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Runa

Roman

(3)
"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."


Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …


Rezension
„Vera Buck hat aus authentischen Rahmenbedingungen einen Roman konstruiert, der so fesselnd wie lehrreich ist.“
Portrait
Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kopiergeschützt i
Seitenzahl 608, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 24.08.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783641173685
Verlag Limes Verlag
eBook (ePUB)
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„Das Buch ist der "Wahnsinn"!“

Doris Oberauer, Thalia-Buchhandlung Grieskirchen

Dieser Roman spielt in Paris 1884. In einer neurologischen Abteilung werden Versuche an Patientinnen durchgeführt. Eines Tages kommt das kleine Mädchen Runa in diese Klinik. Sie spricht auf keine dieser „Behandlungen“ an. Deshalb erklärt sich der Medizinstudent Jori bereit, ihr den „Wahnsinn aus dem Gehirn“ zu schneiden. Ein sehr schockierender Dieser Roman spielt in Paris 1884. In einer neurologischen Abteilung werden Versuche an Patientinnen durchgeführt. Eines Tages kommt das kleine Mädchen Runa in diese Klinik. Sie spricht auf keine dieser „Behandlungen“ an. Deshalb erklärt sich der Medizinstudent Jori bereit, ihr den „Wahnsinn aus dem Gehirn“ zu schneiden. Ein sehr schockierender Roman über die Zustände in einer Psychiatrie zur damaligen Zeit.

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Krasser Tatsachenroman
von Cora Lein aus Berlin am 08.02.2016

Bei "Runa" handelt es sich um einen Tatsachenroman, der auf dem Gelände des französischen Hôpital de la Salpêtrière spielt. Dort arbeitete und behandelte Jean-Martin Charcot (Pathologe / Neurologe) Frauen, welche an Hysterie (heute: somatischen Störungen) litten, mit eher fragwürdigen Methoden. Der (teils) erfundene Kriminalroman hinter den Experimenten um die... Bei "Runa" handelt es sich um einen Tatsachenroman, der auf dem Gelände des französischen Hôpital de la Salpêtrière spielt. Dort arbeitete und behandelte Jean-Martin Charcot (Pathologe / Neurologe) Frauen, welche an Hysterie (heute: somatischen Störungen) litten, mit eher fragwürdigen Methoden. Der (teils) erfundene Kriminalroman hinter den Experimenten um die Salpêtrière ist aber genauso düster und gruselig wie die Untersuchungen in der Vergangenheit der Klinik. Inhalt: Jori möchte unbedingt unter Dr. Charcot promovieren und verlässt daher seinen Heimatort in der Schweiz um in Paris an der Salpêtrière zu studieren. Nach drei Jahren hat er allerdings immer noch keine Ahnung worüber er seine Doktorarbeit schreiben möchte und dann taucht eine neue Patientin auf: Runa. Sie ist jung, hat weiße Haut und Haare, spricht nicht, hat unterschiedliche Pupillen und leidet unter seltsamen Anfällen. Jori ergreift seine Chance und möchte Charcot beweisen, dass er, Jori, ein begnadeter Chirurg ist. Er möchte Rune den "Wahnsinn" aus dem Knopf schneiden ... Schreibstil: Ich wusste zu Beginn des Buches nicht, dass es sich bei "Runa" um einen Tatsachenroman handelt und war einfach nur schockiert was sich Vera Buck für Folterinstrumente (für die Behandlung der Hysterikerinnen in der Salpêtrière) ausdachte. Bis ich dann googelte und einige Charaktere sowie die Schauplätze tatsächlich fand und danach stark überlegte ob ich das Buch wirklich weiterlesen wollte. Denn das Grauen, welches die Autorin wahrlich gut schildern konnte, fand genauso statt! Berichte inkl. Fotografieren finden sich zur Genüge! Ich las dann doch weiter, denn nicht umsonst in "Runa" ein Nr. 1 Bestseller im Bereich der medizinischen Thriller und es wurde dann auch wirklich wieder menschlich. Die Phasen zwischen den Experimenten, das menschliche um den Protagonisten Jori und das grausige um Runa wechselten sich dann so gut ab, dass ich die Geschichte gut lesen und verarbeiten konnte und dabei wirklich einiges zu den damaligen Behandlungsmethoden gelernt habe. Für zart besaitete ist dieses Buch allerdings nicht zu empfehlen, daher lieber erstmal "Charcot" googeln und dann entscheiden ob dieses Buch für das eigene Gemüt günstig gewählt ist ;) Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und auch die kleinen Längen, die einige Passagen aufwiesen waren zur Erholung sehr angenehm. Charaktere: Runa (Bedeutung: kommt aus dem altnordischen und könnte mit "die Geheimnisvolle" übersetzt werden) ist eine wundervolle Person, die ich trotz ihrer Anfälle sofort in mein Herz geschlossen habe. Ich hätte sie ebenfalls gerne adoptiert um ihr alles zu ermöglichen oder zu geben was sie benötigt. Ihre Geschichte ist furchtbar und ich muss ehrlich zugeben, dass ich ein paar Tränen verdrückte. Jori, der junge Student, war mir zu Beginn sehr unsympathisch. Wie kann ein Mensch bei den Experimenten von Charcot zusehen und das auch noch toll finden? Als er später erkannte, wie brutal die Experimente wirklich waren und sich von seinem Mentor abwandte wurde er mir sympathisch. Wer aus seinen Fehlern lernt, kann kein schlechter Mensch sein! Was soll ich zu Personen sagen, welche wirklich lebten? Charcot, Babinski, Luys, Bleuler - alle waren auf eine Art unsympathisch (wobei ich Babinski noch sehr interessant fand), aber ggf. wussten sie es nicht besser? Ich kann nicht urteilen oder bewerten, wenn ich die Hintergründe nicht kenne. Waren es wirklich die, die über Leichen gingen um die Medizin voranzutreiben oder machte es ihnen Freude Menschen, im Namen der Wissenschaft, zu quälen? Was veranlasst Menschen sich über andere zu stellen und so zu handeln? Anders gesehen: hätten sie dies damals nicht gemacht, wo stünden wir dann mit unseren Behandlungen in der heutigen Zeit? Cover: Ich war mal wieder "Cover-Käufer" und daher muss es wohl gut sein. Die großen Buchstaben die Perlen, was auch immer mir dieses Cover sagen möchte, die Aufmerksamkeit hat es definitiv bekommen. Fazit: Ein ganz krasses Buch über die Zeit an der französischen Salpêtrière, welches mich teils schockiert und wieder fasziniert (je nach Thema) zurückließ. Eine Geschichte über die Medizingeschichte mit einem spannenden Krimi verflochten.

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Lasset die Kinderlein zu mir kommen...
von einer Kundin/einem Kunden am 24.09.2015

Verstörend, hart und mit einer großen Portion Wahnsinn in jeglichen Facetten. Dies könnte eine ideale Filmvorlage für einen Film in schwarz-weiß werden denn nur so, würde er die Stimmungen des Buches perfekt wiederspiegeln können. Er zeigt, die dunklen Anfänge der Neuropsychologie/Chirurgie zum Ende des 18.Jahrhunderts. Die zum Teil mystisch/fantastisch erscheinende dunkle Geschichte... Verstörend, hart und mit einer großen Portion Wahnsinn in jeglichen Facetten. Dies könnte eine ideale Filmvorlage für einen Film in schwarz-weiß werden denn nur so, würde er die Stimmungen des Buches perfekt wiederspiegeln können. Er zeigt, die dunklen Anfänge der Neuropsychologie/Chirurgie zum Ende des 18.Jahrhunderts. Die zum Teil mystisch/fantastisch erscheinende dunkle Geschichte des Quecksilbermädchens Runa ist sehr perfekt eingewoben und bringt viele Spannungsbögen mit. Sehr außergewöhnlich und deshalb eine Leseempfehlung wert! Warum 1 Punkt Abzug? Die Geschichte ist in drei Punkten offen gelassen worden. Lässt dies auf eine Fortsetzung hoffen? Liebe Stammleser/innen der auch "härteren Psychothrills" dies wird Ihnen/Euch gefallen. Man empfindet das Buch, als ob man einen alten Schwarz-Weiß-Film sieht- denn es hinterlässt ein perfektes Kopfkino. Liebe Grüße Ihre Heike Fischer Altersempfehlung ab 18J/20J bis...

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Leider nicht so gut wie ich dachte
von Franzy aus Gießen am 17.10.2015

Prinzipiell will ich eigentlich gar nichts groß zum Inhalt sagen. Allerdings hatte ich mir nach dem Klappentext etwas anderes erhofft. Eingestellt hatte ich mich auf eine irgendwie mystische, spannende Geschichte, die auch einen gewissen Thrilleraspekt enthält. Bekommen habe ich ein langatmiges Buch, das selten Spannung aufkommen lassen wollte und voll... Prinzipiell will ich eigentlich gar nichts groß zum Inhalt sagen. Allerdings hatte ich mir nach dem Klappentext etwas anderes erhofft. Eingestellt hatte ich mich auf eine irgendwie mystische, spannende Geschichte, die auch einen gewissen Thrilleraspekt enthält. Bekommen habe ich ein langatmiges Buch, das selten Spannung aufkommen lassen wollte und voll mit medizinischer Geschichte war. Nun muss ich sagen, dass ich mich für Medizin und auch die geschichtlichen Aspekte durchaus interessiere und das Buch, was das betrifft, wirklich sehr gut recherchiert finde, allerdings hat mich die Geschichte weder vom Hocker gehauen noch überzeugt. Eingeteilt ist das Buch in sechs Abschnitte, die alle mit Zitaten von medizin-geschichtlich wichtigen Personen beginnen. Diese Personen kommen stellenweise im Buch vor. Kapiteleinteilungen gibt es dann allerdings nicht. Die Stellen zwischen den Abschnitten sind sichtbar in verschiedene Bereiche unterteilt, allerdings stehen keine Kapitel darüber. Die Perspektiven und Erzählformen wechseln stetig. Im Buch kommen unglaublich viele Menschen vor, die irgendwie alle Teil ihrer eigenen Geschichte sind, zum Schluss aber doch in einem Strang zusammenlaufen. Den ein oder anderen hätte es meiner Ansicht nach überhaupt nicht gebraucht. Zwar waren sie alle wichtig und haben die Geschichte weitergebracht, aber das hätte man auch anders lösen können. Sowohl Titel als auch Klappentext weisen daraufhin, dass Runa eine sehr tragende Rolle spielt. Prinzipiell ist es auch Runa, die alles ins Rollen bringt, aber der eigentliche Protagonist ist Johann Richard Hell, genannt Jori. Bis es endlich dazu kommt, dass Runa auftaucht, vergehen unglaublich viele Seiten, in denen ich irgendwann unheimlich genervt von Jori und seiner Besessenheit von Dr. Charcot war. Ich gebe zu, dass ich wirklich überlegt hatte dieses Buch abzubrechen. Allerdings wurde ich dann immer wieder von dem Gedanken 'Bald passiert bestimmt was richtig Krasses' angetrieben - leider war das nicht so. Es gab spannende Stellen, wo die Seiten nur so geblättert wurden, aber diese waren in meinen Augen viel zu wenig vertreten. Unnötige Situationen wurden zu lang und zu genau beschrieben und nahmen mir den Lesespaß. Ich muss nicht über viele Zeilen lesen, wie Jori ein Gespräch mit Joseph Babinski führt, mit seinen kalten Fingern ein Blatt von einem Busch rupft und dieses immer und immer wieder dreht bist es irgendwann (endlich!) kaputt ist und zu Boden fällt. Ich weiß nicht, ob versucht wurde aus eigentlich 400 Seiten 600 zu machen - aber dann und wann kam es mir so vor. Das Ende hat mich zu guter Letzt dann so richtig enttäuscht. Immer wieder hatte ich neue Gedanken im Kopf, wie es jetzt richtig fulminant enden könnte - und dann war es halt einfach vorbei. Zurückgeblieben bin ich mit dem Gefühl, dass das doch nicht alles gewesen sein konnte. Es blieben keine offenen Fragen und es ist auch kein Cliffhanger, der auf einen zweiten Teil "hoffen" lassen könnte, aber ich bin damit einfach wirklich unzufrieden.

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Lieber tot als verrückt
von einer Kundin/einem Kunden am 20.08.2015
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Vera Buck gewährt einen gnadenlosen Blick hinter die Kulissen der Psychiatrie am Ende des 19.Jahrhunderts. Fesselnd, verstörend und sehr nachhaltig. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Sehr gut.

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2 1
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Vera Bucks Roman bietet einen interessanten Einblick in die Psychiatrie des 19. Jahrhunderts, eingebettet in einen mitreißenden Kriminalfall.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein packender Thriller mit fesselnder Sprache!!! Ein echter Pageturner!

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von Katharina Dammer aus Lutherstadt Wittenberg am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Gruslig-atmosphärisch und sehr spannend.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ebenso spannender wie interessanter historischer Roman aus der Frühzeit der Neurologie. Sind es Wissenschaftler,Forscher oder einfach nur Folterknechte. Aufregend und bedrückend.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ich habe lange nicht mehr eine so verstörende und gleichzeitig faszinierende Geschichte gelesen. Ein Schrecken, der Sie das Buch nicht mehr weglegen lässt.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte, sondern auch Interessantes über die medizinische Entwicklung.

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Die düsteren Anfänge der neurologischen Forschung
von einer Kundin/einem Kunden am 08.01.2016
Bewertetes Format: Buch (gebundene Ausgabe)

Vera Buck ist mit ihrem Erstlingswerk ein unglaublich spannender, aber auch schockierender Roman über die Anfänge der neurologischen Forschung gelungen. Spannend verknüpft die Autorin die Geschichte der jungen Runa mit historischen Fakten und fesselt den Leser so bis zum Ende. Teilweise wird die Geschichte schon sehr düster, da die Anfänge... Vera Buck ist mit ihrem Erstlingswerk ein unglaublich spannender, aber auch schockierender Roman über die Anfänge der neurologischen Forschung gelungen. Spannend verknüpft die Autorin die Geschichte der jungen Runa mit historischen Fakten und fesselt den Leser so bis zum Ende. Teilweise wird die Geschichte schon sehr düster, da die Anfänge der neurologischen Forschung noch sehr primitiv und brachial waren. Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, wird mit einem interessanten Roman belohnt, der zeitgleich einem aber auch noch dieses düstere Kapitel der neurologischen Forschung näher bringt.

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Fesselnde Medizingeschichte
von NiWa aus Euratsfeld am 30.12.2015
Bewertetes Format: Buch (gebundene Ausgabe)

Paris 1884. Das Hôpital de la Salpêtrière verfügt über die modernste neurologische Abteilung von ganz Europa. Hier wird Medizingeschichte geschrieben, hier geben sich die ganz Großen gegenseitig die Klinke in die Hand, hier führt der berühmte Arzt Charcot seine wissenschaftlichen Kunststücke in gut gefüllten Hörsälen vor. Und Jori Hell... Paris 1884. Das Hôpital de la Salpêtrière verfügt über die modernste neurologische Abteilung von ganz Europa. Hier wird Medizingeschichte geschrieben, hier geben sich die ganz Großen gegenseitig die Klinke in die Hand, hier führt der berühmte Arzt Charcot seine wissenschaftlichen Kunststücke in gut gefüllten Hörsälen vor. Und Jori Hell sieht seine Chance bei Charcot seine Dissertation zu schreiben, um den ersehnten Doktorgrad zu erlangen, indem er den Wahnsinn aus dem Kopf der Patientin Runa schneidet. Der Protagonist Jori ist Arzt und hat für seine Dissertation die berühmteste Klinik Europas gewählt, die Salpêtrière. Hier regieren die Ansichten von Charcot, hier zeigt der bekannte Neurologe seine Kunststücke an hysterischen Patienten im Hörsaal vor und hier findet man, neben einer aufstrebenden Masse junger Ärzte, große Namen, die gebannt an den Lippen des Klinikleiters hängen. Vera Buck hat mich gemeinsam mit Jori in den Hörsaal gesetzt, hier haben wir Charcots Darbietung bestaunt, vor Ekel den Mund verzogen oder vor Staunen aufgerissen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, als würde ich dem Spektakel persönlich beiwohnen, habe mich wissbegierig mit Jori umgesehen und dabei u.a. die Herren de la Tourette (Tourette-Syndrom) und Pasteur (pasteurisieren) entdeckt. Der Aufbau der Geschichte entspricht einer wissenschaftlichen Arbeit, also dem Forschungsprozess, wie er sich seit damals nicht verändert hat. Entdeckungen bringen Nachforschungen mit sich, münden in Hypothesen, sind von Komplikationen durchzogen und werden im günstigsten Fall zur Veröffentlichung gebracht. Daneben wirft die Autorin weitere Handlungsstränge auf. Man stellt gemeinsam mit einem ehemaligen Polizisten Nachforschungen an und erlebt die Ereignisse durch einen Jungen, der sich unabsichtlich in Verstrickungen rund um die Salpêtrière begibt. Denn Runa hat in ihrer geistigen Umnachtung in halb Paris Botschaften hinterlassen, die nicht nur bei den Medizinern Interesse wecken. Ungeschönt beschreibt die Autorin die Zustände in der Salpêtrière, die damals gang und gäbe waren und stellvertretend für den Umgang mit geistig erkrankten Menschen im Namen der Wissenschaft stehen: „Die Salpêtrière mochte die berühmteste Klinik in ganz Frankreich sein. Sie mochte die modernste sein. Doch nichts konnte über die Tatsache hinwegtäuschen, dass inmitten dieser Modernität rund 4000 Kranke, Alte und Verrückte lagen, die jammerten, weil sie starben, oder heulten, weil sie noch lebten.“ (S. 35) Die Salpêtrière hat Medizingeschichte geschrieben. Undenkbar, wo die heutige Neurologie wäre, wären die damaligen Forscher nicht über Leichen gegangen. Vera Buck zeigt auf eindrucksvolle Weise, welcher Preis für die medizinischen Errungenschaften der Gegenwart bezahlt wurde, welche Opfer gebracht wurden und welche Scheußlichkeiten sich hinter verschlossenen Türen ereigneten. Und die Autorin gibt diesen Gräueltaten einen Namen und ein Gesicht: „Runa“, eine Stellvertreterin für die tausenden von alten, kranken und falsch behandelten Patienten, die in der kultivierten Salpêtrière unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts das Grauen der Moderne ertragen mussten. Wer sich für die Irrungen, Wirrungen und Errungenschaften der Medizin interessiert, einen starken Magen hat und das Grauen hinter den Wänden der Salpêtrière ertragen kann, wird hier auf ein fesselndes Werk stoßen, das mir ausgezeichnet gefallen hat. © NiWa

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Runa
von Mel aus Hiddenhausen am 10.11.2015
Bewertetes Format: Buch (gebundene Ausgabe)

Erstmal muss ich sagen, dass sich das Buch in keine Sparte stecken lässt. Ist es ein Thriller? Nicht ganz. Ein Tatsachenbericht? Nur halb. Und Fantasy?Nun ja... Von allem ein bisschen ist in Runa enthalten, vielleicht hat es mir gerade wegen diesem ganzen Mischmasch so gut gefallen und wegen dem... Erstmal muss ich sagen, dass sich das Buch in keine Sparte stecken lässt. Ist es ein Thriller? Nicht ganz. Ein Tatsachenbericht? Nur halb. Und Fantasy?Nun ja... Von allem ein bisschen ist in Runa enthalten, vielleicht hat es mir gerade wegen diesem ganzen Mischmasch so gut gefallen und wegen dem Schauplatz, dem voll gestopften, dreckigen Paris um 1884. Zu der Zeit, als die Versuche an geistig gestörten Menschen noch vollends legitim und verbreitet waren und man schleunigst für Nachschub von psychisch kranken Insassen sorgen musste. Der Schreibstil von Vera Buck hat mir sehr zugesagt, spannend vermischt sie eine fiktive Geschichte mit medizinischem Hintergrundwissen, dazu kamen die Charaktere sehr sympathisch rüber. Ein Buch, welches mit ein paar unbeantworteten Fragen vielleicht noch Raum für eine Fortsetzung lässt. Mein Fazit: Gelesen und nicht bereut! Runa ist halb Thriller, halb Mystery, halb Medizin-Pschyrembel. Alles zusammen ergibt es ein tolles Buch.

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Eines der interessantesten Bücher des Jahres
von PMelittaM aus Köln am 10.11.2015
Bewertetes Format: Buch (gebundene Ausgabe)

Ende des 19. Jahrhunderts hat in der Pariser Salpêtrière der Neurologe Jean-Martin Charcot das Sagen. Er gilt als Kapazität und zieht viel versprechende Studenten und junge Ärzte, wie etwa Georges Gilles de la Tourette an. Seine Dienstagsvorlesungen, zu denen auch normale Pariser Bürger Zutritt haben, sind gut besucht, denn... Ende des 19. Jahrhunderts hat in der Pariser Salpêtrière der Neurologe Jean-Martin Charcot das Sagen. Er gilt als Kapazität und zieht viel versprechende Studenten und junge Ärzte, wie etwa Georges Gilles de la Tourette an. Seine Dienstagsvorlesungen, zu denen auch normale Pariser Bürger Zutritt haben, sind gut besucht, denn hier führt er seine Patientinnen vor – und macht eine große Show daraus, führt z. B. Anfälle herbei. Johann Richard Hell, Jori genannt, ein junger Schweizer Medizinstudent, ist nach Paris gekommen, um Heilung für seine Freundin Pauline zu finden. Als das Mädchen Runa in die Salpêtrière eingeliefert wird, glaubt er, durch sie eine Möglichkeit gefunden zu haben. Allerdings ist Runa eine besondere Patientin, die nicht nur Joris Leben durcheinander wirbelt. Monsieur Lecoq, ehemaliger Mitarbeiter der Sûreté, ist auf der Suche nach der Ehefrau eines Bekannten. Dabei fallen ihm immer öfter merkwürdige Schriftzeichen auf. Hat jemand in ganz Paris Nachrichten hinterlassen? Doch was bedeuten sie und in welchem Zusammenhang stehen sie mit mehreren Todesfällen? Vera Buck hat einen sehr komplexen Roman erschaffen, der nicht nur in das Paris des 19. Jahrhunderts führt, sondern auch ein Stück Medizingeschichte aufzeigt, das heute regelrecht gruselig anmutet. Der Roman ist nicht leicht zu lesen. Nicht nur die Thematik, die Zurschaustellung der Patientinnen, die Therapien an und die Versuche mit ihnen, die Diagnostiken, die Frauen, die sich nicht gesellschaftlich angepasst benehmen, als psychisch krank abstempeln, ist heftig und schockiert, auch die Art der Erzählung mit vielen Handlungssträngen, die zunächst scheinbar wenig miteinander zu tun haben und oft Rätsel aufgeben (am Ende aber zufriedenstellend ineinanderlaufen), lässt ein Zwischendurchlesen nicht zu, man muss den Roman sehr konzentriert lesen. Dazu kommt, dass der Roman wenig Hinweise gibt auf das tatsächliche historische Geschehen, auf die auftretenden historischen Persönlichkeiten, auf tatsächliche medizinische Gegebenheiten. Man muss viel selbst recherchieren, was per se nicht schlecht ist, aber ein Personenverzeichnis (mit Angabe der historischen Persönlichkeiten und Hintergrundinformationen zu ihnen) sowie ein Glossar oder ein ausführlicheres Nachwort, das mehr Informationen über Fiktion und Wirklichkeit enthält, wäre schön gewesen, ebenso wie eine Karte, um die einzelnen Handlungsorte einordnen zu können. Immerhin enthält das Buch eine Bibliographie für weiterführende Lektüre. Schwierig finde ich auch mitunter die zeitliche Einordnung der Geschehnisse. Findet alles in einer Zeitlinie statt oder ist diese oder jene Storyline eine Rückblende? Da hätte es geholfen, wären Zeitangaben eingesetzt worden, oder wenigstens die Rückblenden gekennzeichnet worden (z. B. mit „ Drei Jahre vorher“). So musste man sich weitere Fragen stellen, die unnötig gewesen wären. Trotz seiner Komplexität lässt sich der Roman gut lesen, man muss sich einfach nur auf ihn einlassen. Er macht neugierig darauf, wie alles zusammenhängt und gespannt darauf, ob gewisse Ereignisse eintreten werden. Auch miträtseln kann man, mitzittern sowieso. Sehr gut hat mir gefallen, dass Vera Buck trotz des Themas auch immer wieder, wenn auch etwas speziellen, Humor in ihren Roman einflicht und damit wunderbare Sätze kreiert, die mich zum Schmunzeln bringen, z. B.: "Frische Nachtluft schwappte mit einer Dringlichkeit in den Raum, als wüsste sie, dass sie später keine Gelegenheit mehr dazu haben würde" (S. 82) oder "... Haare, die ihr wie schlecht verrührtes Eiklar vom Schädel tropften" (S. 170) oder auch "Die Heilige Nacht legte sich in diesem Jahr zusammen mit einem Schneesturm über die Stadt" (S. 515). Die ausgereifte Sprache und die gut durchdachte Geschichte lassen zudem immer wieder vergessen, dass es sich hier um einen Debütroman handelt. Ich bin sehr auf Vera Bucks weitere Werke gespannt. Der Roman hat mich von Anfang an gepackt und mir bis zum Ende gut gefallen. Immer wieder wurde ich angeregt, mich weiter mit der Thematik und den Akteuren zu befassen, die Auflösung und das teilweise offene Ende sind passend und gut gelungen. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter, man sollte aber nicht allzu zartbesaitet sein und komplexe Romane mögen, ebenfalls sollte man bereit sein, sich mit den geschichtlichen und medizinischen Hintergründen auseinanderzusetzen – dann erhält man einen einzigartigen Roman, der noch lange nachwirken wird. Für mich eines der interessantesten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

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düster und authentisch
von einer Kundin/einem Kunden am 06.08.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Ein historischer Krimi, bei dem man mitfiebert. Zugleich ein sehr überzeugend geschriebener Ausflug zu den Anfängen der Psychiatrie. Tolle Atmosphäre und teils extrem schockierend.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein sehr spannendes, aber auch unheimliches Buch. Es ist faszinierend, wie gut die Autorin zahlreiche Handlungsstränge passend zusammenführt und so ein Gesamtbild erschafft.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein gleichermaßen faszinierender wie erschreckender Roman. Anhand drei verschiedener Handlungsstränge fügt sich alles zu einem äußerst spannenden, gut recherchierten Ganzen. Lesen!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Anfänglich sehr verstörend baut sich im Laufe des Buches eine wahre Spannung auf. Daher nicht zu früh aufgeben, es lohnt sich. Leider bleiben einige Unklarheiten.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Fesselnd und verstörend. Der Roman bietet meiner Meinung nach genau die richtige Mischung aus Historie und Thriller. Nichts für schwache Nerven!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Sehr unheimlich und psychisch brutal! Ich bin noch Zwiespalt, ob ich es toll fand oder nicht. Wie die Frauen in dem Buch behandelt werden....

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