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In Zeiten des abnehmenden Lichts

Roman einer Familie. Ausgezeichnet mit dem Aspekte-Literatur-Preis 2011 u. dem Deutschen Buchpreis 2011

(30)
International gefeiert, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis - ein halbes Jahrhundert gelebter Geschichte, ein Familienroman voller überraschender Wendungen: groß durch seine Reife, seinen Humor, seine Menschlichkeit.
Die Großeltern haben noch für den Kommunismus gebrannt, als sie aus dem mexikanischen Exil kamen, um ein neues Deutschland aufzubauen. Der Sohn kehrte aus der Sowjetunion heim: mit einer russischen Frau, der Erinnerung ans Lager und doch in dem Glauben an die politische Idee. Dem Enkel bleibt nur ein Platz in der Realität der DDR, und er flieht - an eben dem Tag, an dem sich Familie, Freunde und Feinde versammeln, um den neunzigsten Geburtstag des Patriarchen zu begehen.
Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 1989 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.
2009 erhielt Eugen Ruge für In Zeiten des abnehmenden Lichts den Alfred-Döblin-Preis. 2011 wurde der Roman mit dem Aspekte-Literaturpreis und mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Er verkaufte sich bisher in 28 Länder, stand mehr als 40 Wochen auf der Bestsellerliste und wurde von Matti Geschonneck nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase fürs Kino verfilmt.
Rezension
Ein pulsierendes, vibrierendes, aufregend lebendiges Werk von enormer gestalterischer Phantasie, außergewöhnlich mitfühlend und vor allem von scharfem und erhellendem Witz. Es zeigt uns, dass aus den Trümmern des Ostblocks etwas erwachsen ist, das die Kraft hat zu überdauern: die Kunst dieses Buchs, das die Mauer eingerissen hat zwischen dem russischen Epos und dem großen amerikanischen Roman.
Portrait
Eugen Ruge, 1954 in Soswa (Ural) geboren, studierte Mathematik an der Berliner Humboldt-Universität und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde. 1988 ging er aus der DDR in den Westen, wo er als Autor und Übersetzer zu arbeiten begann.
Für sein dramatisches Werk erhielt er den Schiller-Förderpreis des Landes Baden-Württemberg; sein erster Roman, «In Zeiten des abnehmenden Lichts», wurde international gefeiert und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Alfred-Döblin-Preis, dem aspekte-Literaturpreis und dem Deutschen Buchpreis. 2013 erschien der Roman «Cabo de Gata», 2015 folgten «Theaterstücke» und «Annäherung. Notizen aus 14 Ländern».
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 432
Erscheinungsdatum 01.11.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-25412-3
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 192/115/27 mm
Gewicht 316
Auflage 9
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„DDR reloaded, aber wie!“

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

Eugen Ruge ist ursprünglich von Berufs wegen Mathematiker. Nach Lektüre seines Romans, weiß der Leser auch warum. Hier wird mit größter Präzision, Genauigkeit, und auch manch unbekannten Gleichungen geschrieben. Großartig, wie der Autor den Idealismus der aus dem Exil in Mexiko kommenden Neubewohner der DDR fein ziseliert darstellt. Eugen Ruge ist ursprünglich von Berufs wegen Mathematiker. Nach Lektüre seines Romans, weiß der Leser auch warum. Hier wird mit größter Präzision, Genauigkeit, und auch manch unbekannten Gleichungen geschrieben. Großartig, wie der Autor den Idealismus der aus dem Exil in Mexiko kommenden Neubewohner der DDR fein ziseliert darstellt. Und wie im Lauf der Jahre die Strahlkraft des Arbeiterstaates abnimmt, das schnöde Alltagsleben Überhand gewinnt, und die Erkenntnis des betrogen worden seins Fuß fasst. Mit Werken wie diesem, wird Zeitgeschichte lebendig gemacht, zum Lesen angeregt, und nachher ist man a bisserle gscheiter. Vielen Dank, Herr Ruge!

„Melancholisch-komischer Abgesang“

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Gleich in sechs Kapiteln erzählt uns der Autor in wechselnden Perspektiven vom 90. Geburtstag Wilhelm Powileits am 9. Oktober 1989, in dem Jahr, als tausende DDR-Bürger und Bürgerinnen das Land fluchtartig verließen und der gesamte Ostblock politisch und ökonomisch vor dem Zusammenbruch stand. Powileit, in den 1940iger Jahren vor dem Gleich in sechs Kapiteln erzählt uns der Autor in wechselnden Perspektiven vom 90. Geburtstag Wilhelm Powileits am 9. Oktober 1989, in dem Jahr, als tausende DDR-Bürger und Bürgerinnen das Land fluchtartig verließen und der gesamte Ostblock politisch und ökonomisch vor dem Zusammenbruch stand. Powileit, in den 1940iger Jahren vor dem Nationalsozialismus nach Mexiko geflüchtet, 1952 gemeinsam mit seiner Frau von der SED zurückgerufen, soll, wie schon die Jahre zuvor, als altgedienter Funktionär der DDR-Nomenklatura ausgezeichnet werden. Diese Geburtstagsfeier gerät zur Farce. Selbst der Stiefenkel hat das Land Richtung Westen verlassen. Zwischen diesen sechs Kapiteln wird in Rück- und Vorausblicken von 1952 bis
2001 vom Alltagsleben der Familie Powileit-Umnitzer berichtet, von den Urgroßeltern bis zum Urenkel, der der Utopie vom Sozialismus völlig verständnislos gegenübersteht, aber auch den politischen Aktivitäten seines Stiefvaters im Bundestag des wiedervereinten Deutschlands nichts abgewinnen kann. In diesem Roman lassen die großen ideologischen Debatten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ziemlich ratlose und desillusionierte Protagonisten und Protagonistinnen zurück, die in ihre eigenen inneren Traumwelten flüchten.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
30 Bewertungen
Übersicht
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12
1
0
0

wunderbares Porträt von drei Generationen und ein Stück Alltagsleben der DDR
von einer Kundin/einem Kunden am 02.11.2012

Eugen Ruge gelingt es vortrefflich, über drei Generationen von einem Stück Alltagsleben der DDR zu erzählen, ohne nostalgisch zu verklären oder zu jammern. Wunderbar charakterisiert er in wenigen Sätzen Menschen und ihre Umgebung und findet dazu die jeweils stimmige Sprache. Sehr einprägsam für mich sind die insgesamt tragischen Frauengestalten,... Eugen Ruge gelingt es vortrefflich, über drei Generationen von einem Stück Alltagsleben der DDR zu erzählen, ohne nostalgisch zu verklären oder zu jammern. Wunderbar charakterisiert er in wenigen Sätzen Menschen und ihre Umgebung und findet dazu die jeweils stimmige Sprache. Sehr einprägsam für mich sind die insgesamt tragischen Frauengestalten, von denen z.B. in den Kapiteln über die grotesken Geburtstagsfeiern erzählt wird. Lakonisch und ausdrucksstark beschrieben wird unter anderen aber auch jene Szene, in der Vater und Sohn im kalten Winter 1979 auf der Suche nach einer Gaststätte durch die Straßen Berlins laufen. Dem Vater Kurt hatte seine politische Überzeugung noch Halt gegeben. Sein Enkel Markus hingegen ist 1995 orientierungslos und man würde gerne wissen, was heute aus ihm geworden ist. Der Roman ist insgesamt flüssig zu lesen. Das Geschehen lässt sich aber durch die ständigen Zeit- und Personenwechsel nicht ohne Mühe zuordnen. Einzelne Handlungsstränge und Beweggründe der Personen erschließen sich dem Leser leider nicht. Insgesamt aber ist das Buch ein fein gezeichnetes Porträt von drei Generationen, von denen Ruge souverän und mit einer großen Gelassenheit erzählt.

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verlorene Utopien..
von einer Kundin/einem Kunden am 26.10.2012

Jede der drei Gerationen, von denen hier erzählt wird , hat ihre eigenen politischen Ideale und Vorstellungen von einer besseren Welt ! Das trägt bis ins Exil, nach Mexiko, weiter nach Russland und schließlich in die DDR . Doch nirgendwo ist das gelobte Land, überall sind nur Menschen mit... Jede der drei Gerationen, von denen hier erzählt wird , hat ihre eigenen politischen Ideale und Vorstellungen von einer besseren Welt ! Das trägt bis ins Exil, nach Mexiko, weiter nach Russland und schließlich in die DDR . Doch nirgendwo ist das gelobte Land, überall sind nur Menschen mit Schwächen und ihren eigenen ganz privaten Sorgen und Nöten , die Ideale hängen doch zu hoch. Eugen Ruge erzählt schlicht und eindringlich, läßt alle zu Wort kommen und macht ein Stück Zeitgeschichte bildhaft und realitätsnah. Für mich absolut spannend und packend wie ein Krimi !

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Eine Familiengeschichte aus der ehemaligen DDR
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 05.11.2012

Eugen Ruge erzählt in diesem Roman in von Kapitel zu Kapitel wechselnder Erzählperspektive die Geschichte einer Familie aus der ehemaligen DDR. Der Bogen spannt sich von den Großeltern (Exil in Mexiko bis in die 50er Jahre) über die Elterngeneration (Lagerhaft in der Sowjetunion) bis zu dem Enkel und Urenkel... Eugen Ruge erzählt in diesem Roman in von Kapitel zu Kapitel wechselnder Erzählperspektive die Geschichte einer Familie aus der ehemaligen DDR. Der Bogen spannt sich von den Großeltern (Exil in Mexiko bis in die 50er Jahre) über die Elterngeneration (Lagerhaft in der Sowjetunion) bis zu dem Enkel und Urenkel in der DDR. Den Abschluß bilden die Wendejahre bis zum Jahr 2001. Die beiden älteren Paare sind in die DDR aus Mexiko und der Sowjetunion zurück gekehrt. Beim Lesen hat mich am Anfang der Wechsel der Erzählperspektiven und der Rückblenden etwas verwirrt. Nachdem ich mich aber auf den Rhythmus eingelassen hatte, bin ich den Verstrickungen und Verzweigungen aufmerksam gefolgt. Immer wieder hatte ich Momente, in denen ich überlegt habe, was ich zu der Zeit gemacht habe. Wie ich die beschriebenen Situationen "im Westen" erlebte.

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