Rezensent im Portrait
Eine Kundin / Ein Kunde aus Hagen
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Familienroman für gehobene AnsprücheRezension vom 27.12.2012Eine Familie, drei Frauen. Ada, die Malerin, deren Freund Selbstmord begangen hat. Auf einmal tritt ihr Jugendfreund Jonas wieder in ihr Leben. Doch Jonas ist nicht alleine. Jonas hat drei kleine minderjährige Kinder. Ist Jonas wirklich Adas Zukunft?
Martha, Adas Mutter. Ihr Mann verschwand mit seinem Freund Vedat im Ararat-Gebirge. Einmal im Jahr trifft sie sich mit Vedats Frau Lale. Gemeinsam gedenken sie der beiden verschwundenen Männer. Einen richtigen Platz zum Trauern haben sie nicht.
Und dann ist da Lilofee, Adas Tante. Als junge Frau hat sie einen Kriegsgefangenen versteckt, der jedoch verraten und verschleppt wurde.
Alle drei Frauen haben einen Verlust zu beklagen. Alle drei Frauen müssen irgendwie damit zurecht kommen. Sie müssen ihr Leben neu erfinden. In Rückblicken lernt der Leser die drei Frauen immer besser kennen.
Es geht um Frauen, die ihre Männer verloren haben. Frauen aus drei Generationen. Barbara Frischmuth hat ihre eigene Schreibweise. Kein Mainstream und dennoch mit einer gewissen Leichtigkeit. Ein Familienroman für gehobene Ansprüche. -
Herrlicher Lesespaß!Rezension vom 17.12.2012Lulu, alleinerziehende Mutter der achtjährigen Lotte, ist auf der Suche nach der großen Liebe. Lotte ist jedoch auch immer wieder das Problem. Sobald Lulu ihnen erzählt, dass sie ein Kind hat, ergreifen die Männer die Flucht. Und dann kommt auch noch ihre Mutter Gill und ist der Meinung, dass sie eine Auszeit dringend nötig hätte. Lotte zuliebe nimmt sie das Geschenk an. Auf nach Mallorca! Anstatt eines gemütlichen kleinen Hotels, das nach ihrem Geschmack gewesen wäre, wartet auf Lulu eine Betonburg mit lauter lärmenden Familien. Wenigstens Lotte ist glücklich und verschwindet den ganzen Tag im Juniorclub, wo sie sofort Anschluss findet. Lulu verbringt den Tag allein am Strand - und entdeckt ihren Traummann. Alex ist so ganz nach ihrem Geschmack. Auch er scheint Interesse an ihr zu haben, doch warum ist er nach einer heißen Umarmung mitten im Meer auf einmal verschwunden? Wieso hat er abends keine Zeit für sie und wer ist das junge Mädchen, das sie plötzlich bei ihm sieht? Die große Liebe oder doch nur ein Abenteuer? Lulu selbst sucht verzweifelt nach einer Lösung, wie sie Alex beibringen kann, dass sie nicht alleine ist. Dann reist plötzlich auch noch ihre Mutter Gill an und macht das Chaos perfekt. Helfen kann da nur eine: ihre Freundin Sabrina. Auf einmal ist Lulu gar nicht mehr alleine auf der Insel, sondern hat eine Art Großfamilie um sich gescharrt und was ihre große Liebe angeht, da hat Freundin Sabrina auch schon einen Plan.
Ein herrlich unkomplizierter Roman! Ein Roman, der einen an Urlaub und Strand denken lässt. Und wer kennt sie nicht, diese Betonburgen mit den Heerscharen lärmender Kinder? Ein Roman, der Spaß macht beim Lesen, aber auch ein Roman über die Liebe, über Glück, über Freundschaft und Familie. -
Gefahr und LeidenschaftRezension vom 09.12.2012Marian Sutro, eine 19-jährige junge Frau, die gerade die Schule verlassen hat, wird vom britschen Geheimdienst angeworben. Es bleibt ihr eigentlich gar nichts anderes übrig als mitzumachen. Ein normales Leben, wie es eine Frau ihres Alters führt, ist für Marian nun nicht mehr möglich. Sie wird nach Schottland geschickt, wo sie auf ihre Spionagetätigkeit vorbereitet wird und eine harte Ausbildung durchlaufen muss. Sie lernt sich lautlos zu bewegen. Sie kann Türen öffnen, ohne, dass es jemand mitbekommt. Sie lernt, wie man tötet und sie lernt, wie man verschiedene Persönlichkeiten annimmt - alles, um zu überleben und um dem Geheimdienst zu dienen. Marian wird nach Frankreich geschickt. Die Royal Air Force fliegt sie dorthin, wo sie mit einem Fallschirm über unbekannten Gebiet abspringen wird. Ihre Aufgabe wird es sein, Clément zu finden. Clément, der als Wissenschaftler für die Nazis arbeitet. Clément, der Marians erste große Liebe war. Marian findet ihn, alte Gefühle werden geweckt. Doch was ist mit Benoít, zu dem sie sich auch hingezogen fühlt und der inzwischen ihr Liebhaber ist? Und kann sie Clément überzeugen nach England zu kommen?
Ein Agentenroman, ein Roman voller Spannung und Hingabe. Ein Roman, der einen allein vom Thema her fesselt. Diese Frauen, die vom Himmel fielen, hat es tatsächlich gegeben. So wird es im Nachwort erklärt. Einige der Frauen haben es geschafft zu überleben. Andere wurden von den Nazis geschnappt und ermordert. Simon Mawer versteht es, langsam die Spannung aufzubauen. Man kann irgendwann kaum noch erwarten, dass es endlich "los geht". Ein Roman über Agenten im Zweiten Weltkrieg, der alle Leser begeistern wird. Ein Roman voller Spannung bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Unbedingt empfehlenswert!
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Herrlicher WG-Lesespaß!Rezension vom 04.12.2012Eva lebt in einer WG. Lustig geht es dort zu, doch leider hat Eva Pech in der Liebe. Als WG-Mitglied Oliver auszieht um zu heiraten, zieht die Catering-Unternehmerin Bettina ein. Zusammen mit Antonia ist die Mädels-WG nun perfekt. Und dann, ja, und dann steht plötzlich auch noch Tante Renate vor der Tür. Ein Wasserrohrbruch macht ihre Wohnung unbewohnbar. Vorübergehend zieht sie ins Gästezimmer der WG. Tante Renate ist auf der Suche nach der großen Liebe. Ob sie diese im Internet finden wird? Tante Renate sucht dort den Mann ihres Lebens. Auf diese Weise wird sie einige Abenteuer erleben. Doch was ist mit Eva? Die trifft ihren Traummann plötzlich im eigenen Treppenhaus! George Clooney in jung steht ihr gegenüber, doch wie soll sie ihn wiedersehen? Eva meldet sich bei einem Kurs an, von dem sie annimmt, dass ihr Traummann dort auch hingeht. Im selben Haus ist nämlich eine Praxis untergebracht, die u.a. Atemkurse anbieten. Wird Eva durch gemeinsames Atmen ihrem Cloooney-Double näher kommen?
Ein turbulenter, kunterbunter, rasanter und lustiger Roman, in dem es um eine WG geht, um die Suche nach der großen Liebe, um Steuerfahnder und Heiratsschwindler. Fanny Wagner versteht es, den Leser zu begeistern. Man hat unheimlich viel Spaß beim Lesen und ist viel zu schnell am Ende. Vielleicht gibt es ja irgenwann eine Fortsetzung? -
Die Legende eines DuftesRezension vom 02.12.2012Jac und Robbie L'Etoile, Geschwister, gehören einer alten Parfümeursfamilie an. Die Parfümerie steht jedoch kurz vor dem Bankrott. Als Jac den Laden seines Vaters aufräumen will, entdeckt er antike ägyptische Tonscherben. Die hat vor 200 Jahren ein Verwandter bei einer Expedition im Land der Pharaonen entdeckt. Und nicht nur das. Bei der Expedition finden sie zwei mumifizierte Liebende, die sich auch im Tod noch an den Händen halten. Weiterhin finden sie ein Artefakt aus der Parfümmanufaktur der berühmten Kleopatra. Der mumifierte Mann soll der Parfümeur der Königin gewesen sein und er soll einen einzigartigen Duft geschaffen haben. Diesem Geheimnis möchte Robbie auf die Spur kommen. Sein Freund Griffin will ihm dabei helfen. Doch plötzlich erscheint ein als Journalist getarnter Fremder in der Parfümwerkstatt. Angeblich will er ein Interview führen, doch er ist auf der Suche nach den Tonscherben. Robbie bedient sich eines Tricks aus der Parfümwelt. Doch anstatt den Fremden nur vorübergehend auszuschalten, ist der Mann plötzlich tot. Robbie flüchtet. Jac kommt aus den USA angereist. Zusammen mit Griffin, mit dem sie einst eine große Liebe verband, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder. Eine spannende Suche führt die beiden in die Pariser Unterwelt. Doch sie sind nicht alleine. Die Polizei ist ihnen auf den Fersen, ebenso wie chinesische Mafia. Was es damit auf sich hat, wird hier jedoch nicht verraten.
"Das Haus der verlorenen Düfte" ist ein super spannender Roman. Melisse J. Rose gelingt es, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Man taucht ein in die Welt des Parfüms und erfährt nebenbei sehr viel über die Geschichte und Entstehung von Düften. Frankreich, Amerika, China, Tibet und Ägypten - anfangs wechseln die Länder, Orte und Personen sehr rasch, sehr häufig, doch von Kapitel zu Kapitel (die angenehm kurz sind) erkennt und erfasst der Leser die Zusammenhänge. Mein Fazit: Unbedingt lesenswert!
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Ein Roman von Sehnsucht und HoffnungRezension vom 25.11.2012Josef, Witwer, zieht seinen Sohn Siggi ganz alleine groß. Siggis Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. Siggi soll es einmal besser haben als sein Vater. Er soll studieren, doch Siggi will nicht. Er lebt sein eigenes Leben, macht Schulden, immer wieder. Josef ist Bürge, begleicht die Schulden - wehrlos. Auf der sozialen Leiter steigt er immer weiter ab. Er muss sein Auto verkaufen, letztendlich auch sein Haus. Sein Sohn versucht indessen in Amerika Fuß zu fassen - vergeblich. Seine Herkunft holt ihn auch dort immer wieder ein.
Ein kleiner Roman, unheimlich kraftvoll geschrieben. Die Personen, so beschrieben, dass man ihre Zweifel, ihre Hoffnung, ihre Sehnsüchte förmlich spüren kann. Personen, am Rande der Gesellschaft. Der Autor versteht es, den Leser mit seiner für mich eher ungewöhnlichen Schreibweise zu fesseln. Kein Roman für zwischendurch. Ein Roman, ein Drama, das den Leser nachdenklich zurücklässt.
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Anders als erwartet!Rezension vom 24.11.2012Mia ist tot. Abgestürzt von einer Klippe auf Bali. Selbstmord soll es gewesen sein. Katie erfährt vom tragischen Tod ihrer Schwestern durch zwei Polizisten, die ihre diese furchtbare Nachricht überbringen. Das einzige, was ihr von ihrer Schwester geblieben ist, ist ein meerblaues Tagebuch in einem Rucksack, der Katie übergeben wurde. Katie kann nicht fassen, dass Mia nicht mehr lebt. Mia, ihre kleine Schwester, die sie immer beschützen wollte, die aber lieber frei und ungebunden war. Mia, mit der sie zusammen nach dem Tod der Mutter eine Wohnung in London gekauft hat - in der sich Mia aber nie richtig wohlgefühlt hat, da sie lieber auf dem Land lebte,am Meer, wo sie Freiheit und Weite fühlen konnte.
Katie glaubt nicht an Mias angeblichen Selbstmord. Sie beschließt, anhand des Tagebuches ihrer Schwester zu folgen. So taucht Katie immer mehr in das Leben ihrer Schwester ein, lernt sie endlch richtig kennen und verstehen. Das Tagebuch eröffnet ihr auch Wahrheiten, von denen sie überhaupt keine Ahnung hatte. Das Tagebuch ändert nach und nach ihr ganzes bisheriges Leben.
Der Roman ist ganz anders als erwartet, aber im positiven Sinn. Erwartet habe ich einen typischen Liebesroman, einen Frauen-Roman. Bekomme habe ich einen Roman, der einen nicht mehr los lässt. Er ist so spannend geschrieben, dass man immer weiter lesen muss, bis das Geheimnis um Mias Tod gelöst ist. Die Autorin versteht es, den Leser zu begeistern, macht ihn neugierig und sorgt immer wieder für Wendungen und Überraschungen.
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Trio FataleRezension vom 10.11.2012
Klassentreffen. Nach 25 Jahren sehen sich die ehemals besten Freundinnen Evi, Beatrice und Katharina wieder. Evi, inzwischen nur noch Hausfrau, Mutter und Servicekraft, Beatrice, die um die Welt jettet und Katharina, die kommende Politikerin. Jede der Frauen prahlt mit dem Erreichten, alles wird schön geredet, doch der Alkohol löst die Zungen. Die Wahrheit kommt ans Licht. In Wirklichkeit ist keine der drei Frauen glücklich. Sie werden von ihren Männern und Partnern unterdrückt und betrogen. Aus dem Klassentreffen wird ein Weiberabend. Die drei quatschen sich so richtig schön aus und fassen einen Plan. Das Trio Fatale ist wieder da! Sie verstehen sich wie früher, als sie noch zur Schule gegangen sind. Von Stund an haben die Männer nichts mehr zu lachen.
Ein richtig schön abgefahrener Frauen-Roman! Beim Lesen nimmt die Geschichte immer mehr an Fahrt auf. In rasantem Tempo werden die Rachepläne umgesetzt. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und konnte das Finale kaum abwarten. Herrlich locker und komisch geschrieben. Natürlich ist die Geschichte überdreht und überzogen, aber sie ist ein herrlicher Lesespaß!
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Wünsche an den WeihnachtsmannRezension vom 04.11.2012Der Weihnachtsmann ist am renovieren. Sein Büro benötigt dringend eine Erneuerung. Als die Elfen einen Schrank wegräumen, entdeckt Santa Claus einen Brief. Einen Brief, der irgendwie hinter den Schrank gerutscht ist - allerdings schon vor 20 Jahren. In dem Brief wünscht sich der kleine Michael nichts sehnlicher, als dass ihn seine Freundin Fiona nicht verlassen soll. Zumindest möchte er einen Hund, damit er nicht so alleine ist, wenn Fiona mit ihren Eltern weggezogen ist. Was soll der Weihnachtsmann nun tun? Er möchte sein Versäumnis wieder gut machen und schickt Michael einen Labrador-Welpen. Dieser führt ihn geradewegs zu Fiona, die zurück in der Stadt ist. Plötzlich steht alles Kopf. Alte Gefühle erwachen wieder. Dabei sollte sich Michael doch eigentlich mit Linda verloben, mit der er schon 1 1/2 Jahre zusammen ist. Auch seine Eltern würden diese Verbindung sehr begrüssen. Der Weihnachtsmann hat weiter seine Finger im Spiel. Wird er Erfolg haben?
Ein wunderschönes kleines Weihnachtsbuch, das ich in einem Zug gelesen habe. Ein Roman über eine Jugendliebe. Ein Roman über eine kleine Hündin, die nicht nur die Herzen der Personen im Buch im Sturm erobert hat, sondern auch meines. Unheimlich schön auch die Seiten, auf denen die kleine Hündin Keks selbst zu Wort kommt. Ein Roman, der mich schon jetzt auf die kommende Weihnachtszeit eingestimmt hat und dem ich wünsche, das er vielen lieben Menschen unterm Weihnachtsbaum gelegt wird. Ein absolutes Wohlfühlbuch für gemütliche Stunden auf der Couch mit Keks und Kerzen. -
AußergewöhnlichRezension vom 28.10.2012Annemut und Johanna, zwei junge Mädchen, anderes als die anderen. Sie wohnen im Hinterland. Hinterland, das kann irgendein Dorf, irgendein Vorort sein, ganz beliebig. Fast jeder wird das beschriebene Hinterland vielleicht schon einmal kennengelernt haben. Alte Männer und Frauen, die auf Bänken im Hinterland sitzen und nichts anderes zu tun haben als über andere Männer und Frauen und deren Kinder zu tratschen. Annemut und Johanna sind unzertrennlich. Sie sind beste Freundinnen. Johanna, die sich nichts gefallen ließ, die Heiligenbildchen in ein Heft klebte.
Nach Jahren kommt Annemut zurück ins Hinterland. Sie besucht ihre Eltern. Bevor es soweit ist, stellt sie sich immer wieder ihren ersten Gang durchs Hinterland vor. Wie werden die Alten jetzt gucken, reagieren?
Und was ist aus Johanna geworden? Annemut trifft sie in der örtlichen Krankenkasse. Dort arbeitet Johanna jetzt brav hinter einem Schreibtisch. Und sie tut so, als würde sie ihre einstmals beste Freundin nicht kennen. Annemut versucht immer wieder zu verstehen, wieso Johanna jetzt so ist wie sie ist. Sie denkt zurück an die Sommer ihrer gemeinsamen Jugend. An die Nächte im Gartenhaus, an die Fahrten mit dem Zug zur Disko. Und an den Morgen, als sie beide zusahen, wie die berühmt-berüchtigte Pension Malinowski niederbrannte. Was ist aus Johanna geworden? Doch auch beschäftigt sie sehr die Frage, was aus ihr selbst geworden ist.
Ein aussergewöhnlicher Roman. Die Autorin versteht es mit ihrer sehr eindringlichen Sprache, die Personen lebendig werden zu lassen. Man sieht die Alten tratschend auf den Bänken. Man spürt die Jugend und den Trotz der Mädchen. Die Freundschaft der beiden, die Enttäuschungen, der Bruch. Es ist ein ganz besonderes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.













