Sternenschatten

Roman. Deutsche Erstausgabe

von Sergej Lukianenko

Buch

Taschenbuch (624 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Sergej Lukianenko nimmt Sie mit auf eine atemberaubende Reise


Dies sind die Abenteuer des Kosmonauten Pjotr Chrumow, der eines Tages in seinem Raumschiff einen blinden Passagier entdeckt: den Vertreter einer Reptilienrasse, die sich gegen die in der Galaxis herrschende Macht - das sogenannte »Konklave« - verschworen hat. Zunächst glaubt Pjotr, die Angelegenheit still und leise bereinigen zu können. Doch sein Passagier hat andere Pläne: Er verlangt ein Treffen mit Andrej Chrumow, Pjotrs 72-jährigem Großvater, der auf der Erde lebt. Doch warum gerade mit ihm? Und wie soll Pjotr unbemerkt zur Erde gelangen?


Produktdetails

ISBN-10: 3-453-52553-1
EAN: 9783453525535
Originaltitel: Zvezdnaya Ten (The Star Shadow)
Erschienen: 06.07.2009
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 624
Gewicht: 792 g
Übersetzer: Christiane Pöhlmann
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Sergej Lukianenko

Sergej Lukianenko, 1968 in Kasachstan geboren, studierte in Alma-Ata Medizin, war als Psychiater tätig und lebt nun als freier Schriftsteller in Moskau. Er ist der populärste russische Fantasy- und Science Fiction-Autor der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt. Gemeinsam mit Regisseur Timur Bekmambetov schrieb Lukianenko auch das Drehbuch für die Verfilmung von "Wächter der Nacht".

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Buchhändlertipps

  • Tore in andere Welten

    von Astrid Hochleitner, am 06.08.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in St. Johann im Pongau

    Der Kosmonaut Pjotr setzt seine Reise zum Kern der Galaxis mitsamt seiner bunt zusammengewürfelten Crew fort.Stark verändert in seinem Denken und Fühlen,hervorgerufen durch die Symbiose mit einem Alien,wird Pjotr immer noch von dem verzweifelten Gedanken die Erde zu retten erfüllt.
    Bizzare und gefährliche Abenteuer müßen alle überstehen,es gibt Verluste aber auch schöne Momente auf fremden Welten mit ungewöhnlichen Spezies.
    Düster und bedrohlich mutet die Story an,das Ende muß aber gut ausgehen- sonst wären wir auf unserem Staubkorn "Erde"nicht mehr da.(:

Kundenrezensionen

  • Eine gelungene Fortsetzung. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Torsten, am 27.01.2011

    3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich hatte das Gefühl, in die von Lukianenko beschriebene Welt regelrecht einzutauchen. Weil die Aliens nur eine Nebenrolle einnehmen und Weltraumschlachten gar nicht vorkommen, handelt es sich wieder um einen sehr spannenden und nachdenklich machenden Roman über die Moral der Menschheit.
    Ein gutes Buch, dass ich bestimmt noch einmal lesen werde und ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann.

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  • ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Christian Engelhardt, am 17.09.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Nich das beste Buch von Lukinenko. Er hat eindeutig schon bessere geschrieben. Als Fortsetzung habe ich mehr erwartet. Es können halt nicht immer nur gute Bücher sein die er schreibt.

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  • Sternenschatten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Eva Kriegel, am 01.04.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In der Fortsetzung von „Sternenspiel“ begibt sich Pjotr, enttäuscht von den Geometer (deren brutal durchgesetztes Ideal von Freundschaft und Gemeinschaft die jahrzehntelange sozialistisch-sowjetische Utopievorstellung parodiert), auf die Reise zu dem „Schatten“, eine Zivilisation im Kern der Galaxis. Der Schatten ist die Rasse vor der die Geometer geflüchtet sind. Natürlich hofft Pjotr auf die Hilfe dieser Zivilisation, um sich endlich gegen das übermächtige Konklave wehren zu können. Doch der Preis für die Hilfe: absoluter Individualismus. Ist das der richtige Weg für Russland? Für die gesamte Menschheit? Pjotr muss sich entscheiden.

    Lukianenkos Bücher sind Ideenkritik. In „Sternenspiel“ und „Sternenschatten“ entwirft und betrachtet er verschiedenste aktuelle und historische Gesellschaftsmodelle. Der Leser muss sich nicht durch endlose Beschreibungen von Raumschlachten oder seltsam aussehenden Aliens kämpfen. Lukianenko beschäftigt sich vielmehr mit der Frage, warum die menschliche Rasse überhaupt ein Recht auf einen Platz in der Galaxis hat. Die Verbindung von SF und Humanismus ist perfekt gelungen.

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  • Gelungene Fortsetzung eines Epos! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Florian Haas, am 19.08.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Fortsetzung von "Sternenspiel" zeigt einmal mehr Lukianenkos Leidenschaft für epische Ansätze in seinen SciFi-Romanen. Mit einem Satz werden ganze Sternimperien umfaßt und beschrieben, nur um gleich darauf zu erläutern, wie unbedeutend sie doch in ihrem Handeln und denken eigentlich sind oder waren. Vergleichbares schreiben nur Ian Banks und Stephen Baxter, literarisch zwar besser, aber weniger spannend und amüsant.

    Denn wenn Pjotr im galaktischen Kern mit seinem Großvater zusammensitzt, russische Philosophie diskutiert und Lyrik rezitiert, weiß man wieder genau, was Lukianenkos Werke trotz schwankender Qualität (SPEKTRUM ist bisher unerreicht!) so charmant und einzigartig macht: Echte Menschlichkeit inmitten der größtmöglichen Fremdartigkeit.

    Ein Feuerwerk an fantastischen und philosophischen Ideen, sympatisch und fesselnd erzählt!

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Es sind nicht die alles verschlingenden Flammen der Triebwerke schuld, über die Journalisten so gern schreiben. Nein, es regnen einfach zu viele Gifte zu Boden, wenn die Trägerraketen aufgetankt werden oder Brennstoff notfalls abgelassen wird, wenn mal eine Rakete auf dem Starttisch explodiert oder die verschlissenen Leitungen durch kleine, unvermeidlich auftretende undichte Stellen Flüssigkeit verlieren.
Aber dieses Kosmodrom lag nicht auf der Erde.
Ich saß im Gras, am Rand eines gewaltigen uneingezäunten grünen Feldes. Man hätte es für einen Tennisplatz von Riesen halten können oder für die Ausgeburt der kranken Phantasie eines golfverrückten Milliardärs.
Allerdings war hier gar kein Geld in Umlauf.
Mein Gesicht brannte, als schmirgle ein unsichtbarer Sadist die Haut von innen ab. Da das der Wahrheit entsprach, versuchte ich, den Schmerz zu ignorieren.
Wie auf dem Präsentierteller ragten auf dem Grün des Kosmodroms völlig chaotisch kleine silbrige Raumschiffe empor. Vor gar nicht langer Zeit hatte ich schon einmal hier gestanden, damals hatte mein vernebeltes Bewusstsein jedoch verhindert, dass ich all das mit den Augen eines Erdbewohners wahrnahm. Jetzt dagegen ... Jetzt multiplizierte ich die Kampfkraft eines einzelnen Schiffs erst mit ihrer Gesamtzahl, dann mit der mutmaßlichen Zahl von Weltraumbahnhöfen auf dem Planeten und baute auch zwei Unbekannte in die Gleichung ein, nämlich sowohl die Schiffe, die gerade durchs All flogen oder auf den Planeten der Freunde warteten, wie auch jene Raumkreuzer, die den Orbit nie verließen. Das Ergebnis war natürlich sehr ungenau, die Streubreite betrug eine ganze Zehnerpotenz.
Aber welchen Unterschied macht es schon, ob jemandem eine Tonne Ziegel auf den Kopf fällt oder zehn Tonnen?
Ich kaute auf einem Grashalm und streckte mich im Gras aus. Auf dem Rücken liegend, schaute ich in den Himmel hinauf. Gibt es in irgendeiner Welt, zu irgendeiner Zeit etwas, das unveränderlicher wäre als der Himmel? Daliegen, den säuerlichen Saft auf den Lippen schmecken, spüren, wie der endlose Himmel an einem zieht, einen einsaugt ... Wie die Welt sich umdreht, und schon liegt man nicht mehr auf dem Rücken, entspannt und faul, mit zusammengekniffenen Augen in die Endlosigkeit blinzelnd, sondern der ganze Planet lastet einem auf den Schultern, und man hält ihn über dem Himmel hoch. Der letzte und einzige Atlas ...
Der Saft des Grashalms war bitter und ätzend, hervorgebracht von einer fremden Erde. Den Himmel bedeckte eine aparte Zierdecke aus Wolken-für-angenehm-kühles-Wetter. Durch ein solches Gitter fällt man nicht.
Nicht ich habe diese Welt auf den Schultern zu tragen.
Ich drehte den Kopf und zwang den Planeten damit, sich mir unter die Füße zu legen. Ich betrachtete den reglosen Körper neben mir. Der Mann lebte, würde aber eine ganze Weile bewusstlos bleiben.
"Bist du fertig, Cualcua?", fragte ich laut.
Ja. Eure Gesichter und eure Haut sind jetzt identisch, antwortete mein Symbiont, tonlos flüsternd.
"Danke."
Soll ich die Figur angleichen?
Der Mann war kräftiger und größer als ich. Eine Tarnung würde mir nicht schaden. Doch allein der Gedanke an jene neuerlichen Schmerzen, die mit der Transformation des Körpers einhergehen würden, löste leichte Panik in mir aus.
"Nein, das ist nicht nötig."
Ich richtete mich in Hockstellung auf und zog dem Mann die Kleidung aus. Nur gut, dass man auf diesem Planeten einen weiten Schnitt bevorzugte.
"Glaubst du, wir kommen von hier weg?", fragte ich das Wesen, das in meinem Körper lebte.
Vielleicht.
Die Cualcua kennen weder Takt noch Angst vorm Tod. In letzter Zeit fand ich Gefallen an dieser Einstellung.
Nachdem ich mir die Sachen des anderen Mannes angezogen hatte, stand ich auf. Fünfhundert Meter vor mir machte ich flache, fensterlose Bauten aus. Waren das Hangars? Werkstätten? Oder Treibstofftanks?
"Ob sie Rimers Schiff womöglich noch gar nicht zerstört haben?", fragte ich voller Hoffnung. "Es wäre schön, wenn wir damit zurückkehren könnten ..."
Der Cualcua antwortete nicht, seltsamerweise meinte ich jedoch, einen Abklang von seinen Gefühlen zu erhaschen. Leichte Ironie, Sympathie und Billigung.
Ob sich ein Wesen, das als lebender Mechanismus dienen muss, als Panzerung und Lenkvorrichtung eines Torpedos, in die Technik hineinversetzen kann? Ob das Mitgefühl mit einem Schiff für dieses Wesen eine der seltenen Emotionen ist, zu denen es überhaupt imstande ist?
"Es wird Zeit, nach Hause zu kommen", sagte ich. Nur für diejenigen, die ein Zuhause haben... "Habt ihr denn kein ..."
Unsere Rasse hat sich in der Vergangenheit den Beschlüssen des Konklaves widersetzt. Wir haben rebelliert. Damals hatten wir noch einen Planeten. Jetzt gibt es dort nur noch Staub.
Schweigend starrte ich auf das Grün des Kosmodroms. Mach dich auf den Weg, Pjotr. Für dich gibt es einen Ort, an den du zurückkehren kannst.
"Hoffentlich", erwiderte ich. "Hoffentlich."


Die Erde


Das rot-violette Geschwader der Alari. Hundert Schiffe, die an den Grenzen des galaktischen Konklaves Patrouille flogen.
Durch die durchsichtig gewordene Verkleidung betrachtete ich die am Himmel verteilten Lichter. Sobald ich ein Schiff länger ansah, wurde es größer. Die Technik der Geometer war wirklich hervorragend. Aber kam es darauf an?
Es gibt Dinge auf der Welt, die stärker als Waffen sind: den Willen, die Geisteskraft, die Gewissheit, richtig zu handeln, der Zusammenhalt untereinander. Was konnte das Konklave schon gegen die Zivilisation der Geometer ins Feld führen? Reibereien und Streit, die angestaute Unzufriedenheit der Schwachen Rassen, die Selbstzufriedenheit und Arroganz der Starken Rassen. Das ganze labile Gleichgewicht würde im Handumdrehen zusammenbrechen. Und wenn dann noch die Regressoren mitmischen würden ...
Kapitän, jemand zwingt uns einen Kurs auf. "Dann lass uns gehorchen", sagte ich.
Die Situation ist gefährlich.
"Es ist alles in Ordnung. Ich habe Anweisungen. Alles geschieht zum Wohl Der Heimat", sagte ich kurz angebunden.
Das Erkundungsschiff, das Rimer gehört hatte, hatte ich am Ende doch nicht gefunden. Anscheinend war es doch zerstört worden. Sicherheitshalber. Vielleicht war es besser so. Gegenüber einem Computer, der sich einen Teil von Niks Gedächtnis, seine Art zu kommunizieren und seine Gedichte einverleibt hatte, hätte ich mich unwillkürlich wie gegenüber einem intelligenten Lebewesen verhalten. Mit diesem neuen Schiff, mit dem nie zuvor irgendjemand geflogen war, gab es diese Probleme nicht.

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