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Meine Rezensionen

  • Julischatten
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    Spannend, mitreißend und etwas für's Herz!
    Rezension vom 31.01.2012
    Inhalt:
    Sim, die eigentlich Simona heißt, versucht alles, um aufzufallen. Sie trägt ihre Haare in einer knall roten Stachelfrisur, schneidert sich selbst kunterbunte Shirts und extrem kurze Röcke. Mit ihren Eltern hat sie nur Probleme und der Konkurrenzdruck, den sie durch ihre scheinbar perfekte Schwester spürt, entfernt sie immer mehr von ihrer Familie. Eines Tages erleidet sie eine Alkoholvergiftung und ihre Eltern sehen nur noch einen Ausweg: Entziehungskur oder sechs Wochen Zwangsurlaub bei ihrer Tante Jo, die in Amerika in einem Indianerreservat lebt. Die Wahl fällt Sim nicht schwer. Kaum dort angekommen trifft sie auf die Indianer Jimmi und Lukas. Wie sehr dieser Aufenthalt und gerade diese beiden Jungs ihr Leben verändern werden, kann sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal erahnen.

    Meine Meinung:
    Auch dieses Buch von Frau Barbendererde spielt wieder in der Welt der Indianer, welche die Autorin wie keine Zweite vor dem Auge ihrer Leser entstehen lassen kann.
    Von der ersten Seite an zieht die Geschichte ihre Leser in den Bann. Sim ist ein sehr spannender Charakter, der auf den ersten Blick verrät, dass es noch einiges an ihr zu entdecken gibt und sie ein Geheimnis mit sich herum trägt. Ich war sehr gespannt auf ihre Entwicklung im Laufe der Handlung.
    Die indianische Welt ist wieder einmal sehr gut getroffen. Die Autorin schafft es immer wieder den schmalen Grat, der zwischen der bitteren Realität der in den Reservaten lebenden Indianer und der Mystik um die indianische Kultur liegt, nicht in eine Richtung zu überspannen. Besonders gut gefällt mir, dass sich die Autorin nie in Klischees verfängt, sondern die unverblümte Wahrheit beschreibt, wobei sie auch nicht vor Themen wie dem Alkoholmissbrauch und dem Drogenkonsum innerhalb der Reservate zurückschreckt. Gleichzeitig wirkt die ganze Problematik nicht aufgesetzt oder zu aufdringlich.
    Die durch die aufeinander prallenden Kulturen entstehende Situationskomik hat mich an einigen Stellen laut auflachen lassen. Die optisch doch sehr ausgeflippte Sim will so gar nicht in die enge, traditionelle Welt des Reservates passen und sorgt dadurch für so manch lustige Situation.
    Ihre Charaktere entwickelt Frau Barbendererde mit sehr viel Liebe zum Detail und versieht sie mit so vielen Facetten, dass sie absolut echt wirken und man selbst dem Widerling der Geschichte noch immer etwas Positives abgewinnen kann und ihn letztlich ins Herz schließt.
    Die Handlung an sich hat alles was eine gute Geschichte ausmacht. Sie hat Witz, Charme, Spannung und durch die beiden Brüder, auf die Sim gleich zu Beginn ihrer Reise trifft, auch eine gehörige Portion Herzklopfen.

    Fazit:
    Ein Buch, das wieder einmal das Leben in den Reservaten vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen, mich hat mitfiebern, lachen und bangen lassen und welches ich jedem Fan der Autorin und auch solchen, die es noch werden wollen, sehr ans Herz legen kann!
  • Meine Antonia
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    Besticht durch seinen ganz eignen Charme
    Rezension vom 30.01.2012
    Inhalt:
    Die Familie Shimerda zieht im Jahr 1880 mit Sack und Pack von Böhmen fort in die Steppe von Nebraska. Dort erwartet sie ein entbehrungsreiches Leben. Antonia, eine der Töchter, schafft es jedoch mit ihrer offenen Art und dem Talent sich nicht unterkriegen zu lassen, ihre Familie zu ernähren. Sie nimmt ihr Schicksal in die Hand.
    Dort trifft sie auf Jimmy, der gerade seine beiden Eltern verloren hat und nun bei seinen Großeltern leben wird. Fortan verbindet sie eine Freundschaft, die sie bis weit in das Erwachsenenalter begleiten wird, mit allen Höhen und Tiefen, die zu einer Freundschaft gehören.

    Meine Meinung:
    Die Autorin berichtet aus der Pionierzeit Amerikas, der Zeit, in der viele Siedler nach Amerika kamen, um dort ihr Glück zu finden. Sehr glaubwürdig beschreibt sie das entbehrungsreiche Leben zu der damaligen Zeit und wie aus dem großen Traum vom Geld ganz schnell eine herbe Enttäuschung werden konnte.
    Sprachlich flexibel, sodass die Unterschiede zwischen den Auswanderern und den erfolgreicheren Nachbarn deutlich wird und mit einiger Situationskomik, die aus den doch sehr unterschiedlichen Weltanschauungen zwischen den Einwanderern und den Einheimischen resultiert, beschreibt die Autorin ein entbehrungsreiches Leben und den Weg sich dieses durch harte Arbeit und Entschlossenheit besser zu gestalten.
    Antonia ist ein Charakter, der es einerseits schafft Sympathie zu wecken, andererseits jedoch auch definitiv nicht in die Kategorie "everybodys Darling" gehört. Sie hat genug Ecken und Kanten,an denen sich der Leser ab und an stoßen wird, nur um sie im nächsten Moment wieder etwas mehr ins Herz zu schließen.
    "Jimmy", der Nachbarsjunge aus dessen Sicht die ganze Geschichte erzählt wird, hat ebenfalls ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Antonia. Und gerade durch diese Ambivalenz wird alles sehr lebensecht.
    Der Leser begleitet Jim über verschiedene Stationen seines Lebens, in denen er immer wieder auf die eine oder andere Art auf Antonia trifft. Sei es persönlich oder durch Erzählungen und somit erfährt der Leser gleichzeitig auch, wie sich Antonias Leben im Gegensatz zu Jims Leben entwickelt.
    Der Erzählstil der Autorin ist sehr trocken, die Charaktere bleiben etwas fern, doch passt dies hervorragend in die Geschichte und unterstreicht die Tristesse, die das ländliche Leben zu der damaligen Zeit mit sich brachte und sorgt dafür, dass man sich als Leser schnell in der Geschichte wohl und fast heimisch fühlt.

    Fazit:
    "Meine Antonia" ist ein Buch, das seine Leser durch seinen besonderen Charme in den Bann ziehen wird.
  • Unland
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    Atmosphärisch
    Rezension vom 28.01.2012
    Inhalt:
    Die vierzehnjährige Franka muss von Berlin nach Waldburgen ziehen, in ein kleines Dorf. Sie ist der Neuzugang im Haus Eulenruh, einem Wohnprojekt für Kinder und Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem Ort. Wieso schweigen die Erwachsenen so beharrlich, wenn man sie auf das verlassene Dorf Unland, eine Ruinenlandschaft am Waldrand, anspricht? Als plötzlich ein Junge aus dem Haus Eulenruh verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben, wollen Franka und die anderen Bewohner vom Haus Eulenruh der Sache auf den Grund gehen. Während sie versuchen herauszufinden, wer hinter der Verleumdung steckt, stoßen sie auf ein viel größeres und unheimlicheres Geheimnis.

    Meine Meinung:
    Beim Lesen fiel mir positiv auf, dass die Handlung, wie auch die Charaktere, sich nach und nach entwickeln, sich ausbreiten und dadurch auch nach und nach die Spannung und das Zugehörigkeitsgefühl vertiefen. Ist man zuerst noch neugierig auf das merkwürdige Dorf und die Schicksale des Hauses Eulenruh, versteht man die Jugendlichen von Seite zu Seite immer besser, entdeckt immer wieder Neues, teilweise Überraschendes und gerät immer tiefer in das Geheimnis, welches sich um Unland rankt.
    Auch das Drumherum ist der Autorin sehr gut gelungen. Das Dorf und die Starre der dörflichen Gepflogenheiten, das misstrauische Beäugt werden und auch das Gefühl einfach nie wirklich dazu gehören zu können, wurde sehr gut transportiert.
    Was für mich persönlich ein echtes Highlight war, denn das passiert mir beim Lesen eigentlich nie (!!!): Ich habe mich wirklich ein wenig gegruselt. Die spannende, unheimliche und mysteriöse Stimmung, die langsame Steigerung des Spannungsbogens, ist in diesem Buch wirklich gelungen!
    Nun kommen wir zum Aber. Das Ende. Ich muss gestehen, dass ich vom Ende des Buches eher weniger angetan war. Es kommt zu einer sehr unerwarteten Wendung, die eine Richtung einschlägt, die für mich persönlich so gar nicht zu der größtenteils doch recht bodenständigen Geschichte passen will. Aber wie so vieles im Leben ist dies eben eine reine Geschmackssache und hat mich vielleicht auch einfach auf dem falschen Fuß erwischt, da mir momentan einfach nicht nach solchen Büchern ist und ich gerne einen normalen Jugendthriller gelesen hätte.

    Fazit:
    Eine atmosphärisch dichte und spannende Geschichte, die handwerklich mehr als gut gemacht ist. Das Ende wird sicherlich die Geister scheiden, aber wem es gefällt oder auch nicht gefällt, muss wohl oder übel jeder Leser selber herausfinden.
  • Sternenschimmer
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    Ein gelungener Auftakt
    Rezension vom 14.01.2012
    Inhalt:
    Auf einer futuristischen Erde, in der die Menschen mit den kläglichen Resten ihrer alten Natur unter einer Kuppel leben müssen, da die Ozonstrahlung sonst zu stark wäre, werden Flüchtlinge von Loduun aufgenommen. Auf ihrem Heimatplaneten herrscht ein erbitterter Krieg, der nur durch illegale Waffenlieferungen von der Erde überhaupt ausbrechen konnte.
    Mia gehört zu den freiwilligen Helfern, die sich um die Neuankömmlinge kümmern wollen. Dabei trifft sie auf Iason, einer der Loduuner und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch diese Liebe scheint ausweglos, da Loduuner sich nicht verlieben können und Iason außerdem die Erde bald wieder verlassen muss, da er seine Bestimmung erfüllen muss.

    Meine Meinung:
    Der Einstieg in die Geschichte fiel mir aus unerklärlichen Gründen etwas schwer. Die Geschichte kommt nur sehr langsam ins Rollen. Aber spätestens, wenn Iason auftaucht, geht die Handlung richtig los und ich konnte mich nicht mehr von dem Buch trennen.
    Kim Winter hat eine Schreibe, die mich stellenweise an die von Kerstin Gier erinnert hat. Locker, flockig und humorvoll, ohne dabei aufgesetzt zu wirken, wird sie von einer leicht chaotischen Person namens Mia erzählt wird, die uns von einer futuristisch angehauchten Welt, die schon lange nicht mehr die einzig bekannte im Universum ist, erzählt. Die Situationskomik, die manche Begegnung zwischen den Irden (Menschen) und den Loduunern mit sich brachte, ließ mich beim Lesen einige Male schmunzeln.
    Die Charaktere sind wirklich gut durchdacht und haben mir mit ihren vielen Facetten gut gefallen. Die feinen Unterschiede zwischen den Irden und den Loduunern sind genau in richtiger Portionierung vorhanden um einerseits nicht eine zu große Kluft zu schaffen und andererseits doch Reibungspunkte darzustellen.
    Nach der langen aber unterhaltsamen Einführung in die Geschichte, steigt die Spannung in der zweiten Hälfte. Die Ereignisse überschlagen sich und man mag das Buch kaum noch beiseitelegen, weil man unbedingt wissen muss wie es weitergeht!
    Die Grundhandlung dieses Buches ist in sich abgeschlossen, sodass nur ein paar übergeordnete Fragen offen bleiben. Somit wird man nicht mit tausend Fragen zurückgelassen, ist aber doch noch neugierig genug, wie es nun weitergeht zwischen Mia und Iason und mit dem Krieg auf Loduun.

    Fazit:
    Ein wirklich gelungenes Jugendbuch, das seinen Lesern ein paar kurzweilige Lesestunden bescheren wird.
    Der zweite Teil soll Sternenstaub heißen und erscheint zum Glück schon im Mai 2012.
  • Die Teerose
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    Ein richtig schöner Schmöker
    Rezension vom 14.01.2012
    Inhalt:
    Im London des Jahres 1888 arbeitet die 17jährige Fiona als Teepackerin in den Docks. Sie stammt aus armen Verhältnissen, hat mit ihrer großen Liebe Joe aber ehrgeizige Pläne: Die beiden sparen Geld, um einen eigenen Laden zu eröffnen. Durch widrige Umstände verliert Fiona jedoch alles – ihre Familie, ihren geliebten Joe- und ist gezwungen nach New York zu flüchten. Schafft sie es sich eine neue Existenz aufzubauen? So oder so, eine Rechnung mit der Person, die sie aus London vertrieben hat muss sie noch begleichen.

    Meine Meinung:
    Die Teerose ist das perfekte Buch für das aktuelle Wetter: Es regnet und stürmt und da lesen sich solch dicke Schinken einfach am besten.
    Dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen habe spricht sicherlich für sich. Die Handlung ist sehr fesselnd und mitreißend geschrieben und durch die vielen Nebenhandlungen kommt auch keinerlei Langeweile beim Lesen auf, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
    Die verschiedenen Handlungsschauplätze hat die Autorin so lebendig beschrieben, dass sie beim Lesen sehr plastisch vor meinem inneren Auge entstanden sind. Die dabei erzeugte Stimmung und die Atmosphäre passen hervorragend zu den jeweiligen Orten des Geschehens, die sich immerhin über zwei Kontinente ziehen.
    Sehr emotionsgeladen beschreibt die Autorin das Schicksal von Fiona. Der Leser durchlebt mit ihr die gesamte Bandbreite der Gefühle von Trauer, Angst und Verlust über Freude und Glück bis hin zur großen Liebe.
    Für die volle Punktzahl war mir die Geschichte an einigen Stellen jedoch zu vorhersehbar und zu klischeebehaftet. Außerdem hat mich ein wenig gestört, dass Fiona und auch Joe im wirtschaftlichen Sinne alles einfach so gelingt und sie keinerlei Missgeschicke zu verbuchen haben, wodurch die Geschichte leider etwas an Glaubwürdigkeit verloren hat.

    Fazit:
    Ein Buch fürs Herz. Ein wirklich mitreißender Schmöker, der seine Leser gut unterhält und für einige Stunden in die Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts entführt. Wer historische Romane mag und vor etwas Kitsch und Klischee nicht zurückschreckt, sollte sich dieses Buch schnell zulegen.
  • Das verbotene Eden. David und Juna
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    Interessante Ansätze
    Rezension vom 14.01.2012
    Inhalt:das-verbotene-eden.-david-und-juna_
    Vor fast 70 Jahren brach durch die Manipulation eines Impfstoffes eines Virus aus, der brennenden Hass zwischen Männern und Frauen verursachte. Beide Geschlechter bauten sich nun unabhängig voneinander neue Städte auf und versuchten sich soweit es ging aus dem Weg zu gehen.
    Doch der Hass wurde durch Gerüchte, Geschichten und Gräueltaten genährt und wurde immer stärker. In dieser Zeit treffen nun David und Juna aufeinander. Können sie einen Umbruch herbeiführen?

    Meine Meinung:
    Der Grundansatz der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Männer und Frauen versuchen unabhängig voneinander klarzukommen und haben sich zwei völlig unterschiedliche Lebensräume zu Nutze gemacht. Die Männer nutzen die alten Städte und die darin noch verbliebene Technik wie Autos, Feuerwaffen und z.T. auch elektrischen Strom zur Beleuchtung. Die Frauen hingegen haben sich der Natur zugewandt und sich neue Städte und Lebensweisen aufgebaut.
    Die Erzählperspektive wechselt immer zwischen dem Lager der Frauen und dem der Männer, so wird der Leser langsam an das Geschehen herangeführt und es wird nach und nach deutlich was eigentlich geschehen ist, wie die beiden Geschlechter nun miteinander zurechtkommen und wie sie sich gegenseitig sehen. Es wächst Verständnis für beide Parteien.
    Positiv anzumerken ist der Aufbau der Geschichte, der grundsätzlich keine Längen hat. Der Autor versteht wirklich etwas von seinem Fach.Die Geschichte wird sehr gekonnt erzählt, die Hauptcharaktere sind recht ausgereift, nicht zu einseitig gestrickt und sorgen außerdem für die ein oder andere Überraschung. Trotzdem hat mich die Handlung nicht wirklich mitgerissen.
    Nun kommt mein großes Aber: Da der Hass beider Parteien wirklich tief sitzt, erschien mir der schnelle Sinneswandel von David und Juna etwas unglaubwürdig. Dort hätte der Autor sich (für meinen Geschmack) doch etwas mehr Zeit lassen sollen. Wie soll ein jahrelang andauernder Hass und solch großes Misstrauen innerhalb weniger Tage einfach so verschwinden? Ja, eine Lösung wird angeboten, aber letztlich ist der Hass ja nicht nur auf einen Virus zurückzuführen, sondern mittlerweile auch von der Gesellschaft "anerzogen". Ich denke auch durch diese übereilten Gefühle, ließen mich eben diese relativ kalt.

    Fazit:
    Der Auftakt einer dystopischen Trilogie, die mit interessanten Ansätzen und spannender Handlung punktet. Den zweiten Teil werde ich mir auf Dauer zulegen, ich habe große Hoffnungen, dass die Mankos in Teil zwei ausgemerzt werden. Die vorhandenen Schwächen bieten Potenzial, um sich zu entwickeln.
  • Die Insel der besonderen Kinder. Roman
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    Ein Buch mit Stärken und Schwächen
    Rezension vom 14.01.2012
    Inhalt:
    Der 16 jährige Jacob ist nicht gerade der beliebteste Junge der Schule. Er ist hochbegabt und zudem gehört er einer reichen Familie an. Darum war sein Großvater immer eine starke Bezugsperson für ihn. Dieser erzählte ihm von klein auf merkwürdige, teilweise gruselige Geschichten und behauptete stets, dass diese wahr wären. Umso älter Jacob wird, umso weniger glaubt er allerdings daran und die Begeisterung für seinen Großvater den Entdecker und Abenteurer schlägt nach und nach in Enttäuschung um. Doch dann kommt dieser unter merkwürdigen Umständen ums Leben und für Jacob beginnt die Suche nach der Wahrheit, bei der er auf Geheimnisse, Merkwürdigkeiten und Abenteuer stößt.

    Meine Meinung:
    Schon als ich das Buch das erste Mal in der Buchhandlung sah, zog es mich magisch an. Das Cover und die vielen mit merkwürdigen Fotos gespickten Seiten versprachen eine geheimnisvolle, vielleicht auch gruselige Geschichte.
    Zu Beginn fand ich in dem Buch genau das was ich erwartet hatte. Die Bilder und die dazugehörigen Beschreibungen schufen wirklich eine unheimliche Atmosphäre und ich war sehr gespannt darauf auf welche Geheimnisse Jacob wohl stoßen wird.
    Jacob an sich war auch ein wirklich interessanter Charakter, da er manchmal recht aufbrausend war und nicht unbedingt in die Kategorie "Everybodys Darling" gehört. Leider blieben die anderen Charaktere das ganze Buch über flach und unausgereift, ich konnte keinen rechten Bezug zu ihnen finden. Die Idee mit den besonderen Kindern war grundsätzlich wirklich gut, aber das Geheimnisvolle um sie, das mich am Anfang so fasziniert hatte, verflog ab der zweiten Hälfte des Buches leider sehr schnell. Mit dem Geheimnisvollen verlor für mich persönlich auch der Reiz an der Geschichte, denn was blieb war eine Handlung, die sich nicht mehr sonderlich vom Wust der normalen Jugendliteratur abhob. Der Autor beschrieb nur noch die reine Handlung, Spannung suchte ich ab diesem Zeitpunkt leider vergeblich.
    Es handelt sich bei diesem Buch offensichtlich um den Anfang einer Trilogie, denn die Handlung dieser Geschichte war zwar in sich abgeschlossen, jedoch blieb die übergeordnete Handlung unvollendet.

    Fazit:
    Ein Buch mit sehr viel Potenzial und Liebe zum Detail, wie man an den vielen wirklich tollen Bildern, Briefen etc. sofort erkennt. Doch leider überzeugte mich die Geschichte nur mäßig. Für mich persönlich fehlte recht schnell das Geheimnisvolle, denn deshalb hatte ich mir das Buch ja zugelegt. Auch die Identifikation mit den Figuren fiel mir sehr schwer.
    Trotzdem hat der Autor die Geschichte zu einem soliden Ende gebracht. Falls Euch der Inhalt zusagt, solltet ihr es vielleicht einfach mal mit dem Buch versuchen, Geschmäcker sind ja (glücklicherweise) verschieden.
  • Die Bestimmung 01
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    Endlich wieder eine gelungene Dystopie!
    Rezension vom 03.01.2012
    Inhalt:
    Die Gesellschaft der dystopischen Welt in Veronica Roths Roman "Die Bestimmung" ist in fünf verschiedene Fraktionen aufgeteilt. Es gibt die Mutigen (Ferox), die Gebildeten (Ken), die Friedvollen (Amite), die Ehrlichen (Candor) und die Selbstlosen (Altruan), zu denen auch (Bea-)tris, die Hauptperson der Geschichte mit ihrer Familie gehört. Wenn man 16 Jahre alt ist, muss man sich entscheiden zu welcher der fünf Gruppen man gehören möchte. Bleibt man bei seiner Familie oder entscheidet man sich für seinen eigenen Weg und muss somit auch seine Familie verlassen?
    Ein Einstufungstest soll bei der Entscheidungsfindung helfen. Doch dieser Test zeigt, dass Tris anders ist und diese Andersartigkeit ist lebensgefährlich!

    Meine Meinung:
    Dystopien überfluten momentan den Buchmarkt, sodass es als Leser schwierig ist etwas Neues zu finden und dabei auch noch die wirklich guten Bücher zu entdecken. Viele der dystopischen Weltvorstellungen ähneln sich und beim Lesen kommt schnell das Gefühl auf, dass man die Geschichte schon kennt. Ganz anders ist es jedoch in "Die Bestimmung". Der Autorin ist es gelungen eine von Grund auf durchdachte und wirklich spannende, temporeiche Geschichte zu schreiben, die trotzdem Platz für ein wenig Bauchkribbeln lässt. Sicherlich gibt es im grundlegenden Aufbau der Geschichte einige Übereinstimmungen zu anderen aktuellen Dystopien, jedoch wurde diese mit vielen neuen Ideen verknüpft und in eine Welt verlagert, wie ich sie noch nicht kannte. Letztlich habe ich das Buch nicht nur gelesen, ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen! Das Buch ist ein echter Pageturner, mit Potenzial zum neuen Highlight im Bereich der dystopischen Jugendliteratur zu werden.
    Ich fühlte mich Tris von Anfang an sehr verbunden, da ich ihren inneren Zwiespalt sehr gut nachvollziehen konnte. Einerseits liebt sie ihre Familie und will sie nicht verlassen, andererseits spürt sie die straffen Regeln ihrer Gruppe doch sehr und es fällt ihr schwer sich damit abzufinden.
    Ihr Charakter ist sehr facettenreich gestaltet, was sie sehr glaubwürdig erscheinen lässt. Sie ist nicht durchweg gut, aber auch nicht zu "schlecht". Sie ist eben menschlich, mit Ecken und Kanten.
    Dass sie ihre Fraktion verlässt wird schon auf den ersten paar Seiten klar, also verrate ich hiermit nicht zu viel. Was sie in ihrer neuen Fraktion als Initialisierungsritual alles durchstehen muss, hat mich aufgrund der teilweise doch recht starken Brutalität einige Male schlucken lassen. Dann zeigt die Fraktion jedoch auch andere Seiten.
    Einen kleinen Wermutstropfen sehe ich dennoch: Wurden zwei Fraktionen recht genau durchleuchtet, blieben die anderen etwas auf der Strecke, aber das wird ja vielleicht in den folgenden Teilen noch nachgeholt.

    Fazit:
    Ein wirklich spannender, actionreicher, gut durchdachter dystopischer Jugendroman, der auch nicht auf ein wenig Romantik verzichtet und mit wirklich überzeugenden Charakteren daherkommt. Eine Geschichte mit Lieblingsbuchpotenzial!
  • Das Limonenhaus. 10 Audio-CDs
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    Ein Hauch von Sommer
    Rezension vom 15.12.2011
    Inhalt:
    Lella will, nach dem Tod ihres Bruders und dessen Frau, deren Tochter Matilde zu sich nach Deutschland holen. Doch weiß sie noch nicht wie sie das anstellen soll, denn die Tochter von Grazia, ihrer Schwägerin, mögen sich nicht. Teresa, Matildes Oma würde es niemals zulassen, dass Lella Matilde mitnimmt. Ein verrückter Plan entsteht in ihrem Kopf, in dem Phil, ihre attraktive Reisebekanntschaft auch eine Rolle einnimmt und ihre beiden Schicksale miteinander verbindet.

    Meine Meinung:
    Gerade jetzt in der grauen Jahreszeit und nach einem eher mäßigen Sommer, sehnt man sich nach etwas Wärme und Licht. Darum passte dieses Hörbuch gerade perfekt! Der Leser wird nach Sizilien entführt und erlebt durch die genauen Schilderungen alles, als wäre er selber dabei. Man riecht fast das Meer und die italienischen Speisen und man hört fast den Wind und das Rauschen des Wassers.
    Und vor dieser wundervollen Kulisse spielt eine feine, zarte Geschichte, die mich bezaubert hat, ohne zu aufdringlich zu sein. Ich war von Lellas und Phils Leben gefesselt, wollte wissen wie es mit den beiden weitergeht, obwohl die Handlung nicht wahnsinnig spannungsgeladen ist. Aber man war an ihren Schicksalen interessiert und hoffte für sie. Phil ist nicht gerade der sympathischste Charakter, er ist sogar ziemlich blass, ein Ja-Sager, der alles tut, um seiner Freundin zu gefallen, die ihn wirklich unter ihrem Pantoffel hat. Aber er entwickelt sich im Laufe der Geschichte. Nicht schlagartig, sondern langsam und dadurch sehr glaubhaft!
    Auch Lella selbst hat ihre Fehler und befindet sich gerade in einer Phase, in der sie diese erkennt und darüber nachdenkt was sie alles falsch gemacht hat.
    Nach und nach wird nicht nur das Schicksal von Lella, Phil und Matilde entschieden, sondern auch ein düsteres Familiengeheimnis gelüftet, das Lellas und auch Grazias Familie in ein ganz neues Licht rückt.
    Die beiden Sprecher (Sascha Schiffbauer und Regine Schroeder) sind für dieses Hörbuch sehr gut gewählt, da sie einfach sehr gut zur Geschichte passen und auch die italienischen Wort- und Satzfragmente, welche in der Geschichte immer wieder auftauchen und ihr noch mehr Leben und Flair einhauchen, sehr gut umgesetzt haben.

    Fazit:
    Eine schöne, ruhige Geschichte, die das Flair Siziliens ins heimische Wohnzimmer zaubert. Sie überzeugt nicht durch viel Spannung, sondern durch ihre Charaktere.
  • Eine Insel
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    Pratchett einmal von einer ganz anderen Seite
    Rezension vom 09.12.2011
    Inhalt:
    Über die Inselwelt im Pelagischen Ozean donnert eine riesige Welle und hinterlässt eine Spur von Tod und Verwüstung. Nur zwei Jugendliche scheinen diese Katastrophe überlebt zu haben. Der Eingeborene Mau und die Europäerin Daphne, die von Mau immer als Hosenmensch bezeichnet wird. Als sich diese beiden auf Maus Heimatinsel begegnen, beginnt eine Art Robinson Crusoe Geschichte.

    Meine Meinung:
    Ich war wirklich positiv überrascht! Terry Pratchett ist einmal von seinen Scheibenwelt-Romanen abgewichen und hat etwas Neues gewagt das ihm meiner Meinung nach wirklich gut gelungen ist.
    Figuren wie "Gevatter Tod" oder "Nanny Ogg" sucht man hier vergebens. Die Geschichte ist realer und doch schimmert an manchen Stellen der typische Pratchett-Humor durch, sodass man nicht nur mit einer spannenden Geschichte unterhalten wird, sondern auch an einigen Stellen ins Schmunzeln gerät.
    Geschickt steigert Pratchett im Verlauf der Geschichte die Spannung, bringt die Charaktere einander näher und baut Beziehungen zwischen ihnen auf, die wirklich glaubwürdig sind. Zudem ist die Handlung in eine fantasievolle Inselwelt versetzt worden, auf der es viel zu entdecken gibt.
    Der Leser gerät zwischen diie Fronten, wenn es darum geht wer nun mit seinen Ansichten Recht hat. Glaubt man Mau in seinem naiven Aberglauben an "die Großväter", die das Schicksal aller überwachen oder eher an Daphnes rationalen Verstand? Dieser Zwiespalt birgt jedenfalls einiges an Spannung.
    Der Erzählstil ist recht einfach, da alles aus Maus Sicht beschrieben wird. Trotzdem ist man als Leser sofort gefesselt von der Geschichte. Ich persönlich wollte immer wissen wie es weitergeht, weil es einfach so viele Spannungsmomente gibt oder einfach Entscheidungsmomente in denen man wissen muss wie sie Mau oder Daphne entscheiden.

    Fazit:
    Ein anderer Pratchett, an den man auch mit genau diesem Wissen herangehen sollte, sonst wird man als Scheibenwelt-Fan enttäuscht. Dieses Buch ist sicherlich für alle geeignet, die sich noch nicht an die Scheibenwelt-Romane getraut haben oder denen die Scheibenwelt zu "abgedreht" war. Dieses Buch ist ruhiger, ernster und doch auch humorvoll. Ein wirklich lesenswertes Buch für Jugendliche und Junggebliebene.