BuchhändlerInnen im Portrait
aus Essen
- Gesamte Rezensionen
- 75 (ansehen)
- Lieblingsautoren
- Oh, da gibt es so viele... Rebecca Gable und Ken Follett gehören eindeutig dazu; aber auch noch viele andere
- Im Beruf seit
- 1997
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Rollenspiel oder tödlicher Ernst ?! Spannung garantiert!!Rezension vom 07.02.2012Bastian begleitet seine Freundin Sandra zu einem Wochenendtrip ins Mittelalter. Denn sie und ihre Freunde betreiben Live-Rollenspiel; ihre Gruppe nennt sich Saeculum. Für ein Wochenende lebt man in der Wildnis, keine Handys oder Strom, irgendwo weit abgeschnitten von der Zivilisation. Zunächst ist Bastian skeptisch, aber bald packt auch ihn die Begeisterung, ins Mittelalter abzutauchen.
Doch dann geschieht es: unheimliche Stimmen in der Nacht, und ein Mitspieler verschwindet. Nur seine Rollenspielwaffe wird gefunden. Als dann auch noch das Funkgerät der Spielleitung gestohlen wird, wollen viele wieder nach Hause. Der Ort sei verflucht. Die Lage spitzt sich zu, als das Wetter Kapriolen schlägt und zu einer tödlichen Gefahr wird!
Mysteriöse Dinge gehen vor, und langsam wird klar: sie sind hier nicht allein. Doch sind es wirklich mittelalterliche Geister, die Rache fordern?
Spannend geschrieben - von der ersten bis zur letzten Seite und selbstverständlich eine Pflichtlektüre für alle Rollenspieler - ob LARP oder nicht. Die Autorin hat es einmal mehr verstanden, ein fantastisches Buch zu schreiben! -
The Bourbon Kid is backRezension vom 25.11.2010Gut ein Jahr nach dem Massaker zur Sonnenfinsternis ist in Santa Mondega schon wieder einiges im Argen. Eine Mumie ist auferstanden und aus dem Museum geflohen. Der blaue Stein des Mondes kehrt in die Stadt zurück und zieht sofort jede Menge Begehrlichkeiten auf sich. Außerdem erscheint auch der Bourbon Kid, der gefürchtete Killer, wieder auf der Bildfläche, denn irgendwer hat es auf ihn abgesehen und reizt ihn bis zur Schmerzgrenze ... Keine gute Idee!!
In guter alter Tradition geht es wieder hoch her in Santa Mondega: Killer, Vampire, korrupte Polizisten und der Dunkle Lord. Alle sind zurück, treffen sich in Sanchez' Bar und knallen sich irgendwann gegenseitig über den Haufen. Wie schon im ersten Teil "Das Buch ohne Namen" fließt das Blut literweise, aber auf sehr unterhaltsame Weise. Was nicht zuletzt an der fantastischen Lesart von Stefan Kaminski liegt. Spielend wechselt er die Stimmen für die Personen und führt den Zuhörer durch die skurile Welt; spricht hier den Werwolfrapper, dort die Vampirkönigin und wenn die rauchige Stimme des Bourbon Kid erklingt, ist der nächste Tote nicht weit.
Blutig, aber auf eine charmante Tarantino-Art. Wer auf skurilen Humor steht, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht. -
Atemberaubende MomentaufnahmenRezension vom 19.11.2010Norbert Rosing hat sich in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag in Deutschlands teils unberührte Natur begeben und wirklich beeindruckende Momentaufnahmen für die Ewigkeit festgehalten. Verwunschene Seen, Felsformationen oder Pflanzen, Blütenmeere oder regenbogenfarbenes Watt... so hat man die Natur noch nie gesehen. Mit diesem immerwährenden Kalender kann man sich die Natur auf den Schreibtisch holen und jeden Tag in einem neuen Bild schwelgen. Von den Weiten des Wattenmeeres und den Küstenregionen Deutschlands bis zu den Felsen in der Sächsischen Schweiz und den Naturparks der Alpenregion, Norbert Rosing hat sie alle besucht und eine unbekannte Seite Deutschlands festgehalten. Atemberaubende Bilder! -
Bartimäus ist zurück! Endlich!!Rezension vom 28.10.2010Der allseits beliebte Bartimäus, seines Zeichen Dschinn der vierten Kategorie, ist endlich zurück! Es ist ein Prequel, denn die Geschichte spielt im alten Jerusalem zu König Salomos Zeiten. Bartimäus ist auf Erden wieder in Fesseln geschlagen und muss dem Hofmagier Khaba in Jerusalem zu Diensten sein. Natürlich eckt seine unkonventionelle, freche Art an, und er handelt sich jede Menge Ärger ein. Da hilft es ihm auch nicht, dass die junge Asmira ihn aus seinem Flaschengefängnis befreit, denn der Befehl, den sie ihm gibt, läßt ihn - ganz untypisch für den vorlauten Dschinn - völlig verstummen: Salomos den Ring der Macht stehlen! Selbst Bartimäus ist dafür nicht tollkühn genug ... oder etwa doch?
Fest steht, dass Bartimäus witziger und besser denn je zurückgekehrt ist! Wie ein Märchen aus 1001 Nacht, mit der gewohnten Bissigkeit und Selbstgefälligkeit Bartimäus' und natürlich den unübertroffenen Fussnoten im Text. Purer Lesespaß allererster Güte! Zumal nun Hoffnung besteht, das Jonathan Stroud auch die übrigen Abenteuer des Dschinns zu Papier bringt, die er vor seiner Beschwörung durch Nathanael ( Das Amulett von Samarkand) erlebt hat. Zu hoffen wäre es auf jeden Fall. -
MeisterhaftRezension vom 27.10.2010Ken Follett gehört für mich zu den großen Autoren historischer Romane. Sie sind immer genau recherchiert und sehr spannend geschrieben. Das gilt auch wieder für sein neues Werk. "Sturz der Titanen" ist der Auftakt zu einer, das 20. Jahrhundert umspannenden Trilogie, wobei die verschiedenen Charaktere auf der ganzen Welt beheimatet sind. Da wäre Earl Fitzherbert, Lord im Oberhaus und ein überzeugter Verfechter von Großbritanniens Vormachtstellung in der Welt. Seine Haushälterin Ethel wird allein erziehende Mutter und tritt für die Rechte der Frauen ein. Ebenso Lady Maud, Fitzherberts Schwester, eine überzeugte Suffraggette, die jedoch heimlich den deutschen Diplomaten Walter von Ulrich heiratet. Einzig durch Gus Dewar, seines Zeichens rechte Hand des amerikanischen Präsidenten Wilson gelingt es beiden, in Kontakt zu bleiben, denn über alle bricht der Erste Weltkrieg herein. Der Schrecken und die Sinnlosigkeit, mit der alle Nationen unaufhaltsam in dieses Drama steuern und später auch die tragischen Schlachten und Entscheidungen des Krieges, hat Follett sehr spannend und authentisch dargestellt. Ebenso die Russische Revolution unter Lenin, welche die beiden russischen Brüder Grigori und Lew auseinander reißt. Der eine will auswandern und wird Revolutionär, und der andere macht sein Glück in Amerika, kehrt jedoch als feindlicher Soldat in die alte Heimat zurück...
Auf über tausend Seiten wird das Schicksal der Charaktere geschildert, und doch sind es noch zu wenige, denn wenn man einmal in die Geschichte getaucht ist, möchte man mehr. Es läßt auf die folgenden zwei Bände hoffen, denn durch die Wahl seiner Charaktere und deren Nationalität hat Follett wirklich die Möglichkeit, das Weltgeschehen aufzuzeigen... und jeder weiß, dass es noch viele Ereignisse gibt, die nur darauf warten, von Walter, Maud, Grigori, Gus, Fitz und Ethel erlebt zu werden... Ein großartiges Buch! -
Erfrischende LeichtigkeitRezension vom 26.10.2010Zeitreisen sind möglich! Das behauptet immerhin die Firma ZEITREISEN MURRAY im 19. Jahrhundert in London. Sie bringt ihre Kunden in den Mai 2000, wo sie die grandiose, alles entscheidende Schlacht der Menschen gegen die Maschienenwesen mitverfolgen können. ... Oder ist doch alles nur ein Schwindel? Aber welche Waffe könnte dann bei den unerklärlichen Morden zum Einsatz gekommen sein? Und überhaupt, was hat Jack the Ripper mit all dem zu tun?
Felix Palma hat einen wunderbaren Roman geschrieben, der mit dem Thema Zeitreisen auf eine sehr gekonnte Art spielt. Dreh- und Angelpunkt ist der englische Schriftsteller H.G Wells, der gerade erst seinen Roman "Die Zeitmaschine" veröffentlicht hat. Er allein kann durch Zeitreisen den Lauf der Geschichte beeinflussen ... oder etwa doch nicht? Gerade dieses gekonnte Spiel des Autors macht die Faszination des Romans aus. Passiert dies wirklich, oder ist alles nur fader Betrug? Der Leser schwankt, wird in die eine Richtung geschoben, die dann doch einen unverhofften Haken schlägt und eine neue Sichtweise auf die Ereignisse aufzeigt. Zudem hat der Autor eine wunderbar leichte Sprache getroffen, die den Leser wie einen Zuschauer über und durch die Geschichte fliegen läßt. Man fühlt sich von dem Autor an die Hand genommen und durch die Geschichte geführt. Dieser Schreibstil hat mich begeistert. Ein wahrer Lesegenuss. Toller Stil, spannende Geschichte! Was will man mehr?! -
Gourmets gefragtRezension vom 18.10.2010Dieses Buch ist ein Feuerwerk der kulinarischen Entdeckungen weltweit! Jeder kennt Käse aus Frankreich oder Wein aus dem italienischen Chianti Gebiet, Sushi aus Japan oder argentinische Steaks. Aber wo kann man die italienische Küche hautnah erleben und erlernen? Wo sind Spitzenrestaurants? Wo kann man über farbenfrohe Märkte stöbern und sich an der Gewürzvielfalt berauschen? Wo kann man in ganz außergewöhnlichen Locations speisen?
400 kulinarische Reiseideen sollen dem Leser Lust machen, selbst in die Ferne aufzubrechen und auf Entdeckertour zu gehen... ob es nun Restaurants, Straßenmärkte oder landestypische Zutatenen sind... hier wird man fündig. Rezepte und jede Menge Informationen über die Spezialitäten runden das Buch ab.Die 20 Top-Ten-Listen, die nostalgische Delikatessengeschäfte oder die teuersten Cocktailbars auflisten sind das Sahnehäubchen... oder wussten Sie, wo man zum Martini auch einen Diamanten nach Wahl bekommt?
Selbst wenn man nicht auf Reisen geht, so ist doch schon das Blättern ein Genuss! -
Beeindruckend und wunderschönRezension vom 16.10.2010"Ein tieforangefarbener Vollmond senkte sich über einen gewaltigen Eisberg und tauchte wenig später in den arktischen Ozean ein, während sich im Osten bereits die Sonne eines neuen Tages erahnen ließ: ein Zauber, nur für einen flüchtigen Augenblick und viele Jahre her. Und dennoch wirkt er in mir nach, bis heute." Markus Lanz.
Man schlägt das Buch auf und erwartet einen üblichen Reisebildband. Doch Markus Lanz liefert mehr...bedeutend mehr. Die ersten Seiten zeigen tolle, von ihm selbst gemachte Aufnahmen ... von Eisbären, Walen, Gletschern... Fotos, die beeindrucken, die man aber auch erwartet hat. Doch dann sieht man ein Bild, wo eine gelbe Kugel, halb hinter einem bläulich-weißen Eisberg versinkt und sich die ersten roten Schlieren der heraufdämmernden Morgenstimmung abzeichnen.
Dieses Bild ließ mich innehalten. Es war so beeindruckend und wunderschön anzuschauen. Als ich dann ein paar Seiten weiter das obige Zitat las, musste ich schmunzeln. Auch wenn man das Naturschauspiel wie Markus Lanz nicht live miterlebt hat, so kann man den Zauber, von dem er spricht doch sehr gut erahnen.
Mit diesem Bildband legt Markus Lanz, der schon seit vielen Jahren immer wieder im Winter und im Sommer nach Grönland fährt und enge Beziehungen zu den Inuit aufgebaut hat, mehr als nur ein weiteres Buch zu Grönland vor. Es ist eine Verbeugung vor dem hohen, arktischen Norden, denn der Text ist sehr persönlich und zeigt ein Bild Grönlands und seiner Menschen, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Er fächert alle Seiten auf; auch die auf den ersten Blick vielleicht weniger schönen... wenn die Inuitjäger ihre Beute erlegen. Doch erklärt Lanz die Philosophie und die Lebenseinstellung dieser Menschen, die nur so viel jagen wie gerade nötig ist. Man spürt aus den wunderbaren Aufnahmen den Respekt, den Markus Lanz den Menschen und der Natur dieses Landstrichs entgegen bringt.
Ein wirklich beeindruckendes Buch.
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Ein wunderbares KleinodRezension vom 12.10.2010Was liest die Queen? Bücher über die glorreiche Vergangenheit ihres Landes und ihrer Vorfahren? Oder doch eher Jagdlektüre? Liest sie überhaupt? Alan Bennett hat ein wunderbares Buch darüber geschrieben, wie die Antwort auf diese Fragen lauten könnte.
Eigentlich liest ihre Majestät überhaupt nicht. Nur ihre vorwitzigen Hunde führen sie durch Zufall zu dem Bücherbus der örtlichen Bücherei, und aus Verlegenheit leiht sie sich ein Buch aus. Denn es wäre ihr peinlich, jetzt vor den Augen eines Küchenjungen ohne ein Buch den Bus wieder zu verlassen. Doch das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft... Die Queen findet Geschmack am Lesen und wirbelt damit nicht nur ihren Hofstaat durcheinander, sondern bringt neben ihren Landsleuten auch noch ausländische Besucher in Verlegenheit...
Bennett hat ein wunderbares Kleinod geschaffen, die perfekte Lektüre, um sich die Teestunde zu versüßen! Man muss nicht viel Zeit investieren, um dieses schöne Buch zu lesen, doch hat man unendliche Freude daran, es Freunden zu empfehlen und ans Herz zu legen... nur um dann nachher mit ihnen gemeinsam schwärmen zu können!! Mir selbst ging es nicht anders...













