Rezensent im Portrait
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- Früher selbständiger Rechtsbeistand und Collectionmanager, heute freier Unternehmer und Autor (Obligationen, Der Eintreiber, Nordzypern wie es nicht im Reiseführer steht). Jahrgang 1946. In jungen Jahren als Leistungssport Handball und TRAPschießen, als Hobby JuJutsu und Golf. Vielleser, Filmegucker, politisch interessiert. Atheist mit großer Sympathie für Zen-Buddhismus. Haustierfan und glücklich verheiratet.
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WEIHNACHTSEMPFEHLUNG FÜR AUTOFANSRezension vom 07.12.2012Das ist meine Weihnachtsempfehlung für jeden Autofan.
Rainer W. Schlegelmilch hat hier wieder einmal einen Volltreffer gelandet und die innovativsten Ergebnisse italienischer Designerschmieden der 1970er Jahre zusammengetragen und grandios in Szene gesetzt.
Die in diesem einzigartigen Bildband gezeigten Konzeptfahrzeuge landeten, wie im Umschlagstext erwähnt, entweder auf dem *Schrottplatz der Designergeschichte* oder aber sie entfalteten *ihre Wirkung bis heute*. Die Bilder zeigen die *Zukunftsträume von gestern im doppelten Sinne dem Zeitgeist der Siebziger verpflichtet*.
Soweit im Allgemeinen, ausgedrückt in trockenen Worten.
Der durch solch sachlichen Text vielleicht doch neugierig gebliebene mögliche Betrachter schlägt den Bildband auf und gibt sich einer optischen Explosion hin!
In den Gläsern einer in weiß gestylten Sonnenbrille, die auf der wohlgeformten Nase einer volllippigen Blondine getragen wird, spiegeln sich zwei grüne *Bertone Lamborghini Bravo* von 1974, sodass die Liebhaber bezaubernder Frauen, ebenso wie diejenigen schöner Fahrzeuge, gemeinsam ins Schwärmen geraten können.
Die folgenden Bildseiten eröffnen mit einem *Bertone Lamborghini Marzal 1967* und schließen nach 199 Seiten mit einem *Pininfarina Ferrari CR 25 von 1974*.
Dazwischen darf geträumt werden, was dem Fan flotter, sportlicher Fahrzeuge nicht schwerfallen wird, zumal die wohlgestalteten Flitzerträume, wie bereits angedeutet, von ausgesuchten Models meisterlich präsentiert werden.
Und: Wer jemals ein Auto optimal fotografisch in Szene setzen möchte, erhält hier eine im Preis des Bildbandes inbegriffene Lehrstunde erster Güte. HMCM
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Orte der SehnsuchtRezension vom 07.12.2012Es gibt Orte der Sehnsucht, die weltumspannend sind. Hierzu zählen *einsame Berghütten* oder *Häuser am Meer in exponierter Lage*, ebenso wie Immobilien, deren einzigartiger Charakter geprägt ist von der sie umgebenden Natur und Landschaft.
Dieser in jeder Hinsicht außergewöhnliche Bildband zeigt Chalets, die in ihrer Einzigartigkeit fast märchenhaft bezaubern, ja Unwirklichkeit vermitteln, obgleich sie nur mit ihrer Umgebung in eine enge Beziehung treten.
Das gilt für das äußere Erscheinungsbild der Bauten, als auch für die oft genialen Inneneinrichtungen, gestaltet aus Materialien, die ihre Wirkung aus einem regionalen Bezug herleiten.
Jedes Haus ob in berühmten Wintersportorten oder in totaler Abgeschiedenheit gelegen, ob neu gebaut oder auf einer jahrhundertealten Geschichte basierend überrascht mit einer außergewöhnlichen Wohnidee.
Der aufwändig gestaltete Fotoband zeigt Chalets von internationaler Breite, wenngleich mit dem Schwerpunkt St. Moritz, das mit seiner einzigartigen Dichte an eleganten Beispielen, die zuvor öffentlich nicht zu sehen waren, umso mehr zum Träumen einlädt.
Und diese Einladung, eine außergewöhnliche Welt zu entdecken, die unkonventionelle Ideen befördert, ist gerade in Vorbereitung zu den anstehenden Festtagen inspirierend. HMcM
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Phantastischer BildbandRezension vom 19.09.2012Hasselblad wurde 1941 gegründet, 2001 wurde die Masters Competition ins Leben gerufen. Nunmehr fand dieser Wettbewerb zum zehnten Mal statt, und die Gewinner des Jahres 2012, ausgesucht von einer hochkarätigen internationalen Jury aus Fotografen der unterschiedlichsten Bereiche, stehen in elf Kategorien fest:
Architektur: Frank Meyl, Deutschland
Editorial: Jon Lowenstein, USA
Mode/Beauty: Wai Kuen Eric Wong, Hong Kong
Fine Art: Christian Tagliavini, Schweiz
General: Ken Hermann, Dänemark
Natur/Landschaft: Tom D. Jones, Belgien
Portrait: Denis Rouvre, Frankreich
Produktfotografie: Joe Felzman, USA
Up & Coming: Vicente Ansola, Spain
Hochzeitsfotografie: Milosz Wozaczynski, Polen
Wildlife: Lucas Pupo, Brasilien
Was der Betrachter da zu sehen bekommt, ist schlichtweg die Komprimierung überaus beeindruckender Fotografie, immer auf ganz hohem Niveau. Es wäre unsinnig (und es ist wirklich unmöglich), einzelne Künstler hervorzuheben, da jeder auf seinem Gebiet kaum zu toppen sein dürfte.
Jeder *Knipser* oder *Fotoenthusiast* wird erstaunt sein, was er mit einer Kamera alles anstellen könnte und selbst *Profis*, auf diesem weiten Feld der fototechnischen Darstellung, werden die vielfältigen Ideen auf absolutem Weltklasseniveau zu würdigen wissen.
105 großformatige Meisterfotografien zwingen dazu, sie immer und immer wieder zu betrachten.
Beachtlich auch, im ebenso knappen, wie informativen Portfolio, die biografischen Daten zu den einzelnen Künstlern, verbunden mit persönlichen Anmerkungen derselben.
Insgesamt ein grandioser Bildband von außergewöhnlicher Intensität. HMcM
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Innenarchitektur purRezension vom 07.09.2012*Andrew Martin International* ist ein weit über die britischen Grenzen hinaus bekanntes Design-Haus, das 1978 in London gegründet wurde.
Heute unterhält dieses Unternehmen in 63 Ländern sogenannte *Flagship-Showrooms*, die bekanntesten wohl in London, New York, Los Angeles, Moskau, Dubai, Kairo und Peking.
Die Design-Philosophie des Unternehmens basiert offensichtlich auf der Idee der Verschmelzung von Einflüssen verschiedenster Kulturen und wurde dadurch zum Vorreiter der wichtigsten Trends, einschließlich der Oriental-Vogue der 1990er Jahre und beförderte den afrikanischen Einfluss des darauf folgenden Jahrzehnts.
Die Firma ist auch verantwortlich für die Organisation des *International Interior Designer of the Year Award*, der von der führenden Londoner Presse als *der Oscar der Innenarchitektur* bejubelt wird.
Die Gesellschaft *Andrew Martin* darf u.a. zu ihren Kunden HRH The Queen, Tony Blair, Madonna und die Beckhams zählen.
Nunmehr liegt der 16. Band von *Andrew Martin Interior Design Review* vor, und auch diese Ausgabe wird als Standardwerk der Inneneinrichtung zu recht apostrophiert. Sie stellt die derzeit weltbesten Designer samt ihrer oft atemberaubenden Entwürfe in unterschiedlichsten Stile aus aller Welt vor, von klassisch bis extravagant, von modernem, klaren Stil Skandinaviens bis hin zum Glamour Asiens des 21. Jahrhunderts.
Eine Objekt- und Stilvielfalt, die Ihresgleichen sucht. Text: Englisch aber die großformatigen, fulminanten Fotografien sprechen für sich.
Rund 3 kg Innenarchitektur-Rausch, der auch jeden Anfänger auf diesem Gebiet erfasst und jedem Profi mehr als nur eine Anregung vermittelt. HMcM
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Ein geheimnisvoller KünstlerRezension vom 23.08.2012David Drebin ist ganz offensichtlich nicht nur ein Meister der Fotografie, sondern auch ein geheimnisvoller Mensch. Ähnlich seinen Fotografien, die gerne als *Momentaufnahmen* apostrophiert werden, obgleich sie immer zugleich auch eine komplexe Geschichte erzählen, agiert er selbst.
Drebin liebt außergewöhnliche Zeiten, deren Momentum er festhält, während oft eingebettete, in kleinen Teilen des Bildes gebannte, fast nebensächliche Sequenzen die eigentliche Story der Aufnahme erzählen. Dieser Künstler überlässt nur wenig dem Zufall.
Er inszeniert, meist im Umfeld von Weltstädten (z.B. Paris, Istanbul, New York, Hongkong u.ä.), er spielt mit den Farben des Lichts, die er bewusst in Kontrast zu grauem Stein und kaltem Beton setzt. Das Ergebnis führt zu teilweise melancholischen Effekten.
Drebins eigentliche Protagonisten in seinen Bildgeschichten sind meist Frauen, die einerseits Erotik ausstrahlen, andererseits aber distanziert wirken, was bei vielen Betrachtern eher Bedauern als Begeisterung auslösen mag.
Ich mag Bilder, die oft doppelzüngig erscheinen und deren Bedeutung nicht offensichtlich sind", sagt er dann auch selbst über seine eigenen Arbeiten, was sicherlich auch für den vorliegenden, grandios aufgemachten Fotobildband gilt.
Hier wird nichts dem Zufall überlassen (Beispiel: Getting ready) und doch wirken andere Fotografien wie echte Schnappschüsse (Beispiel: Indecisive moment) und manches Mal ist das wirkliche Geschehen versteckt in einem gigantischen Häusermeer (Beispiel: Girl over Central Park).
Der Betrachter wird gezwungen, sich Zeit zu nehmen, denn die einzelnen großformatigen Kunstwerke sind viel zu schade, alsdass man sie nach wenigen Sekunden umblättern möchte, um zum nächsten Foto zu kommen; ja man könnte sich sogar versucht sehen, einzelne herauszutrennen, um sie gerahmt an die Wand zu hängen, was man natürlich dann doch nicht macht.
Kann es eine bessere Empfehlung geben? HMcM
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Ein wahnsinnig toller FotobildbandRezension vom 08.08.2012Vorab für den Schnellleser: ein grandioses, bisher einzigartiges Werk. Es ist jeden Cent wert.
Im Einzelnen: Russell James hat in seinem relativ jungen Leben (aktuell 50 Jahre) schon einiges an beruflicher Erfahrung gesammelt. Nicht nur als Künstler, denn bevor er sich einen Namen als *Mode- und Beautyfotograf machte, arbeitete der in Perth/Australien geborene Allrounder auch als Fabrikarbeiter und Polizist einer Spezialeinheit. Vielleicht hat ihn sogar diese frühere Betätigung dafür prädestiniert, genau hinzusehen oder ganz anders zu schauen. Er hat in seiner künstlerischen Laufbahn bereits für *Victorias Secret* gearbeitet und seine Aufnahmen bereicherten die Cover von *Sports Illustrated* und dem Männermagazin *GQ*. Er drehte Werbefilme und scheute sich auch nicht, bei *Americas Next Topmodel* als Jurymitglied mitzuwirken.
Somit ist es kein Wunder, dass er Models wie Heidi Klum, Gisele Bündchen oder Stars wie Barbara Streisand und Hugh Jackman u.v.a.m. vor die Linse bekam. Nur was er daraus machte, das war immer ungewöhnlich. Das Geheimnis seines Erfolges ist auch, dass bei ihm die Models meist befreit von Glamour eher natürlich, ja fast verwundbar wirken. Er führt das auf seine Fähigkeiten zurück, alles Sexuelle auszublenden und eine Kumpelebene, eine gemütliche, fast familiäre Basis bei der Arbeit zu schaffen.
Der Bildband *Nomad Two worlds* ist sein aktuellstes Fotoprojekt und soll offenbar einen Beitrag zum Versöhnungsprozess der weißen Bevölkerung Australiens mit den Aborigines leisten, die unter Vertreibung und Unterdrückung der weißen Einwanderer, bis hin zum Massenmord über lange Jahrzehnte zu leiden hatten. Diese Arbeit kam offensichtlich seinem Drang nach Authentizität entgegen; er findet in dem Gesicht eines alten Mannes eine ähnliche Schönheit wie in dem eines Supermodels und genau das kann er zeigen, wie wohl kaum ein anderer. Und so ist es glaubhaft, wenn er sagt, er habe dieses Projekt eher für sich gemacht, da es sicherlich die Konsumindustrie weniger interessieren würde, in der es zu viele Produkte *ohne Seele und Herz* gebe, zu viele *geplünderte Ideen*.
Und so begab er sich auf eine Reihe von Ausflügen zu und gemeinsam mit Aboriginefamilien, wo er viel über ihre Kultur und deren Wechselwirkungen lernte.
Das Ergebnis: Jedes Bild in der Sammlung erzählt einen Teil einer Geschichte den Kampf der alten Zivilisationen mit der modernen Welt. Ob es eine Person, das Meer, ein Felsen ist jedes Foto, das ich auswähle, repräsentiert etwas, das ich in dem Thema gesehen habe.
In der Mitte des Bildbandes befindet sich eine faszinierende Serie von unglaublichen Landschaften und einigen der bekanntesten und vielleicht schönsten Menschen dieser Zeit. Diese Fotos wie andere zuvor sind nachbearbeitet, um die traditionellen, kulturellen Geschichten aus der Sicht einheimischer Künstler hervorzuheben, wodurch die Fotografien zu einem bisher so nie gesehenen Gesamtkunstwerk mutieren.
Ein Bilderrausch, der die Bezeichnung *Kunstfotografie* in bisher unerreichte Ebenen führt.
Schlichtweg ein Wahnsinn, der das Herz eines jeden Fotografen tief berührt und seine Sichtweise auf jedes fotografische Objekt verändern wird.
Der t-Neues-Verlag hat sich bei diesem Bildband hinsichtlich Kommentierung und Bildbeschreibung auf den englischen Text beschränkt, was bedauerlich ist, aber wohl der kaufmännischen Kalkulation geschuldet ist. HMcM
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KLEINE KINDER LIEBEN SPIELZEUGE GROSSE ERST RECHTRezension vom 05.06.2012Die These: Kleine Kinder lieben Spielzeuge große Kinder infolge dessen erst recht, trifft offenkundig zu. Dabei sind den Sehnsüchten heutzutage praktische keinerlei Grenzen gesetzt, wenngleich deren Erfüllung in Richtung *Luxury Toys* natürlich einer gewissen finanziellen Basis bedürfen. Luxury Toys blickt hinter die Kulissen und zeigt die luxuriösen Spielzeuge der Superreichen ohne Scheu. Das können sein: eine schlichte Platin-Armbanduhr des Uhrmachers Patek Philippe oder ein Schmuckstück des in Paris residierenden Juweliers Lorenz Bäumer, das als eine, den Ozean widerspiegelnde *visuelle Symphonie aus Turmalin, Saphir und Diamanten* beschrieben wird.
Oder: Der *Veyron Super Sport* von Bugatti, der schnellste straßentaugliche Seriensportwagen der Welt. Oder deutlich umweltbewusster der formschöne *918 Spyder* von Porsche, der als *Inbegriff energiebewusster Perfektion* mit seiner zuschaltbaren Hybridtechnik protzt.
Niemand mehr muss sich mit einem minimal ausgestatteten, unförmigen Wohnwagen bescheiden, wenn er 1.750.000,00 (Grundausstattung) hinblättert und sich den *eleMMent palazzo* von Marchi Mobile gönnt. Abgesehen von der umwerfend futuristischen Form, bietet dieser Traum einer mobilen Villa alles, was dem großen Kind gefällt.
Mir fällt es als einer, der in kindlichen Tagen schon gerne mit Schiffen hantierte, extrem schwer, mir bei diesem üppigen Angebot das richtige Schiff auszusuchen. Es könnte *The Maltes Falcon* sein, eine Achtundachtzigmeter-Jacht türkischer Designer, mit drei hydraulisch betriebenen Segelmasten -
oder die Motorjacht *Infinitas*, die wohl die außergewöhnlichste Optik bietet,
oder dann doch die *Alfa Nero*, die für ihre 12 Passagiere, samt Besatzung, genug Raum vorrätig hat, dass sich alle wohlfühlen können, samt Deckschwimmbad und Heliport.
Und müsste ich in die Luft gehen, na klar: Die *A380 Private* von Airbus, denn kein noch so geräumiger, zweistöckiger Jet, mit seinem 560-qm-Grundriss kann mir groß genug sein, um mich mal so richtig auszutollen.
Unheimlich wird es mir nur bei *my top of the toys*, dem *SpaceShipTwo*, der Erfindung des Milliardärs Richard Branson, mit dem sich manch einer den Kindheitstraum, Galaxien zu erkunden, irgendwann erfüllen wird.
Das sind nur ein paar der Toy-Knüller dieses Buches, das auf jeden Fall Spaß macht, anzusehen und zu träumen, oder man geht einfach mal an sein Devisenkonto und macht einen flotten, geldwerten Transfer, denn die Kontaktadressen der Anbieter sind natürlich angeführt. HMcM
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Spannend. UnterhaltsamRezension vom 18.05.2012Ein wirklich beachtliches Krimi-Debüt. Der Autor verzichtet dankbarer Weise auf belanglose, seitenfüllende Schilderung total unwichtiger Nebensächlichkeiten und treibt den Plot schnell voran. Dadurch hält er die notwendige Spannung immer aufrecht, wobei Kleen auf eine wohldosierte Prise Liebe und Zeitkritik nicht einmal verzichtet, und der Leser wird über zweihundertfünf Seiten unterhalten im besten Sinne des Wortes.
Dass der Autor selbst als Anästhesist gearbeitet hat, merkt der schnell gefesselte Leser und erlebt Szenen im Operationssaal, die den Atem stocken lassen.
Es könnte allerdings sein, dass man sich bei einer eventuell anstehenden Operation etwas weniger vertrauensselig in die Hände der Götter in Weiß begibt.
Das sich dankbarer Weise erst spät herauskristallisierende Tatmotiv (der Täterin/des Täters) ist vielleicht nicht ganz überzeugend und ausreichend für die Mordserie, und wie ein deutscher Rechtsanwalt Parteiverrat im privaten Bereich begeht, wirkt mir etwas zu konstruiert. Aber wer weiß, welche Erfahrungen der Autor auf diesem Gebiet hat?
Letztlich absolut zu vernachlässigendes Gegrummel. Den Roman empfehle ich gerne jedem Krimifan. HMcM
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Krampfig und langweiligRezension vom 16.05.2012Die Detroit-Police will den illegalen Waffenhandel unterbinden. Rich (Curtis 50 Cent" Jackson, der einzige Schauspieler in diesem Film, der tatsächlich präsent ist und seiner Rolle Ausdruck verleiht) ist die Nr. 1 im Fokus des örtlichen Policedepartements und zugleich des FBI. Um ihm *Taten* nachweisen zu können, bedarf es des Einschleusens eines Spitzels. Richs alter Kumpel Angel (Val Kilmer, anscheinend mit Gesichtslähmung) wird dazu auserkoren, denn die Polizei hat ihn in der Hand und nötigt ihn, *gefällig* zu sein.
Die Infiltration gelingt und Angel weiß irgendwann nicht mehr, auf welcher Seite er eigentlich steht, denn - auch wenn er mit Rich noch eine alte Rechnung offen hat - rettet er dem das Leben.
Doch warum er ihn dann doch hinhängt, soll hier nicht verraten werden.
Aus dem Stoff hätte man etwas machen können. Schwaches Drehbuch, uninspirierte Regie und durchgehend mimiklose Schauspieler verhindern nachhaltig einen wirklichen Knaller, der möglich gewesen wäre, und es bleibt letztendlich nur ein leiser, beliebiger Bumms, der niemanden erfreuen kann, wenn er sich den Streifen antut. HMcM
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Zwischen *Too much* und *Kulturgut*Rezension vom 13.05.2012Der Designbegriff löste im europäischen Sprachraum noch vor wenigen Jahrzehnten eine durchaus unterschiedliche Vorstellung aus, setzte sich die englische Begriffsform *Design* als *Gestaltung* doch erst in den 1960er Jahren gegen das ursprünglich deutsche Verständnis, entlehnt dem französischen *Dessin* durch (Dessinateur = Mustermacher). Design ist heute der Sammelbegriff für die bewusst gestalteten *Eigenschaften* eines realen oder virtuellen Objektes, einer Dienstleistung oder Marke.
Der Leser und hauptsächlich auch der Betrachter dieses umfassenden Fotobandes darf gespannt sein, was ihm hier geboten wird, warnt Paolo Tumminelli (Design-Professor. Autovision: selbstfahrende Elektrofahrzeuge und Joysticks statt Lenkrad) doch in seiner launigen Einleitung zu seinem beachtlichen Werk: *Grundsätzlich wurde in Europa die Existenz eines amerikanischen Automobildesigns verneint*, denn die dort durchaus vorhandenen Vorstellungen (*ein Stilist kann Schönheit materialisieren*) hinkten gewaltig den Realitäten hinterher: kitschige Straßenkreuzer mit minimalem Innenraum und *der Straßenlage eines Schneeschlittens*.
Alles war *too much* und doch kann der Visionär Tumminelli der frühen Zeit des amerikanischen Autobaus einiges abgewinnen, indem er das *Automobil nicht als technisches Gesamtkunstwerk, sondern als Kulturgut* betrachtet.
Ein versöhnender Ansatzpunkt und die grandiose Auswahl zeitgenössischer Fotos, die zwangsweise auch den *Zeitgeist* widerspiegeln, gewähren neben der Masse an Werkfotografien, dem Interessierten einen umfassenden Überblick der *amerikanischen Designmaschinerie*, die sich seit der Jahrtausendwende sicher nicht nur nach meiner Auffassung den europäischen Einflüssen erkennbar NICHT mehr entzieht, was ein texanischer Ölmillionär vielleicht bedauern mag.
Die zweisprachige textliche Begleitung der Bilderflut in diesem kompakten Bildband ist umfassend, immer hoch informativ und gibt zwangsläufig Einblick in und somit auch ein gewisses Maß an Verständnis des *American Way of Life*.
In jedem Fall ein Bildband, der alle Freunde des Automobils begeistern wird und den ich sehr gerne empfehle. HMcM













