BuchhändlerInnen im Portrait

Top 100 Rezensent
aus Limburg

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Über mich
Nur gute Literatur ist gute Literatur :-)
Alter
30 Jahre
Lieblingsautoren
Chuck Palahniuk, Jonathan Safran Foer, Amélie Nothomb, Arthur Conan Doyle, Charles Dickens, Jörg Juretzka, Gilbert Adair, ...
Im Beruf seit
2002
Das beste Buch aller Zeiten
Victor Hugo: Die Elenden (1862)
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Meine Favoriten

Meine Rezensionen

  • Ein Traum von einem Schiff (Urlaubsaktion)
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    Slapstick pur auf hoher See
    Rezension vom 21.03.2013
    Christoph Maria Herbst wagt mit "Ein Traum von einem Schiff" den Sprung vom Schauspieler und genialen Hörbuchsprecher zum Schriftsteller. Worum es geht: Ende 2010 wirkte er in einer Folge der ZDF-Serie "Das Traumschiff" mit. Niemals hätte er sich für ein derart flaches Format hergegeben, sagt Herbst, wenn mit den Dreharbeiten nicht ein mehrwöchiger Urlaub auf Bora Bora verbunden gewesen wäre. Also nimmt er an, nur um sich in den seltsamsten Dreharbeiten seines Lebens wiederzufinden. Greise Darsteller, die längst ins Altersheim gehören, betrunkene Crew-Mitglieder, ein cholerischer Regisseur - warum dann nicht aus der Alptraumerfahrung einen Comedy-Roman machen?

    Herbsts Schilderungen von Slapstick, Krisen und Katastrophen sind grotesk überdreht, zugegeben, aber ziemlich witzig sind sie auch. Wer Romane von Tommy Jaud mag, darf zugreifen.

    Diese Hörbuch-Fassung wird von Christoph Maria Herbst selbst gelesen, was das Hörbuch gegenüber dem Buch nochmal deutlich aufwertet.
  • 84 Charing Cross Road
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    84 Charing Cross Road
    Rezension vom 20.03.2013
    Suchen Sie ein Geschenk für eine/n echte/n Literaturliebhaber/in? Oder sind Sie selbst so jemand? Dann sollten Sie sich unbedingt mal das schmale Büchlein „84 Charing Cross Road“ von Helene Hanff anschauen. Dieses enthält Auszüge aus einem realen Briefwechsel der 1940er bis 1960er Jahre zwischen einer heißblütigen, resoluten New Yorkerin und einem freundlichen, aber etwas steifen Londoner Antiquar. Diese beiden Menschen, die sich niemals persönlich begegnet sind, schreiben sich über Literatur, das Leben, gute und schlechte Buchausgaben, die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg etc.
    Nachdem „84 Charing Cross Road“ in Großbritannien seit Jahrzehnten ein Kultbuch ist, hat es sich, weil lange unübersetzt, in Deutschland erst in den letzten Jahren zu einem Geheimtipp gemausert. Absolute Leseempfehlung für alle, die dem Charme der Literatur nicht völlig resistent gegenüberstehen.
  • 84, Charing Cross Road
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    84 Charing Cross Road
    Rezension vom 20.03.2013
    Suchen Sie ein Geschenk für eine/n echte/n Literaturliebhaber/in? Oder sind Sie selbst so jemand? Dann sollten Sie sich unbedingt mal das schmale Büchlein „84 Charing Cross Road“ von Helene Hanff anschauen. Dieses enthält Auszüge aus einem realen Briefwechsel der 1940er bis 1960er Jahre zwischen einer heißblütigen, resoluten New Yorkerin und einem freundlichen, aber etwas steifen Londoner Antiquar. Diese beiden Menschen, die sich niemals persönlich begegnet sind, schreiben sich über Literatur, das Leben, gute und schlechte Buchausgaben, die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg etc.
    Nachdem „84 Charing Cross Road“ in Großbritannien seit Jahrzehnten ein Kultbuch ist, hat es sich, weil lange unübersetzt, in Deutschland erst in den letzten Jahren zu einem Geheimtipp gemausert. Absolute Leseempfehlung für alle, die dem Charme der Literatur nicht völlig resistent gegenüberstehen.
  • Extrem laut und unglaublich nah
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    Einer meiner Auf-ewig-Lieblingsbücher!
    Rezension vom 20.03.2013
    Oskar ist ein kleiner Junge, der in New York bei seiner Mutter aufwächst. Sein Vater starb am 11. September 2001 in den Trümmern des World Trade Centers. Warum, weiß niemand so genau – denn eigentlich hätte der Vater an diesem verhängnisvollen Vormittag in seinem kleinen Laden in der Bronx sein sollen. Oskar, ein hochtalentiertes Wunderkind mit Hang zu fantasievollen Erfindungen, kann den Tod des Vaters nicht überwinden. Seine sensible Seele ist arg verstört und eine unbeschwerte Kindheit scheint unmöglich. Doch dann entdeckt Oskar etwas merkwürdiges im Schrank des Vaters: einen Briefumschlag mit der Aufschrift „BLACK“ und einem seltsamen Schlüssel. In der Annahme, es müsse sich um einen Namen handeln, besucht der Knirps über Wochen und Monate hinweg alle New Yorker Einwohner mit Nachnamen Black, in der Hoffnung, den einen zu finden, der ihm etwas über seinen Vater erzählen kann...

    Jonathan Safran Foer wurde nicht umsonst als „das neue Wunderkind der amerikanischen Literatur“ gefeiert. Schon mit Ende 20/Anfang 30 schrieb er Romane, die sich hinter einem Updike, Roth oder Franzen nicht verstecken müssen. „Extrem laut und unglaublich nah“ ist da keine Ausnahme. Derartig kraftvolle und berührende Literatur auf hohem Niveau kommt nicht so oft vor. Deshalb: ein potenzielles Lieblingsbuch! Und was der Titel zu bedeuten hat: Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Hochhaus an einem Fenster und ein Passagierjet rast genau auf Sie zu. Oskar malt sich aus, dass die letzten Gedanken seines Vaters vor seinem Tod wahrscheinlich waren: „Dieses Flugzeug ist aber extrem laut und unglaublich nah.“ Und genauso intensiv ist auch der Rest des Buches. So ein gutes Buch findet man tatsächlich ungefähr einmal im Jahr – wenn überhaupt.
  • Keiner rennt für immer
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    Keiner rennt für immer
    Rezension vom 20.03.2013
    Kennen Sie Parker? Und viel wichtiger: Möchten Sie Parker überhaupt kennenlernen? Vielleicht gehören Sie ja, so wie ich, zu den Leuten, denen viele moderne Krimis auf die Nerven gehen. Wenn der liebenswerte, kulinarisch interessierte Commissario mit der Genießerwampe in traumhaften italienischen Landschaften ermittelt, oder der melancholische Schwede in tristen skandinavischen Metropolen auf Mördersuche geht… langweilt Sie das? Dann sollten Sie tatsächlich Parker kennenlernen. Denn hier ist der Gangster der (Anti-) Held und die Polizei bestenfalls Zierwerk. Parker, der Mann ohne Vornamen, ist straight, eiskalt und rücksichtslos. Gemeinsam mit einigen kriminellen „Freunden“ plant er in „Keiner rennt für immer“ einen Überfall auf mehrere Geldtransporter, die beim Umzug einer Bankfiliale zum Einsatz kommen werden. Doch auch bei gut geplanten Überfällen kann letztlich alles ganz anders kommen…
    Harte, schnörkellose Krimi-Kost vom beinahe vergessenen, nach seinem Tod aber vom Feuilleton wiederentdeckten Donald E. Westlake, der hier unter dem Pseudonym Richard Stark ein kleines Meisterwerk des Hardboiled-Krimis abgeliefert hat.
    Nicht unerwähnt bleiben sollte Dietmar Wunder als Sprecher der Hörbuch-Ausgabe. Dietmar Wunder ist die deutsche Synchronstimme von „007“ Daniel Craig. Selten hat ein Sprecher so perfekt die Hauptfigur eines Romans verkörpert wie hier. Wie weggeblasen ist jeder Gedanke an Mel Gibson (der hatte Parker 1999 im Film „Payback“ verkörpert – seltsamerweise als „Porter“ ). Und auch Jason Statham aus der 2012er Verfilmung "Parker" wirkt gegen Dietmar Wunder reißlich blaß. Vor dem geistigen Auge des Hörers ist „Keiner rennt für immer“ dank der perfekten Sprecherwahl sofort zu einem Daniel-Craig-Film fürs Kopfkino geworden.
  • Das Herz der Hölle
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    Das Herz der Hölle
    Rezension vom 20.03.2013
    Inspektor Mathieu Durey ist ratlos: Sein bester Freund Luc Soubeyras, ebenfalls Polizist, liegt nach einem Selbstmordversuch im Koma. Mathieu will sich mit der Selbstmordtheorie nicht abfinden, schließlich waren er und Luc vor ihrer Polizeikarriere gemeinsam im Priesterseminar und auf dem besten Weg, Diener Gottes zu werden. Instinktiv weiß Mathieu, dass Luc als gläubiger Christ niemals Selbstmord begehen würde. Er beginnt zu recherchieren und findet heraus, an welchem Fall Luc bis zuletzt arbeitete: Der Mord an einer Frau, deren Leichnam seltsamerweise in verschiedenen Verwesungsstadien gleichzeitig aufgefunden wurde. Mathieu geht dem Fall nach, in der Hoffnung, etwas über Lucs Beweggründe herauszufinden, und dringt dabei in tiefste Abgründe vor…

    Grangés Roman bewegt sich stilistisch nicht mehr in den selben Fahrwassern wie vor Jahren, zu Zeiten von „Die purpurnen Flüsse“ oder „Der Flug der Störche“. „Das Herz der Hölle“ ist okkulter, mystischer, düsterer – gut, auch weniger realistisch als die vorgenannten Romane. Fans von düsteren, brutalen Thrillern werden auch hier auf ihre Kosten kommen – bis hin zum schockierenden Finale!
  • Die Zahlen der Toten
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    Die Zahlen der Toten
    Rezension vom 20.03.2013
    Kalt wie Eis geht es diesem Thriller von Linda Castillo zu, der den Auftakt zur "Kate-Burkholder"-Reihe darstellt. Die verschneite Kleinstadt Painter's Mill, an der Grenze von Ohio zu Pennsylvania gelegen, dient als schneedurchstöberter Schauplatz für einen spannenden Krimi, der durch seine Atmosphäre und seine sympathische Protagonistin zu überzeugen vermag. Was das Buch von anderen unterscheidet, ist die Einbeziehung der Amisch-Gemeinde in Painter's Mill mit ihren Sitten und Bräuchen - das erinnert etwas an den alten Harrison-Ford-Film "Der einzige Zeuge".
    Insgesamt ein kurzweiliger, lesenwerter Krimi für spannende Lesestunden.

    2. Teil: Blutige Stille
    3. Teil: Wenn die Nacht verstummt