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Der Turm

Geschichte aus einem versunkenen Land. Gekürzte Lesung

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Resigniert, aber humorvoll kommentiert man in Dresden zwischen 1982 und 1989 den Niedergang des Gesellschaftssystems der DDR. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konfl ikt zwischen Anpassung und Aufbegehren. Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Und Onkel Meno Rohde, mit Zugang zur Nomenklatura, steht zwischen den Welten. In epischer Sprache, in eingehend liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben.



Portrait
Uwe Tellkamp ist 1968 in Dresden geboren. Nach seinem Wehrdienst in der NVA verliert er wegen "politischer Unzuverlässigkeit" seinen Medizinstudienplatz, wird 1989 im Zuge der Wende inhaftiert und setzt danach sein Studium in Leipzig, New York und Dresden fort. Nach seinem akademischen Abschluß arbeitet er als Arzt in einer unfallchirurgischen Klinik in Dresden. Derzeit lebt er als Schriftsteller in Freiburg. Bislang sind von ihm erschienen: "Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café" und "Der Eisvogel". "Der Turm" ist sein erstes Buch im Suhrkamp Verlag. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. dem Uwe-Johnson-Preis 2008, dem Dresdner Lyrikpreis 2004, dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2004, und 2008 "Der Turm" mit dem Deutschen Buchpreis.

Sylvester Groth, geboren 1958, absolvierte seine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und ist ausgebildeter Tenor. In den vergangenen Jahren spielte Sylvester Groth an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen, u. a. am Residenztheater München und an den Münchner Kammerspielen, am Berliner Ensemble, an der Schaubühne und am Deutschen Theater Berlin, am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen. Auch in Kino, TV und bei Hörbuchproduktionen ist er präsent. So spielte er z. B. in Joseph Vilsmaiers "Stalingrad" (1992), in Hans Magnus Enzensbergers "Requiem für eine romantische Frau" (1998) oder in Kaspar Heidelbachs "Das Wunder von Lengede" (2004). Für seine Rolle als Stasi-Agent in "Romeo" wurde er 2002 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
Er wirkte in zahlreichen Hörspielproduktionen mit, u. a. in "Combray" von Marcel Proust, "Die Nibelungen" von Moritz Rinke, "Der Orientzyklus" von Karl May, "Die Toscana-Therapie" von Robert Gernhardt, "Otherland" von Tad Williams sowie in Carlos Ruiz Zafóns "Der Schatten des Windes".

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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Sylvester Groth
Anzahl 8
Erscheinungsdatum 19.02.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783867175517
Verlag DHV Der Hoerverlag
Spieldauer 582 Minuten
Hörbuch (CD)
17,99
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Kundenbewertungen


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Für alle denen das Buch zu anstrengend ist
von einer Kundin/einem Kunden am 09.04.2010

Der Turm, Buchpreis 2008, ist eine ausführliche Beschreibung der letzten 8 Jahren der DDR im akamemischen Millieu Dresdens. Für Insider spannend und wichtig, für uns Wessis aber etwas lang. Als Hörbuch, hervorragend gelesen von Sylvester Groth und leicht gekürzt, ist es ein echter Gewinn. Man hat ja keine Ahnung... Der Turm, Buchpreis 2008, ist eine ausführliche Beschreibung der letzten 8 Jahren der DDR im akamemischen Millieu Dresdens. Für Insider spannend und wichtig, für uns Wessis aber etwas lang. Als Hörbuch, hervorragend gelesen von Sylvester Groth und leicht gekürzt, ist es ein echter Gewinn. Man hat ja keine Ahnung was da vor sich ging. Hier erfährt man vieles was man nicht wusste. Interessante Einblicke in eine, Gott sei Dank, untergegengene Zeit!

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Grandios!
von Athanasius Pernath am 04.10.2008
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Uwe Tellkamp beschwört mit absoluter Sprachschönheit die letzten Jahre der siechen DDR herauf. Die Protagonisten, mehrere Generationen des Dresdner Bildungsbürgertums, erfahren die Normalitäten, bizarren Merkwürdigkeiten und Zwänge der SED-Herrschaft. Die verblüffende Detailbesessenheit macht dieses Buch für die, die dies erlebt haben zu einer großen Erinnerungsschau. Alle anderen bekommen einen einmaligen... Uwe Tellkamp beschwört mit absoluter Sprachschönheit die letzten Jahre der siechen DDR herauf. Die Protagonisten, mehrere Generationen des Dresdner Bildungsbürgertums, erfahren die Normalitäten, bizarren Merkwürdigkeiten und Zwänge der SED-Herrschaft. Die verblüffende Detailbesessenheit macht dieses Buch für die, die dies erlebt haben zu einer großen Erinnerungsschau. Alle anderen bekommen einen einmaligen Blick in diesen zum Untergang verurteilten deutschen Staat.

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28 1
Beste Lektüre
von einer Kundin/einem Kunden am 21.06.2010
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Einer der großartigsten Romane, die ich je gelesen habe. Es stimmt alles, von der Geschichte bis zur - wirklich herausragenden - Sprache. Man braucht Zeit und Muße, aber die sollte man sich auch nehmen. Das Buch ist es wert!

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2 0
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Die "Türmer", Bürger der gehobenen intellektuellen Elite der DDR. Doch die Mühlen des Regimes der 80'er schützen sie nicht. Sie bekommen es mit der NVA, Stasi und Justiz zu tun.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Die ersten 100 Seiten sind ein wenig langatmig. Dann wird aber umso virtuoser die Geschichte der späten DDR erzählt. Atemberaubend.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Die Buddenbrooks der DDR! Könnte sein!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Kaleidoskop der DDR Geschichte anhand einer Familiengeschichte. Zu recht prämiert und im Anschluss verfilmt

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Liebe oder Langeweile
von einer Kundin/einem Kunden am 07.11.2010
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in... Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in den letzten DDR-Jahren. Für mich jedenfalls war es ein großer Genuss. C.Graf

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Ein großartiger Wälzer
von J.G. aus Berlin am 05.05.2010
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Uwe Tellkamp hat für sein Romanwerk im Jahre 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Und meiner Meinung nach auch völlig zu recht!! Der Roman umfasst den Zeitraum von Ende 1982 bis zum 9. November 1989 und wird im Wechsel aus drei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Christian, einem... Uwe Tellkamp hat für sein Romanwerk im Jahre 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Und meiner Meinung nach auch völlig zu recht!! Der Roman umfasst den Zeitraum von Ende 1982 bis zum 9. November 1989 und wird im Wechsel aus drei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Christian, einem zu Beginn des Buches 17-jährigen Abiturienten, der davon träumt ein großer Mediziner zu werden und dem viel an Bildung und Weltliteratur liegt. Doch um seinen Traum als berühmter Mediziner wahr werden zu lassen, muss er sich einem dreijährigen Militärdienst bei der Nationalen Volksarmee unterziehen. Er empfindet eine innere Distanz zur DDR und will auch nicht auffallen. Leider neigt er zu „Dummheiten“. Während der NVA-Zeit kommt es zu einem Vorfall, der ihm einen Gefängnis-Aufenthalt in Schwedt, Zwangsarbeit und Dienstverlängerung beschert. Richard, ein angesehener Chirurg und Medizinprofessor, beschreibt die zweite Perspektive. Zu Beginn des Romans feiert er seinen 50. Geburtstag und man erhält die ersten Einblicke der DDR-Zeit. Die Sicht Richards beschreibt die Probleme der Krankenhäuser trotz fehlender Gerätschaften, Räumen, Medizin und Personal einen guten Job zu machen. Richard wird gegen seinen wirklichen Willen als Spitzel im Krankenhaus eingesetzt. Aus Angst um die Zukunft seiner Söhne weiß er teilweise nicht weiter. Druckmittel ist seine langjährige Beziehung zu einer Krankenschwester und das daraus entstandene Kind sowie eine Jugendsünde. Und zu guter letzt steht die Person Meno im Vordergrund. Meno ist Christians Onkel mütterlicherseits. Er ist Lektor in einem Dresdner Verlag und die Themen: „Was darf geschrieben werden“, „Was darf gesagt werden“, und die Rolle der Forschung und Bildung stehen in besonderen Vordergrund. Einerseits muss er dabei die Vorgaben der Kulturbürokratie beachten, andererseits steht er menschlich den Autoren nahe, die von der Zensur drangsaliert werden. Dieser Roman gibt einem einen besonderen Einblick in die Zeit der DDR. Welch ein einzigartiger Schreibstil. Dies ist kein Buch zum „Runterlesen“, sondern zum Nachdenken und Genießen der teilweisen schönen Beschreibungen und Gedanken. An manchen, aber sehr wenigen Stellen empfand ich das Buch auch ein bisschen langatmig. Zu Anfang haben mich die rund 1.000 Seiten mit der verbundenen Angst, dass mir das Buch nicht gefallen könnte, ziemlich abgeschreckt. Aber dieses Buch gibt einem die Gelegenheit in die Zeit der DDR einzusteigen. Ein außergewöhnliches Buch, welches ich jedem empfehlen kann.

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Zeitgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 26.03.2010
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

„Der Turm“ ist kein Buch, dass man nebenbei mal schnell lesen sollte. Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, es zu genießen. Erstens, weil die Sprache so schön ist. Es kommt nicht so oft vor, dass ich mich über so schöne Sätze freuen konnte. Und zweitens, weil es eine... „Der Turm“ ist kein Buch, dass man nebenbei mal schnell lesen sollte. Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, es zu genießen. Erstens, weil die Sprache so schön ist. Es kommt nicht so oft vor, dass ich mich über so schöne Sätze freuen konnte. Und zweitens, weil es eine Erzählung ist, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Es ist die Geschichte über Christian Hoffmann und seine Familie in den letzten Jahren der DDR. Eine außergewöhnliche Ära, die auf ihr Ende zugeht. Es ist Uwe Telkamp gelungen, mich mit seiner Geschichte zu fesseln. Ich konnte deutlich die Verzweiflung und Bedrückung seiner Charaktere spüren. Die Atmosphäre der DDR-Zeit atmet man auf jeder Seite ein. „Der Turm“ hat 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen, und das zu Recht. Für mich ist es in dieser Zeit von „schnellen“ Büchern eine erholsame Oase.

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Der Turm
von einer Kundin/einem Kunden am 23.11.2009
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

"Der Turm", diese Geschichte aus einem versunkenen Land, gleichsam Märchen, Parabel, Erinnerungsort. Es könnte auch heissen: "Für euch, die ihr nicht dabei wart" oder "Es war einmal...". So genau, mit so viel Liebe, Humor, Ernsthaftigkeit, Respekt führt uns Uwe Tellkamp durch die letzten Jahre der DDR. Alles beginnt im... "Der Turm", diese Geschichte aus einem versunkenen Land, gleichsam Märchen, Parabel, Erinnerungsort. Es könnte auch heissen: "Für euch, die ihr nicht dabei wart" oder "Es war einmal...". So genau, mit so viel Liebe, Humor, Ernsthaftigkeit, Respekt führt uns Uwe Tellkamp durch die letzten Jahre der DDR. Alles beginnt im Dresdener Villenviertel "Weißer Hirsch" und alles beginnt mit den Familien und Biografien der Bewohner dieser Häuser. Und wir beobachten einen Kosmos der Möglichkeiten, Notwendigkeiten, Abhängigkeiten. Am Ende werden sich die Leben aller Beteiligter verändert haben. Für die einen wird es das Ende der Unterdrückung, der Gefangenschaft sein, für die anderen der Niedergang einer nostalgischen Idee. Für den Leser ist es das breite Panorama mit dem Blick für die kleinsten Details das dieses Geschichte des Niedergangs eines Staates mit dem Fokus auf seine Menschen so lesenswert macht.

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Der Turm
von einer Kundin/einem Kunden am 23.09.2009
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Monumentales Epos, das an Thomas Manns Zauberberg erinnert. So wie dort die untergehende Zeit des Wilhelminismus vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben wird, so sind es hier die sieben letzten Jahre der DDR, gespiegelt am Dresdner Bildungsbürgerturm. Der Kompass dieser geschlossenen Gesellschaft im Wohngebiet „Weißer Hirsch“ ist, wie es heißt,... Monumentales Epos, das an Thomas Manns Zauberberg erinnert. So wie dort die untergehende Zeit des Wilhelminismus vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben wird, so sind es hier die sieben letzten Jahre der DDR, gespiegelt am Dresdner Bildungsbürgerturm. Der Kompass dieser geschlossenen Gesellschaft im Wohngebiet „Weißer Hirsch“ ist, wie es heißt, immer auf Weimar ausgerichtet. Man gibt Hauskonzerte, liest die deutschen Klassiker. Nur für geübte Leser! Erst wenn man die ersten 100 Seiten bestanden hat, kommt man nicht mehr los. Tiefgründig, sprachlich meisterhaft!

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Liebe oder Langeweile
von Christiane Graf aus Dresden (Dr.-Külz-Ring) am 05.07.2009
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in... Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in den letzten DDR-Jahren. Für mich jedenfalls war es ein großer Genuß.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein nicht leicht zugänglicher, jedoch sehr gelungener "Wenderoman": episch, ausschweifend und voller toller Details, sprachlich überaus gekonnt umgesetzt - wirklich buchpreiswürdig

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Ein großer Roman, fast ein perfekter
von Zitronenblau am 16.10.2012
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Uwe Tellkamps „Der Turm“ gilt gemeinhin – und das auch völlig zu Recht – als eine der großen deutschsprachigen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt der letzten Jahre. Sie reiht sich nicht bloß in die mittlerweile trivialisierte Reihe der Gattung Wenderoman mit ein, Tellkamp hat hier durchaus ein ästhetisches Meisterwerk geschaffen,... Uwe Tellkamps „Der Turm“ gilt gemeinhin – und das auch völlig zu Recht – als eine der großen deutschsprachigen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt der letzten Jahre. Sie reiht sich nicht bloß in die mittlerweile trivialisierte Reihe der Gattung Wenderoman mit ein, Tellkamp hat hier durchaus ein ästhetisches Meisterwerk geschaffen, das für sich allein stehen kann, sicher auch so seine Eigenheiten hat, insgesamt aber viel Lesegenuss mit sich bringt. Eigentlich hat sich seit Erscheinen des Buches eine entsprechende Rezeption etabliert, sodass zuweilen das Meiste zu diesem Buch gesagt wurde – inhaltlich wie formal. Daher wiederhole ich an dieser Stelle nicht das, was jeder bspw. auf Wikipedia nachlesen kann, z.B. das Geschehen um die drei Protagonisten herum, die narrative Ansiedlung in die Nähe des Bildungsbürgertums (daher ist der Roman wesentlich auch eine Intellektuellenlektüre und ich kann mir vorstellen, dass insbes. solche „Ostalgiker“, die fern dieses Milieus den sozialistischen Realismus erfahren durften, so ihre Probleme mit diesem Epos haben dürften), die Entschlüsselung von Topoi und Persona usf. Ich nehme mir nun die Freiheit meine persönliche Erfahrung mit diesem Werk darzustellen, zu würdigen, Kritik aber auch an ihm zu üben: Was ich Tellkamp hoch anrechne, ist sein Stil. Allein das Präludium hat mich sofort ergriffen und mich so in das Buch versinken lassen wie das Land in den Orkus der Historie, von dem es kündet. Schon der Beginn um Richards 50. Geburtstag – jene, wenn man so wolle: „gutproletarische Idylle“ – ist vom nostalgischen Zauber geschwängert und nur der Auftakt eines sieben Jahre andauernden „Konzerts der Episoden“ (sieben Jahre sind es auch, die Carstop auf dem Zauberberg Manns verweilt). Das Präludieren, Interludieren und schließlich Finalisieren der Epopöe durch den Autor-Komponisten hat Verweisungsbezug dergestalt, dass wir uns in ein musikalisches Schauspiel, kurzum: eine literarische Oper hingesetzt fühlen sollen. Hieraus erwächst mir doch zugleich Kritik, denn diese Andeutung von Musikalität schwindet vor dem Hintergrund der Wirklichkeitsmontage, jener kaleidoskopartigen Episodenhaftigkeit. Der Roman ist eine polyphonische Komposition, die nicht etwa Katharsis sondern die ohnehin vom Leser gewusste Entwicklung in die euphemistische Wende und damit den real-sozial-realistischen Untergang der DDR geradlinig anstrebt, obschon diese Linie montiert wird. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass trotz dieser Pseudo-Musikalität das Buch in zwei Hauptbücher (darunter 72 Kapitel) gegliedert ist, die den Schein vom „gutproletarischen“ als quasi-gutbürgerlichen Realismus von dem real-sozialistischen zu trennen sucht. Die drei Protagonisten Christian, Richard und Meno (Christians Spitzname in der NVA ist Nemo, Meno hingegen ist ein Anagramm für Nemo) sind Konstruktionen. Identifikation mit ihnen fällt schwer. Besonders Christian, dessen Aufenthalt in der NVA ich mit Törleß‘ Internatshölle assoziiere (im Übrigen ist der „Prozeß“ Christians klar Kafka verweisend), wenngleich nicht annähernd so brillant wie die Musilsche Psychologie, wirkt seelenlos, fast unsympathisch. Sie alle sind weniger Menschen als Funktionen zur Beobachtung und Aufnahme der gesellschaftlichen Bedingungen. Allegorien des sozialistischen Realismus, gar? Warum der Roman nicht perfekt ist? Man merkt Tellkamp ein zu sehr Gewolltes an, hohe Literatur zu schreiben. Gerade die ästhetisch lang-syntaktischen Verschachtelungen sind ganz wunderbar, aber dann und wann wird der Text unauthentisch, zu konstruiert, zu volatil…

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Eine Geduldsprobe, die belohnt wird!
von einer Kundin/einem Kunden am 01.06.2010
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Uwe Tellkamp erzählt die Geschichte einer Familie, die in den letzten Jahren der DDR in einem Dresdner Villenviertel ein Leben zwischen Anpassung und Aufbegehren führt. Mit größter Genauigkeit skizziert er nicht nur die Menschen, sondern auch ihr Lebensumfeld. Ein Buch für alle, die die Zeit miterlebt haben, aber auch... Uwe Tellkamp erzählt die Geschichte einer Familie, die in den letzten Jahren der DDR in einem Dresdner Villenviertel ein Leben zwischen Anpassung und Aufbegehren führt. Mit größter Genauigkeit skizziert er nicht nur die Menschen, sondern auch ihr Lebensumfeld. Ein Buch für alle, die die Zeit miterlebt haben, aber auch für jeden, der mehr über die DDR und die Wendezeit wissen möchte. Es lohnt sich sehr, sich "durchzukämpfen"!

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Eine grosse Geschichte...
von Sandra am 23.02.2010
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

...im wahrsten Sinne des Wortes - man muss auch mal beissen, um die knapp tausend Seiten konzentriert durchzulesen: Tellkamps Sprache ist nicht immer einfach, oft grossräumig umschreibend, aber immer sehr gut. Die Geschichte - die Geschichten - zog mich in ihren Bann, egal, wie exakt die Verhältnisse geschildert werden,... ...im wahrsten Sinne des Wortes - man muss auch mal beissen, um die knapp tausend Seiten konzentriert durchzulesen: Tellkamps Sprache ist nicht immer einfach, oft grossräumig umschreibend, aber immer sehr gut. Die Geschichte - die Geschichten - zog mich in ihren Bann, egal, wie exakt die Verhältnisse geschildert werden, egal, wie elitär die Bewohner der Turms sind oder nicht sind, denn im Vordergrund steht eben nicht die DDR, sondern die Menschen, die im Turm leben: Tellkamp ist kein Lehrer, sondern ein (guter!) Geschichtenerzähler! Der Vergleich mit Mann hinkt natürlich, obschon augenfällig Parallelen bestehen. Die Nähe zu Christian ist offensichtlich, es ist die Figur, die am klarsten fassbar ist, bei allen anderen dürfte Tellkamp noch selbstbewusster sein...

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Tellkamp, Der Turm
von einer Kundin/einem Kunden am 19.10.2009
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Uwe Tellkamp hat einen großen Gesellschaftsroman geschrieben, der den Menschen, den Zuständen in den letzten Jahren der DDR ein ehrliches, berührendes Denkmal setzt. Die bürgerliche Herkunftswelt des Autors im Villenviertel „Weißer Hirsch“ am Rande von Dresden wird akribisch, liebevoll und dabei nicht unkritisch beschrieben. Die Schilderungen sind detailverliebt und verlangen denen,... Uwe Tellkamp hat einen großen Gesellschaftsroman geschrieben, der den Menschen, den Zuständen in den letzten Jahren der DDR ein ehrliches, berührendes Denkmal setzt. Die bürgerliche Herkunftswelt des Autors im Villenviertel „Weißer Hirsch“ am Rande von Dresden wird akribisch, liebevoll und dabei nicht unkritisch beschrieben. Die Schilderungen sind detailverliebt und verlangen denen, die nur temporeich- oberflächlich zu lesen gewohnt sind, möglicherweise zu viel Geduld ab. Wer aber Gefallen an langen, schön geformten Sätzen, interessanten Wortbildungen und guten Gedanken finden kann, wird seine Freude an der Lektüre haben. Uwe Tellkamp setzt nicht nur den Menschen seiner Kindheitsumgebung, ihrer Trauer um die verfallenden Häuser, Villen, maroden Kunstdenkmäler in Dresden ein Denkmal, er setzt es auch anderen Orten in der DDR, die zunehmend dem Verfall und der Trostlosigkeit preisgegeben waren. Er setzt ein Denkmal der geistigen Bedrückung, die in den Schulen, in der Armee, in den Betrieben, in allen Bereichen des Lebens herrschte. Ein wichtiges, großes Buch, das kunstvoll eine vergangene Lebensrealität festhält, ein Roman auch gegen das Beschönigen und gegen das Vergessen.

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So war die DDR wirklich
von Werner Jaroschek aus Duisburg am 07.08.2009
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Tellkamp: Der Turm Es war eine sehr gute Idee, dem Buch ein Faltblatt mit den Namen und der Kurzbiographie der Bewohner des ‚Turmes’ beizugeben. Das erleichtert das Lesen dieses 973 Seiten starken Wälzers erheblich, behält man doch so den Überblick über die Entwicklung der handelnden Personen. Tellkamp schildert am Beispiel... Tellkamp: Der Turm Es war eine sehr gute Idee, dem Buch ein Faltblatt mit den Namen und der Kurzbiographie der Bewohner des ‚Turmes’ beizugeben. Das erleichtert das Lesen dieses 973 Seiten starken Wälzers erheblich, behält man doch so den Überblick über die Entwicklung der handelnden Personen. Tellkamp schildert am Beispiel symptomatischer Personen – Schüler /Soldat- Arzt- Funktionär- Verlagslektor- Wissenschaftler u.a. die Wirklichkeit und den allmählichen Zusammenbruch der DDR, also den Zeitraum 1982 bis zum 9. November 1989. Durch die Schilderung des Verhaltens so unterschiedlicher Personen – Oppositionelle- Opportunisten- - Menschen, die sich in die Privatheit zurückgezogen haben und natürlich auch absolut Hörigen des Systems entsteht ein Bild der DDR, wie man es in seiner Wirklichkeitstreue bisher kaum zu lesen bekam. Das Buch fordert den Leser heraus. Leicht zu lesen ist es nicht, denn Tellkamp ist bemüht, gute Literatur zu schreiben. Dem Schriftsteller Tellkamp ist leicht zu folgen; der um hohe literarische Qualität bemühte Dichter baut zuweilen sprachliche Hürden auf, die nicht leicht zu überwinden sind. Manches ist im Qualitätsanspruch mehr gewollt als gekonnt. Der Lektor hätte dem Autor geholfen, wenn er die ersten ca. 50 Seiten gestrichen und den gesamten Text um 300 Seiten gekürzt hätte. Jaroschek

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Der Turm
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 29.04.2010
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Es ist sicherlich eine gute Geschichte, aber so schwer zu lesnen, dass man teilweise nichts versteht. Kein Buch für Zwischendurch, keine Vor-dem-Schlafen-gehen-noch-zwei-Seiten-lesen-Lektür. Ich hab es nicht bis zum Schluss geschafft. Schade. Warum ist es nur auf der Bestsellerliste???

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