Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Erzählung. Mit einem Nachwort: 'Zehn Jahre später'

(12)
»Ähnlichkeiten mit den Praktiken der ›Bild‹-Zeitung ...] sind weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.« Aus dem Vorwort Bölls
Katharina Blum ist eine junge hübsche Haushälterin, die sich eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen leisten kann. Sie hat ein heiter-bescheidenes Wesen und wird, weil sie Zudringlichkeiten der Männer verabscheut, in ihrer Umgebung die »Nonne« genannt. Diese Frau verliebt sich spontan in einen jungen Mann, einen von der Polizei gesuchten radikalen Rechtsbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen Boulevardzeitung. Die Situation eskaliert, als der Journalist Werner Tötges in ihre Wohnung kommt ...
Portrait

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen.1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire ›Die schwarzen Schafe‹ mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele sowie Theaterstücke. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger).

Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den sechziger und siebziger Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare Nachrüstung. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock. Der 1974 aus der UdSSR ausgewiesene Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift ›L’76. Demokratie und Sozialismus‹ heraus. Der Verband deutscherSchriftstellerwurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971 bis 1974).

Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (1967), den Nobelpreis für Literatur (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).

Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich/Eifel. Sein gesamtes Werk liegt im Taschenbuch bei dtv vor.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.01.1976
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-01150-1
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 194/124/18 mm
Gewicht 180
Auflage 53. Auflage
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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1
0

In den Siebzigern
von Polar aus Aachen am 11.10.2008

Literatur vermag sich einzumischen. Es gibt Bücher, die verblassen, je weiter ihr Erscheinungsdatum zurückliegt. Wer sich an die Wirkung von Heinrich Bölls Roman bei der Veröffentlichung erinnert, an den Hass, der ihm entgegenschlug, sieht sich zurzeit vergeblich nach einer deutschen Literatur um, die eine ähnliche gesellschaftliche Aussprache findet. Die... Literatur vermag sich einzumischen. Es gibt Bücher, die verblassen, je weiter ihr Erscheinungsdatum zurückliegt. Wer sich an die Wirkung von Heinrich Bölls Roman bei der Veröffentlichung erinnert, an den Hass, der ihm entgegenschlug, sieht sich zurzeit vergeblich nach einer deutschen Literatur um, die eine ähnliche gesellschaftliche Aussprache findet. Die Geschichte der Katherina Blum, die ins Räderwerk bundesrepublikanischer Terroristenhatz, Bombenhysterie, Presse und Politik gerät, ist sicher aus der genauen Beobachtung des deutschen Herbstes, der Paranoia geschrieben worden. Die Striche darin sind grob gezeichnet. Böll nimmt Partei, klagt an, setzt sich gegen Vorverurteilung und den Verlust von Bürgerrechten ein. Die Erzählung erscheint aus heutiger Sicht, wie ein Rückblick, eine Erinnerung. Dies spricht nicht unbedingt gegen sie. Zumal wenn man die Wucht mit einbezieht, mit der darüber diskutiert wurde, was man darf und was man nicht darf. Böll hat sicher eindrucksvollere Erzählungen, sprachlich verfeinerte Momente geschrieben, doch er war ein Autor, der sich das Recht herausnahm, über das zu schreiben, was ihm auf der Seele lag. Das sollte man immer wieder mal hervorkramen und lesen.

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3 1
Böll für Anfänger
von Max Frost am 23.04.2006

Ein sehr gutes Einstiegswerk, wenn man vor hat dem genialen Autor auch weiterhin passioniert zu sein. Die Geschihte der Katharina, die durch Verleumdungen und Lügen der ZEITUNG unschuldig bis zum Äußersten getrieben wird, als fikriver Bericht präsentiert macht süchtig. Kein Buch zum blättern, sondern zum nachdenken über die Außmaße freien Pressejournalismus

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1 0
Sehr sachlich beschriebene Erzählung
von einer Kundin/einem Kunden am 11.01.2007

Heinrich Böll ist wohl der wichtigste Nachkriegsautor im deutschsprachigen Raum. Eines seiner Werke ist "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Der Autor hält sich sehr sachlich. Die Erzählung wirkt dann eher wie ein Bericht. Die Figuren haben kein richtiges Leben. Ebenfalls erfährt man nicht, wie einzelne Personen aussehen. Der... Heinrich Böll ist wohl der wichtigste Nachkriegsautor im deutschsprachigen Raum. Eines seiner Werke ist "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Der Autor hält sich sehr sachlich. Die Erzählung wirkt dann eher wie ein Bericht. Die Figuren haben kein richtiges Leben. Ebenfalls erfährt man nicht, wie einzelne Personen aussehen. Der Autor wechselt oft zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Das Buch liest sich recht flüssig, ab und zu kam ich ein bisschen ins Stocken, da oft dieser Wechsel Gegenwart - Vergangenheit vorkommt. Die Erzählung hat aber großen Wahrheitsgehalt. Vor allem das Vorgehen der ZEITUNG passt mit der heutigen Zeit noch perfekt zusammen. Ich würde "Die verlorene..." nicht als Meilenstein der Nachrkiegsliteratur bezeichnen, aber doch als gelungenes Werk eines Vertreters dieser Ära.

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