Buch
gebunden (292 Seiten)
Sprache: Deutsch
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€ 17,50
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Das Kinderbuch-Highlight des Jahres!
Ein Dieb ist einem Magier sehr ähnlich. Er hat flinke Finger und lässt Dinge verschwinden. So wie der junge Conn, der von der Hand in den Mund und dem Griff in die Taschen anderer lebt - bis er eines Nachts etwas stiehlt, das ihn eigentlich töten müsste: Er raubt den Zauberstein des Magiers Nevery und bleibt doch merkwürdigerweise unversehrt.
Neugierig geworden nimmt Nevery den Jungen bei sich auf und damit beginnt für Conn ein Wettlauf gegen die Zeit: Binnen 30 Tagen muss er seinen eigenen Zauberstein finden, um ein Magier zu werden, während ihn und seinen Meister zugleich das rätselhafte Schwinden der Magie in der Stadt in Atem hält.
. Der fulminante Auftakt einer packenden Trilogie
. Fesselnd, magisch, voll origineller neuer Fantasy-Momente
. Mit einem unglaublich charmant-schlitzohrigen Helden, der zu Herzen geht
. Mit Kartenmaterial und durchgehend illustriert
| ISBN-10: | 3-570-13561-6 |
|---|---|
| EAN: | 9783570135617 |
| Originaltitel: | The Magic Thief - Stolen |
| Erschienen: | 17.08.2009 |
| Verlag: | Cbj |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 292 |
| Gewicht: | 500 g |
| Altersempfehlung: | ab 10 |
| Übersetzer: | Knut Krüger |
Sarah Prineas lebt mit ihrem Mann, einem Physikprofessor, und ihren beiden Kindern in Iowa City und unterrichtet an der dortigen Universität u. a. Literatur und kreatives Schreiben.
von RezensentInnen des Österreichischen Bibliothekswerks, am 07.04.2011
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von Carina Nickenig, am 14.06.2010
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von Asti, am 03.01.2010
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von Anne Rusche, am 08.12.2009
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von Nicolai Walter Wolf, am 05.11.2009
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von Nina Debold, am 31.10.2009
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von Karin Truch, am 08.09.2009
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von Anna Weidinger, am 08.09.2009
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von Anke Heuer, am 03.09.2009
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von Cornelia Fiedler, am 13.05.2009
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Ein Dieb ist in vielerlei Hinsicht wie ein Magier. Ich habe flinke Hände. Und ich kann Dinge verschwinden lassen. Doch dann habe ich den Locus Magicalicus des Magiers
gestohlen und wäre dadurch beinahe selbst für immer verschwunden.
Es war eines späten Abends in Twilight und so stockfinster wie im Sack eines Einbrechers. Die Straßen waren wie ausgestorben. Ein rußiger Nebel kroch den Fluss herauf. Nur hier und da war das dumpfe Echo schattenhafter Gestalten zu hören, die durch die Gassen huschten. Der hohle Klang der einsamen, heruntergekommenen Stadt umhüllte mich.
Der abendliche Regen hatte die Pflastersteine unter meinen nackten Füßen glitschig gemacht. Meinen flinken Fingern war an diesem Tag kein Glück beschieden gewesen, ich hatte mir weder ein Abendessen noch eine Kupfermünze stibitzen können, um eines zu kaufen. Mein Magen knurrte vor Hunger. Ich hätte es woanders versuchen sollen, zumal der Underlord noch ein Hühnchen mit mir zu rupfen hatte und seine Gefolgsleute mich nur zu gern windelweich geprügelt hätten. Ich hielt mich in einem Durchgang versteckt und lauerte.
Doch es war bereits spät und hatte wieder zu regnen begonnen - ein stilles, eiskaltes Nieseln, das mir durch Mark und Bein ging. Eine Nacht, wie geschaffen für Nachtaale. Ich krümmte mich in meinem Versteck zusammen und träumte von einer warmen Mahlzeit.
Dann hörte ich sie. Es waren Schritte, die durch ein Klopfen unterbrochen wurden. Tapp, tapp, klack. Tapp, tapp, klack. Ich zog mich ganz ins Dunkel zurück und wartete. Ein gebeugter, bärtiger alter Mann schlurfte mir entgegen. In einen Mantel gehüllt und auf einen Stock gestützt, kämpfte er sich die steile Gasse hinauf und brummte vor sich hin. In diesem Moment wusste ich - im Gegensatz zu ihm -, dass seine Geldbörse mein Abendessen finanzieren würde.
Ich war nur ein Schatten, ein Lufthauch, eine federleichte Hand, die unmerklich hinter ihm auftauchte, blitzschnell einen Gegenstand aus der Tasche seines Mantels zog und sogleich wieder verschwunden war. Perfekte Arbeit.
So dachte ich zumindest. Der Alte setzte seinen Weg unbeirrt fort, während ich mich in mein Versteck zurücksinken ließ und die Hand öffnete, um meine Beute zu begutachten.
Selbst im Schatten schien der Gegenstand, den ich gestohlen hatte, dunkler als dunkel zu sein, und obwohl der Stein, den ich erblickte, kleiner war als die Faust eines Säuglings, war er doch gleichzeitig schwerer als das Herz eines Mannes, der dem Galgen entgegenschreitet. Es war ein magischer Gegenstand. Der Locus Magicalicus eines Magiers. Als ich den magischen Stein anstarrte, begann er, rötlich zu leuchten, wie glühende Kohlen auf einer winterlichen Feuerstelle. Dann zuckte ein greller Blitz auf, und mit einem Mal tanzten helle Funken durch die Gasse und vertrieben die Schatten, die flohen, als wären sie ängstliche schwarze Katzen.
Ich hörte, wie der Magier zurückkam. Jeweils zwei Schritte, gefolgt vom Klacken seines Gehstocks. Rasch schloss ich meine Hand um den Stein und ließ ihn tief in meiner Tasche verschwinden. Schlagartig war es wieder stockdunkel. Als ich mich umdrehte und noch versuchte, meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen, bog der alte Mann um die Ecke, streckte seine große Hand aus und packte mich an der Schulter.
»So, Junge ...«, sagte er. Seine Stimme war rau und tief.
Ich rührte mich nicht vom Fleck. Ich weiß, wann ich in der Tinte sitze.
Der alte Mann starrte mich mit funkelnden Augen an. Für einen langen, bedrückenden Moment herrschte absolute Stille. Ich spürte das Gewicht und die Wärme des Steins in meiner Tasche. Dann sagte er: »Du siehst hungrig aus.«
Das war ich zweifellos. Ich nickte vorsichtig, zögernd.
»Wie wär's mit gebratenem Schweinefleisch, Kartoffeln und Kuchen?«
Ich schluckte. Mein Verstand sagte mir, dass dies keine gute Idee war. Der alte Mann war ein Magier, das war sonnenklar, und wer würde schon freiwillig mit einem Magier zu Abend essen?
Aber mein Seit-gestern-leerer-Bauch gab mir lautstark zu verstehen, dass er Schweinefleisch, gepfefferte Kartoffeln und Kuchen wollte. Er befahl mir zu nicken und ich tat ihm den Gefallen.
»Dann komm«, sagte der alte Mann. »Das Wirtshaus an der Ecke hat immer noch geöffnet.« Er ließ mich los und setzte sich in Bewegung und ich folgte ihm. »Ich heiße Nevery«, sagte er. »Und wie heißt du?«
Ich halte generell nichts davon, einem Magier meinen Namen zu verraten, also lief ich schweigend neben ihm her. Der Magier hatte bereits direkten Kurs auf das Wirtshaus genommen, doch bemerkte ich, wie mir seine leuchtenden Augen unter der Hutkrempe einen scharfen Blick zuwarfen.
Die Gaststube wurde von einem Kohlenfeuer erleuchtet und war bis auf den Wirt menschenleer. »Abendessen!«, orderte der Magier und streckte zwei Finger in die Luft. Der Wirt nickte und verschwand in der Küche. Wir nahmen an einem Tisch Platz. Ich saß mit dem Rücken zur Wand und Nevery mir gegenüber, sodass mir der Fluchtweg versperrt war.
»So, Junge«, wiederholte der Magier, indem er seinen Zylinder abnahm. Jetzt sah ich, dass Neverys Augen schwarz, Haare, Bart und Augenbrauen hingegen silbergrau waren. Unter seinem grauen Mantel trug er eine schwarze Hose, einen gleichfarbigen samtbesetzten Gehrock sowie eine bestickte schwarze Weste - alles ein wenig heruntergekommen, als wäre er früher wohlhabender gewesen. Er lehnte seinen Spazierstock mit dem goldenen Knauf gegen den Tisch. »Ein ziemlich kalter, feuchter Abend für einen Reisenden, findest du nicht?«
Ein kalter, feuchter Abend für jeden, dachte ich und nickte.
Er schaute mich an. Ich erwiderte seinen Blick.
»Aber du siehst kerngesund aus«, sagte er wie zu sich selbst. »Kein Anzeichen irgendeiner Schwäche ...«
Wieso Schwäche? Wovon redete er?
»Du hast mir deinen Namen noch nicht gesagt«, fuhr er fort.
Das hatte ich auch nicht vor und zuckte die Schultern.
Nevery öffnete seinen Mund, um weiterzusprechen, doch in diesem Moment brachte der Wirt das Essen und stellte scheppernd die vollen Teller vor uns auf den Tisch.
Die verführerisch duftenden Fleischstücke hatten eine knusprige Kruste, die glänzenden Kartoffeln schwammen in Butter und waren mit einer feinen schwarzen Pfefferschicht überzogen. Im nächsten Moment kehrte der Wirt abermals zurück und brachte uns einen großen Kuchen, der von saftigen, mit Puderzucker bestäubten Beeren strotzte.
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