Kein Pfad führt zurück. Aufbruch in ein neues Leben

Chime - meine Tochter aus Tibet erzählt

von Maria Blumencron, Chime Yangzom

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Kein Pfad führt zurück. Aufbruch in ein neues Leben

Kein Pfad führt zurück. Aufbruch in ein neues Leben

von Maria Blumencron, Chime Yangzom

EAN: 9783641062392

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Weitere Artikelinformationen

»Niemand hat bislang mit einer solchen Hingabe von der Flucht des tibetischen Volkes aus seiner Heimat erzählt.« (Carina Harrer, Witwe von Heinrich Harrer)
Im Jahr 2000 begleitet Maria Blumencron eine tibetische Flüchtlingsgruppe bis in das nordindische Dharamsala, wo der Dalai Lama das erste tibetische Kinderdorf für die Flüchtlingskinder seiner Heimat errichten ließ. Unterwegs begegnet sie zum ersten Mal dem Mädchen Chime, für das ein neues Leben beginnt, getrennt von den Eltern, die in Tibet bleiben mussten. Über zehn Jahre sind seither vergangen. Als Chime mit Fünfzehn realisierte, dass sie ihre Mutter nie wiedersehen würde, geriet sie in eine tiefe persönliche Krise. Chime begann, Notizen und Briefe zu schreiben.
Die Autorin beschreibt den Weg eines kleinen, neunjährigen Flüchtlingsmädchens zur jungen, modernen Exil-Tibeterin. Chime erzählt ihre Kindheit mit allen Höhen und Tiefen, Ängsten und Rückschlägen - von der großen Chance, im Exil eine Ausbildung und Perspektive für ihr Leben bekommen zu haben, aber auch von der immer gegenwärtigen Sehnsucht nach der Mutter, nach Familie und der Heimat Tibet. Im Gegensatz zu einem großen Teil der Exilkinder, die durch die spezielle Erziehung auch ideologisiert werden, sieht sie nicht nur die verfehlte Tibet-Politik Chinas, sondern auch die tibetische Exilgesellschaft mit kritischem Blick.
Chime Yangzom wurde 1990 in Lhasa als älteste von drei Kindern geboren. Als sie neun Jahre alt war, entschloss sich ihre Mutter aus großer wirtschaftlicher Not, sie und ihre gerade sechsjährige Schwester Dolkar über den 5780 Meter hohen Nangpa-Grenzpass in das indische Exil zu schicken. Chime wuchs in einem tibetischen Kinderdorf im nordindischen Dharamsala auf. Mit vierzehn Jahren schaffte sie den Sprung auf eine tibetische Eliteschule und träumt davon, Schauspielerin zu werden. Ihr Debüt gibt Chime im Kinofilm 'Flucht aus Tibet', der Anfang 2012 in die Kinos kommt.

Produktdetails

Verkaufsrang: 2.863
ISBN-10: 3-641-06239-X
EAN: 9783641062392
Erschienen: 24.10.2011
Verlag: Südwest Verlag
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 304
Erschienen bei: Südwest Verlag
Spieldauer: 2083 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Maria Blumencron

Maria Blumencron, geboren 1965 in Wien, arbeitete als Schauspielerin an verschiedenen Bühnen und in TV-Serien und seit 1998 als freie Autorin und Regisseurin. Seit 1999 macht sie das Schicksal Tibets sichtbar, etwa mit ihren preisgekrönten Dokumentarfilmen ›Flucht über den Himalaya – Tibets Kinder auf dem Weg ins Exil‹ (ZDF, 2000) und ›Jenseits des Himalaya – Tibets Kinder im Exil‹ (ZDF, 2005) oder ihrem Buch ›Flucht über den Himalaya‹ (Malik Verlag, 2003). Maria Blumencron lebt mit ihrer Familie in Köln. 2007 gründete sie den Verein Shelter 108 e.V, der sich hilfebedürftigen Menschen in aller Welt widmet.

Chime Yangzom

Chime Yangzom wurde 1990 in Lhasa als älteste von drei Kindern geboren. Als sie neun Jahre alt war, entschloss sich ihre Mutter aus großer wirtschaftlicher Not, sie und ihre gerade sechsjährige Schwester Dolkar über den 5780 Meter hohen Nangpa-Grenzpass in das indische Exil zu schicken. Chime wuchs in einem tibetischen Kinderdorf im nordindischen Dharamsala auf. Mit vierzehn Jahren schaffte sie den Sprung auf eine tibetische Eliteschule und träumt davon, Schauspielerin zu werden. Ihr Debüt gibt Chime im Kinofilm "Flucht aus Tibet", der Anfang 2012 in die Kinos kommt.

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Riesenmuscheln im Mediapark-Weiher (S. 56-57)

McLeod Ganj, 14. April 2011

Zurück in McLeod Ganj suchen wir einen Internetladen auf. Ich genieße die dreieinhalb Stunden Zeitvorsprung, die ich in Indien gegenüber meinen Gesprächspartnern in Deutschland habe. Zur Winterzeit habe ich sogar viereinhalb Stunden Vorsprung zum Leben in der deutschen Heimat. Wenigstens mal ein Entspannungsfaktor für mich bei diesem Indienaufenthalt. Nachdem wir uns die neuesten Informationen zur Lage im Kloster Kirti heruntergeladen haben, skype ich noch eine Runde mit meinem Sohn Simon. Um viertel vor acht muss mein Kleiner in Köln zur Schule. »Mama, ich habe gestern Abend riesige Muscheln gefunden!

So groß wie meine Hand!« Aufgeregt hält er seine unglaublich schmutzigen Finger vor die Webcam. »Wo?«, frage ich erstaunt. »Im Mediapark-Weiher! Mama, wie kommen die Muscheln da rein!?« »Vielleicht hat ein Restaurantbesitzer zu viele Muscheln für zu wenige Gäste gekauft und sie nachts in den Weiher geschmissen. Danach haben sich die Muscheln munter vermehrt. Apropos, wo sind jetzt die Muscheln?« »Im Aquarium.« »In unserem Aquarium?!?«

»Mama, kann man sie eigentlich essen?« »Solange sie nicht vermodert sind, vielleicht schon.« »Super! Wir haben nämlich kein Jeld mehr.« Und schon sehe ich am Bildschirm meinen Kleinen mit seinem Schulranzen davonrennen. Mit lautem Knall lässt er die Wohnungstür hinter sich zufallen. »Jörg?!« Durch den Monitor meines Laptops rufe ich nun vom Himalaya direkt in unsere Kölner Wohnung hinein: »Jööööörg !« Doch der Vater meines Sohnes steht heute offenbar etwas länger unter der Dusche. Hungrig streift unsere Katze Ananas um die Ecke und wetzt sich am Türstock den Rücken.

Hoffentlich hockt Rex in seinem Terrarium! Wenn unsere australische Riesenechse jetzt auch noch durch die Diele flitzt, wird sie innerhalb weniger Sekunden dem verbliebenen Raubtierinstinkt unserer Katze zum Opfer fallen! »Jöööörg!!!« Ich bin zutiefst beunruhigt. Weniger wegen des hungrigen Zoos in unserer Wohnung als wegen des fehlenden »Jeldes« schlechthin. Offenbar ist das Honorar für meinen letzten Film immer noch nicht eingegangen.

»Wenn dat Jeld vom Film kommt« ist seit zwei Jahren eine viel zitierte Phrase im Kölner Familien-Clan. »Wenn dat Jeld vom Film kommt«, kaufen wir uns einen Flachbildschirm … können wir einen Urlaub planen … jeht endlich dat Auto in Reparatur…« Irgendwann gebe ich meine Rufe nach einem Gesprächspartner auf – denn auch hier im Himalaya muss ich tapfer weiterkämpfen. Eine Stunde später beantragen wir im Tibetan Welfare Office unter Vorlage von Mr.Yeshis Bescheinigung die amtliche Meldebestätigung für Chime. »Das FRO wird einen indischen Polizisten zur Überprüfung der Daten Ihrer Patentochter schicken.« »Das FRO?«, frage ich vorsichtig nach. »Das Foreigners Registration Office«, erklärt die Beamtin. »Die Polizei wird in unser Hotel kommen?«, fragt Chime entsetzt. »Ja. Ich brauche eure Adresse.«

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