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Die neuen Sklaven sind da
Eine »provokante Petitesse zum selbstgefälligen Amusement« - so nennt Claus seiner Frau gegenüber seine Annonce für die neue Putzfrau. Zu ihrer Überraschung melden sich auf die Anzeige dann tatsächlich Menschen, die sich ernsthaft als »Sklave « bewerben. Als sich Claus für Bartos, einen promovierten Altphilologen, und dessen Frau Svetlana entscheidet, ahnt er nicht, wie schnell er von seinen »Subs« abhängig werden soll. Bald bieten immer mehr Sklaven ihre Dienste an.
Die Rechtsanwältin Evelyn und ihr Mann Claus, ein Schönheitschirurg, führen ein sorgenfreies Leben in einer schmucken Villa in Grunewald. Der Alltag der beiden gerät durcheinander, als die polnische Haushaltshilfe spurlos verschwindet und sich auf Claus' augenzwinkernd gemeinte Stellenanzeige plötzlich Langzeitarbeitslose, Asylanten und überqualifizierte Akademiker ernsthaft als »Sklaven« bewerben. Zunächst sind sie überrascht und schockiert, doch warum sollten sie auf die Annehmlichkeiten verzichten? Sie haben das nötige Geld, und in der liberalen Spaß-Gesellschaft der Hauptstadt ist das »erlaubt, was man sich leisten kann«. Also entscheiden sie sich für Bartos, einen promovierten Altphilologen, und dessen Frau Svetlana. Eines Tages regt Bartos den Bau eines Schwimmbads auf dem ungenutzten Rasen vor der Villa an, ein teures Vorhaben, das durch den Einsatz von illegalen Arbeitskräften bewältigt werden soll. Und so rücken eines Nachts weitere Familien an, die seit Jahren ein Leben in selbstgewählter Sklaverei führen. Doch bald kommt es zu ersten Unstimmigkeiten in der »Solidargemeinschaft nach römischem Vorbild« . . .
Pressestimmen:
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 29.08.11
Vor Jahren hat der in Frankfurt geborene Thor Kunkel mit dem Nazipornoroman Endstufe für einen Skandal gesorgt. Mit Subs gelingt ihm das nicht, da er nicht in Roche-Manier auf Sex und Ferkeleien eingeht, was die Idee zu dem Roman mehr als hergegeben hätte und so wahrscheinlich eine breite voyeuristisch interessierte Leserschaft gefunden hätte. Kunkel versucht hier eine Satire zu schreiben, die gewaltig schief geht, denn dafür ist sie dann doch zu ernst und ereignislos. Die Hauptaussage des Buches ist, dass in Deutschland ein modernes Sklaventum besser wäre als Hartz IV. Eine harte Aussage, aus der Kunkel aber auch zu wenig macht. Der Roman in schwülstigem Stil ist am Ende so aufwühlend wie ein Zwei-Stunden-Waschmaschinen-Waschprogramm oder ein schweißtreibender Hausputz mit Gummihandschuhen. Evelyn und Claus sind Nervensägen, denen man wünscht, sie wüssten mehr mit ihrem Leben anzufangen. Das Beste am Buch ist das Cover.
| ISBN-10: | 3-453-26692-7 |
|---|---|
| EAN: | 9783453266926 |
| Erschienen: | 25.04.2011 |
| Verlag: | Heyne |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 448 |
| Länge/Breite: | 215mm/135mm |
| Gewicht: | 650 g |
Thor Kunkel, geboren 1963 in Frankfurt am Main, studierte Kunst und lebte viele Jahre in London und Amsterdam. 1999 gewann er beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb den Ernst Willner-Preis.
von Helga Herzog, am 03.09.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Steyr
von einer Kundin/einem Kunden, am 10.07.2011
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