Der Kreuzritter - Aufbruch

Historischer Roman

von Jan Guillou

Buch

Taschenbuch (510 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Ein Ritter im Heiligen Land - eine Frau im kalten Norden - ein Krieg, der sie trennt


Man schreibt das Jahr 1150. Während sich die ersten Kreuzritter ins Heilige Land aufmachen, will es eine Offenbarung, dass der aus Götaland stammende Adelige Arn Magnusson ein geweihtes Leben führt. Als Arn siebzehn Jahre alt ist, beschließt Erzbischof Stephan, dass es jetzt an der Zeit ist, die Welt kennenzulernen. Doch dann begeht Arn eine unverzeihliche Blutschande und wird dazu verurteilt, zwanzig Jahre Dienst als Tempelritter zu tun.


Ein historisches Epos der Superlative.


Produktdetails

ISBN-10: 3-453-47096-6
EAN: 9783453470965
Originaltitel: Vägen till Jerusalem
Erschienen: 02.03.2009
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 510
Gewicht: 407 g
Übersetzer: Holger Wolandt, Lotta Rüegger, Hans-Joachim Maass
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Holger Wolandt

Holger Wolandt, geboren 1962 in Würzburg, studierte Nordistik, Anglistik und Germanistik in München. Heute lebt er als Reisejournalist, Übersetzer und Herausgeber in Stockholm. Er hat zahlreiche Anthologien herausgegeben, darunter das »Skandinavische Lesebuch«, »Unter Mördern und Elchen«, »Ferien zu zweit«, »Elche im Schnee«, »Tod am Fjord«, »Mittsommernachtsliebe« und »Schwedische Appetithappen« und »Elche am Fjord«.

Jan Guillou

Jan Guillou wurde 1944 in Södertälje/Schweden geboren, zählt zu den prominentesten Journalisten seines Landes und erreichte mit seinen preisgekrönten Kriminalromanen um den adeligen Helden Coq Rouge Millionenauflagen. "Die Frauen von Götaland" war sein erster historischer Roman.

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Kundenrezensionen

  • Historischer Roman in Reihe... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Airlolly, am 03.03.2012

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    Wunderbar, das möchte man lesen. Einen historischen Roman, der aus mehreren Teilen besteht. Eine interessante Kerngeschichte, geschichtliche Einzelheiten (die manchmal ganz schön schwer nachzuvollziehen sind, wenn man sich noch nie mit dem 12. Jahrhundert beschäftigt hat).
    Was mich etwas gestört hat, die Sicht, aus der geschrieben wird. Hauptperson ist Arn. Aber seine Gedanken und Gefühle werden nie beschrieben. Man kann sie nur vermuten.

    Alles in allem lädt das Buch aber auf jeden Fall zum Weiterlesen der weiteren Bände ein.

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  • einfach schön Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 26.05.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ist spannend, liest sich schnell und ist schön dick. Das beste aber es folgen noch 3 Bände. Ich liebe soetwas!

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  • fesselnder Ritterroman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von R. Koch, am 20.08.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Endlich ein historischer Roman, der ohne Kitsch auskommt.
    Jan Guillou erzählt eine spannende, mitreißende Geschichte, die sowohl Männer als auch Frauen anspricht. Ein gelungener Auftakt der Kreuzritter-Trilogie!!!

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  • Alter Wein ... Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von eintester, am 15.04.2009

    0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    ...eigentlich verdient dieser Band (wie die beiden zugehörigen ) mindestens 4 * - da sie sich aber nur in Einband und Titel, von den u.g. unterscheiden gibts 0 *.

    Für alle die Die Krone von Götaland / Die Büßerin von Gudhem / Die Frauen von Götaland noch nicht kennen - kaufen!

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VÄSTRA GOTALAND 1150-1250


Im Jahr des Heils 1150, als die gottlosen Sarazenen, der Abschaum der Erde und die Vorhut des Antichrist, den Unsrigen im Heiligen Land viele Niederlagen beigebracht hatten, senkte sich der Heilige Geist auf Frau Sigrid hinab und schickte ihr eine Offenbarung, die ihr Leben veränderte.
Vielleicht könnte man auch sagen, dass diese Offenbarung ihr Leben verkürzte. Ganz sicher ist, dass sie danach nie mehr die Gleiche war wie zuvor. Weniger sicher ist, was der Mönch Thibaud lange Zeit später schrieb, dass nämlich in dem Augenblick, in dem der Heilige Geist sich Sigrid offenbart habe, in Wahrheit der Grundstein für ein neues Reich oben im Norden gelegt worden sei, das man später einmal Schweden nennen werde.
Es war am Tiburtiustag, den man als ersten Sommertag bezeichnete, und an dem im Westlichen Götaland das Eis zu schmelzen begann. So viele Menschen wie an diesem Tag waren in Skara noch nie versammelt gewesen, denn es war keine beliebige Messe, die jetzt gelesen werden sollte. Der neue Dom sollte endlich eingeweiht werden.
Die Zeremonien waren schon in ihrer zweiten Stunde. Die Prozession hatte dreimal die Kirche umrundet, und zwar unendlich langsam, da Bischof Ödgrim ein sehr alter Mann war, der mühsam dahinwankte, als wäre es seine letzte Wanderung. Außerdem schien er ein wenig verwirrt, da er das erste Gebet in der geweihten Kirche in der Volkssprache statt auf Lateinisch gesprochen hatte:


»Gott, der Du alles unsichtbar bewahrst,
doch für die Erlösung der Menschen Deine Macht
sichtbar werden lässt, nimm in diesem Tempel Deine Wohnung und
herrsche hier, damit alle, die sich hier zum Gebet versammeln, Deines Trostes und Deiner Hilfe teilhaftig werden.«


Und tatsächlich ließ Gott jetzt seine Macht sichtbar werden, ob nun um der Erlösung der Menschen willen oder aus anderen Gründen. Es war ein Schauspiel, das kein Mensch im ganzen Westlichen Götaland je gesehen hatte: die blitzenden Farben der Bischofshabite aus goldenem Zwirn, hellblaue und dunkelrote Seide, betäubende Düfte aus den Weihrauchgefäßen, die die Domherren bei ihrem Rundgang im Kirchengewölbe schwenkten. Dazu erklang eine Musik, die so himmlisch war, dass kein Ohr im Westlichen Götaland so etwas je vernommen haben konnte. Und wenn man den Blick hob, war es, als schaute man zum Himmel hinauf. Es war unbegreiflich, dass die burgundischen und englischen Baumeister so hohe Gewölbe erschaffen konnten, ohne dass alles einstürzte, und sei es aus keinem anderen Grund, als dass die Eitelkeit, die es bedeutete, bis zu Ihm hinauf bauen zu wollen, den Herrn hätte erzürnen müssen.
Frau Sigrid war eine praktisch veranlagte Frau. Manche sagten gerade deshalb, sie sei hart. Sie hatte zunächst keinerlei Lust verspürt, sich auf die beschwerliche Reise nach Skara zu begeben, da der Frühling zeitig gekommen war und die Wege sich in tiefen Morast verwandelt hatten. Außerdem empfand sie Unruhe bei dem Gedanken, in ihrem jetzigen gesegneten Zustand in einem Wagen zu sitzen und auf den schlechten Straßen durchgeschüttelt zu werden. Mehr als etwas anderes in ihrem irdischen Leben fürchtete sie die baldige Geburt ihres zweiten Kindes. Und sie wusste sehr wohl, dass die bevorstehende Domweihe bedeutete, dass sie stundenlang auf dem harten Steinboden stehen und hin und wieder zum Gebet niederknien musste, was in ihrem Zustand eine Qual war. Was die vielen Regeln des kirchlichen Lebens betraf, so war sie wohlbewandert, sicherlich mehr als die meisten großen Männer und deren Töchter, die sie in diesem Augenblick um sich herum sah. Dieses Wissen hatte sie gewiss nicht aus Gläubigkeit oder aus freien Stücken erworben. Als sie sechzehn Jahre alt war, hatte ihr Vater nicht ganz unbegründet den Eindruck gewonnen, dass sie einem Verwandten aus Norwegen, der jedoch von allzu geringer Herkunft war, ein unangemessen großes Interesse entgegengebracht hatte, das zu Dingen hätte führen können, die nur in der Ehe etwas zu suchen hätten, wie ihr Vater das Problem barsch zusammengefasst hatte. Man hatte sie für fünf Jahre in ein Kloster in Norwegen geschickt, aus dem sie wohl nie mehr herausgekommen wäre, wenn sie nicht einen kinderlosen Onkel im Östlichen Götaland beerbt hätte, wodurch sie zu einem Menschen geworden war, den man lieber verheiratete, als ihn ins Kloster zu stecken.
Sie wusste also, wann man aufstehen und wann man niederknien, wann man die Paternoster und Ave-Maria mitleiern musste, die einer der Bischöfe da vorn vorsprach, und wann jeder sein eigenes Gebet zu murmeln hatte. Bei jedem Gebet, das sie selbst sprechen musste, betete sie um ihr Leben.
Gott hatte ihr vor drei Jahren einen Sohn geschenkt. Es hatte zwei Tage und zwei Nächte gedauert, ihn zu gebären; zweimal war die Sonne auf- und wieder untergegangen, während sie in Schweiß, Angst und Schmerz badete. Da wusste sie, dass sie sterben würde, und das wussten am Ende auch all die guten Frauen, die ihr beistanden. Sie hatten den Priester unten in Forshem kommen lassen, und er hatte ihr die Absolution erteilt und die letzte Ölung gegeben.
Nie wieder, hatte sie gehofft. Nie wieder diesen Schmerz, nie wieder diese Todesangst, betete sie jetzt. Das war ein selbstsüchtiger Gedanke, das wusste sie sehr wohl. Es war schließlich nicht ungewöhnlich, dass Frauen im Kindbett starben, und der Mensch sollte unter Schmerzen geboren werden. Sie hatte jedoch den Fehler begangen, zur Heiligen Jungfrau zu beten, gerade sie zu verschonen. Überdies hatte sie versucht, ihre ehelichen Pflichten so zu erfüllen, dass es nicht zu einem neuen Kindbett führte. Ihr Sohn Eskil war schließlich ein wohlgestalter und flinker kleiner Knabe mit allen Fähigkeiten, die Kinder haben sollen.
Die Heilige Jungfrau hatte sie natürlich gestraft. Die Menschen hatten die Pflicht, fruchtbar zu sein und sich zu mehren, und wie konnte man erwarten, erhört zu werden, wenn man ausgerechnet darum bat, selbst von dieser Verantwortung entbunden zu werden? Jetzt warteten also neue Qualen, das war gewiss. Und dennoch betete sie immer wieder darum, glimpflich davonzukommen. Um zumindest die weit geringere und weniger elende Pein zu lindern, viele Stunden lang immer wieder aufzustehen und niederzuknien, hatte sie ihre Leibeigene Sot taufen lassen, damit sie sie in Gottes Haus mitnehmen und sich auf sie stützen konnte. Sots große schwarze Augen waren aufgerissen wie bei einem scheuenden Pferd von all dem, was sie hier zu sehen bekam, und wenn sie zuvor noch keine richtige Christin gewesen war, würde sie es jetzt wohl werden.
Drei Mannslängen vor Sigrid standen König Sverker und Königin Ulvhild. Die beiden ächzten unter der Last ihres Alters, und es fiel ihnen zusehends schwerer, ohne allzu viel Keuchen oder unpassende Laute des Allerwertesten immer wieder aufzustehen und niederzuknien. Sigrid befand sich jedoch ihretwegen im Dom und nicht für Gott. König Sverker schätzte weder ihre norwegischen und westgötischen Sippen noch die norwegischen und folkungischen Sippen ihres Mannes sonderlich hoch.

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