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von Richard David Precht
EAN: 9783641069902
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Richard David Precht erklärt seinem Sohn Oskar die Welt
Kinder, sagt man, sind die wahren Philosophen. Sie haben eine unbändige Neugier, und ihre Fragen bringen die Erwachsenen oft ins Grübeln. Wie erklärt man Kindern die Welt? Der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht hat mit seinem Sohn Oskar einen Sommer lang Spaziergänge durch Berlin gemacht: in den Zoo, auf den Fernsehturm, ins Naturkundemuseum oder zur Synagoge, und hat ihm dabei auf viele seiner Fragen geantwortet. "Bin ich wirklich ich?", "Darf man Tiere essen?" oder "Warum haben Menschen Sorgen?". Auf spielerische Art und Weise und mit vielen Geschichten zeigt Precht den Kindern unsere Welt und hilft ihnen, sie besser zu verstehen. Nach "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" nun das Buch zur Philosophie für alle jungen Menschen, die es genauer wissen wollen!
Richard David Precht, Philosoph, Publizist und Autor, wurde 1964 in Solingen geboren. Er promovierte 1994 an der Universität Köln und arbeitet seitdem für nahezu alle großen deutschen Zeitungen und Sendeanstalten. Precht war Fellow bei der 'Chicago Tribune'. Im Jahr 2000 wurde er mit dem Publizistikpreis für Biomedizin ausgezeichnet. Er schrieb Romane und Sachbücher. Mit seinem Philosophiebuch 'Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?', das seit Jahren auf der Sachbuch-Bestsellerliste steht, begeisterte er Leser wie Kritiker. Auch seine Bücher 'Liebe. Ein unordentliches Gefühl' und 'Die Kunst, kein Egoist zu sein' waren große Bestsellererfolge. Seit Mai 2011 ist Precht Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg. Richard David Precht lebt in Köln und Luxemburg.
| Verkaufsrang: | 3.536 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-641-06990-4 |
| EAN: | 9783641069902 |
| Erschienen: | 28.11.2011 |
| Verlag: | Goldmann |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 208 |
| Altersempfehlung: | ab 10 |
| Erschienen bei: | Goldmann |
| Spieldauer: | 653 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Richard David Precht ist ein deutscher Publizist und Essayist, der vor allem als Autor erfolgreicher populärwissenschaftlicher Bücher zu philosophischen Themen bekannt geworden ist. Der als Alltag- und Pop- Philosoph bekannte Autor wurde im Dezember 1964 in Solingen geboren. Als Kind von linksalternativen, unkonventionell- bürgerlichen Eltern wuchs Richard David Precht mit zwei vietnamesischen Adoptivgeschwistern auf, die seine Eltern aus Solidarität zu Vietnam aufgenommen hatten. Seine Mutter war Hausfrau und engagierte sich bei "terre des hommes", sein Vater Industriedesigner, der sich sehr mit Literatur beschäftigte. 1986 begann er in Köln Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte zu studieren und promovierte 1994 in Germanistik. Danach arbeitete Richard David Precht mehrere Jahre als Journalist und freier Autor und schrieb 1999 seinen ersten Roman, der 2009 erneut unter dem Titel "Die Instrumente des Herrn Jörgensen" erschien. Sein Durchbruch kam mit dem Buch "Wer bin ich", das eine spannende und aufregende Reise durch die Philosophie bietet. Heute lebt Richard David Precht mit seiner Frau, einem Sohn und drei Stiefkindern in Köln.
Meinung der Redaktion
Richard David Precht ist aus dem Medienalltag nicht mehr weg zu denken! Mit seiner Art, nach den Hintergründen zu fragen begeistert er sowohl Leser als auch Zuschauer. Dabei stets anschaulich und leicht verständlich zu erklären und gut zu unterhalten ist die Kunst, die Precht perfekt beherrscht!
von Nina Marlene Wolfsteiner, am 23.04.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Graz
von Schwarzenbrunner Gregor, am 12.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Lentia
Im Technikmusuem (S. 37-38)
Wer ist »Ich?«
Das Deutsche Technikmuseum ist ein gewaltiges Gebäude in Berlin-Schöneberg. Früher war hier ein Güterbahnhof. Die Schienen sind noch zu sehen, und zwischen dem alten Kopfsteinpflaster wachsen überall Pflanzen. Im Hauptgebäude hängen Flugzeuge an der Decke, man kann ausrangierte Lokomotiven besichtigen und alte Schiffe. Eine ganz besondere Attraktion ist das Science Center Spectrum in einem der Nebengebäude. Hier werden komplizierte Dinge erklärt wie Strom oder Magnetismus.
Zu alledem gibt es Experimentierstationen, bei denen man selbst seine Erfahrungen machen kann. Besonders spannend ist dies in der Abteilung »Wahrnehmen und Sehen«. Hier findet man auch Oskars Lieblingsraum, das so genannte »Hexenhaus«. Es besteht aus einem geschlossenen Raum, einer Küche, in der man sich auf eine Bank setzt. Plötzlich fängt das Haus an sich zu drehen. Man sieht, wie sich die Wände bewegen und der Fußboden unter einem verschwindet. Obwohl die Bank, auf der man sitzt, sich nicht mit bewegt, hat man ständig das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen. Oskar amüsiert sich im »Hexenhaus« prächtig, vor allem, weil ich mich darin viel unwohler fühle als er.
Was die Experimente zum Thema »Wahrnehmen und Sehen« zeigen, ist, dass vieles gar nicht das ist, was es zu sein scheint. Manchmal nämlich vermitteln uns unsere Augen ein Bild von der Welt, das gar nicht mit dem übereinstimmt, was die Forscher sehen. So denkt man zum Beispiel, dass der Himmel blau ist, obwohl das nicht stimmt. Und im »Hexenhaus« glaubt man, die Bank würde nach vorn oder hinten kippen – und auch das stimmt nicht. So wie unsere Aufmerksamkeit immer nur auf einen Teil der Wirklichkeit fällt, so sehen unsere Augen auch immer nur einen Teil der Welt. Und manchmal lassen sie sich dabei täuschen. Unsere Gehirne sind nun mal die Gehirne von Affen. Allerdings, zugegeben, von sehr schlauen Affen.
Deshalb können wir sehen, hören, riechen und schmecken wie Affen. Wären unsere nächsten Verwandten Haie, so könnten wir alle die vielen elektromagnetischen Strahlungen spüren, von denen wir umgeben sind. Aber das können wir nicht. Wir sehen auch kein ultraviolettes Licht wie viele Vögel. Ein Bär kann kilometerweit riechen. Eine Eule kann aus hundert Metern Höhe eine Maus unter der Schneedecke krabbeln hören. Und eine Schlange kann die Körperwärme eines weit entfernten Tieres spüren. All dies können wir nicht. Und trotzdem gibt es etwas, was Menschen besser können als all die anderen Tiere.
Sie können sich nämlich Dinge ausdenken, die es gar nicht gibt. Oder über Dinge nachdenken, die vielleicht in hundert Jahren passieren könnten. Oder über Dinge nachdenken, von denen uns jemand erzählt hat und die vor ganz langer Zeit passiert sind. Wir wissen zwar nicht, wie es ist, ein Flughund zu sein, aber es ist doch sehr wahrscheinlich, dass Flughunde sehr viel weniger Phantasie haben als Menschen. Wahrscheinlich ist der Mensch das Tier mit der größten Vorstellungskraft. Und die wichtigste aller Vorstellungen, die Menschen sich machen, ist das Bild von sich selbst – das »Ich«.
Aber wie kommt es, dass Menschen sich ein solches Bild von sich selbst machen? Was ist das – ein »Ich«? Im Science Center gibt es gleich nach dem Eintritt zwei große Spiegel, in denen sich das Spiegelbild ständig verzerrt. Wenn der Spiegel sich wölbt, wird der Betrachter entweder klein und dick, oder er bekommt riesige Füße und unendlich lange Arme. Trotzdem erkennen wir uns im Spiegel wieder, selbst dann, wenn wir auf einmal völlig verzerrt aussehen. Wir wissen genau: So sehe ich zwar in Wirklichkeit nicht aus, aber klar: Das bin ich! Ob die anderen Tiere das auch können?
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