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Mario und der Zauberer

Ein tragisches Reiseerlebnis

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Gereiztheit, eigentümlich Bösartiges bestimmte von vornherein die Atmosphäre bei diesem Ferienaufent-halt in Norditalien, Mitte der zwanziger Jahre; »diese Leute ... machten soeben etwas durch, so einen Zustand, etwas wie eine Krankheit ..., nicht sehr angenehm, aber wohl notwendig«; das ungute Gefühl wird sich steigern und, nicht nur für die Gäste, durch die alles übersteigernde Gestalt und Wirkung des Zauberers Cipolla, »dieses allzu Sicheren«, zum tragischen, letztendlich jedoch befreienden Ende führen. Mit dem Bemerken, »wer zu gehorchen wisse, der wisse auch zu befehlen, und ebenso umgekehrt; der eine Gedanke sei in dem anderen einbegriffen, wie Volk und Führer ineinander einbegriffen seien, aber die Leistung, die äußerst strenge und aufreibende Leistung, sei jedenfalls seine, des Führers und Veranstalters, in welchem der Wille Gehorsam, der Gehorsam Wille werde«, verlockt und verblendet dieser »Typus des Scharlatans, des marktschreierischen Possenreißers« sein Publikum und hypnotisiert es zu einer »trunkenen Auflösung der kritischen Widerstände«. In Mario, dem jungen Kellner, glaubt er, sich steigernd, schließlich ein Opfer gefunden zu haben, das er aufs tiefste demütigen, ja vergewaltigen kann, ohne mit der Würde des Menschen rechnen zu müssen. Wie stark die »politisch-moralische Anspielung, in Worten nirgends ausgesprochen«, aus dieser Erzählung bereits bei ihrem ersten Erscheinen 1930 wirkte, spiegelt sich in Julius Babs Rezension: »Wenn Mussolini etwas von Kunst verstände, müßte er diese Novelle in Italien verbieten lassen.«
Rezension
- Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere. Man mußte zugeben, daß er seine Worte nicht besser hätte wählen können, um die Wasser zu trüben und seelische Verwirrung anzurichten-.(Fischer)
Portrait
Thomas Mann, geb. 1875 in Lübeck, wohnte seit 1894 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938 eine Professur an der Universität in Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955. Thomas Mann zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns umfangreiches und vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Für seinen ersten großen Roman Die Buddenbrooks erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 112
Erscheinungsdatum 01.04.1989
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-29320-9
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/17 mm
Gewicht 122
Auflage 33
Verkaufsrang 16.083
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


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Ein Urlaub mit Folgen
von Daniela Ammann aus Wien am 08.02.2013

Das schöne Städtchen Torre die Venere entwickelt sich immer mehr zu einem Touristen Hot-Spot. So auch für die Familie des Erzählers. Dieser berichtet sehr ausführlich über die seltsamen Begebenheiten während einer Zaubervorstellung in die er nur widerwillig ging, weil seine Kinder ihn angebettelt haben. Gleich von Beginn an merkt... Das schöne Städtchen Torre die Venere entwickelt sich immer mehr zu einem Touristen Hot-Spot. So auch für die Familie des Erzählers. Dieser berichtet sehr ausführlich über die seltsamen Begebenheiten während einer Zaubervorstellung in die er nur widerwillig ging, weil seine Kinder ihn angebettelt haben. Gleich von Beginn an merkt man, dass dieser Zauberkünstler weniger zaubert als die Leute hypnotisiert und erstaunliche Dinge machen lässt. Der Künstler selbst ist ein sehr ekelhafter Typ und erfreut sich an jedem Sieg, den er gegen das Publikum gewinnt. Auch dem Erzähler wurde dieser Abend immer unangenehmer. Schließlich erreichte die Show ihren Höhepunkt indem der Künstler nun Mario, einen freundlichen Kellner, den der Erzähler flüchtig kannte und dem die Show genauso wenig zusagte, auf die Bühne. Unter Hypnose, gegen die Mario zunächst ankämpfte, zwang ihn der Künstler ihn zu küssen. Aus der Hypnose erwacht, bemerkte Mario den Missbrauch und erschießt den Zauberkünstler. Ein Reisebericht mit tragischen Folgen und doch rätselt man lange, was Mario mit dem Zauberer zu schaffen hat. Tolle Erzählung von Thomas Mann.

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Lange Sätze, detailliert aber nicht wirklich spannend
von einer Kundin/einem Kunden am 04.04.2012

Die Novelle "Mario und der Zauberer" von Thomas Mann ist eine gelungene Erzählung mit einem breiten Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten. Die Geschichte ist sehr detailliert erzählt. Daher kommt es schnell zu sehr langen "konstruierten" Sätzen. Das Buch ist nicht wirklich spannend, weckt aber dennoch Interesse beim Leser. Privat würde ich das Buch... Die Novelle "Mario und der Zauberer" von Thomas Mann ist eine gelungene Erzählung mit einem breiten Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten. Die Geschichte ist sehr detailliert erzählt. Daher kommt es schnell zu sehr langen "konstruierten" Sätzen. Das Buch ist nicht wirklich spannend, weckt aber dennoch Interesse beim Leser. Privat würde ich das Buch nicht noch einmal lesen. Da ich es aber als Schulbuch gelesen habe, ist es im Verlgleich zu anderen Schulbüchern vollkommen akzeptabel und gut verständlich.

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