Auf in den Wilden Westen
von
Pia Lemberger, am 20.01.2012
aus der Thalia-Buchhandlung in
Gerasdorf
Offenbar kennen Sie das nicht übertrieben beste Kartenspiel der letzten 10 Jahre noch nicht, denn sonst würden Sie wohl kaum diese Rezension lesen um mehr darüber zu erfahren. Eigentlich kann ich dazu nur sagen: Kaufen Sie es und spielen Sie es, dann lieben Sie es auch. Das reicht vermutlich nicht um Sie wirklich zu überzeugen, also gehen wir mal ins Detail.
Bang! hat viele Vorteile: es vereinbart Taktik, Bluff und Glück in einem einzigartigen Spielmechanismus, eine Partie dauert überschaubare 30 Minuten, es ist relativ schnell erklärt und es eignet sich für 3 8 Spieler ab 10 Jahren (je mehr Spieler desto besser).
Gravierender Nachteil: wenn man die Spielregeln überhaupt nicht kennt kann das ganze anfangs ziemlich in die Hose gehen. Es gibt sehr viele Sonderkarten und es ist mühsam, wenn man anfangs deren Bedeutung noch nicht kennt und immer nachlesen muss. Geben Sie Bang! Also auf jeden Fall eine zweite Chance!
Wenn Sie sich nun also in den Wilden Westen begeben, dann schlüpfen Sie in eine der folgenden Rollen: Sheriff, Hilfssheriff, Abtrünniger, Gesetzloser. Die Spielziele sind für die einzelnen Rollen unterschiedlich: Der Hilfssheriff hilft natürlich zum Sheriff und möchte gemeinsam mit ihm den anderen Schurken den Garaus machen, die Gesetzlosen möchten den Sheriff loswerden und der Abtrünnige will sowieso als einziger überleben. Klingt noch ziemlich einfach, die Sache ist allerdings die, dass die Rollen verdeckt ausgespielt werden, lediglich der Sheriff muss sich offen zu seiner Rolle bekennen. Wie es im Wilden Westen nun mal so ist, ballert man nun um sich in der Hoffnung einen Gegner zu treffen. Das geht anfangs nur mit einer Standardwaffe, das heißt Sie können nur Ihre jeweiligen Sitznachbarn treffen. Aber man möchte ja auch die anderen in Reichweite kriegen, also den Schussradius erhöhen; eine größere Knarre und/oder ein schnelleres Pferd müssen her (alle Gegenstände und Ereignisse sind KARTEN). Feuert ein Spieler einen Schuss ab, dann empfiehlt es sich in Deckung zu gehen, sprich sich hinter einem Fass zu verstecken, vielleicht haben Sie auch ein schnelleres Pferd oder Ihr Gegner feuert einen Fehlschuss ab.
Der Clou ist, dass sich durch die abgelegten Karten auch immer die Schussweite der einzelnen Spieler ändert es kann also passieren dass man gar nicht auf feindliche Spieler schießen kann weil die Ausrüstung nicht passt. Das ist natürlich ärgerlich, in so einem Fall kann man aber die anderen Spieler immer noch mit Gemeinheiten wie Indianerüberfall oder Dynamit ärgern. Und das Bluffen ist ein wesentlicher Bestandteil des Spieles: lügen, betrügen und flunkern das alles ist erlaubt und auch notwendig wenn Sie überleben wollen. Hier können Sie allen Gemeinheiten freien Lauf lassen, aber vergessen Sie dabei nicht auch auf Ihre Verteidigung zu achten.
Zum Schluss noch schnell etwas zum Inhalt der Bang! Patrone:
Sie enthält 1 Sheriff-Stern, 5 spezielle Einzelkarten, das Basiskartenspiel BANG!, die erste Erweiterung High Noon, die zweite Erweiterung Dodge City, die dritte Erweiterung A Fistful of Cards und zwei Blankokarten. Serviert wird das ganze in einer stylischen, überdimensionalen Patrone.