Karl der Große Charlemagne
Leseprobe

Karl der Große Charlemagne

Kaiser des Römischen Reichs

von Elke Bader

Hörbuch

Anzahl CDs: 2

Spieldauer: 140 Minuten

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Machtkämpfe, Schicksalsschläge, politische Verstrickungen, diplomatisches Geschick, Sinnenfreuden und Liebesleben… Höhepunkte, aber auch bitterste Verluste und Niederlagen großer Herrscher der Weltgeschichte werden in der 2-CD-Hörbuch-Edition mit vielen umfassenden Details lebendig, unterhaltsam und verständlich geschildert.
INHALT:
● Hörbuch, 2 CDs
● 16-seitiges, bebildertes Begleitbooklet
● Umfangreiche Chronik der wichtigsten Ereignisse
● Kurzbiographie mit präzisen Zusatzinformationen

Produktdetails

ISBN-10: 3-941234-24-2
EAN: 9783941234246
Sprecher: Heiner Heusinger
Erschienen: 25.04.2011
Medium: CD
Sprache(n): Deutsch
Spieldauer: 140 Minuten
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Elke Bader

Elke Bader wurde 1963 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik und Romanistik in Stuttgart und in Paris ging sie in die Tonträgerbranche und hatte ab 1994 die Geschäftsführung eines international im Klassikbereich tätigen Unternehmens inne. Für diverse Buch- und DVD-Projekte arbeitete sie dabei auch als Autorin. Seit Anfang 2009 arbeitet sie selbständig als Autorin, Redakteurin und Lektorin.

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"Die Zerstörung der Irminsul:Vor nichts fürchteten sich die alten Germanen so sehr wie davor, dass das Himmelsgewölbe eines Tages einbrechen und sie alle unter sich begraben würde. Damit das nicht geschehen konnte, errichteten sie an verschiedenen Orten aus den mächtigsten und größten Bäumen heilige Säulen. Nur sie hielten sie für stark genug, das filigrane Gewölbe mit seinen bedrohlichen Dämonen- und Götterwelten dahinter abzustützen. Mit ihren Wurzeln gründeten diese Baumsäulen tief im Inneren der Erde wo sie die Seelen der Verstorbenen beherbergten.
Die gewaltigste dieser Säulen nannten die Sachsen Irminsul. Sie war das zentrale Stammesheiligtum, eine Kultstätte unter freiem Himmel, die dem Glauben nach mitten im Zentrum der Erde stand und das Weltall trug. Auf ihrer Spitze stand eine Statue, von der die Menschen glaubten, sie berühre den Polarstern. In den Himmeln, in die sie ragte, wohnten die Götter: Wotan oder Odin, der Göttervater und Kriegsgott, dem man, um ihn sich gewogen zu machen, hie und da auch Menschen opferte. Dann Thor oder Donar, der Gott des Wetters und des Donners, Saxnot, ein weiterer schwertschwingender Kriegsgott, aber auch Freja, die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, die auf einem von Waldkatzen gezogenen Wagen durch die Lüfte fuhr und goldene Tränen weinen konnte, dann der intrigante Loki, der zwar den Menschen das Feuer gebracht hatte, doch auch das abgrundtief Böse bewirkte.
Es war ein alteingesessener, tief verwurzelter Glaube, dessen Götter sich in den Erscheinungen der Natur manifestierten. Die Welt war besiedelt von Geistern, Dämonen, Zwergen und geheimnisvollen Wesen, die gut oder böse sein konnten. Stürzte aber der Himmel ein, so kämen die Götter aus ihren Wolkenheimen herab auf die Erde und brächten schlimmstes Unglück über die Menschen: Die Sonne würde von einem Wolf verschlungen, eine neue Eiszeit bräche an, aus dem Erdinneren kämen dämonische Ungeheuer gekrochen, die sich bereit zum letzten Kampf machten, das Land versänke im Meer, und der fürchterliche Gott Loki käme frei, um Erde und Weltall in einem alles vernichtenden Weltenbrand vollends zu zerstören.
Man nimmt an, dass die Riesensäule Irminsul in der Nähe der auf einem Tafelberg gelegenen Eresburg im heutigen Sauerland, südlich von Paderborn, gestanden hat.
Furcht steht in den Gesichtern der Menschen geschrieben, als der erste Axthieb der fränkischen Soldaten unter dem unnachgiebigen Blick eines christlichen Priesters die Irminsul trifft. Angstschreie erfüllen die Luft, Menschen trampeln mit den Füssen, weinen, wimmern, beten. Karl, der hünenhafte Frankenkönig, steht ungerührt. Es ist sein Wille, der hier geschieht. Unerbittlich schlagen die Franken auf die Säule ein. Nur mit äußerster Kraftanstrengung und mit gezogenen Schwertern ist die mehr und mehr in Panik verfallende, aufgebrachte Menschenmenge von den schwer bewaffneten fränkischen Soldaten in Schach zu halten. Da! Ein letzter, harter Hieb, schreiend weichen die Menschen zurück und mit einem gewaltigen Splittern und Donnern, das die Himmel zu erschüttern scheint, kracht die Irminsul vor den erschreckten Menschen auf den felsigen Untergrund. Ihr weiteres Schicksal wird das Feuer beschließen, dem sie anheim gegeben wird. Wie erstarrt steht die Menge, das Schreckliche erwartend, das Unheil, das jetzt aus den Wolken auf sie niederbrechen wird. Sekunden vergehen, Minuten, dann ergreift der fränkische Priester das Wort. Er lässt keinen Zweifel daran, wer hier den Sieg davon getragen hat: Der starke Gott der Christen, dessen Worte sein junger, kämpferischer Vertreter Karl mit dem Schwert nun unerbittlich in die alte, heidnische Welt bringen wird. Und wie zur wundersamen Bestätigung dieses Sieges, tut sich dem durstigen fränkischen Heer inmitten der unerträglichen Sommerglut plötzlich eine frische, sprudelnde Wasserquelle auf, an der sie sich laben können. ..."

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