BuchhändlerInnen im Portrait

aus Linz

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53 (ansehen)
Abteilung
Taschenbuch/Belletristik
Funktion
Buchhändler
Lieblingsautoren
Bernhard, Thomas Kundera, Milan Winkler, Josef Tschecow, Anton
Im Beruf seit
1999
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Meine Rezensionen

  • Nullzeit
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    einTAUCHEN ins Leben
    Rezension vom 03.03.2013
    Die Schauspielerin Jola und ihr Lebensgefährte Theo, ein gescheiteter Schriftsteller, buchen einen Tauchurlaub bei dem ausgewanderten Deutschen Sven. Jola will sich mit den zweiwöchigen Taucherfahrungen auf ihre nächste Filmrolle vorbereiten. Sie, die verführerische Schauspielerin, er der Trinker und seinen großen Roman schreibend, und der sich zur Selbstkontrolle treibende Aussteiger Sven, beginnen ein intrigantes Spiel des Mißtrauens, der Täuschungen, aber auch der Provokationen und Bösartigkeiten, alle dies mit einem sexuellen Hintergrund.
    Der nach alternativen Lebensformen strebende Sven, der die Leistungsgesellschaft haßt, leitet mit seiner Freundin Antje eben diese Tauchschule mit den paar Ferienhäusern. Daß bei der Zusage, die beiden Deutschen zu betreuen, schon gewisse Vorahnungen vorhanden waren, bestätigen sich im Nachhinein.
    Alle Kapitel enden immer mit einem Tagebucheintrag von Jola, die nach und nach ihre eigene Sichtweise der Dinge darstellt. Juli Zeh spielt in ihrem Roman "Nullzeit"(jene Zeit, die ein Mensch tauchen kann, ohne daß er beim sofortigen Auftauchen an die Oberfläche sich einem Gesundheitsrisiko aussetzt) mit vielen Klischees, die am Ende des Romans in eine spannend konstruierte Handlung gleiten. Auch die Themen der Freiheit des Willens, des Handelns und der Urteilsfindung werden stark eingebunden.
  • Die Einladung
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    Abenteuer Leben annehmen
    Rezension vom 03.03.2013
    Die Autorin Oriah Mountain Dreamer lebt in Toronto und leitet seit vielen Jahren Workshops und Meditationen. Aus ihren beruflichen Erfahrungen stammen die Gedanken und Anregungen zu den Meditationen und persönlichen Erlebnisse dieses Buches. Sie schildert auch anhand ihres eigenen Daseins und des von guten Freunden, wie das Leben sein kann:schmerzhaft, leidvoll, sonnig und warm, ....
    Sie ruft uns alle dazu auf, das leben so wie wir es präsentiert bekommen, anzunehmen, sich den negativen Teilen (Schmerz/Leid) zu öffnen und sich ohne Kompromiß der Freude, der Wärme und der Schönheit hinzugeben.
    Am Ende jedes Kapitels gibt es einen Meditationstext, die sehr einfach zu vollführen sind. Diese Texte laden ein, dem Weg der Autorin zu folgen und sich mit totaler Leidenschaft auf das Abenteuer Leben einzulassen.
    Jede/r Leser/in kann und soll sich immer das für sich herausnehmen, das für die eigene Persönlichkeit wichtig und entscheidend ist.
  • Atlas eines ängstlichen Mannes
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    Vielseitige Weltansicht
    Rezension vom 03.03.2013
    Das neue Buch von Christoph Ransmayr beschreibt verschiedenste Orte der Welt: nahe und entlegene, bekannte und uns eher fremde Gegenden.
    In ca. 70 kurzen Episoden, die keine bestimmte Reihenfolge erkennen lassen, werden wunderbare Plätze dieser Erde beschrieben mit geschichtlichen Hintergründen und ganz besonderen Eigenschaften. In diesen tritt der Autor selber als Zeuge des Passierten auf.
    Jede einzelne Geschichte fügt sich zu einem Atlas zusammen, einem besonderen Gefüge, daß von Glück und Liebe, von den berauschenden Bildern und von Treffen mit ganz besonderen Menschen lebt.
    Diese Schicksale von Orten und den dazugehörigen Menschen ergeben mit der blumigen Sprache von Ransmayr eine individuelle Landkarte vom Leben auf unserem Erdball.
  • Die Novelle vom dicken Holzschnitzer
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    Renaissance-Novelle aus Florenz
    Rezension vom 11.02.2013
    Dieses Buch im Wagenbach-Verlag beschreibt einen Streich aus dem Florenz der Renaissance im 15. Jhdt.
    Dem dicken Holzschnitzer wurde von seinen Freunden eingeredet, er sei nicht er selbst, sondern ein anderer. Dieser verzweifelt völlig und gibt sich der Verwandlung hin.
    Beim Erwachen aus dem bösen Traum erkennt er endlich, wie er sich der Lächerlichkeit preisgegeben hatte und wie es ihm nicht mehr möglich war weiterhin in Florenz zu leben und zu arbeiten. Er verläßt diese Stadt und baut sich eine neue Existenz auf.
    Antonio Manetti beschreibt in dieser klassischen Novelle das Problem der Identität. In dieser Zeit spielte die Bedeutung des Ichs, die Manipulation der wahren Identität eine große Rolle.
    Der Architekt Filippo Brunelleschi hatte sich diesen Streich ausgedacht und den Holzschnitzer in einen hoffnungslosen Irrgarten getrieben.
    Gut in Szene gesetzt beschreibt der Autor auch das Florenz dieser Zeit, mit all seinen Handwerkern und Geschäftsleuten, den Künstlern und Dichter, den Gassen und Bauwerken, ...
  • Buddhas kleiner Finger
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    Multimytholigoscher Roman
    Rezension vom 11.02.2013
    Neben Sorokin ist Viktor Pelewin einer der derzeitigen "Superstars" der modernen russischen Literatur.
    Sein Protagonist, der Petersburger Dichter Pustota, gerät ins Visier der Geheimpolizei. Er flieht ins anonyme Moskau. Ab diesem Zeitpunkt nimmt sein Leben eine drastische Wende. Alle Dinge, die mit ihm und um ihn herum passieren, werden in mehreren Ebenen elementar. Realität und Fiktion, bewußtes Erleben und Träume führen unseren "Helden" in ein schräges Literaturcafe, zu dem geschichtsträchtigen Tschapajew, in eine Nervenklinik, ....
    Pelewins anregende Phantasie, sein bissiger Humor mit dem Vergangenen und dem Gegenwärtigem, stellen die russische Geschichte in ein Licht, welches die Leserschaft blendet und dabei eine andere Seite zum Vorschein bringt.
  • Roderers Eröffnung
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    Genie und Wahnsinn
    Rezension vom 11.02.2013
    Dieser Roman beschreibt einmal mehr, wie eng Genie und Wahnsinn beisammen liegen. Viele Abende verbringen Roderer und sein Freund beim Schachspiel. Beide sind jung, sehr begabt und hängen vielen Gedanken nach, die sich in ihren Gehirnen darbieten.
    Roderer verliert dabei immer mehr den Bezug zum alltäglichen Leben. Er opfert immer mehr notwendige Dinge im Leben, um der "bestimmten und endgültigen Wahrheit" auf die Spur zu kommen: seine Freunde, seine Familie(Mutter), seine Freundin Cristina, und zum Schluß sogar sich selbst.
    Im Gegensatz dazu nimmt sein Freund die Gegebenheiten des Alltags an, er stellt sich mit seinem Wissen der Realität und muß den unweigerlichen Untergang seines Freundes mitansehen ohne im helfen zu können.
    Der Autor beschreibt mit einer exzellenten Sprache dieses Getriebensein nach einem Etwas, das vielleicht gar nicht erreicht werden kann, mit so fesselnden Worten, daß eine gute Spannung daraus entsteht.
  • Zahltag
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    Steuereintreiber der anderen Art
    Rezension vom 11.02.2013
    Markaris, profunder Kenner der aktuellen Lage in Griechenland, erzählt einen weiteren Fall von Kostas Charitos aus dem krisengeschüttelten Athen.
    Die Reichen zahlen keine Steuern, die armen Griechen empören sich darüber. Viele von ihnen sehen oft keinen Ausweg aus ihrer Situation, vor allem junge Menschen.
    Ein unbekannter Steuereintreiber bringt mit Drohbriefen, mit mythologischen Methoden( Schierlingsgift , Pfeil und Bogen) Steuersünder zum Zahlen bzw. ermordet sie.
    Der Autor beschreibt mit seinem Protagonisten Charitos samt seiner Familie die Lebenswirklichkeit so dermaßen exakt und realistisch, aber auch mit Humor und Witz. Damit bekommen die Leser einen gezielzen Einblick in das gegenwärtige Gesellschaftssystem.
  • Ruhm am Nachmittag
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    Polemisch witziger Roman
    Rezension vom 21.04.2012
    Karl Markus Gauß, gebürtiger Salzburger, beschreibt in seinen zahlreichen kurzen Texten die vielen Facetten des Lebens. Das in drei Teile gegliederte Buch enthält literarische Themen( Sandor Marai), politische und allgemein das Leben betreffende Augenblicke. Auch autobiographische Erlebnisse fließen in sein Buch ein.
    Mit seiner genauen und pointierten Sprache trifft der Autor präzise das, was viele nicht in Worte fassen können.
    Sein enormes Wissen, seine Kenntnis über diverse Länder bereichern ebenfalls und erfüllen ein hervorragendes Leseerlebnis.
  • Die Besucher
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    Besucher der anderen Art
    Rezension vom 20.04.2012
    Kurt Palms zweiter Roman handelt vom Journalisten Koller Martin, der auf Grund von merkwürdigen Ohrengeräuschen im Krankenhaus liegt. Er kann einfach nicht schlafen und das schlägt sich auf seine Psyche. Hinzu kommt noch, dass seine Freundin unbedingt ein Kind von ihm will und in der Arbeit sich ein junger protektionierter Journalist sich in seine im rechtsextremen Milieu angesiedelten Recherchen einmischt.
    Als er dann auch noch erfährt, dass seine Mutter im Sterben liegt, setzt er seine letzten Kräfte in Gang und begibt sich in das Haus seiner Kindheit und Jugend. Dort tauchen plötzlich die "Besucher" auf und beschlagnahmen das ganze Haus mit der sterbenden Mutter. Keiner kennt diese Sonderlinge, die barfuß und in Decken gehüllt urplötzlich da sind. Niemand weiß, woher sie kommen und was sie vorhaben.
    Eine Ärztin, die Martin aus seinen Jugendtagen kennt, ruft an. Sie hat ebenfalls eine sehr merkwürdige Begegnung mit den "Besuchern" gemacht.
    Der Autor lässt seinen Protagonisten in einen Alptraum fallen, aus dem dieser nicht mehr herauszufinden scheint. Wie in seinem ersten Buch "Bad Fucking" hat das phantastische Element auch in diesem Roman wieder seinen festen Platz. Mit seiner eigenwilligen Sprache versteht es Palm die Leser in Spannung und auch Staunen zu versetzen.
  • Der Bahnwärter
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    Liebe und Schmerz im Krieg
    Rezension vom 20.04.2012
    Das Geräusch eines Zuges, der nur ein paar mal pro Tag am einsamen Bahnwärterhäuschen vorbeifährt, das nennt man einsame Idylle.
    Der Bahnwärter Nino, der dort mit seiner Frau Minica wohnt, genießt diese Einsamkeit, diese Schönheit der umliegenden Natur und das weite Meer, wo sie gemeinsam an Abenden hingehen. Doch der Krieg legt sich über die Landschaft und damit auch auf die Menschen, die ebendort wohnen. Er verbreitet fürchterliches Leid und enorme Schmerzen über die Bewohner des kleinen sizilianischen Dorfes. Niemand entkommt diesen entsetzlichen Dingen, die ein solcher Krieg mit sich bringt.
    Camilleri schildert eine leidenschaftliche ganz typisch sizilianische Geschichte über die wahre Liebe unter den Menschen mitsamt aller Tragik und allen Wahrheiten.