Rezensent im Portrait
- Gesamte Rezensionen
- 109 (ansehen)
-
Wenn Opfer zu Jägern werdenRezension vom 23.09.2011Sandra Jones, Ehefrau und Mutter einer vierjährigen Tochter, verschwindet eines Nachts spurlos aus ihrem Haus. Die Polizei verdächtigt ihren Ehemann Jason, der seltsam emotionlos erscheint. Doch auch die Nachbarn haben dunkle Geheimnisse.
Normalerweise müssen für mich Thriller eher blutig sein, damit sie mir gefallen, aber "Ohne jede Spur" hatte mich wirklich gepackt. Ich habe alles liegen und stehen lassen, damit ich Lisa Gardners Buch schnell durchlesen konnte. Endlich mal wieder ein Buch, bei dem ich nach den ersten Kapiteln nicht bereits ahnte, wie es enden würde.
Bis kurz vor dem Ende hätte ich diesem Thriller ohne Problem fünf Sterne gegeben, aber dann überschlagen sich die Ereignisse und der ganze Fall verliert ein wenig an Glaubwürdigkeit. Hier hat Lisa Gardner eindeutig zu viel gewollte. Eine Finte und ein Haken weniger wären besser gewesen.
"Ohne jede Spur" ist übrigens der dritte Teil um Sergeant D.D. Warren, die aber keine besonders prägnante Rolle spielt, so dass es kein Problem ist, das Buch außer der Reihe zu lesen.
-
Rebecca reloaded?Rezension vom 18.09.2011Während ihres Urlaubs in Sizilien lernt Sarah den geheimnisvollen Alexander und seinen kleinen Sohn Jamie kennen. Als Alexander, der vor kurzem von seiner Frau verlassen wurde, sie bittet, ihn in seinen Heimatort in England zu begleiten, damit sie sich um Jamie kümmern kann, sagt Sarah zu. Doch dort ist das Leben nicht so idyllisch, wie es sich Sarah vorgestellt hat, denn aufgrund des mysteriösen Verschwindens der Ehefrau begegnen die Dorfbewohner ihr und Alexander mit Argwohn.
Bereits durch die Inhaltsangabe fühlte ich mich an Daphne DuMauriers "Rebecca" erinnert. Beim Lesen des Romans fielen die Parallen auf, Lesley Turney hat sich eindeutig von DuMaurier inspirieren lassen. Am Ende des Buchs musste ich schmunzeln, als die Autorin sogar einmal erwähnt wurde.
Natürlich hält sich Turney nicht sklavisch an die Vorlage, sondern variiert sie und baut einige Änderungen ein, die ich hier nicht verraten möchte, sonst bleibt die Spannung auf der Strecke. Positiv möchte ich jedoch erwähnen, dass mir Sarah als weibliche Hauptperson besser gefällt als Mrs de Winter, die mir zu verhuscht war.
Ich habe das Buch gerne gelesen, zumal ich neugierig war, wie sehr sich die Handlung und das Ende Rebecca ähneln würde. Insgesamt würde ich aber sagen, dass Leser, die "Rebecca" nicht kennen, noch besser unterhalten werden.
"Die fremde Frau" ist ein spannender Roman, dessen Zielgruppe vor allem Frauen sind. Wer hier aber eine heiße Liebesgeschichte erwartet, dürfte enttäuscht werden. -
Unterhaltsamer FrauenromanRezension vom 11.09.2011Seit Jahren treffen sich die Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, einmal im Monat beim Italiener. Als Judiths Mann stirbt, beschließt sie, seinem Pilgertagebuch folgend auf dem Jakobsweg zu wandern. Ihre Freundinnen wollen sie begleiten. Dabei kommen einige Geheimnisse zu Tage.
Ohne allzu viele Erwartungen bin ich an dieses Buch herangegangen, wurde aber positiv überrascht. Der Roman liefert den versprochenen Frauenroman, ist aber erfreulich humorvoll. Außerdem ist es Monika Peetz gelungen, die fünf Frauen so individuell zu zeichnen, dass jede ihre eigene Identität hat. Meine "Lieblingsfrau" ist übrigens Estelle. Estelle ist zwar ein Luxusweib, hat aber die bissigsten Dialoge.
Natürlich spart Monika Peetz nicht an Klischees, aber die sind so unterhaltsam verpackt, dass es den Lesespaß nicht stört.
Lediglich das Ende hat mir weniger gut gefallen, da es in meinen Augen nicht überzeugend war.
Das Cover finde ich übrigens ziemlich grausig und absolut nichtssagend. Im Buchhandel hätte ich dieses Buch nie neugierig in die Hand genommen. -
StirbRezension vom 08.09.2011In Berlin geht ein Serienmörder um. Lara Simons kann ihm in letzter Sekunde entkommen, doch er verfolgt sie weiter. Also nimmt sie eine neue Identität an und zieht mit ihrer Tochter nach Rügen. Doch nach ein paar Jahren sieht es so aus, als hätte der Mörder wieder ihre Spur aufgenommen.
"Stirb" ist im Stil amerikanischer Thriller geschrieben. Während ich bei den US-Romanen Übertreibungen und mitunter Klischees akzeptiere und sogar fast erwarte, wirkt dies bei deutschen Thrillern meist unpassend.
Hanna Winters zweiter Roman ist zeitweise spannend, aber kein Thriller, an den ich noch lange denken werde. Dafür ist er zu durchschnittlich.
Meiner Meinung nach nimmt sich Hanna Winter zu wenig Zeit, einzelne Szenen, Handlungen und Gedanken zu beschreiben, so dass ich mich nicht richtig in die Situationen reinfinden konnte. Immer wieder kam ein Szenenwechsel oder Sprung.
Der Thriller hat knappe 350 Seiten, wobei die Zeilenabstände sehr großzügig sind und die Schrift relativ groß gewählt ist. Für meinen Geschmack hätte das Buch ein paar Seiten mehr benötigt.
Schade, der Anfang begann so vielversprechend. Dafür war das Ende zu vorhersehbar, bzw. der Täter schnell zu ermitteln, da zu offensichtliche Spuren gelegt wurden, die von ihm ablenken sollten. -
Vom anderen Ende der WeltRezension vom 21.08.2011England, 18. Jahrhundert: Die 19-jährige Mary Linley ist leidenschaftliche Botanikerin. Um dem Ultimatum ihrer Tante zu entkommen, verkleidet sie sich als Junge und heuert als Zeichnerin für eine Expeditionsreise auf einem Segelschiff an.
Noch ein historischer Roman, in dem eine Frau einen Beruf ausleben möchte, der damals nur Männern vorbehalten war, werden wohl einige Leser denken. Zumindest ich habe das gedacht, wurde aber positiv überrascht. "Vom anderen Ende der Welt" bietet einige Überraschungen.
Mary Linleys Abenteuer beruht auf der Geschichte der Botanikerin Jaenne Baret, die Liv Winterberg hier mit ihrer eigenen Fantasie ausschmückt.
Die im Klappentext angepriesene Liebesgeschichte spielt übrigens nur eine kleine Rolle. Außerdem verläuft sie anders, als ich es vermutet hätte. Für manche Leser mag dies eine Enttäuschung sein, mir gefiel es.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beschreibung der Seereise, die äußerst beschwerlich und wenig romantisch ist. Die Seemänner sind raue Gesellen, Krankenheiten und Tod lauern überall.
Mein eigentlicher Held ist jedoch Seth, ein Junge, der zum ersten Mal auf einem Schiff arbeitet und sich mehr fürs Malen und Schreiben interessiert. Viele Szenen werden aus seiner Sicht erzählt.
Positiv ist auch das schöne Cover des Buchs zu erwähnen. Im Buchhandel würde ich es auf jeden Fall interessiert in die Hand nehmen. -
Wer ist das wahre Opfer?Rezension vom 21.08.2011Die Polizistin Renée wird in ihrer Wohnung überfallen und brutal niedergestochen. Sie überlebt schwer verletzt. Doch die Tatsache, dass die rothaarige Frau teilweise skalpiert und ihr die römische Zahl I in den Bauch geritzt wurde, lässt die Polizei vermuten, dass der Täter mehr Opfer im Visier hat.
Vor allem die Eingangsszene hatte mich sehr beeindruckt. Der Überfall auf Renée und der daraus resultierende Kampf, in dem die Polizistin um ihr Leben kämpft, ist äußerst eindringlich und spannend geschrieben und sie führt vor Augen, dass selbst eine Frau mit Selbstverteidigungsausbildung kaum eine Chance hat.
Interessanterweise ändert sich nach den ersten Kapiteln der Blickwinkel, aus dem der Thriller geschrieben wird. Sah es am Anfang so aus, als würde es vor allem darum gehen, wie die Polizei dem Täter auf die Schliche kommt, rückt die rothaarige Vivienne in den Vordergrund.
Sehr schnell erfährt der Leser, dass Vivienne die Frau des Mörders ist. Sie selbst ahnt nicht, dass John der Mörder ist, vermutet aber, dass er ihr nicht treu ist und stellt Nachforschungen an. Die Entdeckungen und Selbsterkenntnisse, die sie dabei macht, sorgen für die eigentliche Spannung in diesem Thriller, was auch über die kleinen Längen hinweg tröstet.
Das doch überraschende Ende gefiel mir sehr gut. So hätte ich es nicht erwartet.
Insgesamt ist dieser niederländische Thriller sehr lohnenswert. -
Hölle auf ErdenRezension vom 15.08.2011Bei einem Unfall mit Fahrerflucht sterben Robert Dells Frau und seine beiden Kinder in Südafrika. Dell selbst überlebt, steht aber plötzlich selbst unter Mordverdacht. Er flieht vor der Polizei, wobei er von seinem verhassten Vater, einem verurteilten Rassisten, unterstützt wird. Beide Männer machen sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.
Wäre "Staubige Hölle" ein Film, würde man ihn als Roadmovie bezeichnen. Als ein äußerst brutales und blutiges Roadmovie. Wer noch keinen Roman von von Roger Smith gelesen hat, dem würde ich empfehlen, vorher eine Leseprobe zu lesen. Diese gibt einen sehr guten Eindruck, wie der Stil des Autors ist. Generell dürften wohl eher Männer zur Zielgruppe von Roger Smith gehören.
"Staubige Hölle" ist nichts für Weicheier. Es geht um Gewalt, Mord, Gier, Aids, Trostlosigkeit und Rassismus. Alle Horrorgeschichten, die über Südafrika erzählt werden, werden hier verarbeitet. Jeder kämpft gegen jeden, egal ob Schwarz oder Weiß. Nur kurz vor Ende des Romas zeigt sich ein kleiner Funken Menschlichkeit.
Das bedrückende und verstörden an "Staubige Hölle" ist, dass der Roman die Realität in Südafrika und anderen Staaten beschreibt, wenn auch möglicherweise überspitzt.
Ich wusste schon vorher, dass dort der Aberglaube herrscht, gegen Aids würde der Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau helfen. Dass aber auch der jetzige Staatführer falsche und gefährliche Informationen über die Krankheit verbreitet, lässt einen fast verzweifeln.
Nach "Staubige Hölle" musste ich erst einmal einen leichten Trivialroman lesen um auf andere Gedanken zu kommen. -
EntrissenRezension vom 15.08.2011In Colchester wird die dritte Frauenleiche gefunden, deren ungeborenes Kind brutal herausgeschnitten wurde. Phil Brennan ermittelt. Unterstützung erhält er dabei von der Psychologin Marina. Es gilt nicht nur den Täter zu finden, sondern auch das ungeborene Kind.
"Entrissen", das erste Buch von Tania Carver, ist ein solider Thriller. Er zählt zwar nicht zu den Top-Thrillern, die ich dieses Jahr gelesen habe, unterhält aber dennoch gut und kann am Ende sogar ein wenig überraschen, auch wenn meine frühe Theorie zum Täter teilweise korrekt war.
Die Hauptfiguren Phil Brennan und Marina bleiben etwas blass, auch wenn sie eine interessante gemeinsame Geschichte haben. Zu Beginn hatte ich wegen dieser gemeinsamen Vergangenheit das Gefühl, den zweiten Teil einer Thrillerreihe vor mir liegen zu haben.
Nervenkitzel kam bei mir selten auf. Viel mehr hatte ich das Gefühl, dass sich die Ermittlungen dahin schleppten, die Ermittler im Trüben fischten und mehr mit ihren privaten Problemen beschäftigt waren. Vielleicht bin ich aber auch schon zu "abgestumpft", da ich in letzter Zeit viele Thriller gelesen habe.
-
Das Leben der heimlichen WünscheRezension vom 09.08.2011Ein Unbekannter gewährt Jonas drei Wünsche. Jonas willigt ein. Doch das Wünschen ist nicht so einfach. Seine Frau stirbt, der Ehemann seiner Geliebten verlässt das Land.
Obwohl die Inhaltsangabe vielversprechend klang, hätte ich viel mehr auf das Buchcover (erinnernd an eine Kunstrichtung, mit der ich persönlich nicht viel anfangen kann) achten müssen. Dann hätte ich gewusst, dass dieses Buch nichts für mich ist. Nicht selten habe ich mich gefragt, was mir der Autor Thomas Glavinic mit seinem Werk sagen will.
Auch wenn zwischendurch immer wieder etwas Interessantes passiert, plätschert die Handlung ansonsten dahin. Jonas betrügt seine Ehefrau, sehnt sich nach seiner Geliebten, verschickt und liest SMS. Manchmal erfüllen sich seine dunkelsten Wünsche, die er sich selbst nicht eingestehen mag.
Irritierend ist, dass in dem Buch die Dialoge kaum zu erkennen sind. Anführungszeichen werden überhaupt nicht verwendet. Das ist ein weiterer Grund, warum ich beim Lesen permanent das Gefühl des Surrealen hatte.
Es ist sicherlich nicht notwendig, dass mir die Botschaft eines Buchs mit dem Holzhammer eingetrichtert wird, aber ich wüßte schon gerne, was das Ende bedeuten soll. Nach der letzten Seite war ich ratlos. Allerdings hatte mich das Buch kaum berührt, so dass schnell alles abhaken konnte. -
Von Engeln und DämonenRezension vom 07.08.2011Luc, Kurzform für Lucifer, ist ein Dämon. Seine Aufgabe ist es, Frannies Seele für die Hölle zu markieren. Also muss er sich wieder ins Highschoolleben stürzen. Frannie ist fasziniert von dem Bad Boy. Dann taucht ein zweiter Unbekannter auf, Gabe. Gabe versucht Lucs Pläne zu vereiteln. Frannie steht zwischen zwei Jungs.
"Angel Eyes" ist ein Jugendfantasyroman und der erste Teil einer Reihe. Es ist schon eine Weile her, dass mir ein Roman aus diesem Genre so viel Spaß gemacht hat.
Glücklicherweise geht es in Lisa Desrochers Buch nicht um das ausgelutschte Thema Vampire oder Werwölfe, sondern um Dämonen und Engel.
Mit einem Augenzwinkern lässt sie Luc die Hölle Highschool durchleben. Bei anderen Büchern hatte ich mich immer gefragt, wie ein Unsterblicher sich freiwillig unter Teenager begeben kann.
Frannie ist meiner Meinung nach realistisch dargestellt. Welcher Teenager plagt sich nicht mit den eigenen Hormonen rum? Dies hat mich bei einem Roman einer amerikanischen Autorin ein wenig überrascht.
Allerdings hängt damit auch mein größerer Kritikpunkt zusammen. In der Mitte des Buchs wurde ich mitunter etwas ungeduldig, da Frannie permanent zwischen Luc und Gabe pendelte und nicht fähig war, sich zu entscheiden. Ich hoffe, dass sich dies in den folgenden Büchern ändern wird.













