

Einer von ihnen war Brif, der Meisterschreiber von Brum und der bedeutendste Archivar seiner Zeit. Er war mit seinen gut neunzig Zentimetern Körperlänge groß für einen Hydden und zum Schutz gegen die Kälte in einen dicken, schmutzigen, roten Mantel mit der schwarzen Wollkapuze eines Gelehrten eingemummt.

Neben ihm lag die gedrungene, kräftige Gestalt Mister Pikes, der mit seinen dreißig Jahren beträchtlich jünger war als Brif. Er war ein Knüppelmann, ein in den Kriegskünsten ausgebildeter Hydden, der momentan die Aufgabe hatte, Brif vor all jenen zu schützen, die ihm nach Leib und Leben trachteten, aber auch vor seinem eigenen Leichtsinn, der ihn bisweilen dazu trieb, Orte aufzusuchen, die er besser meiden sollte. Sein schwerer Ironclad, ein an beiden Enden mit Eisenbändern beschlagener Knüppel, lag neben ihm.

Der Dritte, der mit ihnen das schlammige Lager teilte, war Barklice, einer der angesehensten Forstmeister der Stadt, dessen traditionelle Aufgabe darin bestand, in Brum und umgebung umherzureisen, Streitigkeiten zu schlichten, Wogen zu glätten und die bisweilen erhitzten Gemüter in verschiedenen Hydden-Gemeinden zu beschwichtigen.

Als Forstmeister war er nicht nur einer der erfahrensten lebenden Wegekundigen in Englalond, sondern auch – und dies war ein weiterer Nebeneffekt seines aufreibenden Berufs – von schlanker Gestalt, schmal im Gesicht und frei im Geiste.

Alle trugen Hosen und Jacken, dazu selbstgefertigte Schuhe, deren Oberteil aus Leder bestand und die mit dem besten Material besohlt waren, über das sie verfügten: Laufflächengummi von ausrangierten Autorreifen der Menschen.

Keiner der drei hatte eine angetraute Wyf oder sonstige Angehörige, und so hatten sie sich zusammengetan und waren am Abend zuvor aus der Stadt marschiert, um die Ankunft des Frühlings zu begrüßen, mit Geschichten und Geplauder, Scherzen über sich und die Welt und ein paar einfachen Ritualen, die tief in ihrem Glauben an Mutter Erde wurzelten. Noch tiefer freilich verehrten sie den Spiegel aller Dinge, in dem, wie sie glaubten, Wirklichkeit und Dasein aller Sterblichen, Hydden wie Menschen, abgebildet waren.

Hydden wie sie feiern den Frühlingsbeginn an einem ganz anderen Tag, als es die Menschen gewöhnlich tun. Menschen leben nämlich vorwiegend in Städten und Häusern, die sie von den Elementen trennen, und dass der Frühling in der Luft liegt, merken sie daher erst, wenn er eigentlich längst begonnen hat.

Hydden sind der Erde näher und wissen, dass die schönste aller Jahreszeiten nicht erst im März oder April anbricht, sondern viel früher. Sie beginnt mit den ersten Regungen im kalten Boden, wenn es in tiefen Höhlen gähnt und scharrt, wenn da und dort ein milderes Licht durch die noch trüben, winterkalten Wolken flimmert, und mit dem Gurgeln der Bäche, das mit der Schmelze des Winterschnees und dem Regen im späten Januar anhebt, mit dem Erwachen neuen Lebens und wiedergefundener Freude.

Niemand kann mit Gewissheit sagen, zu welcher Stunde oder an welchem Tag der Frühling tatsächlich beginnt, doch im nördlichen Teil von Hyddenwelt wird der erste Frühlingstag willkürlich auf den 1. Februar nach dem menschlichen Kalender gelegt, und ebendies war der Grund, warum Master Brif und seine Freunde trotz der nasskalten Witterung in südwestlicher Richtung aus Brum hinaus zum Waseley Hill gezogen waren und die Jahreszeit mit einem warmen Trunk und einem Freudenfeuer begrüßt hatten. Der Met war stark gewesen, und sie schliefen und schnarchten noch.

Der Vierte unter ihnen, der »Halbe«, wie er, obschon groß für sein Alter, bisweilen von Brif genannt wurde, hieß Bedwyn Stort und war Brifs Gehilfe. Er lag abseits von den anderen und war fest in einen alten schwarzen Müllsack aus Plastik gewickelt – ein ausgefallener, aber durchaus wirksamer Schutz gegen die Feuchtigkeit. Er trank nie einen Tropfen und war, wie es schien, ein unruhiger Schläfer. Ein unbeschuhter Fuß hatte sich auf der einen Seite einen Weg aus dem Sack in die Freiheit erzwungen, während der andere verdreht in einer Ecke feststeckte.

Ein Arm, der in einer sommersprossigen Hand endete, hatte sich über den Rand des Grabens geworfen, als versuche er, dem Körper zu entfliehen. Die andere lag fest auf dem Gesicht, um die Augen vor dem Dämmerlicht zu schützen.

Doch vergebens.
Finger spreizten sich, ein Auge ging auf und wieder zu, ehe die Hand schließlich ganz wegzogen wurde, ihr Besitzer langsam beide Augen öffnete und neugierig umherspähte, so als wisse er nicht recht, wo oder gar wer er war.
Seine lange Nase schnupperte, und als er den Nebel sah, der in der Luft und über seinen schlafenden Gefährten waberte, nahm sein Gesicht einen überraschten, ja erstaunten Ausdruck an.
Er setzte sich auf und schälte sich aus dem Sack, sodass seine normale Kleidung zum Vorschein kam, bestehend aus einem Anzug aus Harris-Tweed, den er nach eigenem Entwurf selbst geschneidert hatte und der mit so vielen ausgebeulten Taschen unterschiedlicher Form und Größe versehen war, dass sich unmöglich sagen ließ, wo eine aufhörte und eine andere anfing.
Es war der Nebel, der ihn stutzig machte.
»Seltsam«, murmelte er, »er bewegt sich, als sei er aufgewirbelt worden. Das bedeutet, dass ihn irgendetwas aufgewirbelt hat, etwas Großes.«
Er vernahm ein Schnauben.
»Ein Pferd«, sagte er laut zu sich selbst, was er häufig tat, wenn er scharf überlegte. »Aber kein gewöhnliches Pferd. Kein gewöhnliches Pferd !«
Er blickte zu den Gefährten, sah, dass sie fest schliefen, und stemmte sich aus dem Graben in das Gras darüber. Dort blieb er reglos stehen, legte den strubbeligen Kopf mit den abstehenden Ohren auf die Seite und lauschte.
»Sehr sonderbar«, sagte er und fügte mit heiterer, aber ernster Ironie hinzu: »Wirklich wurdig.«
Denn »Wurd« ist das, was Menschen manchmal Schicksal oder Fügung nennen. Für die Hydden ist die Wurd aber nichts unausweichliches, sondern die Folge von Entscheidungen, und sie wissen, dass eine Entscheidung ein Leben für immer verändern kann. Deshalb muss die Wurd ernst genommen werden.
Bedwyn Stort zögerte nur kurz, bevor er, ohne an seine Sicherheit zu denken, den Hügel hinaufstieg, in den Nebel hinein. Er war erst elf Jahre alt, aber seine Neugier und sein Streben nach Antworten eilten der Angst vor etwaigen Gefahren, die sein Tun heraufbeschwor, weit voraus.

3 Der Pakt

Was immer Imbolc in dieser letzten Spanne ihrer bislang fruchtlosen Suche nach ihrer Schwester und Nachfolgerin, der Schildmaid, zu sehen erwartet hatte, es war jedenfalls nicht dieser sonderbar gekleidete und schlaksige junge Hydden, der jetzt, noch ein halbes Kind, durchs feuchte Gras zu ihr heraufgestapft kam.

Der Schimmel hatte sich zurückgezogen, und so stand sie alleine da und überlegte, ob sie eine andere Gestalt annehmen sollte, denn es gab wenige Sterbliche, die einer unsterblichen in die Augen sehen konnten. Diesmal sagte ihr ein Gefühl, dass sie so bleiben sollte, wie sie war.

Friedensweberinnen haben keine gewöhnlichen Augen und sehen im Spiegel der Wirklichkeit nicht nur das jüngste, neueste Abbild dessen, was sich ihnen darbietet. Sie sehen auch, was der Spiegel einst gezeigt hat und dereinst zeigen wird. Sie sehen dies beinahe wie Schatten, hellgrau, mit Tupfern echter Farbe da und dort, verschwommene Ereignisse und vage Prophezeiungen, Bruchstücke der Zeit, die sich zu einem Leben fügen.

Als Imbolc ihre Augen nun auf Bedwyn Stort richtete, staunte sie. Bild um Bild bestätigte ihr, dass er ein höchst ungewöhnlicher Hydden war.

Ein Säugling, der von Geburt an mit der Neugier eines Kindes in die Welt blickte. Ein Kind, das mit dem Wagemut der Jugend seinen Weg ging. Ein Jüngling, der in die Welt hinauszog und die Trennung von den Seinen mit der Reife des Erwachsenen ertrug. Ein Mann, der schon früh vor Schmerz über Verlust und Alter schrie. und schließlich ein Greis, der sich seine ursprüngliche unschuld bewahrt hatte und dessen Augen noch dasselbe Lebenslicht erfüllte wie einst, als er sie zum ersten Mal öffnete.

So erschienen ihr Bedwyn Storts Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Vor allem sah sie, als er zu ihr heraufstieg, in seinen Augen das Licht großer Liebe, ungetrübt von den Zeiten, die er durchleben musste. Sie kannte es, wie sie ihr eigenes kannte. und so glaubte sie, endlich einen von denen gefunden zu haben, die der Schildmaid bei der Erfüllung ihrer schweren Aufgabe helfen konnten, vorausgesetzt, sie blieben ihrer Wurd treu und besaßen den Mut und die Kraft, den Pilgerweg der Sterblichen bis zum Ende zu gehen.
Stort betrachtete sie erstaunt, und dann den Anhänger, den sie trug, alt und angeschlagen, wie er war, mit nur noch einem Edelstein, das Gold verbeult von vielen Stößen, der weiße Quarz in seiner Mitte abgenutzt und stumpf und ohne Aussicht, wie es schien, jemals wieder im Licht der Liebe zu erstrahlen.
»Ist das der Anhänger, den Beornamund für Sie gemacht hat?«, fragte er unerschrocken, trotz ihres durchdringenden Blicks.
»Ja, Master Stort, genau der. Die anderen Edelsteine sind jetzt fort, über die Erde verstreut.«
Er nahm ihn genauer in Augenschein und sagte: »Master Brif glaubt …«
»Pst …«, flüsterte sie, hob die Hand und legte ihm einen Finger auf die Lippen, »behalte für dich, was Brif gesagt hat. Es ist besser, wenn ich es nicht erfahre.«
Sie begriff sofort, dass sie einen Fehler begangen hatte. Nicht durch ihre Worte, sondern durch ihr Tun, denn es hieß, dass ein Sterblicher, wenn er von einer unsterblichen berührt wurde, eine Last aufgebürdet bekam, die er möglicherweise nicht tragen konnte.
Stort verstummte und fühlte einen Wind durch sich hindurchgehen, der als eisiger Hauch begann und als urgewaltiger Schneesturm endete. Der Wind ließ ihn ausgezehrt und gealtert zurück, zwang ihn in die Knie und drohte ihm dort, auf dem Waseley Hill, das Leben zu nehmen.
Doch es heißt auch, dass der unsterbliche gewinnt, was der Sterbliche verliert, und so spürte Imbolc, die Friedensweberin, wie seine Jugend auf sie überging, sodass sie wieder wurde, was sie einst für Beornamund, den CraftLord, gewesen war: jung, schön, erfüllt vom Leben und der Liebe der Jahreszeit, deren Namen sie trug.
Sie kniete neben Bedwyn Stort nieder, schlang die Arme um ihn und flüsterte: »Du darfst uns noch nicht verlassen, denn du hast eine Aufgabe zu erfüllen …«
Dann vertraute sie ihm an, dass bald jemand nach Englalond kommen werde, der seiner Hilfe bedürfe.
»… der Riesengeborene ist bereits auf dem Weg … suche ihn und tu, was in deinen Kräften steht. Tu es, dann werde ich den Spiegel aller Dinge bitten, dir im Licht der aufgehenden Sonne das Leben wiederzuschenken. Willst du das für mich versuchen?«
Stort nickte, hob die Hand und berührte ihre Lippen, so wie sie seine berührt hatte. Sogleich kehrte seine Jugend zurück, und sie begann wieder zu altern.
»So ist es gut!«, sagte sie. »So muss es sein. Geleite ihn sicher durch die kommenden Jahre, damit er bei der Suche nach der Schildmaid helfen kann, und schützt euer Leben in den finsteren Jahrzehnten, die anbrechen werden, wenn ich nicht mehr da bin, um zu helfen …«
Stort fiel in einen tiefen Schlaf, und im selben Augenblick kehrte der Schimmel zurück, beugte den Kopf, und Imbolc, noch für einige Augenblicke jung, erklomm seinen Rücken und sprengte davon. Die Sonne ging auf, der Nebel wich vor ihrer Wärme, und Imbolc und ihr Pferd waren nur noch Wolken, die am Himmel zerflossen.

Die Sonne weckte Brif und die anderen. Als sie sahen, dass Stort fort war, erhoben sie sich, und nichts Gutes ahnend, spähten sie den Hügel hinauf, wo er im Gras lag.

Pike war als Erster bei ihm, Barklice entdeckte die Hufabdrücke eines Pferdes, doch war es Brif, der erriet, dass Master Stort mehr gejagt hatte als Nebelgeister.

Sie bereiteten ihm einen Trunk, brachten ihn wieder zu sich und dankten der Jugend und dem ersten Licht des Frühlings.
Als er ihnen berichtete, was geschehen war und dass er mit einer Aufgabe betraut worden sei, zu deren Erfüllung er möglicherweise ihre Hilfe brauche, glaubten sie ihm bereitwillig.
»Worin besteht denn diese Aufgabe?«, fragte Brif.
»Ich weiß es nicht genau«, antwortete Stort.
»Gegen wen soll es gehen?«, fragte Pike, die rechte Hand bereits fest auf seinem Knüppel.
»Ich bin mir nicht sicher«, antwortete Stort.
»Nennen Sie mir den Ort, Master Stort, und ich bringe Sie hin«, erbot sich Barklice.
»äh …«, begann Bedwyn Stort zögernd. »Ich kann mich nicht entsinnen, aber sie hat gesagt, ich würde ihn finden, ich müsse nur gründlich genug suchen.«
»Wer sie ?«
»Imbolc. Sie hat mich berührt und …«
Sie sahen einander bestürzt an, denn jeder Hydden weiß, dass unsterbliche Sterbliche nur berühren, um ihnen ein Leid anzutun. Sie musterten Stort genauer und erkannten, dass er die Wahrheit sprach. Denn rechts an seiner Stirn und an einer kleinen Stelle an seinem Hinterkopf entdeckten sie etwas, was am Vorabend noch nicht da gewesen war – weißes Haar, was bei einem Jüngling ein Zeichen von unschuld und Weisheit war.
»Ich weiß nur, dass jemand kommen wird, der jünger ist als ich. und dass er in Gefahr ist und dass wir ihm helfen können …«
»Gentlemen«, sagte Master Brif und erhob sich unvermittelt, »ich glaube, wir bekommen Arbeit. Sie sagen, dass jemand kommen wird, aber an das Übrige können Sie sich nicht erinnern?«
Stort nickte.
»Sei’s drum«, befand Master Brif, »es ist zumindest ein Anfang, und wir wissen, dass es ein Knabe ist. Legt eure Hände auf meine, wenn ich bitten darf!«
Pike und dann Barklice streckten ihm die Hände hin.
»Auch Sie, Master Stort.«
Sie schlossen einen Pakt und gelobten, den Auftrag, der Stort erteilt worden war, bis zum Ende auszuführen, als sei es ihr eigener.
»und nun, Gentlemen, schlage ich vor, wir erklimmen den Hügel. Vielleicht sieht Stort von dort oben klarer, wo wir hinmüssen.«
Aber es sollte anders kommen.
»Menschen !«, knurrte Pike mit leiser und dringlicher Stimme. »Ganz in der Nähe. Ich höre sie über den Hügel stapfen.«
Sie zogen sich, ganz nach Hyddenart, in die Höhlen und Gräben des Hügels zurück, wie vor ihnen schon der Nebel, und sie verschwanden, wie er verschwunden war, ehe die Sonne aufging.

4 Ein sonderbarer Ort

Pike hatte nicht ganz recht, denn es waren nicht mehrere Menschen, sondern nur einer. Arthur Foale, ehemaliger Professor für Astralarchäologie an der Cambridge university, wäre früher gekommen, wenn der Nebel nicht gewesen wäre.

Er hatte für die Fahrt mit dem Auto von seinem Haus in Berkshire bis hierher zwei Stunden veranschlagt, dann aber drei gebraucht und deshalb den Sonnenaufgang verpasst, wenn auch nur um Minuten.

Er war den öffentlichen Fußweg, der bei dem Parkplatz am Fuß des Hügels begann, hinaufgegangen. Er war groß von Gestalt, hatte einen Bart und trug die Art von altgedienten Stiefeln und schlammbespritzten Hosen sowie eine dicke Fleecejacke gegen die morgendliche Kälte, die vermuten ließen, dass er solche Bedingungen gewohnt war. Er trug einen Rucksack, und um seinen Hals baumelten ein Feldstecher und eine kleine Digitalkamera. Seine Hose wurde von einem Gürtel gehalten, an dem ein kleiner, runder Lederbeutel mit robusten Nähten und gut gearbeiteter Schnalle mit Riemen befestigt war. Darin steckte ein Armee-Präzisionskompass.

In der Hand hielt er eine Klemmbrettmappe aus blauem Kunststoff. Die klappte er jetzt auf und warf einen Blick hinein, bevor er vom Weg abbog und etwa auf derselben Höhe, auf der kurz zuvor Stort mit Imbolc zusammengetroffen war, über die Wiese schritt.

Die Mappe enthielt eine topographische Karte der Gegend im Maßstab 1 : 25 000, die wenig aufschlussreiche Auswertung einer Maßstab 1 : 25 000, die wenig aufschlussreiche Auswertung einer Blätter für Notizen.

Er nahm den Kompass aus dem Beutel und versuchte, die Ecke der Wiese etwas oberhalb seines Standorts anzupeilen. Sichtlich verwundert über das Ergebnis, schüttelte er den Kopf und richtete den Blick auf eine Stelle hangabwärts, wo ein Teil des Parkplatzes zu sehen war. Wieder versuchte er, eine Peilung vorzunehmen, und wieder schüttelte er den Kopf.

Im Weitergehen blickte er noch einmal zu diesen beiden Geländepunkten und dann geradeaus und wartete darauf, dass der Nebel sich weiter lichtete. Er wählte einen entfernten Punkt in der Landschaft, suchte ihn auf der Karte und zeichnete ein paar Linien hinein.

Auf diese Weise schritt er, indem er auf den Kompass verzichtete und sich ganz auf sein Auge verließ, in vielen kurzen Etappen über die Wiese, bis er eine halbe Stunde später, nachdem er seine Position anhand von Geländepunkten bestimmt hatte, endlich zufrieden schien. Er legte seinen Rucksack auf die Erde, wo er von der schräg stehenden Sonne angestrahlt wurde. Keine zwei Schritte von der Stelle entfernt waren sich Imbolc und Stort begegnet.

Arthur Foale kauerte nieder und spähte am Boden entlang mal in diese, mal in jene Richtung – wie ein Golfspieler, der die Beschaffenheit eines Grüns studiert, bevor er einen wichtigen Putt spielt. und er tat es aus einem ganz ähnlichen Grund. Er suchte nach leichten Bodenunebenheiten, die im Sonnenlicht als Schatten hervortraten.

Endlich zufrieden, trug er den Rucksack ein paar Meter bergab zu dem Bach, der den Hügel herunterpläschterte, dicht an der Stelle vorüber, wo Imbolc angekommen war. Dann kletterte er, ohne sich einmal umzudrehen, mit Elan und einer gewissen Erregung den Hang hinauf, bis er zweihundert Meter zurückgelegt und dabei etwa siebzehn Höhenmeter überwunden hatte.

Er blickte den Hang hinunter zu seinem Rucksack und versuchte wieder, die Bodenwellen zu erkennen, die er zuvor schon ausgemacht hatte. Dafür brauchte er geraume Zeit, so lange, um genau zu sein, bis die Sonne so hoch stand, dass die Schatten verschwanden. Aber er hatte genug gesehen und schien hochzufrieden.

Er zückte sein Mobiltelefon und rief zu Hause an. »Es passt«, sagte er. »Wenn ich recht habe, hatte Beornamund hier seine Werkstatt. Ich …«
Er sprach nicht weiter.
Der launische Wind hatte gedreht und fegte über den Hang, und Nebelfetzen, die vom Bachbett aufstiegen, verhüllten die Stelle, zu der er blickte. Mit dem Aufkommen des Nebels empfing sein Handy kein Signal mehr. Aber das überraschte ihn eigentlich nicht. Nach den Ergebnissen der geophysikalischen Vermessung und den Schwierigkeiten, die er beim Anpeilen gehabt hatte, war er auf alles gefasst.
In seiner Laufbahn als rühriger und häufig umstrittener Archäologe war ihm noch nie ein so merkwürdiges Gelände untergekommen.
Kompasse spielten verrückt. Mobiltelefone verstummten. und die geophysikalische Vermessung, die er privat in Auftrag gegeben hatte und deren Befunde er jetzt in Händen hielt, lieferte keinerlei Resultate irgendwelcher Art im weiten umkreis um die Stelle, an der er den Rucksack zuerst abgestellt hatte. Es war eine bizarre Leere. Ein nie da gewesener Fall in seinem Berufsleben und theoretisch eigentlich unmöglich, da es immer unebenheiten in der Erde gab und nur eine Kraftquelle, die größer war als alles bisher Bekannte, den Hang so gleichmäßig gestaltet haben konnte.
Der Nebel verzog sich ein zweites Mal, und die Sonne kam wieder heraus, aber sie stand jetzt höher und die Schatten waren endgültig verschwunden.
Sein Mobiltelefon klingelte.
»Bist du sicher?«, fragte seine Frau Margaret.
»Arthur, kannst du mich hören?«
Wie gebannt von der eigentümlichen Schönheit dieses strahlenden Morgens stand Arthur Foale auf dem Hügel und musste an die zwei verschollenen Objekte denken, für die Beornamund besonders berühmt war.
»Arthur ?«
»Ja«, sagte er, »ich bin hier, aber … gib mir eine Sekunde. Ich denke nach.«
»Worüber denn?«, fragte Margaret nach einer Weile.
»Ich finde, das Gelände hier sollte nicht durch Grabungen entweiht werden«, antwortete er, über diese sonderbare Anwandlung ebenso erstaunt wie seine Frau. Ausgrabungen waren sein Beruf. Wie sonst sollte er die Geschichte, die eine Stätte möglicherweise zu erzählen hatte, ans Licht bringen?
»Ich werde einen anderen Weg finden müssen, ihre Geheimnisse zu lüften«, sagte er zögernd.
»Zum Beispiel?«, fragte Margaret.
Arthurs Methoden waren bisweilen ausgefallen. Sehr ausgefallen. und nicht selten brachten sie ihm ärger ein.
»Ich stehe gerade auf dem Hügel und betrachte meinen Schatten, die Sonne ist heute Morgen hier sehr grell«, antwortete er ohne ersichtlichen Grund.
»und das bedeutet …?«
Margaret wurde immer unbehaglicher zumute.
»Mein Schatten ist durch Winkel und Gefälle gestaucht. Er ist perfekt geformt, aber nur knapp drei Fuß lang, sodass ich mir ziemlich groß vorkomme. Wie ein Riese.«
Sie wusste, dass er auf Beornamund anspielte, und vermutete, dass er in seinen Überlegungen soeben einen riesigen Sprung gemacht hatte.
Denn nach der angelsächsischen Legende war der CraftLord zwar ein Kind des kleinen Volkes, jedoch, wie es in der alten Sprache hieß, ein »Riesengeborener« – ein biologischer Normabweichler, ein Mutant, ein potenzieller Ausgestoßener. Die meisten so Gearteten wurden getötet, sobald ihre abnorme Größe offenbar wurde, der CraftLord aber war geflohen und hatte sich als Mensch ausgegeben. Erst am Ende seines Lebens, so hieß es, kehrte er in die Welt zurück, in die er hineingeboren worden war, und nahm seine wahre Größe an. Es war ein Rätsel, auf das niemand eine Antwort hatte.
Arthur Foale freilich hatte seit langem eine Theorie, und der Schatten zu seinen Füßen hatte ihn auf eine Idee gebracht, wie er sie überprüfen konnte.
»Ich komme nach Hause«, sagte er zu Margaret. »Ich habe hier gefunden, was mir noch gefehlt hat.«
»Arthur …«, sagte Margaret warnend.
Es war zu spät, die Verbindung war wieder tot.
Eine Idee war geboren, und Arthur Foale war nicht der Mann, der von einer Idee ließ, ehe er nicht überprüft hatte, ob sie richtig oder falsch war.
Ich werde einen anderen Weg finden müssen, ihre Geheimnisse zu lüften, hatte er gesagt.
Margaret gefiel das überhaupt nicht.

5 Der Riesengeborene

Am selben Morgen fand jenseits des Meeres in einem norddeutschen Mittelgebirge ein ungewöhnliches Gespräch statt. »Dann ist dies also der Knabe? Der besagte?« Die drei Hydden nickten der Frau zu, die gesprochen hatte, gleichermaßen Furcht und Müdigkeit in den Augen.
»Wie könnt ihr euch sicher sein?«
»Sehen Sie ihn doch an! Er ist der, den sie gesucht haben, den sie töten wollten.«
Der älteste und Angesehenste unter ihnen sprach – er war der Altermann, das Oberhaupt des Dorfes. Er war der Gebrechlichste, aber auch der Lebhafteste, und sein Gesicht war grau und gezeichnet von der anstrengenden Wanderung in die Berge und der ständigen Angst vor Verrat.
Er hätte sich nicht zu fürchten brauchen.
Die Hydden im Harz waren dafür bekannt, dass sie ein Geheimnis hüten konnten. Von Natur aus jeder Obrigkeit abhold, waren sie eingefleischte Feinde der Sinistral, die mit ihren schwarzen Armeen, den Fyrd, Hyddenwelt beherrschten.
Rund um den Globus waren alte Reiche, ehrwürdige Republiken und ganze Stammesstrukturen, welche die Zeiten überdauert hatten, unter dem Ansturm einer einzelnen Macht zusammengebrochen und unter das Joch der Fyrd gezwungen worden.
Seit dem Aufstieg des kaiserlichen Roms in der Menschenwelt zweitausend Jahre zuvor hatte die Gattung der Sterblichen nicht mehr erlebt, wie militärische Stärke im Verein mit technischen Neuerungen und befeuert von der Aussicht auf Beute so schnell und so vollständig das Alte erobern und durch das Neue ersetzen konnte.
So war der Harz, wie Englalond, ein Bollwerk der Freiheit.
Die weibliche Anführerin im Harz wurde von jeher Modor genannt, wohl von dem Wort »Mutter« abgeleitet. Ihr Gemahl ist unter dem Namen Wita oder der Weise bekannt.
Sie sahen wie normale erwachsene Hydden aus – klein, von beinahe kindlicher Statur, die Haut runzelig wie eine Walnuss, die Kleidung zweckmäßig, aber ärmlich und schmutzig. Sie besaßen ein besonderes Geschick darin, unauffällig auszusehen, selbst für Angehörige eines unauffälligen Volkes.
Die Modor musterte den Knaben, der nach Hydden-Maßstäben bereits fast so groß wie ein Erwachsener war. Abgesehen von seiner Größe sah er normal aus – was sehr ungewöhnlich war für jemanden, der unter dieser seltenen Krankheit litt, die von Heilern als Riesenwuchs bezeichnet wurde und als unheilbar galt.
Kopf, Füße, Hände, Gliedmaßen, alles an ihm war wohlproportioniert. Zudem besaß er strahlende Augen, einen intelligenten Blick, ein aufgewecktes Gesicht und er war allem Anschein nach noch ein fröhliches Kind.
Mit seiner Größe glich er eher einem Menschen als einem Hydden. Die Modor runzelte die Stirn und blickte zum Altermann. »Sie sind sein Großvater, nicht wahr?«
Der Altermann nickte und setzte sich. Der Knabe trat dichter zu ihm, ebenso aus Liebe wie zur Bestätigung, und der Alte tätschelte ihm liebevoll die Schulter.
»Seine Mutter hat ihn in meine Obhut gegeben, nachdem die Sinistral ihre Leute geschickt hatten, um ihn zu töten, und ich bin mit Hilfe meiner beiden Freunde hierher geflüchtet, um ihn gleich zu Ihnen zu bringen. Jetzt fürchte ich, dass unser Dorf zerstört wurde und dass Sie die einzigen Überlebenden vor sich sehen.« Die Modor schüttelte traurig den Kopf. »Spricht er schon Deutsch ?«
»Seine Muttersprache ist unser Thüringer Dialekt, aber Deutsch im engeren Sinne … nun ja, das kommt noch. Englisch gar nicht.« »Er wächst auf jeden Fall noch?«
»Schnell«, seufzte der Altermann.
»Dann wird er auch schnell lernen müssen, sehr schnell. Er kann nicht lange bei uns bleiben, denn hier ist er nicht sicher. Wir müssen sofort mit seiner Ausbildung beginnen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass er die Welt der Hydden verlassen kann. Nur dann kann er überleben, und er ist noch jung genug, um zu lernen, sich als Mensch auszugeben.«
Der Altermann nickte traurig.
»Wohin werden Sie ihn schicken?«
»An den einzigen Ort auf der Welt, wo die Fyrd noch nicht alle Freiheit zerstört haben. Er wird übers Meer nach Englalond gebracht. Wenn er aufgehört hat zu wachsen, werden ihn die Sinistral dort nicht finden, und sie werden es auch nicht für nötig erachten, denn sie werden glauben, dass er niemals in unsere Welt zurückkehren kann.
Wir werden ihn die englische Sprache lehren, die mit seiner eigenen gemeinsame Wurzeln hat. Wir werden ihn lehren, von seiner Stärke Gebrauch zu machen. und wir werden ihn lehren, auf seinen Verstand zu vertrauen.«
Der Altermann seufzte. »und die Welt der Hydden? Werden Sie ihn lehren, sie zu vergessen?«
Modor und Wita sahen einander an, und er war es, der antwortete.
»Das können wir nicht, selbst wenn wir wollten, denn wie wir sehen, haben Sie ihm etwas eingepflanzt, das ihn niemals vergessen lassen wird, woher er kommt, zumindest nicht in seinem tiefsten Innern. Diese Berge mag er vergessen, auch unser Dorf und alle, die wir hier versammelt sind, aber in seinem Herzen wird die Welt der Hydden mit ihren Wundern und Weisheiten immer sein Zuhause bleiben. Sehen Sie sich den Jungen doch an! Schauen Sie ihm in die Augen! Sie und die Ihrigen haben ihm Liebe eingepflanzt, Altermann, das wird er niemals vergessen.«
»Aber er wird niemals zurückkehren können. Er wird ein … Riese sein. Wie ein Mensch. Er kann niemals …«
Doch die Modor schüttelte den Kopf.
»Oh doch, er kann«, sagte sie. »Das Hin- und Herreisen zwischen Menschen und Hydden ist eine Kunst, die niemals ganz in Vergessenheit geraten ist, Altermann, nicht einmal in diesen finstersten aller Zeiten. Es hat immer welche gegeben, auf beiden Seiten, die herausgefunden haben, wie man zwischen den beiden Welten reisen kann. Man benutzt dazu die Henges, seien sie aus Holz oder Stein, lebenden Bäumen oder lebendem Wasser – es gibt viele Arten, und es gibt sie überall auf der Welt. Der einzige unterschied zwischen einem Menschen und einem Hydden ist die Größe, und die ist relativ, eine Frage der Wahrnehmung. Ihr Enkel wird wiederkommen.«
Der Altermann blickte verwirrt.
»Aber die Henges, die Steinkreise, sind doch verfallen, von dem weißen Pferd hat man seit Jahrhunderten nichts mehr gehört, die Rituale sind in Vergessenheit geraten …«
Sie schmunzelten.
»Aber wir pflegen diese alte Kunst noch und sind selbst gelegentlich hin- und hergereist. Erst unlängst wieder, denn wir haben damit gerechnet, dass Sie uns den Knaben bringen, also haben wir uns in Englalond bereits nach einem Platz für ihn umgetan und nach Leuten, die sich um ihn kümmern können.«
»Andere freie Hydden, meinen Sie? Nicht die Sinistral – oder die von ihnen befehligten Fyrd?«
Die Fyrd, das wusste er, waren der starke Arm der herrschenden Sinistral: eine Armee grimmiger Krieger, die weder Mitleid noch Skrupel kannten. Sie beherrschten die Städte und Straßen der Hydden in ganz Englalond, wie mittlerweile in ganz Hyddenwelt. In den letzten Jahren waren sie zu Totengräbern der Freiheit geworden.
»Seit Jahrhunderten«, sagte der Wita, »ist uns bekannt, dass, wenn der Riese kommt, stets auch die Hydden und die Menschen kommen, die er zu seiner unterstützung braucht. Sie wissen, dass er kommt. Sie bereiten sich darauf vor.«
Der Altermann blickte wieder ängstlich. »Menschen ?«
Da lachte die Modor, und ihr Gatte stimmte mit ein. Ein beherztes Lachen freier Geister.
»Menschen sind gar nicht so schlimm«, sagte sie. »Vor zehn Jahren kamen zwei in diese Gegend, um uns zu suchen. Wir hätten uns beinahe finden lassen, hielten es dann aber doch für ratsamer, auf den Jungen zu warten. Sie kamen zu früh, aber das wussten sie nicht.«
»Aber damals war er doch noch gar nicht geboren.«
»Das waren Sie vor hundert Jahren auch noch nicht, aber wir wussten, dass Sie vor ihm kommen mussten, und so geschah es auch. Die zeitliche Abfolge der Dinge ist nicht so, wie sie scheint, und wir können durchaus Einfluss auf die Wurd der Dinge nehmen. Vergessen Sie nicht, Beornamund selbst hat das Kommen des Riesen vor fünfzehnhundert Jahren vorhergesagt, zu jener Zeit, als er die Kugel schmiedete und die Feuer des universums einfing.
Die Aufgabe dieses Knaben übersteigt unser Begriffsvermögen wie einst auch die Kugel selbst. Die Zukunft des gesamten universums liegt in seinen Händen – stellen Sie sich das vor!«
»Er ist noch ein Kind.«
»Er ist ein Riese im Werden, und seine Zeit wird kommen. Sie haben das Ihre getan. Wir werden das unsere tun, und dann … dann …« Unvermittelt griff die Modor in ihre Tasche und zog ein Stück Papier hervor, auf dem von Menschenhand etwas geschrieben stand.
»Menschen sind die arglosesten und einfältigsten Geschöpfe der Welt, und die gewalttätigsten.«
»Die Frau hat nur ein Kreuz aus Zweigen und einen Kranz aus Wildblumen auf einem Stein zurückgelassen. Wirklich rührend, denn ich glaube, sie hält uns für Heiden. Der Mann war praktischer und hat dies hier dagelassen.« Sie hielt den Zettel in die Höhe. »Was ist das? Was sollen Sie damit tun?« Wieder brach die Modor in Gelächter aus, und diesmal lachte der Junge mit.
»Nach eineinhalb Jahrtausenden erwartete er, dass wir das Schweigen zwischen Hydden und Menschen einfach so mir nichts, dir nichts brechen«, erklärte der Wita, wieder ernster. »So viel Zutrauen und Einfalt verschlägt einem den Atem! Doch es ist durchaus verständlich.
Denn wie sollen sie sonst erfahren, dass der Knabe kommt?« Der Altermann nahm den eingerissenen Zettel und betrachtete ihn mit großen Augen. »und was steht da?«, fragte er verwirrt. Die Modor nahm ihn zurück und ließ ihn wieder in den Falten ihres Kleides verschwinden. »Sie nennen es eine Telefonnummer. Er hat gehofft, wir würden ein Telefongespräch führen, genau wie Menschen.«
Sie lachten abermals.
»Und? Werden Sie es tun?« Der Altermann blickte entsetzt, und seine Begleiter auch.
»Ich? Ich fürchte mich zu sehr vor solchen Dingen«, gestand der
Wita und blickte zur Modor. »Aber sie vielleicht? Ihr würde ich es zutrauen. Verrückt genug ist sie!«
Der Altermann starrte beide verwundert an. Erwogen sie wahrhaftig, mit Menschen zu sprechen? Dies war das größte Tabu von allen.
»Aber …«
Die Modor gebot ihm mit erhobener Hand zu schweigen, und ihr Gesicht wurde wieder ernst. »Nun ist genug gesagt. Im Allgemeinen ist es besser, man lässt die Zukunft unausgesprochen, denn alles könnte ganz anders kommen, wenn wir darüber reden.« Sie wandte sich dem Jungen zu und winkte ihn zu sich. »Wie heißt er?«
Er kam gehorsam zu ihr.
»Er heißt yakob, nach mir«, antwortete der Altermann. »Das ist in unserem Dorf so Brauch.«
Sie betrachtete den jüngeren yakob einen Augenblick nachdenklich, dann hob sie ihre alte Hand und fasste ihn an. Er war ein kräftiger Knabe, offensichtlich so stark, wie nur je einer war. Er grinste sie an, dann wurde auch er ernst.
»From this Moment on, boy, your name is Jack. Do you understand me?«
»Er kann kein Englisch.«
»Nun, er wird es nie lernen, wenn ich Deutsch mit ihm spreche!«, erwiderte sie scharf. »Do you understand, your name now is Jack. So … My name is …«
Der Junge sah sie groß an, die Augen entflammt von der neuen Herausforderung. Er konzentrierte sich, als sie wiederholte, was sie soeben gesagt hatte.
Er nickte bedächtig, überlegte, wie er seine ersten Worte in dieser neuen Sprache bilden sollte.
»My …«, begann er.
»My name is …«
»My name is Jack«, sagte er.

II Die Feuer des Universums
6 Der Anruf

Es war ungefähr einen Monat später, da klingelte in Berkshire, England, ein Telefon. Ein altmodisches aus schwarzem Bakelit, das in einem Raum irgendwo zwischen Papieren, Büchern, Aschenbechern, Akten, einer Baseball-Mütze, mehreren Spazierstöcken, afrikanischen Schnitzereien, dem Modell eines Inuitkanus, drei leeren Gläsern, die einen längst verdunsteten Schuss Whiskey enthalten hatten, und einer Katze stand. Deshalb war es nicht zu finden, als es klingelte.

Arthur Foale wusste, dass es da war, denn er hörte es ja, aber er hatte keine Ahnung, ob es auf oder unter seinem Schreibtisch oder irgendwo in dem Durcheinander daneben war.

Seine Frau Margaret schaute von ihrem Schreibtisch in der aufgeräumten Hälfte des Zimmers auf und fragte: »Du meine Güte, klingelt da etwa dein Telefon?«

Sie klang überrascht, denn in letzter Zeit bekam Arthur fast nie Anrufe.
»Bestimmt verwählt«, erwiderte er, während er herumwühlte. »Ich suche es nur, damit ich das Klingeln abstellen kann.«
»Der Anrufer könnte sich aber auch nicht verwählt haben«, gab sie zu bedenken.
»Doch, doch, das hat er ganz bestimmt«, sagte er, als er den Apparat endlich fand, kurz nachdem das Klingeln aufgehört hatte. »Vielmehr hatte.«
Seine Frau bedachte ihn mit einem teilnahmsvollen Blick und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Sie wusste, dass sie nicht viel mehr sagen oder tun konnte in Anbetracht der misslichen Lage, in der sich Arthur befand – ohne Arbeit und ohne Aussicht auf eine bezahlte Beschäftigung. Jemand musste ihren Lebensunterhalt verdienen, und er war dazu nicht mehr in der Lage.
Bis vor drei Jahren hatten sie noch als eines der interessantesten Doppelgestirne am britischen Archäologenhimmel gegolten. Beide hatten eine Professur an einer der ältesten Universitäten.
Dann war Arthur seines Postens als Professor für Astralarchäologie an der Cambridge university enthoben worden, weil er bei einer Live-Diskussion im Fernsehen über Kreationismus mit dem Direktor des National Physical Laboratory und mehreren anderen einen öffentlichen Eklat ausgelöst hatte.
unter anderen Umständen hätte man darüber lachen können, aber nicht unter diesen. Arthur war ein großer Mann mit einem großen Herzen, aber er konnte Dummköpfe nicht ertragen und verlor bisweilen die Beherrschung. Jetzt hatte er sie einmal zu oft verloren, und obwohl er für einen kurzweiligen Fernsehabend gesorgt hatte, war er beruflich kaltgestellt.
Seit damals bemühte er sich vergeblich um eine bezahlte Stelle an einer Hochschule in erreichbarer Nähe ihres Hauses in Berkshire, aber er fand noch nicht einmal eine Zeitschrift, die seine umstrittenen Arbeiten veröffentlichen wollte.
Eine von ihm konzipierte Sendereihe über angelsächsische Kosmologie wurde auf Eis gelegt, und sein amerikanischer Verleger hatte eine lukrative Lehrbuchreihe, deren Autor er war, aus dem Programm genommen. Niemand interessierte sich mehr für einen in die Jahre kommenden Ex-Professor, der in dem Ruf stand, wunderlich zu sein und überall anzuecken. Dessen Theorien überdies äußerst umstritten waren. So etwa seine Behauptung, prähistorische Henge-Monumente aus Holz und Stein seien keine »kosmischen Kalender«, wie gemeinhin angenommen wurde, sondern Portale zu anderen Welten.
Schlagzeilen wie »Verrückter Professor behauptet, Stonehenge sei Zeitmaschine« waren da nicht eben hilfreich. Innerhalb weniger Monate war Arthur von einem vielgefragten Experten zu einem Sonderling herabgesunken, mit dem kein Medienvertreter mehr reden wollte.
Mit einem Seufzen über den verpassten Anruf stemmte er seine große, leicht verlotterte Gestalt aus dem Sessel, knurrte und grunzte noch ein Weilchen und stapfte dann in den Wintergarten und von dort durch die weit offenstehende Tür ins Freie.
Fünf Minuten später klingelte sein Telefon erneut.
Margaret Foale hob ab. »Ja?«, sagte sie in der Hoffnung, einen ausreichend reservierten Tonfall angeschlagen zu haben, um einen unliebsamen Anrufer abzuschrecken.
Eine sonderbare Stimme meldete sich. Margaret lauschte.
»Könnten Sie das wiederholen«, unterbrach sie nach einer Weile. »Ich kann Sie kaum verstehen.«
Sie lauschte wieder und sagte dann: »Ich hole ihn. Ich glaube, er ist im Garten. Bitte legen Sie nicht auf.«
Sie eilte in den Wintergarten und durch die offene Tür.
Arthur stand draußen und blickte an seinen Bäumen hinauf.
Sie betrachtet ihn eine Weile, bevor sie sprach. Wie sehr sie ihn in diesem Augenblick liebte!
»Es ist für dich«, rief sie schließlich und versuchte dabei so zu klingen, als sei alles völlig normal. Trotzdem schwang ein Hauch von Erregung in ihrer Stimme mit. Denn bei dem Anruf, den sie entgegengenommen hatte, handelte er sich entweder um den Streich eines ehemaligen Studenten oder aber um etwas anderes … Sie wusste nicht, was ihr lieber gewesen wäre.
»Für dich!«, rief sie wieder.
»Wie bitte?«, fragte er, drehte sich um und sah sie an.
Hinter ihm, am anderen Ende des holprigen Rasens, ragten zwei große Bäume empor. Im Abendlicht boten sie ein prächtiges Bild.
»Telefon«, sagte sie.
»Wer ist denn dran?«, fragte er.
Aber sie war bereits wieder ins Haus gegangen.
Arthur Foale folgte ihr und nahm ihr den Hörer aus der zitternden Hand.
»Ja?«, sagte er vorsichtig.
»Professor Foale ?«
»Äh … ja?«
Der Anrufer sprach sehr leise.
»Könnten Sie bitte lauter sprechen?«
Der Anrufer fuhr fort, doch die Stimme wurde kaum lauter, nur deutlicher. Eigentlich war sie nicht mehr als ein Flüstern und hätte ebenso einem Mann wie einer Frau gehören können. Sie sprach mit einem starken Akzent, und sie klang alt und wie aus einer anderen Welt.
Arthur Foale hörte genau zu. Zunächst wurde er nicht schlau daraus, dann ging ihm ein Licht auf. Der Kopf begann ihm zu schwirren. Er gab Margaret ein Zeichen, zu ihm zu kommen und mitzuhören.
»Verstehen Sie ? Der Junge ist auf dem Weg. Er ist jetzt bereit, und er muss kommen. Hier ist es zu gefährlich. Er ist auf dem Weg. Alles ist vorbereitet.«
»Ist er …?«, begann Arthur zögernd.
»Er ist der Riesengeborene.«
»Aber wohin? Wohin wird er kommen?«
Darauf erhielt er keine Antwort.
»Wann ?«
»Morgen.«
»Morgen?«, wiederholte Arthur leise.
»Tun Sie nichts. Die Wurd wird entscheiden. Die Wurd …«
»Aber … ?«
»Mehr gibt es nicht zu sagen. Der Junge ist auf dem Weg nach Englalond. Es ist so weit.«
In der Leitung wurde es still.

7 In die Menschenwelt

Der Junge, der wie ein Sechsjähriger aussah, stand am nächsten Morgen in aller Frühe wie aus heiterem Himmel vor der Tür eines Kinderheims in den North yorkshire Moors imNordosten Englands. Draußen waren die Hufschläge eines Pferdes zu vernehmen gewesen, ehe unerwartet die Türklingel anschlug, doch als geöffnet wurde, war nur in weiter Ferne im Moor ein prächtiger Schimmel zu sehen, dessen weiße Mähne und weißer Schweif die Strahlen der Morgensonne einfingen.

Der Junge sah den Betreuern des Kinderheims mit einem Lächeln entgegen, das sie erwiderten, und als sie von seinem Gesicht aufschauten, war der Schimmel verschwunden, und nur ein weißer Wolkenstreifen am strahlend blauen Himmel erinnerte noch daran, dass er da gewesen war.

Seine Ankunft am ersten März fiel mit den ersten Frühlingstagen zusammen, die so mild und warm waren, dass in den darauf folgenden Wochen frühzeitig die Schlehenblüte einsetzte, erste Keime aus der vom Februarschnee noch feuchten Erde sprossen und die Knospen an den Bäumen prall und klebrig wurden, während die Vögel sich paarten und fleißig Nester bauten.

Der Junge war durchschnittlich groß, aber stämmig und schien vor Kraft und Gesundheit zu strotzen. Wer immer ihn ausgesetzt hatte, er hatte daran gedacht, ihn warm anzuziehen, denn über die North Yorkshire Moors fegten kalte Winde. Doch seine Kleider waren irgendwie merkwürdig und ohne Markenetiketten. Sie waren altmodisch und handgeschneidert, als hätte ihn jemand aus längst verflossenen Zeiten eingekleidet. Außerdem trug er einen Rucksack in passender Kindergröße aus altem, abgewetztem Leder, wunderschön vernäht und ganz anders als alles, was es heutzutage im Laden zu kaufen gab. Er wirkte wie aus einer anderen Zeit und Kultur, war mit Sicherheit viel älter als sein Besitzer und sah aus, als hätte er schon viele Reisen mitgemacht.

Am merkwürdigsten war, dass der Rucksack nichts enthielt bis auf ein zerlumptes, aber offensichtlich innig geliebtes Plüschtier, ein Pferd, das früher einmal weiß gewesen war und jetzt recht schmutzig wirkte. Der Junge ließ das Personal den Rucksack untersuchen, aber das Pferd gab er nicht aus der Hand.

Auf der Innenseite der Rucksackklappe standen ein paar Ziffern und ein Name, allerdings in einer deutschen gotischen Schrift. Der Name lautete »Yakob«, doch als sie den Jungen so ansprachen, schüttelte er energisch den Kopf. Trotz aller Bemühungen, ihm Auskünfte zu entlocken, blieb er stumm, und so nannten sie ihn Jacob oder meist nur kurz Jack.

In keiner nationalen oder internationalen Vermisstenliste war ein Kind aufgeführt, dessen Beschreibung auf ihn passte. Trotzdem wurde die Presse vorläufig nicht eingeschaltet …

Just zu diesem Zeitpunkt hatten die Zeitungen ohnehin ein dankbareres Thema auszuschlachten als ein vermisstes Kind. Die Kapriolen des Wetters. Überall auf der Welt war es aus den Fugen geraten, hielt sich weder an geografische Breite noch Jahreszeit und gebärdete sich, als wollte es der Menschheit übel mitspielen. Es war, als sei eine Schar böser, alter und längst aus dem Gedächtnis der Menschen getilgter Götter zurückgekehrt, nur um den Sterblichen zu zeigen, wie groß ihr Widerwille gegen sie war.

In Gestalt launischer Winde wirbelte ihr wilder Atem den Sand der Wüsten auf und blies in den gemäßigten Zonen Bäume um. Ihre runzligen alten Hände rissen Wolken auseinander und verursachten sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen solchen Ausmaßes, dass Menschen nicht nur ertranken, sondern sogar von den Fluten fortgerissen wurden. und was der grollende Donner ihrer Stimmen nicht zu Tode erschreckte, das ließ ihr eisiger Blick auf der Stelle erstarren, selbst in Landstrichen, in denen es seit Jahrzehnten keinen Frost mehr gegeben hatte.

Bislang freilich noch nicht in den North Yorkshire Moors oder irgendeinem anderen Teil der Britischen Inseln, die weiterhin einen ungewöhnlich schönen Vorfrühling erlebten, obgleich die Aussichten für die nächsten Tage immer düsterer wurden, da das extreme Wetter nun auch auf die benachbarten Teile Europas übergriff.

Die Behörden beschlossen, den Jungen vorerst in dem Heim, in das er auf so mysteriöse Weise gelangt war, zu lassen, bis die Nachforschungen zu seiner Person Früchte trugen und eine Entscheidung über seine weitere Zukunft getroffen werden konnte.

Doch sechs Wochen nach seiner Ankunft traf er die Entscheidung selbst.
Obwohl körperlich offensichtlich wohlauf, wurde der Junge beinahe zwangsläufig zur Zielscheibe der anderen Kinder, von denen einige ihren Zorn und ihre Aggressionen nur schwer im Zaum halten konnten. Er sprach nicht, reagierte nicht auf den Namen »Jack«, mit dem er gewöhnlich angeredet wurde, und hatte die für andere lästige Angewohnheit, jede Tür und jedes Fenster in seiner Nähe weit aufzureißen, als sei er von einem unwiderstehlichen Drang dazu getrieben.
Eines Abends nach dem Essen schnappte sich ein älterer, zehnjähriger Junge, der zusammen mit zwei anderen die jüngeren drangsalierte, im Gemeinschaftsraum den Rucksack des Neuen und zog das Spielzeugpferd heraus.
Bis dahin hatte der Junge in der ganzen Zeit, die er im Heim verbracht hatte, kein einziges Wort gesagt, geschweige denn etwas Provokatives oder in irgendeiner Form Aggressives. Nun aber erhob er die Stimme.
»Gib es her«, sagte er bestimmt.
Der ältere erwiderte, er werde das Pferd erst zurückgeben, wenn er ihnen seinen Namen verrate.
»Du hast doch einen, oder?«, spotteten sie.
Der Junge stutzte, eher überrascht als eingeschüchtert.
»Aber es gehört mir«, sagte er schließlich, trat vor und streckte die Hand nach dem Pferd aus. Doch der ältere hielt es in die Höhe, sodass er nicht herankam. Gleichzeitig stellte ihm ein anderer ein Bein.
Als er wieder aufstehen wollte, stieß ihn ein Dritter erneut zu Boden.
Dann fielen alle über ihn her, traten nach ihm, schlugen ihn, schrien auf ihn ein.
Dann geschah etwas ebenso ungewöhnliches wie unerwartetes.
Der Junge rollte sich zur Seite weg, sprang auf und sah sich im Raum nach einer Waffe um. Doch er fand nur eine zerfledderte Fernsehzeitschrift. Er drehte sie zu einer festen Rolle zusammen.
Seine Peiniger sahen ihm dabei zu und lachten, als sie begriffen, dass er sich damit verteidigen wollte. Sie kamen langsam näher. Die aufgeheizte Stimmung wurde giftig.
Wieder lachten sie höhnisch, als der Junge die Zeitschrift wie einen Schlagstock vor sich hinhielt. Vielleicht hätte ihnen der Ausdruck in seinem Gesicht eine Warnung sein sollen, aber er war kleiner als die meisten, trotz seiner kräftigen Statur.
Hätten sie es verstanden, seine Miene zu deuten, so hätten sie ungewöhnliche Entschlossenheit und Selbstbeherrschung darin gelesen.
Er rollte die Zeitschrift noch fester zusammen, und seine ruhigen, bedächtigen Bewegungen hatten etwas Einschüchterndes. Nun zögerten sie doch. Zu spät! Wie ein explodierender Feuerwerkskörper ging der Junge auf den ersten und größten seiner Peiniger los. Mit Wucht stieß er ihm das eine Ende der zusammengedrehten Zeitschrift gegen die Gurgel.
Während der Getroffene vor Schmerz aufstöhnte und würgte, machte der Junge einen Satz zurück und überlegte einen Moment, dann schnellte er wieder vor. Diesmal stieß er dem anderen die Zeitschrift in den unterleib. Der Schläger sackte zu Boden, bleich vor Schreck, den Mund weit aufgerissen vor Schmerz, und schnappte verzweifelt nach Luft.
Sofort ging der Junge auf einen zweiten Peiniger los und rammte ihm die behelfsmäßige Waffe in die Achselhöhle. Der andere griff sich instinktiv an die getroffene Stelle und ließ seinen Solarplexus ungedeckt. Ein weiterer Stoß, und er knickte in der Hüfte ein, kippte langsam nach hinten und schlug mit dem Kopf gegen eine Sessellehne.
Die anderen wichen betroffen zurück. Im nächsten Moment stürzte, alarmiert durch das Geschrei und Gestöhne, ein Erzieher in den Raum. Da hob der Junge seelenruhig sein Spielzeugpferd auf und verstaute es in seinem Rucksack.
»Ich heiße Jack«, erklärte er.
Eines seiner Opfer musste in ärztliche Behandlung, das andere mehrere Stunden das Bett hüten.
Die Heimleitung sonderte Jack sofort von den anderen ab und verständigte das Jugendamt. Der Vorfall war so ungewöhnlich, dass die Beamten vor Ort übergeordnete Stellen einschalteten.
»Und Sie haben wirklich nicht den geringsten Anhaltspunkt, wer er ist? Hat er denn nie jemanden erwähnt, der ihn kennen könnte?« Sie versicherten, dass sie nicht den geringsten Anhaltspunkt hätten, und obwohl Jack jetzt spreche, wolle oder könne er keine Auskunft über seine Herkunft geben.
»Prüfen Sie alles noch einmal gründlich. Wie leicht kann man etwas übersehen.«
So tat man und stellte dabei fest, dass man tatsächlich etwas übersehen hatte.
Es war die rätselhafte Zahl, die neben den Namen yakob innen auf die Rucksackklappe geschrieben war. Sie wies merkwürdige Abstände zwischen einigen Ziffern auf und hatte bei genauer Betrachtung eine gewisse ähnlichkeit mit einer Telefonnummer. Es war Arthur Foales Nummer.
Sie riefen ihn am folgenden Morgen an.

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