Die Malerin von Fontainebleau. Goldmanns Taschenbücher,  Band 46686
Leseprobe

Die Malerin von Fontainebleau. Goldmanns Taschenbücher, Band 46686

Roman

von Constanze Wilken

Buch

Taschenbuch (696 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Nicht lieferbar

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Intrigen und Liebeshändel am französischen Königshof


Die begabte Freskenmalerin Luisa Paserini kommt 1537 an den prächtigen Hof von Franz I. Als Mann verkleidet arbeitet sie in der Werkstatt des Meisters Rosso Fiorentino, den sie nicht nur als Maler verehrt. Fiorentino hat den Auftrag, das königliche Schloss von Fontainebleau auszuschmücken. Der französische Herrscher ist für seine ausschweifende Lebensweise, seine Vorliebe für schöne Frauen und Kunst, aber auch für seinen Jähzorn und seine Launenhaftigkeit berüchtigt. Luisa ist von der glänzenden Pracht der königlichen Schlösser überwältigt. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sich hinter den goldenen Kulissen tödliche Intrigen abspielen, denen jeder zum Opfer fallen kann ...


Ein mitreißender, farbenprächtiger und sinnlicher historischer Roman


Produktdetails

ISBN-10: 3-442-46686-5
EAN: 9783442466863
Erschienen: 10.08.2009
Verlag: Goldmann Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 696
Gewicht: 565 g
Reihe: Goldmanns Taschenbücher
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Constanze Wilken

Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, wo sie auch heute wieder lebt, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Neben dem Schreiben betreibt sie als Freelance Researcher Recherchen für Antiquitätenhäuser.

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Kundenrezensionen

  • Künstler, Intrigen, Ketzer Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 05.10.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein großartiger Roman über das Schloss von Fontainebleau und die Galerie des Rosso Fiorentino! Mit dem Geschwisterpaar Luisa und Armido Paserini erlebt der Leser, wie das Kunstwerk des Rosso Fiorentino Gestalt annimmt, lernt den exzentrischen Künstlerfürsten kennen und auch den König Franz I. Faszinierend fand ich, wie hier Kunstwerke, Farben, Stuck beschrieben werden auf eine lebendige Art - ich konnte mir die Fresken vorstellen und wollte direkt meine Hand nach den schönen Stuckfiguren ausstrecken. Geschickt flechtet die Autorin die religiösen Konflikte ein - kath, Kirche versus Waldenser. Armido verliebt sich in eine Waldenserin und bringt sich und seine Schwester in Lebensgefahr. Ich kann nur jedem empfehlen, selbst herauszufinden, ob es Luisa gelingt, ihren Bruder vor der Inquisition und ihre Liebe für die Kunst und Meister Rosso zu retten! Klasse!!!

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    ja nein

An unserem Kalender war nichts auszusetzen. Das sah ich so, und das römische Volk sah es auch so. Aber Caius Julius Caesar war anderer Meinung, und er war Diktator, und damit war die Sache erledigt. Er war außerdem Pontifex maximus und somit für den römischen Kalender zuständig, und genau dies war eines seiner Lieblingsprojekte. Als Diktator kann man sich nach Lust und Laune seinen Lieblingsprojekten, Hobbys und so weiter hingeben, und wenn irgendjemand einem das Recht bestreitet, dies zu tun, kann man ihn töten lassen. Nicht dass Caesar wegen so einer unbedeutenden Sache irgendjemanden hätte töten lassen. Ganz im Gegenteil. Er begnadigte Menschen, die es unbedingt verdient hatten, hingerichtet zu werden, und er hätte noch etliche Jahre länger gelebt, wenn er einfach nur ein paar Männer hätte töten lassen, die zu töten oder ins Exil zu schicken ich höchstselbst ihm geraten habe. Doch er hat es nicht getan. Dieser Mangel an Weitsicht hat ihn das Leben gekostet.
So war Caesar. Jederzeit freudig bereit, zur Mehrung des Ruhmes Roms oder, besser gesagt, zur Mehrung seines eigenen Ruhms ganze Reiche von Barbaren auszulöschen, doch immer sehr zurückhaltend, wenn es darum ging, römische Bürger hinrichten zu lassen, selbst solche, die sich unzweifelhaft als seine Feinde erwiesen hatten.
Stattdessen begnadigte er jene, die die Waffen gegen ihn erhoben hatten, ließ Exilierte heimkehren und hätte sogar Cato wieder in Amt und Würden gesetzt, wenn dieser nur bereit gewesen wäre, Caesars Vorrangstellung anzuerkennen.
Aber zurück zum Kalender. Caesar war der Herr der Welt, doch eines der Probleme, die damit einhergehen, wenn man die Welt erobert, besteht darin, dass die Eroberung der Welt einen von anderen Aufgaben ablenkt. Als Pontifex maximus gehörte es zu Caesars Aufgaben, unseren Kalender in Ordnung zu halten. Zu jener Zeit, als er Diktator war und nur noch eine sehr kurze Zeit zu leben hatte (auch wenn er es nicht wusste), war der Kalender in eine furchtbare Unordnung geraten und stimmte überhaupt nicht mehr mit den natürlichen Jahreszeiten überein. Es war, als ob wir drei Monate verloren hätten. Wir begingen die rituellen Feiern zur Wintersonnenwende im späten Herbst. Wir opferten das Oktoberpferd mitten im Sommer. Jahreszeiten und rituelle Feiern und Opfer schienen einfach nicht mehr miteinander im Einklang zu stehen, und das brachte uns vor den Göttern in Misskredit.
Caesar griff in der für ihn typischen Weise zu einem drastischen Mittel, um in dieser Situation Abhilfe zu schaffen. Er hatte die Absicht, uns einen komplett neuen Kalender zu verpassen. Und nicht nur das, sondern zudem auch noch einen, der von Ausländern entworfen werden sollte. Es war vor allem jener letztere Umstand, der dem römischen Volk zu schaffen machte. Die Römer waren es gewohnt, von unseren Priestern und Magistraten Anweisungen entgegenzunehmen. Von einem Haufen Chaldäern und Ägyptern erzählt zu bekommen, wie sie ihren Verpflichtungen gegenüber den Göttern nachzukommen hatten, war unerträglich.
Doch wie ich bald feststellen musste, gab es weitaus schlimmere Verwicklungen, die diese längst überfällige Reform mit sich bringen sollte.
"Decius Caecilius!", rief Caesar. Ich eilte zu ihm, um zu sehen, was er wollte. Es hatte eine Zeit gegeben, in der kein Senator überstürzt losgeeilt war, um zu sehen, was ein anderer Römer wollte. Doch diese Zeit war vorbei. Caesar war - bis auf die formelle Bezeichnung - in jeder Hinsicht ein König. Also stürmte ich zu ihm.
"Caius Julius?", fragte ich. Wir befanden uns in der Domus publica, jenem Haus auf dem Forum, das aufgrund Caesars Funktion als Pontifex maximus und Aufseher der Vestalinnen sein offizieller Wohnsitz war.
"Decius, ich habe vor, eine bedeutsame Änderung durchzuführen. Und ich möchte dir die Umsetzung dieser Angelegenheit übertragen."
"Selbstverständlich, Caesar", erwiderte ich, "vorausgesetzt natürlich, es handelt sich nicht um etwas, das dazu angetan ist, mich das Leben zu kosten."
"Warum sollte es das?", wollte er wissen.
"Na ja, Caius Julius, im Laufe der vielen Jahre, die wir uns inzwischen kennen, hast du mich in mehr Situationen hineingezogen, die mich das Leben hätten kosten können, als ich auf die Schnelle zusammenbekomme. Ich könnte mit Gallien anfangen, aber das wäre ein ziemlich willkürlicher Punkt, um mit der Aufzählung zu beginnen ..."
"Diesmal geht es um nichts dergleichen", versicherte er mir. "Es geht nur um eine unbedeutende Angelegenheit, die den Kalender betrifft."
"Caius Julius", entgegnete ich, "bei deiner ersten Erwähnung der Angelegenheit hast du das Wort>bedeutsamunbedeutend"Damit wollte ich nur sagen, dass meine Kalenderreform zwar von großer Tragweite sein wird, deren Auswirkungen bis in alle Zukunft zu spüren sein werden, aber die Einführung des neuen Kalenders ist eine bloße Routineangelegenheit."
Das hörte sich schon besser an. Ich ziehe es von Natur aus vor, wenn die Dinge so einfach sind wie nur irgend möglich. "Worin genau besteht denn meine Aufgabe?"
"Sosigenes hat die Oberaufsicht über das ganze Vorhaben, und du wirst mit ihm zusammenarbeiten."
Sosigenes war Kleopatras Hofastronom und genoss allgemein den Ruf, der bedeutendste Sterngucker der ganzen Welt zu sein. Er war Leiter der Schule der Astronomie des Museions von Alexandria. Mit "Sosigenes hat die Oberaufsicht" meinte Caesar vermutlich, dass das Vorhaben von Anfang bis Ende seines sein würde. Das sollte mir nur recht sein. Ich kannte den kleinen Griechen seit vielen Jahren, und wir kamen bestens miteinander aus. Caesar hingegen war ein Mann, mit dem der Umgang immer ziemlich schwierig war.
"Ich kenne ihn gut. Wo finde ich ihn?"
"Ich habe den Astronomen im Tempel des Aesculapius Diensträume einrichten lassen. Ich möchte, dass du dich dorthin begibst. Sosigenes wird dir das Vorhaben erklären, und dann kannst du selber entscheiden, ob du Gehilfen benötigst, die dich unterstützen."
"Die mich wobei unterstützen?"
Er machte eine wegwerfende Handbewegung. "Bei dem, was auch immer getan werden muss."
Das klang nicht gut, aber ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Einführung eines neuen Kalenders Anlass für größere Schwierigkeiten sein sollte.
Nun, ich sollte mir sehr bald bewusst werden, wie beschränkt mein Vorstellungsvermögen war.
Der auf der Tiberinsel gelegene Tempel des Aesculapius ist einer der ganz besonderen Orte Roms und das Ziel aller Kranken und Besucher der Stadt.

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