Tiefer gehen - wandern und einkehren im KARST und an der KÜSTE
Leseprobe

Tiefer gehen - wandern und einkehren im KARST und an der KÜSTE

Wandern und Einkehren im Karst und an der Küste

von Werner Koroschitz, Wilhelm Berger, Gerhard Pilgram

Buch

Taschenbuch (544 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Der slowenische und italienische Karst, eine Landschaft von außergewöhnlicher Schönheit und Vielfalt, steht diesmal im Blickfeld des Autorenteams um Gerhard Pilgram. Zu Fuß erkundet werden sowohl der Nostranjski Kras, der »klassische« slowenische Karst der Primorska, als auch der Carso Triestino einschließlich der Küste in Julisch Venetien. Dazu kommen mehrere Expeditionen am Kra¿ki rob, dem Karstrand, sowie in Slovenska Istra an der Grenze zu Kroatien. Neben prominenten Orten wie dem Zirknitzer See, den Grotten von ¿kocjan oder dem Val Rosandra, die jeweils aus ungewohnter Perspektive betrachtet werden, widmen sich die Autoren vor allem jenen abgelegenen Gegenden des Karsts, die in gewöhnlichen Reiseführern kaum erwähnt werden. Das Augenmerk liegt dabei auf der wechselvollen politischen Geschichte der Region sowie der Alltagskultur der Ortschaften, die mit viel Sympathie und Witz, aber keineswegs unkritisch porträtiert werden. Zeitgeschichtliche und philosophische Essays liefern die entsprechenden Hintergrundinformationen, detaillierte Wegbeschreibungen und gastronomische Tipps den touristischen Gebrauchswert. Zahlreiche Farb- und Schwarzweiß-Fotos spiegeln den melancholischen Reiz der Landschaft.

30 Wanderungen und Spaziergänge
100 Ortsbeschreibungen
10 Essays
Zahlreiche Farb- und SW-Fotos


Produktdetails

Verkaufsrang: 10.583
ISBN-10: 3-85435-654-4
EAN: 9783854356547
Erschienen: November 2011
Verlag: Drava Verlags- u.Druckges
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 544
Gewicht: 684 g
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Werner Koroschitz

Werner Koroschitz, geb. 1961, lebt und arbeitet als freiberuflicher Historiker in Villach. Wissenschaftliche Leitung des Vereins Industriekultur und Alltagsgeschichte. Zahlreiche Publikationen und Ausstellungen zu kultur- und zeitgschichtlichen Themen.

Wilhelm Berger

Wilhelm Berger ist Sozialwissenschaftler und Philosoph, Prodekan der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt / Graz / Wien, IFF) und dort A. o. Prof. an der Abteilung für Technik- und Wissenschaftsforschung.

Gerhard Pilgram

Gerhard Pilgram, geb. 1955 in Klagenfurt, Kulturmanager, Autor und bildender Künstler, ist Geschäftsführer des Universitätskulturzentrums UNIKUM. Zahlreiche Publikationen.

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In unzähligen Publikationen als Naturwunder gepriesen, weckt der Zirknitzer See Erwartungen, die sich beim ersten Augenschein nicht immer erfüllen. Bei "Flut" unterscheidet er sich, oberflächlich betrachtet, kaum von gewöhnlichen Seen, und bei "Ebbe" tritt stellenweise eine Mondlandschaft zutage, die nicht jedermanns Sache ist. Auch sind die umliegenden Dörfer, von wenigen Ausnahmen abgesehen, so reizlos und hässlich, dass es einem fast den Aufenthalt verleidet. Kein Wunder, dass es viele Touristen bei einem Blitzbesuch bewenden lassen und schnell das Interesse verlieren. "Kaum verdient er es, besucht zu werden, denn er zeichnet sich weder durch seinen Umfang noch durch Schönheit aus", urteilte der Reiseschriftsteller John Russell 1825. Um sich mit dem Cerknisko jezero anzufreunden, sind organisierte Kutschenfahrten oder Umrundungen mit dem Fahrrad, wie sie den Gästen empfohlen werden, wenig hilfreich. Denn seine Schönheit offenbart sich erst in seinem "Inneren ", also abseits der befestigten Uferstraßen. Das setzt voraus, dass man sich unsicheren Pfaden anvertraut, die in keiner Karte verzeichnet sind und sich irgendwann im Schilf oder Sumpf verlieren. Auch die breiten, von den Bauern genützten Wege enden oft auf diese Weise - das Scheitern und Kehrtmachen übt sich am Zirknitzer See besonders gut. ()
Dass er Teil eines komplizierten Fluss- und Höhlensystems ist, das in Kroatien seinen Anfang nimmt und nach etlichen Stationen am Laibacher Becken endet, ahnten bereits die alten Römer; bis ins Letzte erforscht sind die Verbindungen bis heute nicht. Seit jeher rätselhaft, nährte er die kühnsten Spekulationen. "Aus solcher Obscuritaet ist der Wahn entstanden, als ob dieser See mit dem Meer eine unterirdische Correspondenz hette, und sich Flut oder Rück-Flut desselben anhengig machte", mokierte sich Valvasor über einige seiner Kollegen.

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