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Im Frühling sterben

Roman

(5)
»Sprach ich meinen Vater in der Kindheit auf sein starkes Haar an, sagte er, das komme vom Krieg; man habe sich täglich frischen Birkensaft in die Kopfhaut gerieben. Ich fragte nicht weiter nach, hätte wohl auch, wie so oft, wenn es um die Zeit ging, keine genauere Antwort bekommen. Die stellte sich erst ein, als ich Jahrzehnte später Fotos von Soldatengräbern in der Hand hielt und sah, dass viele Kreuze hinter der Front aus jungen Birkenstämmen gemacht waren.«
Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere,Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich redenlässt steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...
In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«
Rezension
"Mit Fug und Recht kann man sagen: Mit Im Frühling sterben ist die Nach-Grass-Ära kraftvoll eingeleitet worden."
Ina Hartwig, DIE ZEIT 18.06.2015
Portrait
Ralf Rothmann wurde 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach der Volksschule (und einem kurzen Besuch der Handelsschule) machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach in verschiedenen Berufen (unter anderem als Drucker, Krankenpfleger und Koch). Seit 1976 lebt Ralf Rothmann in Berlin und veröffentlichte bereits einige Romane, Erzählungen und Gedichte, für die er mit mehreren Preisen, u.a. Märkischer Kulturpreis (1986), Förderpreis des Bundesverbandes der Industrie (1989), 19. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim (1992), Literaturpreis für das Ruhrgebiet (1996), Hermann-Lenz-Preis (2001), Kranichsteiner Literaturpreis (2002), Evangelischer Buchpreis (2003), Wilhelm Raabe Literaturpreis (2004) und Heinrich-Böll-Preis (2005), Max-Frisch-Preis (2006) und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2008) ausgezeichnet wurde. 2010 erhielt er den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen, 2013 den Friedrich Hölderlin-Preis und im Jahr 2014 den Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 234
Erscheinungsdatum 20.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42475-9
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 185/310/9 mm
Gewicht 370
Auflage 5
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Ganz stark!
von einer Kundin/einem Kunden am 06.07.2015

Walter und sein Freund Fiete, beide 17, machen eine Lehre zum Melker, gehen gern mit ihren Mädchen aus und trinken auch mal einen über den Durst. Ganz normale Jugendliche. Nur dass im Frühjahr 1945 gar nichts normal ist. Sie werden zwangsrekrutiert, ihre Wege trennen sich, und eine Geschichte,... Walter und sein Freund Fiete, beide 17, machen eine Lehre zum Melker, gehen gern mit ihren Mädchen aus und trinken auch mal einen über den Durst. Ganz normale Jugendliche. Nur dass im Frühjahr 1945 gar nichts normal ist. Sie werden zwangsrekrutiert, ihre Wege trennen sich, und eine Geschichte, die mit einer Art beklommener Heiterkeit begonnen hat verwandelt sich in einen Albtraum. Rothmanns eindrucksvolle Sprache fesselt den Leser und die realistischen Schilderungen lassen ihn erahnen, was Menschen in Kriegszeiten erleben mussten und müssen.

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3 0
Mit einem kleinen Buch so viel erzählt
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 02.10.2015

Was für ein großer und wichtiger Roman. Es ist bemerkenswert wie es Ralf Rothmann schafft, auf gerade mal 230 Seiten so viel über den Wahnsinn der letzten Kriegswochen im Frühjahr 45 zu erzählen. Das Schicksal der beiden Protangonisten Walter und Fiete ist exemplarisch für die vielen Jugendlichen, die als leztes... Was für ein großer und wichtiger Roman. Es ist bemerkenswert wie es Ralf Rothmann schafft, auf gerade mal 230 Seiten so viel über den Wahnsinn der letzten Kriegswochen im Frühjahr 45 zu erzählen. Das Schicksal der beiden Protangonisten Walter und Fiete ist exemplarisch für die vielen Jugendlichen, die als leztes Aufgebot an die Front geschickt und völlig sinnlos verheizt werden. Es sind starke, grausig-komische Szenen, mit denen Rothmund den Irrsinn des Krieges schildert. Die Zwangsrekrutierung zur Waffen SS, getarnt als abendliches Tanzvergnügen; das groteske Verhalten des Sturmbannführers, der Walter einen Vortrag über Grammatik hält und in der Bibel blättert, während Walter verzweifelt um die Schonung seines Freundes Fiete bittet, der desertierte und nun hingerichtet werden soll von Walters Einheit... Walter wird den Krieg überleben aber er gehört fortan zu jener Generation, die über ihre furchtbaren Erlebnisse nie reden konnten. Niemand wollte sein Schweigen mit ihm teilen, heißt es gleich zu Anfang des Romans. Ich finde dies ist einer der besten Romane über jene schlimme Zeit, der nicht viele Seiten braucht, um restlos zu überzeugen.

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Die letzten Kriegstage '45...
von Andreas am 20.09.2015

"Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann ist die Geschichte zweier junger Männer, die Melker-Lehrlinge Walter und Fiete, die von der Waffen-SS in den letzten Kriegstagen 1945 zwangsrekrutiert und als letztes "Aufgebot" in den Kampf gegen die unausweichliche Niederlage geschickt werden. Episodenhaft erfolgt die Schilderung der Erlebnisse. Beklemmend liest sich die... "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann ist die Geschichte zweier junger Männer, die Melker-Lehrlinge Walter und Fiete, die von der Waffen-SS in den letzten Kriegstagen 1945 zwangsrekrutiert und als letztes "Aufgebot" in den Kampf gegen die unausweichliche Niederlage geschickt werden. Episodenhaft erfolgt die Schilderung der Erlebnisse. Beklemmend liest sich die Brutalität des Krieges und die Absurdität dieses Kampfes: das sinnlosen Töten, der Bombenkrieg, die gnadenlose Bestrafung (scheinbaren) Deserteuren und Überläufern. Rothmann treibt die Handlung soweit, bis einer der beiden Freunde tatsächlich desertiert, gestellt und zum Tode verurteilt wird. Das Buch handelt aber auch von Freundschaft: Gerade die Schilderung der Freundschaft von Walter und Fiete, wie der eine dem anderen selbst in größter Not und der Außerachtlassung seines eigenen Wohlergehens beisteht, zeigt Menschlichkeit und Empathie in Zeiten eines unmenschlichen Krieges. Absolute Leseempfehlung!

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Ein großer Roman gegen das Vergessen!
von einer Kundin/einem Kunden am 05.09.2015

Ralf Rothmann ist ein grandioser Erzähler! Er malt mit seinen Worten Bilder, die einen nicht mehr loslassen! Entdecken Sie unbedingt diesen eindringlichen und sehr bemerkenswerten Roman!

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Beklemmende Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 09.08.2015

Ich habe wirklich schon viele Romane und Sachbücher über den 2. Weltkrieg gelesen. Warum dieses Buch mich dann doch sehr beeindruckt hat? Natürlich, weil Ralf Rothmann ein begnadeter Erzähler ist. Aber sicherlich auch, weil ich einen Sohn in Walter und Fietes Alter habe. Dadurch wird die Geschichte für mich... Ich habe wirklich schon viele Romane und Sachbücher über den 2. Weltkrieg gelesen. Warum dieses Buch mich dann doch sehr beeindruckt hat? Natürlich, weil Ralf Rothmann ein begnadeter Erzähler ist. Aber sicherlich auch, weil ich einen Sohn in Walter und Fietes Alter habe. Dadurch wird die Geschichte für mich noch realistischer. Junge Menschen in einer schon aussichtslosen Situation an die Front zu schicken war nur eine von vielen Grausamkeiten jener Zeit. Walter versucht durchzuhalten, denn er weiß, dass das Ende nah ist. Fiete ist verzweifelt, will nicht abwarten. Und dann stehen sie einander eines Tages gegenüber. Man kann beide Jungs verstehen. Auch verstehen kann man, dass Walter nie mehr über diese Zeit sprechen kann. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Bitte lesen!

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Schrecklich und eindrucksvoll. (eBook)
von einer Kundin/einem Kunden am 02.08.2015
Bewertetes Format: eBook (ePUB)

Gleich vorneweg: Ich bin total beeindruckt von diesem Buch und kann nur empfehlen, es selbst zu lesen. Doch was ist so anders an Ralf Rothmanns Roman? Bücher über die NS-Zeit und den II. Weltkrieg gibt es ja nun wahrlich genug. Nun zum einen ist es der Zeitpunkt zu dem die... Gleich vorneweg: Ich bin total beeindruckt von diesem Buch und kann nur empfehlen, es selbst zu lesen. Doch was ist so anders an Ralf Rothmanns Roman? Bücher über die NS-Zeit und den II. Weltkrieg gibt es ja nun wahrlich genug. Nun zum einen ist es der Zeitpunkt zu dem die Handlung einsetzt. Wenige Monate vor Kriegsende werden die beiden Melkerlehrlinge und Freunde Walter und Fiete zwangsrekrutiert und direkt an die ungarische Front geschickt. Zu diesem Zeitpunkt war der Krieg bereits entschieden und kaum jemand gab sich mehr den nationalsozialistischen Illusionen hin. Man wollte nur irgendwie durchkommen, hatte sich mit dem Kriegsalltag arrangiert. Andererseits wurde jedes Zeichen von Kapitulation, Desertion oder einfach Menschlichkeit von den „Wachhunden der SS“ streng bestraft. Die Frage war, ob und wie man im Angesicht dessen humanistisch bleiben und dennoch überleben konnte. Wie die Nerven behalten, um doch noch „übrig“ zu bleiben? Das andere Faszinierende an Rothmanns Roman ist die Sprache. Mit klaren bildreichen Worten bettet er den Schrecken des Krieges, mit all seinen Verbrechen und menschengemachten Grausamkeiten, in die wunderschöne Gleichgültigkeit der Natur. Also wie schon gesagt. Lesen Sie Ralf Rothmanns Roman „im Frühling sterben“.

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1 0
von einer Kundin/einem Kunden am 18.10.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Atemberaubendes Werk, welches den Schrecken des 2.Weltkriegs dem Leser in den Kopf kriecht, ob er nun möchte oder nicht. Unheimlich starkes Buch!

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Ein bewegender Roman.
von einer Kundin/einem Kunden am 05.08.2016
Bewertetes Format: Format: eBook (ePUB)

Das Schicksal zweier Jungen, die noch kurz vor Kriegsende rekrutiert werden und sich am Ende auf Leben und Tod gegenüberstehen(!). Ein Antikriegsroman, der stark bewegt.

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0 0
von einer Kundin/einem Kunden am 11.07.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Trauriges, anspruchsvolles Drama über das Ende einer Freundschaft in düsteren Zeiten.

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0 0
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein unglaublich packender Roman, der einen die letzten Kriegswochen durch die Augen des gerade 18jährigen zur SS zwangsrekrutieren Walter hautnah erleben lässt.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein großartiger,drastischer Roman. Durch im " Frühling sterben " erlebt man die letzten Kriegswochen hautnah und ungeschönt.

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0 0
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Die Geschichte von den siebzehnjährigen Jungen Walter und Fiete legt die Gnadenlosigkeit der letzten Kriegsmonate dar.

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0 0
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein besonders wertvoller Roman. Obwohl der Erzählstil und die Sprache zwar nüchtern sind, wirkt der Roman umso eindringlicher.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Über das Schweigen der Väter & die Gräuel des Krieges. Walter ist traumatisiert durch die Erschießung des Freundes als Deserteur. Erst sein Sohn holt Unausgesprochenes ans Licht.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Dieses einfühlsame Zeitporträt über die letzten Tage des 2. Weltkriegs, gezeigt an der Freundschaft zweier junger Männer, wirkt lange im Leser nach.Ganz große Literatur!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Rothmann hat mich mit dieser Geschichte so berührt,dass ich dass Gefühl hatte, diese selbst erlebt zu haben.

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Eindrucksvoll!
von einer Kundin/einem Kunden am 25.11.2015
Bewertetes Format: Medium: Hörbuch (CD)

Wieviele Bücher über den Krieg muss man lesen, um zu begreifen, was er mit den Menschen macht? Dieses auf jeden Fall...eindrucksvoll erzählt Rothmann die Geschichte seines Vaters, großartig und zum Glück ungekürzt gelesen von Thomas Sarbacher!

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von einer Kundin/einem Kunden am 24.10.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Mich hat die klare Sprache beeindruckt, die eine eindrucksvolle Atmosphäre schafft. Düster, grausam und realistisch werden die Schrecken des Krieges beschrieben.

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