BuchhändlerInnen im Portrait
aus Berlin, Badstraße
- Gesamte Rezensionen
- 190 (ansehen)
- Über mich
- Ich fahnde gern mit Ihnen zusammen nach Serienkillern, bekämpfe Orks und Höhlentrolle, schwelge in gezeichneten Sprechblasenbildern und leide auch des öfteren am gehobeneren literarischen Weltschmerz - fragen Sie mich - gern auch vor Ort in Berlin...
- Abteilung
- Belletristik
- Funktion
- Stellvertretender Filialleiter
- Lieblingsautoren
- z.Zt. Michael Connelly für den Bereich Krimi, Joe Abercrombie für die SF/Fantasy und Arleston bei den Comics
- An meinem Beruf gefällt mir
- die ständige Begegnung mit Menschen und Büchern - es gibt nichts Spannenderes...
- Im Beruf seit
- 2000
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King ist King und dies ist sein bestes Buch!Rezension vom 04.03.2012Lehrer Jake Epping bekommt die Gelegenheit, ins Jahr 1958 zeit-zu-reisen. Von dort aus aber ist der November `63 und damit eines der entscheidendsten Ereignisse in der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte nicht weit: Die Ermordung von John F. Kennedy.
Jake fasst einen Plan doch die Vergangenheit wehrt sich...
Wenn der Meister aller Verschwörungen und Verstrickungen höchstselbst über eines der schlimmsten Traumata der USA schreibt, kommt zur Vorfreude noch die Spannung hinzu und man zählt die Tage bis zum Erscheinen des Buches minutenweise herunter.
Über 1000 Seiten King sind dann fast schon wieder zu kurz.
Doch Der Anschlag wirkt nach und ist natürlich weitaus mehr als die Summe seiner Seiten:
Er ist eine ebenso penible wie faszinierende Recherche und Darstellung der Ereignisse um die Ermordung Kennedys.
Er ist eine Zeitreise-Lovestory, ein Mystik-Thriller, ein gutmütig seziertes Psychogramm der USA, eine herrlich kreative Abfolge wirklicher Überraschungen und ein z.T. augenzwinkernder Querverweis auf frühere King-Meisterwerke.
Der Anschlag ist für mich der beste King aller Zeiten.
Und es wird auch Ihnen schwer fallen, in die Gegenwart zurückzukehren.
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King ist King und dies ist sein bestes Buch!Rezension vom 04.03.2012Lehrer Jake Epping bekommt die Gelegenheit, ins Jahr 1958 zeit-zu-reisen. Von dort aus aber ist der November `63 und damit eines der entscheidendsten Ereignisse in der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte nicht weit: Die Ermordung von John F. Kennedy.
Jake fasst einen Plan doch die Vergangenheit wehrt sich...
Wenn der Meister aller Verschwörungen und Verstrickungen höchstselbst über eines der schlimmsten Traumata der USA schreibt, kommt zur Vorfreude noch die Spannung hinzu und man zählt die Tage bis zum Erscheinen des Buches minutenweise herunter.
Über 1000 Seiten King sind dann fast schon wieder zu kurz.
Doch Der Anschlag wirkt nach und ist natürlich weitaus mehr als die Summe seiner Seiten:
Er ist eine ebenso penible wie faszinierende Recherche und Darstellung der Ereignisse um die Ermordung Kennedys.
Er ist eine Zeitreise-Lovestory, ein Mystik-Thriller, ein gutmütig seziertes Psychogramm der USA, eine herrlich kreative Abfolge wirklicher Überraschungen und ein z.T. augenzwinkernder Querverweis auf frühere King-Meisterwerke.
Der Anschlag ist für mich der beste King aller Zeiten.
Und es wird auch Ihnen schwer fallen, in die Gegenwart zurückzukehren.
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Ein Stückchen LebenRezension vom 04.03.2012Als Amélie Nothomb 1989 mit Anfang zwanzig nach Japan zurückkehrt, will die Diplomatentochter ihr Kindheits-Japanisch mittels Sprachunterricht wieder auffrischen. Über eine Kleinanzeige im Supermarkt lernt sie den gleichaltrigen Japaner Rinri kennen und wenig später lieben.
Doch wie tief fällt die Liebe? Hält sie den Spannungen zwischen den Kulturen stand? Und welche Konsequenzen ergeben sich? Nothomb so scheint es verheimlicht nichts und gibt uns tiefe Einblicke in ihre Seele. Bis hin zum sehr authentischen Schluss.
Pflichtlektüre für Japanologie-StudentInnen, Buchtipp für Yoshimoto-Fans und Horizonterweiterung für älter gewordene Manga-Freaks all das und noch viel, viel mehr ist dieses Buch von Amélie Nothomb.
Zuallererst aber ist es ein Stückchen Leben, das sie da mit uns teilt. Ein Teil ihrer eigenen Biographie, angesetzt vor und parallel zu den Ereignissen ihres berühmt-berüchtigten Memoire Mit Staunen und Zittern.
Ein Buch also für Genießer guter, biographischer Literatur, ein Stück Erkenntnis für Japan-Fans und eine papiergewordene Bestätigung für Menschen, die nichts spannender finden als das Leben selbst. Großartig!
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Von wegen geruhsame Nacht!Rezension vom 04.03.2012Ach, Herr Wickert, das ist schon empörend! Uns jahrelang fast allabendlich eine geruhsame Nacht zu wünschen, um sich dann kaum weg vom Bildschirm in die heimischen Buchregale zu schleichen und uns mit spannenden Krimis eben diese Ruhe in der Nacht zu verderben.
Jedenfalls bleibt man auch beim vierten Fall des Pariser Untersuchungsrichters Jacques Ricou wieder dran und liest schon mal das eine oder andere Stündchen länger in die Nacht hinein. Schließlich ist Das achte Paradies Ricous persönlichster Fall, denn das Model Gina, die Cousine seiner Freundin Margaux, verschwindet. So kommt es, dass nicht nur Ricou unter Hochdruck ermittelt, sondern auch Margaux mit journalistischem Spürsinn in so manches Wespennest sticht. Da eines dieser Nester die georgische Mafia zu sein scheint und dem smarten Untersuchungsrichter dann auch aus dem Umkreis des Präsidenten Steine in den Weg gelegt werden, ist die Gefahr groß und das Verbrechen größer als ein verschwundenes Model.
Sorgfältigste Recherche (Paris oder Berlin: literarische Spaziergänge Wickertscher Art), dreidimensional herausgearbeitete Charaktere und ein atmosphärischer Erzählstil erschaffen wieder einmal einen verlässlichen Lesegenuss à la Wickert. Das achte Paradies ist dabei in den schönen Momenten leicht und schmackhaft wie Croissant und Milchkaffe am Morgen und im Blut- und Action-Teil des Falles scharf und wirkungsvoll wie russischer Wodka.
Herr Wickert, Sie haben wieder einmal alles richtig gemacht und vor allem spannend.
Da verzeihen wir Ihnen gern, dass Sie uns zusammen mit Jacques Ricou ein paar Stündchen Schlaf rauben.
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Was, wann, wo und wie zurück?Rezension vom 04.03.2012Zeitreisegeschichten haben auf mich schon von jeher einen ganz besonderen Reiz ausgeübt. Was erleben die Helden in einer fremden Epoche? Werden die Abenteurer wieder in ihre eigene Zeit zurückfinden? Sind alle Verwicklungen und Paradoxien am Ende auflösend erklärt?
Umso schöner also zu entdecken, dass sich meine beiden Freunde Spirou und Fantasio im Band 10 der Spezial-Reihe im Paris von 1865 herumtreiben. Und natürlich dürfen Graf von Rummelsdorf, Zyklotrop und Pips nicht fehlen. Zusammen dann mit vielen Geheimnissen, kaputter Technik, wahrhaftig belebender Rauschpilze und dem absolut unvergleichlichen Jörn-Justus kommen alle Freunde der sympathischsten Helden der Comic-Literaturgeschichte voll auf ihre Zeitreise-Kosten.
Schaut man dann noch näher hin (bzw. in die Anhänge), ist besonders interessant, dass für das Argot - eine Pariser Geheimsprache der unteren Bevölkerungsschichten Mitte des 19. Jahrhunderts - das Rotwelsche als Entsprechung für die sicher sehr arbeitsaufwendige Übersetzung herangezogen wurde. Natürlich wird der Leser hierbei nicht im Trüben stehen gelassen und daher mit einem Glossar versorgt, das einen sicher und vor allem verständlich durch die Gassen von Paris bringt. Ergänzt durch jede Menge Hintergrundinfos zum vorliegenden Abenteuer bleiben am Ende dann wirklich keine Wünsche und Fragen mehr offen.
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Ein Lesegenuss in tragisch-schönen BildernRezension vom 04.03.2012Eine regnerische Nacht an einer Landstraße: Clement Brown will nach Hause, nach Selma in Alabama. Die hübsche, blonde Tracy Lee aber hat etwas ganz anderes im Sinn, als sie Clement einlädt, in ihrem Pickup mitzufahren. Und während die eine zu vergessen sucht, gerät der andere in einen Strudel von Ereignissen, die geprägt sind von Schwarz und Weiß, Leidenschaft und Vergeltung, Leben und Sterben.
Mit Die Straße nach Selma fügt der umtriebige Schreiber-und-Leser-Verlag seiner Noir-Reihe ein weiteres erzählerisches und graphisches Kleinod bei. Dabei gab Texter Tome (nach seinen Arbeiten für Spirou & Fantasio) seiner Geschichte eine sehr erwachsene, tragische Note, die von Philippe Berthet kongenial in klare Bilder umgesetzt wurde. Dazu wurde das ganze dann noch mit einer wunderschönen Kolorierung versehen, an der man sich wahrlich nicht satt sehen kann.
Die Straße nach Selma ist mit seiner vielschichtigen Story und seinen tragisch-schönen Bildern ein Lesegenuss, der lange nachhallt.
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LeseActionRezension vom 04.03.2012So manch einer träumt vom großen Geld, der glücklich gewonnenen Million und dem dadurch rundum sorglosen Leben.
Sunny Boy Largo Winch erbt über Nacht ein Milliardenimperium und büßt dadurch seine bisherige Sorglosikeit ein. Denn wo Geld ist, ist auch Gier und Gewalt nicht weit.
Zum Glück aber wurde Largo beizeiten von seinem Adoptiv-Vater sorgfältig auf seine neue Aufgabe vorbereitet. Unbemerkt von allen händereibenden Leichfledderern wurde so für ein Fortbestehen der Gruppe W gesorgt und Largo kann sein für viele überraschendes Erbe antreten.
Doch wem kann er noch vertrauen? Was kann er sich noch zu tun erlauben? Wird der Erbe selbst sein Erbe überleben?
Das ist Stoff genug für eine an Action, Intrigen und Frauen nicht arme Comicserie des Altmeisters Jean van Hamme (Thorgal; XIII), die es seit ihrem fulminanten Debüt 1990 auf inzwischen 17 Bände (und nunmehr auch zwei Filme) gebracht hat. Eine sehr große Teilschuld an diesem Erfolg trägt sicher auch der damals noch annähernd unbekannte Zeichner Philippe Francq, der mit seinem klar detaillierten und höchst talentierten Stil diesem modernen Klassiker ein fast schon filmisches Gesicht verliehen hat.
Jedenfalls vergeht beim Lesen die Zeit wie im Film - und dies sogar mit diesem an Seiten nicht armen ersten Sammelband aus dem Hause Schreiber und Leser, der die ersten vier regulären Alben in sich vereint. Mit Largo Winch ist LeseAction angesagt mehr davon!
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Würdevolle Neuausgabe eines magisch fesselnden KlassikersRezension vom 04.03.2012Kinders wie die Zeit vergeht! Ist das wirklich schon bald 24 Jahre her, dass ich die deutsche Erstausgabe dieses Thorgal-Bandes aus dem Carlsen Verlag in den Händen hielt?
Ja, Thorgal ist eine der langlebigsten franko-belgischen Comicserien und nach Storm und Comanche - ein weiteres aktuelles Großprojekt des Splitter Verlags. Dieser will nicht nur die bislang 32 Bände der Serie in den nächsten Jahren in einer schönen chronologischen Werkausgabe herausbringen. Man wird sich vielmehr auch (endlich!) der Nebenserien des Thorgal-Universums widmen.
Chronologisch richtig wird dann auch der damalige erste Band auf den ihm zustehenden rückblickenden siebten Rang verbannt. Also springen wir mitten hinein in die stürmische See und erleben, wie sich Thorgal von Wikinger-König Gandalf (der heißt wirklich so) an einen Felsen ketten lassen muss und für seine Rettung einen allzu großen Eid schwört. Kaum aber der einen Gefahr entronnen, lernt unser Wikinger ein trügerisch schönes Paradies kennen, das eine mystisch-schreckliche Überraschung für ihn bereit hält.
Texter Jean Van Hamme und Zeichner Grzegorz Rosinski sind nicht mehr oder weniger als Zauberer. Wie sonst wäre eine Serie erklärbar, die all die langen Jahre über die Leser magisch in ihren Bann zieht und das vom allerersten Panel an.
Mit der Neuausgabe im Splitter Verlag wird dem modernen Comic-Klassiker nun endlich auch die Würde zuteil, die ihm zusteht: Bester Druck in bestem Qualitäts-Hardcover ergänzt durch einen umfangreichen Blick hinter die Kulissen bestehend aus Vorstellung der Schöpfer von Thorgal, einem Abriss der Serie, Hintergründe über die Wikinger und ein Interview mit Grzegorz Rosinski. WUN-DER-SCHÖN!
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Die Geister, die ich rief...Rezension vom 04.03.2012Prinzessinnen haben es wirklich nicht leicht.
Erst recht nicht, wenn sich nach dem Ableben des Altvorderen herausstellt, dass der älteste Bruder ein Schwachkopf, der zweitälteste ein herrschsüchtiger Intrigant und der jüngste ein schissiges Weichei ist.
Also muss Prinzessin Libelle das hauseigene Königreich fast völlig allein vor dem Untergang bewahren. Fast denn da gibt es noch ein paar sehr viel frühere Vorfahren, die entstofflicht und leicht schimmernd nur des Nachts auftauchen. Ob allen voran Geist Albumen von Nachtschatten allerdings die dringend benötigte Hilfe leisten kann, werden wir nur nach ungeduldiger Wartezeit auf den zweiten abschließenden Band erfahren können.
Ein wahrhaft be-Geist-ernder Comic ist der Auftakt zur neuesten Troy-Subserie aus dem Hause Splitter getextet natürlich von Chef-Troy-aner Arleston und Nebenserien-Troy-anerin Melanyn. In kongeniale Bilder gesetzt wurden Herrscher, Helden, Drachen, Intriganten und Geister von Hérenguel, der nach dem düster-romantischen Silbermond über Providence hier seine komödiantische Seite unter Beweis stellt.
Die Geister von Troy ist wie alles aus dieser Welt - äußerst amüsant und zugleich mächtig spannend.
Da werden wir doch gern zu troyen Lesern...
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Abenteuer purRezension vom 04.03.2012Gute Bücher sollten niemals vom Markt verschwinden, gute Comics erst recht nicht.
Dieses Credo ist dem rührigen Splitter Verlag höchst zu eigen, was er nun mit der veredelten Neuauflage der Near Future-Serie Gipsy wieder einmal unter Beweis stellt.
So haben wir zehn Jahre nach der letzten deutschsprachigen Ausgabe erneut das wunderbare Glück mit dem Truck des Zigeuners Tsagoi auf der C3C brisante Transportaufträge zu erfüllen. Ozonlochbedingt ist nach einer Eiszeit im Norden und einer UV-Strahlen-Katastrophe im Süden der guten alten Erde die Circumpolar 3 Continental als Kontinente verbindende Autobahn die einzige wirkliche Alternative zum stark eingeschränkten Luftfrachtverkehr.
Als Einzelspieler im stark umkämpften Transportgeschäft darf Tsagoi nicht zimperlich sein gerade auch in Konkurrenz zum nahezu allmächtigen Selmer-Konzern. Seine plötzlich wieder auftauchende und politisch äußerst korrekte kleine Schwester Bibi und eine mysteriös vermummte Kollegin namens Hexe sorgen für zusätzliche Abwechslung im sowieso schon abenteuerlichen Leben des Gipsy.
Gerade dies aber lässt diesen fast schon modernen Klassiker immer wieder auferstehen: Abenteuer pur mit einer Prise Sense of Wonder.














