BuchhändlerInnen im Portrait

aus Göttingen

Gesamte Rezensionen
23 (ansehen)
Über mich
bin neugierig auf Menschen und Bücher.
Alter
44 Jahre
Abteilung
Sprachen und Lernhilfen
Funktion
Buchhändlerin
An meinem Beruf gefällt mir
Kunden ihre Wünsche zu erfüllen und sie durch individuelle Beratung mit den passenden Büchern zu versorgen.
Im Beruf seit
1989
Zu meiner Buchhandlung Zu den Top 100: BuchhändlerInnen

Meine Rezensionen

  • Lieben sich zwei
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    Lebloses Leben
    Rezension vom 15.12.2011
    Daniel und Ines, beide Mitte dreißig, führen eine moderne Ehe. Aufgewachsen in pfälzischen Winzerfamilien, sind sie dem einfältigen Dorfleben entflohen und leben nun in der schicken aber leblosen Hamburger Hafencity. Hier haben sie eine teure und funktional perfektionierte aber ebenso leblose Designerwohnung gemietet. Sie können es sich leisten, denn Daniel ist gut bezahlter Stadtplaner in einer Unternehmensberatung. So kann Ines sich auch den Luxus erlauben, ein mehr schlecht als recht laufendes Weingeschäft in Alsternähe zu betreiben.

    Die beiden haben ihr Leben unter Kontrolle. Jeder Handgriff sitzt, jede Minute ist geplant und kleine Alltagspannen meistern sie dank Daniels planerischem Geschick mit Bravour.

    Doch das Gleichgewicht ihres gut funktionierenden Lebens gerät ins Wanken, als der bisher unerfüllte Kinderwunsch die Herrschaft in ihrem Leben übernimmt. Es fällt ihnen schwer, mit der allmonatlichen Enttäuschung zu leben. Sie entfernen sich voneinander, Heimlichkeiten schleichen sich ein. Der Moment, in dem ihr perfektes Lebenskonstrukt in sich zusammenfällt, ist greifbar.

    Mit einem analytischen Blick fürs Detail seziert Moster seine Charaktere, ohne sie bloßzustellen. Dabei unterstützen die Perspektivwechsel den Leser, sich in die Personen einzufühlen. Ein absolut lesenswerter Roman über die Annäherung an die wirklich wichtigen Dinge im Leben und die Überwindung von Oberflächlichkeiten.
  • Adams Erbe
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    Elvis lebt und Hitler säuft
    Rezension vom 09.12.2011
    Zwei junge Männer, Großonkel und Großneffe, die ihre Geschichte, geprägt von der jüdischen Herkunft, unabhängig voneinander erzählen. Obwohl ihre Leben mehr als 50 Jahre auseinanderliegen und sie sich nie kennengelernt haben, sind nicht nur die äußerlichen Ähnlichkeiten unverkennbar.

    Ein toller Roman voller Träume, Sehnsüchte, Ideale und unerfüllter Liebe. Eine wunderbare Vereinigung von skurrilem Witz und Tragik.
  • Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin
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    Schleichendes Gift
    Rezension vom 08.11.2011
    Eine sehr feinfühlige Geschichte über Mobbing – das schleichende Gift für die menschliche Psyche.

    Mathilde hätte nie gedacht, dass irgendetwas sie so aus der Bahn werfen könnte - sie als starke alleinerziehende Frau. Doch das Mobbing durch ihren Chef, verunsichert sie so sehr, dass sie sogar eine Wahrsagerin aufsucht. Ein Schritt, der früher undenkbar war für sie. Doch wer oder was soll diese vorhergesagte Begegnung sein, die ihr bevor steht?

    Die Autorin erzeugt bis zur letzten Seite einen unterschwelligen Spannungsbogen, dessen Auflösung auf den ersten Blick unbefriedigend erscheint. Ein Buch, dass bei mir noch lange nachgewirkt hat.
  • No und ich
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    „Ich will doch nur ihr Bestes!“
    Rezension vom 08.11.2011
    Lou soll eine Facharbeit schreiben. Aber welches Thema? Ihr Lehrer geht ihr mit seiner Drängelei gehörig auf die Nerven. Sie hat keine Lust mehr auf Schule – sie schüttelt sowieso alles aus dem Ärmel mit ihrer Hochbegabung.

    Aber hier stößt Lou erstmals an ihre Grenzen. Die obdachlose No – anfangs nur ein Teil ihrer Facharbeit- wird nun zu ihrer Obsession. Sie will sie von der Straße holen. Ihr helfen ein 'normales' Glied der Gesellschaft zu werden. Aber sie hat ihre Rechnung ohne No gemacht...

    Mit diesem Buch werden alle Weltverbesserer auf den Boden der Tatsachen geholt. Jeder gute Wille hat seine Grenzen – beim Ich des anderen.

    Eine tolle Geschichte – unbedingt auch für Jugendliche!
  • Rimbaud und die Dinge des Herzens
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    Einfach liebenswert!
    Rezension vom 08.11.2011
    An diesem Buch hat mich die kindliche Sicht auf das alltägliche Leben und Überleben begeistert.
    Benchetrit begleitet seinen kleinen Helden Charly einen Tag lang durch die Banlieus von Paris. Charly erzählt manchmal naiv, manchmal abgeklärt, manchmal philosophisch aus seinem Leben. Dabei spart er keineswegs die dunklen Seiten des Lebens in den Vororten aus, doch in seinen Erzählungen verlieren sie den Schrecken und werden ins Licht gerückt.

    Ein äußerst liebenswertes Buch, dass mich sehr berührt hat.
  • Godspeed - Die Reise beginnt
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    Frostige Zeiten
    Rezension vom 08.11.2011
    Eine Science-Fiction-Story, die es in sich hat – von der ersten Seite an.

    Amy hat die Wahl: ihr normales Leben weiterzuführen – ohne ihre Eltern. Oder sich einfrieren zu lassen, um in 300 Jahren ein ganz anderes Leben zu beginnen – mit ihren Eltern. Sie entscheidet sich für die zweite Variante. Doch hätte sie geahnt, dass etwas schiefläuft bei der Mission und sie bereits während ihrer Reise ins neue Leben erwacht, hätte sie sich wohl anders entschieden. Denn das Leben auf der Godspeed ist der lebendige Albtraum. Einzig die Existenz von Junior gibt ihr ein wenig Trost und Mut. Als dann auch noch merkwürdige Dinge passieren, ist Amy zwar der Verzweiflung nahe, doch sie gibt nicht auf und will den Geschehnissen auf den Grund gehen. Gemeinsam mit Junior kann sie den Schrecken vielleicht stoppen.

    Nach diesem Buch geht man anders durch die Welt – denn auf einmal merkt man wie wertvoll das Leben auf dieser Erde ist.
    Der spannende und erschütternde Auftakt einer Trilogie.
  • Boys Don't Cry
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    Zukunftspläne vermasselt?
    Rezension vom 08.11.2011
    Ein sehr ehrliches Buch, dass vor keinem Tabu zurückschreckt.
    Dante wartet voller Spannung auf seine Abiturergebnisse und will dann ins Leben durchstarten. Doch dann steht seine Exfreundin vor der Tür, die längere Zeit vom Erdboden verschwunden war. Als sie ihn mit dem Unfassbaren konfrontiert, weiß er auch warum: das Baby in dem Buggy ist seine Tochter! Von nun an soll er sich um sie kümmern. Damit zerplatzen seine Zukunftspläne wie eine Seifenblase. Doch wie soll er diese Herausforderung meistern? Und was ist überhaupt mit seinem Bruder los? Der verhält sich auf einmal so komisch.
    Ein Roman, der zeigt, dass unvorhergesehene Wendungen, die einem als ausweglose Sackgassen erscheinen, nicht zur Verzweiflung führen müssen, sondern auch eine große Chance sein können. So merkt Dante schon bald, dass er dieses kleine Wesen tatsächlich lieben kann und bereit ist, andere Dinge dafür aufzugeben.
  • Fast genial
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    Glück oder Gene?
    Rezension vom 08.11.2011
    Francis lebt mit seiner psychisch kranken Mutter im Trailer Park von Claymont. Doch es gab auch andere Zeiten: da wohnte er mit seinem Stiefvater, seiner Mutter und seinem liebenswerten kleinen Stiefbruder in der City, war gut in der Schule und feierte Erfolge beim Ringen. Doch nun ist es eben so, er ist in der unausweichlichen Sackgasse gelandet: einmal Gosse, immer Gosse. Oder doch nicht? Als Francis von der Existenz seines leiblichen Vaters erfährt, keimt in ihm die Hoffnung, dass es für ihn auch ein anderes Leben geben kann. Voller Tatendrang macht er sich mit seinen zwei Freunden auf den Weg in den Westen.

    Ein Roman wie ein Road-Movie, in dem der Weg das Ziel ist und der, mit großem Einfühlungsvermögen geschrieben, auch Jugendlichen gefallen wird.
    Unter anderem rückt Wells das Thema Elitegesellschaft mittels gezielter genetischer Auswahl in den Brennpunkt. Ein Roman der sich auch hervorragend als Schullektüre eignet.
  • Arthur und die vergessenen Bücher
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    Gefährliche Bücherjagd
    Rezension vom 08.11.2011
    Arthur liebt Bücher. Er verbringt seine gesamte Freizeit im Antiquariat eines Freundes. Als der ihm einen Ferienjob im Sommer anbietet ist Arthur überglücklich. Nur die Enkeltochter des Antiquars geht ihm auf die Nerven. Ausgerechnet mit ihr soll er nach Amsterdam fahren, um sich dort auf die Suche nach den 'vergessenen Büchern' zu machen. Eine große Herausforderung für einen Vierzehnjährigen! Wie spannend und nervenaufreibend das ganze Unterfangen ist, merken die zwei allerdings erst, als sie mittendrin stecken, denn es handelt sich nicht um normale Bücher – diese Bücher haben Macht.

    Eine spannende Geschichte nicht nur für Bücherliebhaber. Mir hat sie Lust gemacht, mich auch gleich auf die Reise zu den vergessenen Büchern zu machen.
  • Der Märchenerzähler
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    Wenn Märchen Wirklichkeit werden...
    Rezension vom 08.11.2011
    Anna lebt in ihrer eigenen Welt. Sie interessiert sich, zur Verzweiflung Ihrer besten Freundin, nicht wie alle anderen aus ihrer Stufe für Jungs und Partys. Doch dann bemerkt sie Abel. Der „polnische Kurzwarenhändler“, wie er von allen genannt wird, erregt ihr Interesse und lockt sie aus ihrem Schneckenhaus. Wer ist dieser Junge mit Wollmütze und Militärjacke?
    Anna beginnt, ihm hinterher zu spionieren und erfährt, dass er mit seiner kleinen Schwester in den Plattenbauten wohnt. Seine Mutter ist verschwunden. Abel sorgt rührend für seine Schwester, doch Anna spürt, dass er ein Geheimnis hat...
    Ein einfühlsamer Roman um eine ganz besondere Beziehung und ein spannender Thriller mit Nervenkitzel bis zur letzten Seite.