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Hagard

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017

(3)

Ein Mann, eben stand er während des Feierabendgedrängels noch am Eingang eines Warenhauses, folgt aus einer Laune heraus einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, folge ich ihr nicht weiter; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter. Es bedeutet ja nichts, niemand kommt zu Schaden, und der Abstand in der Menge ist so groß, dass die Frau es gar nicht bemerken wird. Eher ist es eine sportliche Aufgabe, sie in der Menge nicht zu verlieren.
In einer knappen Stunde hat Philip ohnehin einen wichtigen Termin. Aber schon fragt er sich, ob der nicht auch zu verschieben wäre, bis zur Abendverabredung bliebe ja noch etwas Zeit. Was ihn bewegt, ist erst einmal unklar. Ist der Verfolger einfach ein gelangweilter Schnösel? Ein Verrückter? Ein Verbrecher? Er scheint selbst vor etwas zu fliehen.
Etwas Bedrohliches liegt in der Luft, etwas Getriebenes. Ein atemloser Sog entsteht, in den auch der Leser gerät, je länger die Verfolgung anhält. Allen Sinneswahrnehmungen haftet etwas beunruhigend Surreales an. Die aufgerufenen Fragen über unsere Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert gewinnen eine unabweisbare Schärfe.

Portrait

Lukas Bärfuss, geb. 1971 in Thun/Schweiz. Dramatiker und Romancier, Essayist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in etwa zwanzig Sprachen übersetzt. Er lebt in Zürich.
Preise u. a.:
- Mülheimer Dramatikerpreis (2005)
- Anna-Seghers-Preis (2008)
- Mara-Cassens-Preis (2008)
- Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung (2009)
- Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (Sonderpreis) (2009)
- Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster (2010)
- Kulturpreis Berner Oberland (2011)
- Berliner Literaturpreis (2013)
- Solothurner Literaturpreis (2014)
- Thuner Kulturpreis (2014)
- Schweizer Literaturpreis (2014)
- Nicolas-Born-Preis (2015)

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 180
Erscheinungsdatum 27.02.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8353-1840-3
Verlag Wallstein Verlag
Maße (L/B/H) 206/129/19 mm
Gewicht 281
Auflage 1
Verkaufsrang 519
Buch (gebundene Ausgabe)
20,50
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Kundenbewertungen


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Für mich enttäuschend
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 14.03.2017

Den Anfang dieser Erzählung fand ich gut geschrieben, aber nach rund 30 Seiten begann sie mich zu nerven und langweilen, weil es irgendwie nicht mehr vorwärts geht. Warum um alles in der Welt spricht Philip diese fremde Frau nicht endlich an? Ist er psychisch krank? Dazu jede Menge oberflächliche,... Den Anfang dieser Erzählung fand ich gut geschrieben, aber nach rund 30 Seiten begann sie mich zu nerven und langweilen, weil es irgendwie nicht mehr vorwärts geht. Warum um alles in der Welt spricht Philip diese fremde Frau nicht endlich an? Ist er psychisch krank? Dazu jede Menge oberflächliche, pauschale Kurzkritik und Fragerei im Text verwoben, schnell angerissen und schon kommt die nächste Moralinspritze. Auch die Sicht auf Leute, die er beobachtet, wirkt oft arrogant und womöglich verquer, da er ihre Lebensläufe ja gar nicht kennt. Wirkt wie ein Schwerenöter, der vom Hundertsten ins Tausenste hinterfragt und doch nie entsprechend handelt. Alles irgendwie zu theoretisch und künstlich aufgebauscht. Eher ein verstockter Romantiker mit seinen eh subjektiven Schlüssen, die bei anderen Personen ganz anders ausfallen könnten. Reflektieren wird einem schwer gemacht, beinahe sinnlos. Der Autor bringt sich auch selber noch ein. Falls er die Geschichte absichtlich scheitern lassen wollte, fragt man sich, was das soll. Den Leser veräppeln? Das Ende des zum Glück dünnen Buchs wird auch nicht besser, hat mich zusehends ratlos und nichtssagend zurück gelassen. Schade, sein "Koala" gefiel mir wesentlich besser oder einige seiner mehr satirischen Theaterstücke. Ist selbstverständlich nur meine subjektive Sicht. Möchte an dieser Stelle doch noch auf das allerdings sehr anspruchsvolle Sachbuch von Prof. Peter Fuchs hinweisen "Der Fuss des Leuchtturms liegt im Dunkeln - Eine ernsthafte Studie zu Sinn und Sinnlosigkeit". Passt irgendwie gut zum Thema und darüber hinaus zu einigen Verwerfungen unserer Zeit.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
1 0
Der Zauber des Alltäglichen
von einer Kundin/einem Kunden am 04.03.2017

Phillip sieht eine Frau. Ihr Gesicht erkennt er nicht. Aus einem Affekt heraus beschließt er ihr zu folgen. Was zunächst nur eine kleine Spinnerei scheint, wird zum Wahn. Er folgt ihr immer weiter, vergisst Beruf, Familie und Pflichten. Doch warum folgt er ihr und was verspricht er sich davon? Sehr... Phillip sieht eine Frau. Ihr Gesicht erkennt er nicht. Aus einem Affekt heraus beschließt er ihr zu folgen. Was zunächst nur eine kleine Spinnerei scheint, wird zum Wahn. Er folgt ihr immer weiter, vergisst Beruf, Familie und Pflichten. Doch warum folgt er ihr und was verspricht er sich davon? Sehr eindringlich. Das Buch hat mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Erzählt wird die Geschichte von einer dritten Person, die scheinbar nichts mit dem Geschehen zu tun hat. Absolut lesenswert!

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0 0
Hagard
von einer Kundin/einem Kunden aus Mettmenstetten am 24.03.2017
Bewertet: eBook (PDF)

Das Buch langweilt, ist wirr und unglaubwürdig, endet fahrig, ist das Geld und die investierte Zeit nicht wert. Habe mich bis zum Ende durchgequält und geärgert.

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