Da freut man sich wie "freck" ... und dann liest Schätzing selbst; quasi eine Selbstüberschätzing. :-((
von
Apicula, am 29.09.2008
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Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Hörbuch-Rezension: TOD UND TEUFEL (von Frank Schätzing), gelesen von Frank Schätzing | 8 CDs im Pappkarton | über 500 Minuten Laufzeit | erschienen bei Emons
Stellen Sie sich vor, Sie freuen sich so richtig schön - "freck", würde der Kölner vielleicht sagen - auf ein paar schöne unterhaltsame Stunden mit einem Hörbuch, das hoch gelobt wird, alles macht einen passablen Eindruck ...
... und dann ... --- ... dann beginnt der Autor selbst zu lesen!
Der gute Mann hat Talent gefällige Bücher zu schreiben, die sich gut verkaufen. Das finde ich sehr schön für ihn und alle Leser, die seine Bücher mögen. Er hat - wie ich mich informiert habe - sogar selbst (!) die musikalische Untermalung für dieses Hörbuch komponiert und aufgenommen.
Alles sehr sehr toll, Herr Schätzing, nur selbst einlesen hätten Sie TOD UND TEUFEL nicht müssen. Ihre Lesung klingt ganz fürchterschrecklich ambitioniert. Mit vielen "schrägen" Stimmen, sozusagen dem Versuch den (ohnehin eindimensionalen Charakteren) einen individuellen Touch zu geben.
Vielleicht geht es anderen Hörern anders, nur mir, mir kommt das ganze sehr ... unfreiwillig komisch vor. Ungefähr, als ob jemand den Versuch anstrebt das LUSTIGE TASCHENBUCH vorzulesen. Einige Charaktere hätte ich den Panzerknackern zugeordnet, andere Donald, Daisy und dann gab's auch noch welche, die klangen nach Mickey Mouse!
Sprich, Frank Schätzings Stimme quäkt in verschiedenen Tonlagen mit unterschiedlichen Arroganz- bzw. Hein-Blöd-Faktoren vor sich hin --- und das will für mich alles andere als nach H ö r g e n u s s klingen. Der Vortrag ist immerhin klar genug um alles zu verstehen, doch wenn man einmal den Eindruck gewonnen hat, dass das alles ein bisschen wie 'ne Kölsche Karnevalsveranstaltung klingt - dann ist die Luft raus.
Ich habe mich jedenfalls sehr über das vom Autor selbst vorgelesene Hörbuch geärgert, weil ich mir schlicht und einfach einen gut vorgelesenen historischen Roman erwartet habe. Dann wurde ich jedoch mit diesen verschiedenen Kölner Dialekten konfrontiert, mit mehr oder weniger intellektuell klingen sollenden oder schrecklich naiv klingen sollenden Charakteren ... und anstatt, dass ich mich irgendwie auf die (sehr dünne Handlung) konzentrierte, fand ich Schätzings Lesung so abtörnend, wie nur was. Besser kann ich's nicht ausdrücken; besser, schlimmer!
Das Hörbuch besitze ich schon sehr lange. Irgendwann habe ich einen zweiten Versuch gestartet, nachdem ich beim ersten Versuch (nach gut einer Stunde abgeschaltet habe. Den zweiten Versuch habe ich tapfer durchgehalten, aber nur, weil ich das Ende der Geschichte erfahren wollte. Es war eine bescheuerte Quälerei, wenn ich mir das so im Nachhinein überlege.
Jetzt werde ich mir das relativ neu erschienene gleichnamige Hörspiel kaufen, das "der hörverlag" herausgegeben hat. Mit bekannten Größen wie Mario Adorf und Anke Engelke als Sprecher. Ich schätze, das kann alles nur besser werden.
Wenn Sie sich für eine vorgelesene Version von Frank Schätzings TOD UND TEUFEL interessieren, dann rechnen Sie mit einer "Überraschung" der besonderen Art. Ansonsten rate ich dazu das Buch zu lesen.