BuchhändlerInnen im Portrait

aus Salzburg / Europark

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Über mich
Ich esse, wenn ich lese. Das Buch, das geschriebene Wort, ist demnach ein Grundnahrungsmittel.
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Meine Rezensionen

  • Wahn
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    ENDLICH WIEDER EIN GUTER KING
    Rezension vom 27.07.2011
    Stephen King hat nun wirklich schon sehr viele Bücher geschrieben, ein Wunder, dass ihm immer wieder etwas Neues einfällt.
    Als Jugendlicher habe ich alle Kings, angefangen beim Klassiker Shining, von Christine über Friedhof der Kuscheltiere bis zum meiner Meinung letzten Knaller Duddits, gelesen.
    Nun legt Stephen King wiederum einen sehr gelungenen und spannend komponierten Roman vor, der den Leser auf eine einsame Insel der Florida Keys führt, auf der sich Edgar Freemantle, von einem schrecklichen Unfall aus dem Berufsleben gerissen, seiner Leidenschaft, der Malerei und sich selbst widmet.
    Doch die Bilder, die er in seiner Einsamkeit entstehen lässt, entwickeln im Laufe der Zeit ein Eigenleben, das den Maler in einen dämonischen Strudel zu ziehen beginnt.
    Ein Horror-Szenario entwickelt sich und fesselt den Hörer bis zum letzten Wort.

    David Nathan, die Synchronstimme Johnny Depps macht diese hochspannende Lektüre zu einem fulminanten Hörerlebnis für King-Fans und Horrorfreunde.

  • Tea-Bag
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    MANKELL, URKOMISCH UND DOCH ERNST
    Rezension vom 27.07.2011
    Als Nicht-Krimi-Fan freue ich mich sehr über das Engagement, das Henning Mankell in Afrika zeigt, noch mehr freue ich mich darüber, dass er den literarischen Sprung vom Krimi zum gesellschaftskritischen Roman ohne Mühe schafft, nicht ohne anzumerken, dass seine Krimis ja ohnehin gesellschaftskritisch sind.
    Mit Tea-Bag ist Henning Mankell, ein für das Thema Einwanderung und Asyl, äusserst humorvoller Roman gelungen. Ich erinnere mich an einige Szenen, bei denen ich herzlich lachen musste. Tea-Bag erzählt die Geschichte einer jungen, afrikanischen Frau, deren Flucht aus ihrem Heimatland, sie in das ferne Schweden führt. Mit einigen Freundinnen, ebenfalls Flüchtlingsmädchen, lernen sie den gefeierten Lyriker Jesper Humlin kennen, der ihnen bei ihrem Anliegen, ebenfalls Autorinnen werden zu wollen, helfen soll. Nach und nach begegnen sich zwei Kulturen, bis Jesper Humlin schliesslich vollends in eine haarsträubende Geschichte verwickelt wird...
    Ein ansprechendes Buch zum Nachdenken und Schmunzeln.
  • Im Rausch der Stille
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    UNGLAUBLICH!
    Rezension vom 22.07.2011
    Sehr geehrter Herr Pinol!
    Wo um Gottes Willen nehmen Sie diese Fantasie her?
    Ich las dieses Buch, schlug es zu, und dachte mir, was um Himmels willen ist da passiert?
    Berauschend lauter Rausch der Stille.
    Ein schöner, verwirrender, verstörender, unheimlicher Sprachenbesuch.
    Einfach die Türe in die dunkle Nacht öffnen und sich überraschen lassen...
    Die Überraschung gelingt.
    Danke für dieses Leseerlebnis.
  • Der Weltenwanderer
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    SIEBÖCKS WANDERPREDIGT!
    Rezension vom 21.07.2011
    Wer träumt nicht davon, einmal im Leben, alles loszulassen, alles hinter sich zu lassen, dem alltäglichen Lebenstrott den Rücken zu kehren und sich in ein gewagtes Abenteuer zu stürzen, ohne zu wissen, wie es ausgehen wird, ohne nur zu erahnen, welche Strapazen und schöne Momente auf einen zukommen.

    Gregor Sieböck hat den Schritt, nein, eigentlich die unendlich vielen Schritte, gewagt, die ihn um die halbe Welt führten. Er packt eines Tages seinen Rucksack und will den halben Erdkreis zu Fuß umrunden. Sein Traum ist es, der Welt, den Menschen, denen er begegnet, ein besseres Weltbild zu vermitteln, Nachhaltigkeit im Lebensstil aufzuzeigen, er will aufrütteln und Ungerechtigkeiten aufzeigen, die sein Leben bewegen.
    Sieböck begibt sich drei Jahre auf den Weg, der ihn über den Jakobsweg nach Santiago, weiter über die einsame Weite Südamerikas, über die Anden, schließlich nach Kalifornien, über Russland nach Japan und als letzte Station schließlich in die Wildnis Neuseelands führt.

    Sieböcks Reisebericht bewegt. Der Leser erfährt viel über die harten Strapazen einer wirklich langen Wanderschaft, begegnet fremden Kulturen und staunt über die Schönheiten anderer Länder.
    Zunehmend jedoch, verirrt sich Sieböck zu sehr in der Vermittlung seiner Botschaft einer nachhaltigen Lebensweise, die den Leser bald etwas strapaziert. Der Reisebericht wandelt sich zum Ende hin in eine esoterisch anmutende Streitschrift, die das Buch zunehmend langweilig macht.

    Nichts desto trotz ist Sieböcks Reisebeschreibung spannend und rüttelt auf.
  • Erschieß die Apfelsine
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    AUFFALLEN UM JEDEN PREIS!
    Rezension vom 21.07.2011
    Im Meer des Lebens tummeln sich Arschgeigen und Idioten.
    Ich schwimme mit. Ich rudere mit dem Wind, bin Teil eines wabernden, selbstsüchtigen Schwarms. Aber ich bin ein Niemand. Ein Loser, der nicht beachtet wird.
    Ein Mensch unter Menschen, ein Stein unter Steinen, ein Baum unter Bäumen.

    Im Sog dieser Vergessenheit fasse ich einen Entschluß:
    Mein Leben muss sich ändern.
    Mein Leben wird sich ändern.
    Und das unter allen Umständen und ohne Rücksicht auf das Ansehen meiner eigenen Person. Ich mache Dinge, eklige Dinge, verändere mein Aussehen, meine Kleidung, meinen Charakter, ich ecke an, mache von allem das Gegenteil, widersetze mich, schlüpfe kopfüber wieder hinein in die leere Hülle meines Kokons, verwandle mich zurück zur hässlichen Raupe.
    Hauptsache ich falle auf.

    Und ich falle auf.

    Dabei wecke ich stumme Geister in mir. Ich entdecke die Poesie. Ich entdecke, dass ich Gefühle habe. Ich entdecke die Liebe.

    Und ich entdecke die scharfe Klinge des Wortes, den süß-sauren Geschmack des Widerstandes. Fortan stelle ich meine Worte wie Brecher gegen den Strom herein tosender Sturmwellen.

    Im Sturzbach dieser Veränderung werde ich zum Gewinner.

    Und verliere mich im Rausch einer applaudierenden Illusion.
  • Marina
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    GRUSELIG!
    Rezension vom 17.05.2011
    Zafon hat mich schon mit seinen beiden Romanen „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ sehr begeistert.

    Mit Spannung und hoher Erwartung schlug ich nun seinen neuen Roman „Marina“ auf und…

    …bis zur letzten Seite, in einem Lesezug, nicht mehr zu.

    Zafon ist mit seinem Buch ein hochspannender Schauer- ja Gruselroman gelungen, der den Leser wieder in ein düsteres, verregnetes, kalt nebelverschleiertes, mit düsteren Gestalten gespicktes Barcelona führt.
    Sein junger Held, Oscar Drai besucht ein Schülerinternat und treibt sich in seiner Freizeit in den verwinkelten, verwunschenen Gässchen Barcelonas herum.
    Dabei trifft er eines Tages auf ein Mädchen. Ihr Name ist Marina und die Begegnung mit ihr stellt sein bisheriges Leben total auf den Kopf.
    Die Beiden werden in ein düsteres Abenteuer hineingezogen. Ein gruseliges Geheimnis um den einst reichsten Mann Barcelonas bringt Oscar und Marina schließlich in große Bedrängnis.
    Aber auch mit Marina scheint irgendetwas nicht in Ordnung zu sein…

    Zafon versteht es ausgezeichnet, seine Leser zu verführen. Das düstere, unheimliche Bild Barcelonas, in dem es immer zu regnen scheint, zieht den Leser von der ersten Seite an in den Bann. Wie in seinen vorherigen Bestsellern, ist „Marina“ ungemein fesselnd komponiert, er schreibt melancholisch anrührend, diesmal jedoch nimmt Zafon blutige Anleihen aus finsteren Gruselkabinetten.
    Frankenstein lässt grüßen.

    Spannung pur.