BuchhändlerInnen im Portrait
aus Linz
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Letzte Glanzrolle der Romy!!Rezension vom 23.05.2013Was macht man, wenn sich das eigene Kind aufspießt? Trauerarbeit? Nein. Wenn man Romy Schneider heißt, stürzt man sich in die Arbeit, um zu vergessen. Michel Piccoli übt auf so geniale Art Rache an den Nazimörder seiner Kindheit, dass er sogar freigesprochen wird. Das jüngste Gericht richtet auf Erden. Das ist pure Schönheit und seelische Genugtuung. Sehr gelungen finde ich den Regieeinfall des zeitlich geteilten Films. Nazizeit, Jetztzeit. Einer der letzten Sätze einer Prostituierten lautet: "Das hast du gut gemacht Max alias Michel Piccoli." Nur schade, dass Romy ihren eigenen Film nicht mehr sehen konnte. -
Tief empfundene Liebe ohne Sex!!!Rezension vom 10.05.2013Wie entsteht "echte Liebe?" Indem man jemanden, den man nicht kennt ein Staubkörnchen aus dem Auge entfernt. Eine zärtliche Geste. Indem man miteinander ins Kino geht oder eine Bootsfahrt macht?
Sie kommt wie ein Meteor und verglüht ebenso. Liebe wächst. Sie passt nicht ins Korsett der Ehe. David Lean gelingen meisterhafte Bildsequenzen. Die einfahrende Dampflok, die Rendezvous am Bahnhof. Nicht zu vergessen: Die häuslichen Szenen einer Ehe. Insbesonders die gekonnte Balance des Ehemannes zwischen Kreuzworträtsel und den Absencen seiner Frau. Die wunderbaren Wogen der Filmmusik von Sergeij Rachmaninov im Ohr vergisst man diesen Liebesversuch nie.... -
Resozialisierte Sträflinge in einem Kaufhaus!!!Rezension vom 14.03.2013Man stelle sich nur vor: Ein mildtätiger Firmenchef stellt Ex-Sträflinge in seine Firma ein. Werden sie stehlen, morden oder gar einander sexuell missbrauchen? Weit gefehlt. Im Gegenteil man glaubt "Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee" (Hans Fallada) vor sich zu sehen. Natürlich entflammt das Herz zweier "Resozialisierungsfälle" füreinander, doch als der geliebte Mann dahinter kommt, auch seine Angebete hat eine dunkle Vergangenheit beginnt das seelische Boot zum Wanken. Fritz Langs dritter Film in Amerika. Ich finde diesen Film so genial durchkomponiert, dass ich nicht verstehen konnte wie dieser Film beim amerikanischen Publikum durchfallen konnte. -
Karlheinz Böhm als SpannerRezension vom 27.02.2013Michael Powell gilt als Weltklasseregisseur und dies zu Recht. Man möchte sagen, er hätte Hitchcock übertroffen bzw. weiterentwickelt. Für Karlheinz Böhm bedeutete dieser Film seinen absoluten Karrierebruch. Ein starker Kontrast zu seinen Sissyfilmen. Die Obsession des frauenmordenden Fotografen bzw. Kameramann ist seit Kindheitstagen virulent. Sein Vater wirkte sehr traumatisierend auf ihn. Karlheinz Böhm spielt diese pathologische Figur so wahrheitsgetreu, daß ihm bei den Dreharbeiten wirklich schlecht wurde. Ich hoffe Ihnen wird nicht schlecht, sondern Sie finden ihn nur faszinierend. -
Karlheinz Böhm als SpannerRezension vom 27.02.2013Michael Powell gilt als Weltklasseregisseur und dies zu Recht. Man möchte sagen, er hätte Hitchcock übertroffen bzw. weiterentwickelt. Für Karlheinz Böhm bedeutete dieser Film seinen absoluten Karrierebruch. Ein starker Kontrast zu seinen Sissyfilmen. Die Obsession des frauenmordenden Fotografen bzw. Kameramann ist seit Kindheitstagen virulent. Sein Vater wirkte sehr traumatisierend auf ihn. Karlheinz Böhm spielt diese pathologische Figur so wahrheitsgetreu, daß ihm bei den Dreharbeiten wirklich schlecht wurde. -
Sex als nonverbales KommunikationsmittelRezension vom 26.02.2013Der Mensch in der Postmoderne. Scheidung, zwei Kinder und Sex ohne jede Zärtlichkeit. Keine Poesie, keine seelischen Annährungen, Entwicklungsprozesse, die in Gang kommen....
Keine Natur, kein Vögelchen, das zwitschert, nichtmal eine Hauskatze, die miaut. Katastrophe pur!!! Die bitteren Tränen, die unser Sexpaar vergießt, gelten all diesen verlorenen Gefühlen. Einer der traurigsten Filme der Postmoderne, die ich je gesehen habe. Da ist man ja bei Jim Jarmusch noch viel besser aufgehoben. Ein Film für vorstadttraumatisierte Liebespaare.
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Berührende Vater - Sohn BegegnungRezension vom 22.02.2013Müssen erst gravierende Lebensbrüche stattfinden, damit Begegnung (menschliches Nahekommen) möglich wird? Bei Tavernier schon. Hätte der Sohn dieses Vaters nie einen Mord begangen, wäre nie ein so vorsichtiges, zartes Annähern zustandegekommen. Die Gefängnisgespräche der beiden sind sehr berührend. Tavernier versteht die Kunst der Andeutung ohne zu interpretieren. Dies ist eine hohe Kunst. Der Vater geht ein Stück weit geläutert nachhause. Was mir sehr gut gefällt, ist die politische Linke in Frankreich. Dort wird gegen korrupte Firmenchefs, die gleichzeitig Vergewaltiger ihrer Arbeiterinnen sind aufgemuckt und auf die Strasse gegangen.
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Ungleiches Paar - Ungestilltes VerlangenRezension vom 21.02.2013Gegensätze ziehen sich an? Grobe Gegensätze. Arm und Reich. Alt und Jung. Manchmal können solch fundamentale Gegensätze durch Brückenschläge überwunden werden. Leben heißt Brückenschlagen über Flüsse, die vergehen(Gottfried Benn). Aber nicht in jedem Falle. Das Hausmädchen unseres Witwers scheint nicht sehr lernfähig zu sein bzw. ihre menschliche und soziale Lage (kein Geld, keine Arbeitsmoral) steht diametral zu ihrem Peiniger. Seine Begierde wird definitiv nicht gestillt. Was Sie bräuchte wäre ein gleichaltriger Kerl, der in einem ähnlichen Milieu lebt wie sie. Bei Chancengleichheit liebt es sich besser. Ein Film für Feministinnen. -
Lebenssümpfe ohne EntrinnenRezension vom 18.02.2013Hat man schon eine charmantere, hübschere und anmutigere Jeanne Moreau gesehen als in dieser Rolle als Kammerzofe in einem französichen Provinznest? Sie spürt sogar einem Kindermörder nach . Ein schlaues und gewieftes Wesen. Die politische Stimmung der Vornazizeit in Frankreich ist um keinen Deut besser als in Deutschland bzw. Österreich. Der chauvinistische, judenfeindliche Franzose in Reinkultur. Grauenhaft. Louis Bunuels´ naturalistische Inszenierung a` la Zola ist hervorragend gewählt. Die schwarz-weiss Bilder seines Films führen in den seelischen Sumpf dieses Milieus, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Kammerzofe geht einen so grausamen Lebenskompromiß ein, daß einem der Ehesumpf entgegenkommt. -
Verlorenes ParadiesRezension vom 16.02.2013Schöne Männer, schöne Frauen, das Meer und Perlen. Was begehrt die menschliche Seele mehr? Murnau filmte auf der Insel Tahiti. Hat man je in einem Film so wunderschöne Körper gesehen? Man sieht die Bilder Paul Gaugins vor Augen. Der Inhalt des Films ist genauso schön wie tragisch. Ich habe noch nie einen so ausgewogenen Film gesehen, der soviel Ruhe und Schönheit der Natur vermittelt. Die Musik von Chopin und Smetanas Moldau ist die einzige europäische Zutat, die keinen zivilisatorischen Schaden anrichtet. Nur jammerschade, dass der Regisseur vor der Filmpremiere tödlich verunglückte.













