BuchhändlerInnen im Portrait

aus Hamburg
- Gesamte Rezensionen
- 952 (ansehen)
- Über mich
- liebe es, mich von Büchern aus der Gegenwart entführen zu lassen. Dabei ist es mir egal, ob es historische, literarische oder unterhaltsame Romane sind.
- Alter
- 50 Jahre
- Abteilung
- Belletristik (Romane, Krimis, Historische)
- Funktion
- Abteilungsleiterin
- Lieblingsautoren
- Marian Keyes, Rebecca Gablé, Judith Lennox, Edward Rutherfurd, Cathy Kelly, Sheila O'Flanagan
- An meinem Beruf gefällt mir
- Ich liebe es neue Autoren zu entdecken und diese Entdeckungen an meine Kunden weiterzugeben. Ebenso liebe ich den Austausch mit meinen Kunden.
- Im Beruf seit
- 1982
- Das beste Buch aller Zeiten
- Edward Rutherfurd, Sarum
Meine Favoriten
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Gibt es leider nur noch in englischer Sprache. Ein Toller historischer Roman über die Entstehung der... mehr
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Vielen Dank Frau Friedrich für diesen unglaublich, großartigen Roman, der den Widerständlern noch einmal... mehr
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Für mich der Frauenroman überhaupt. Die Artus-Geschichte aus Frauensicht mit tollen starken Frauencharakteren. mehr
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Ein großartiger, literarischer Roman, der sich mit den Nachwirkungen des spanischen Bürgerkrieges in... mehr
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Ein herrlich ruhiger Frauenroman, der ein ganzes Frauenleben von 1914 bis in die 90er Jahre umfasst.... mehr
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Für alle, die wissen möchten, wie viel Kämpfe die Schwulen und Lesebn in den fünfziger und sechziger... mehr
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Wenn Sie Ihrem Leben eine neue Richtung geben oder sich einfach wohler in Ihrer Haut fühlen wollen,... mehr
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Ein Kult-Frauen-Buch! Hier können die jungen Frauen von heute nachlesen, wie viele Kämpfe die Frauen... mehr
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Es ist ein toller Roman, der wieder einmal aufzeigt, wie anders die Südstaaten ticken als die großen... mehr
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Cecilia Ahern trifft auf englischen HumorRezension vom 13.04.2013Tom Winter ist ein britischer Autor und hat vorher als Werbetexter für internationale Firmen gearbeitet. Unbekannt verzogen ist sein erster Roman.
An diesem Buch hat mich zuerst der sehr schöne Buchumschlag angesprochen. Dann habe ich den Klappentext gelesen und dachte, das könnte doch mal wieder eine nette Unterhaltungslektüre sein. Das Buch fing dann auch recht humorvoll an. Da ist Carol, die Hausfrau, die zu früh den falschen Mann geheiratet hat, weil sie schwanger von ihm war. Jetzt ist sie Ende dreißig und die Tochter, die ihr eh vollkommen fremd ist, ist fast erwachsen. Da bietet es sich doch an, sich aus dieser Familie zurückzuziehen und in Athen, eine Stadt, die sie schon immer angezogen und fasziniert hat, neu anzufangen. Doch ausgerechnet jetzt erfährt sie, dass ihr Mann einen Knoten im Hoden ertastet hat. Da kann sie ihn doch nicht alleine lassen. Ihre beste Freundin, die eher esoterisch veranlagt ist, gibt ihr den Rat, Briefe ans Universum zu schreiben. Und da Carol nichts Besseres zu tun hat, gibt sie dieser Möglichkeit eine Chance. Und dann ist da noch Albert. Albert ist ein alter Postbote, der demnächst pensioniert werden soll. Er lebt ganz alleine mit seiner Katze Gloria zusammen in einem schrecklichen, anonymen Hochhaus in einer eher schlechten Gegend von London. Da seine Vorgesetzten nicht wirklich wissen, was sie mit ihm noch anfangen sollen, verdonnern sie ihn dazu, unzustellbare Briefe zu sortieren. Und dabei findet er natürlich Carols Briefe. Diese Briefe sprechen ihn unmittelbar an. Sie geben seinem Leben plötzlich wieder einen Sinn, und er versucht Carol ausfindig zu machen.
Am Anfang hat mich dieses Buch mit seinem teilweise doch recht schwarzen Humor auch gut unterhalten. Aber mit der Zeit fand ich es dann nicht mehr wirklich glaubwürdig. Und das Ende hat mich sehr überrascht. Ich finde, das Buch hat durchaus Potential, aber der Autor hat es noch nicht wirklich geschafft, mich bis zum Schluss zu fesseln. Im Moment schreibt er an seinem zweiten Roman. Mal schauen, vielleicht gebe ich ihm noch einmal eine zweite Chance!
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Immer wieder überraschend und brisant!Rezension vom 07.04.2013Dies ist jetzt das dritte Buch, welches ich von dem britischen Autoren und Journalisten gelesen habe. Und jedes dieser Bücher war ganz anders als das vorherige, und doch eins eint sie alle: nämlich, dass sie brisante Themen brillant behandeln!
In seinem ersten Roman Lieber Osama (Rowohlt Taschenbuch) lässt Chris Cleave ein Attentat mit islamistischem Hintergrund in London ausgerechnet bei dem Lokalderby Chelsea gegen Arsenal stattfinden. Eine junge Mutter, die bei diesem Attentat sowohl ihren Ehemann als auch ihren Sohn verliert, schreibt einen fiktiven Brief an Osama bin Laden. In seinem zweiten Roman Little Bee (dtv Taschenbuch) erzählt er die Geschichte einer jungen Nigerianerin, die in ihrem Heimatland Schlimmes erlebt hat und der in England Asyl verweigert wird. Und in seinem dritten Roman erzählt er plötzlich eine Geschichte aus dem Sport!
In diesem Roman gibt es fünf Hauptpersonen und die ganze Handlung spielt eigentlich nur an 4 Tagen im April 2012. Es geht um die Entscheidung, welcher weibliche Radprofi Großbritannien bei den Olympischen Spielen in London vertreten wird. Zoe und Kate sind beide 32 Jahre alt und es ist ihre letzte Chance. Sie sind Konkurrentinnen und Freundinnen zugleich seitdem sie sich mit neunzehn Jahren kennengelernt haben. Zoe ist Single und ist für den Sieg bereit alles aufs Spiel zu setzen. Ganz anders ihre Freundin Kate. Kate ist mit Jack verheiratet, der ebenfalls als Radprofi bei der Olympiade teilnehmen wird. Sie haben zusammen eine achtjährige Tochter namens Sophie, die an Leukämie erkrankt ist. Und dann gibt es da noch Tom. Tom ist der Entdecker von Zoe, Kate und Jack. Und er ist der Trainer und Vertraute der beiden Frauen. Während dieser 4 Tage wechselt die Perspektive ständig zwischen diesen fünf Menschen. Dadurch lernen wir sowohl ihre Vergangenheit als auch ihre innerste Persönlichkeit nach und nach kennen. Zoe hat ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Kindheit, das sie antreibt. Kate hat wegen Sophie schon auf die Spiele von 2004 und 2008 verzichten müssen. Aber Kate, Zoe, Jack und Tom haben auch ein gemeinsames Geheimnis, das auf gar keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten darf.
Welches Geheimnis verbindet diese Menschen? Welche der beiden Frauen schafft die Qualifikation? Und wie wird die Verliererin damit fertig?
Leukämie und Leistungssport zwei Themen, die nicht wirklich zusammen passen. Und doch hat Chris Cleave es wieder geschafft ein Buch zu schreiben, was richtig unter die Haut geht. Er beschreibt sehr eindrucksvoll, was für ein harter Kampf es ist, wenn man als Spitzensportler bestehen will, wie psychisch stabil man dafür sein muss. Es ist ein unglaublich einsamer Kampf bei dem es eigentlich keine Freunde geben kann. Er beschreibt aber auch die Schattenseiten dieses Daseins, die Macht der Öffentlichkeit und die Macht der Sponsoren und Werbeträger. Sie haben die Macht einen Sportler in den Olymp zu heben, aber auch ihn ganz tief fallen zu lassen.
Für Sportfans und Couchpotatoes!
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Eine Frau auf der Suche nach ihrer IdentitätRezension vom 07.04.20132009 erschien der erste Roman Die unsichtbaren Stimmen (Fischer Taschenbuch) von der Autorin Carolina de Robertis und wurde gleich weltweit ein Überraschungserfolg. Obwohl einigen Kritikern dieses Buch dem Buch Das Geisterhaus von Isabel Allende zu ähnlich war, konnte sie doch auch damals schon mit ihrer unglaublich schönen und poetischen Sprache überzeugen. Doch Die unsichtbaren Stimmen war ein Buch für Einsteiger. Ihr neues Buch Perla ist jetzt etwas für Profis, denn es fordert den Leser heraus. Es ist nicht einfach sich in dieses Buch hineinzulesen, aber wenn man es denn geschafft hat, ist es sehr beeindruckend, erschütternd und doch auch gleichzeitig wunderschön!
Carolina de Robertis lässt Perla ihre eigene Geschichte erzählen. Sie ist die Tochter eines Marineoffiziers und wurde während der Militärdiktatur unter Jorge Rafael Videla geboren. Sie wuchs überaus behütet auf. Über Politik wurde auch nach dem Ende der Militärdiktatur nicht gesprochen. Als sie allerdings eines Tages von einer Freundin von den Verschwundenen erfährt, fängt sie an über ihre eigene Geschichte nachzudenken und gerät dadurch in eine tiefe psychische Krise. Wer ist sie wirklich? Und was hat ihr Vater, der zu ihr doch immer so liebevoll war, während dieser Zeit gemacht? Die Autorin lässt Perla ihre Geschichte nicht stringent erzählen. Jetzt bin ich selbst in ihrer Kreisbahn gefangen, außerstande, irgendetwas anderes zu tun, als weiterzukreisen. Es ist für mich die einzige Möglichkeit, sie zu erzählen: immer um das Zentrum herumzuwirbeln, mich in einer Spirale allmählich dem Kern zu nähern. (S. 65 e-book) Immer wieder eingeflochten werden auch die Erinnerungen des Gasts, die sehr erschütternd sind, denn dieser Gast ist einer der Verschwundenen
Ähnlich wie Isabel Allende sind die Bücher von Carolina de Robertis immer auch etwas mystisch. Wer ist dieser Gast? Die Autorin erzählt die Geschichte von Perla sehr spannend. Durch ihre poetische Sprache und ihre vielen klugen Gedanken bietet sie viel Platz für eigene Interpretationen. Mich hat dieses Buch sehr nachhaltig beeindruckt. Neben der sehr ergreifenden Geschichte enthält dieses Buch auch sehr viele kluge, philosophische Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Hier ein Beispiel: Wir gehen Bindungen ein, wir entwickeln Vertrauen, wir erzählen Geschichten, wir bemühen uns, in Worte zu fassen, was uns zu dem gemacht hat, was wir sind. Manchmal, wenn wir großes Glück haben, sieht unser Gegenüber winzige Stückchen dessen, was wir meinen, wie Funken in einem dunklen Raum, aber nie das Ganze auf einmal, nicht mal, wenn es die beste Freundin oder der vertraute Geliebte ist, denn das Ganze ist jenseits der Sprache. Es existiert nirgends, absolut nirgends, außer in dir selbst, innerhalb deiner Haut. Dort loht es, riesig, gefährlich, ganz und gar dein. (S. 202 e-book)
Und noch ein Lob am Rande: Dieses Buch muss eine Herausforderung für jeden Übersetzer sein. Cornelia Holfelder-von der Tann hat dies hervorragend hinbekommen!
Ein wunderbares Buch für Leser, die Pascal Merciers Nachtzug nach Lissabon (btb Taschenbuch) und Wolfram Fleischhauers 3 Minuten mit der Wirklichkeit (Knaur Taschenbuch) geliebt haben.
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Immer wieder überraschend und brisant!Rezension vom 07.04.2013Dies ist jetzt das dritte Buch, welches ich von dem britischen Autoren und Journalisten gelesen habe. Und jedes dieser Bücher war ganz anders als das vorherige, und doch eins eint sie alle: nämlich, dass sie brisante Themen brillant behandeln!
In seinem ersten Roman Lieber Osama (Rowohlt Taschenbuch) lässt Chris Cleave ein Attentat mit islamistischem Hintergrund in London ausgerechnet bei dem Lokalderby Chelsea gegen Arsenal stattfinden. Eine junge Mutter, die bei diesem Attentat sowohl ihren Ehemann als auch ihren Sohn verliert, schreibt einen fiktiven Brief an Osama bin Laden. In seinem zweiten Roman Little Bee (dtv Taschenbuch) erzählt er die Geschichte einer jungen Nigerianerin, die in ihrem Heimatland Schlimmes erlebt hat und der in England Asyl verweigert wird. Und in seinem dritten Roman erzählt er plötzlich eine Geschichte aus dem Sport!
In diesem Roman gibt es fünf Hauptpersonen und die ganze Handlung spielt eigentlich nur an 4 Tagen im April 2012. Es geht um die Entscheidung, welcher weibliche Radprofi Großbritannien bei den Olympischen Spielen in London vertreten wird. Zoe und Kate sind beide 32 Jahre alt und es ist ihre letzte Chance. Sie sind Konkurrentinnen und Freundinnen zugleich seitdem sie sich mit neunzehn Jahren kennengelernt haben. Zoe ist Single und ist für den Sieg bereit alles aufs Spiel zu setzen. Ganz anders ihre Freundin Kate. Kate ist mit Jack verheiratet, der ebenfalls als Radprofi bei der Olympiade teilnehmen wird. Sie haben zusammen eine achtjährige Tochter namens Sophie, die an Leukämie erkrankt ist. Und dann gibt es da noch Tom. Tom ist der Entdecker von Zoe, Kate und Jack. Und er ist der Trainer und Vertraute der beiden Frauen. Während dieser 4 Tage wechselt die Perspektive ständig zwischen diesen fünf Menschen. Dadurch lernen wir sowohl ihre Vergangenheit als auch ihre innerste Persönlichkeit nach und nach kennen. Zoe hat ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Kindheit, das sie antreibt. Kate hat wegen Sophie schon auf die Spiele von 2004 und 2008 verzichten müssen. Aber Kate, Zoe, Jack und Tom haben auch ein gemeinsames Geheimnis, das auf gar keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten darf.
Welches Geheimnis verbindet diese Menschen? Welche der beiden Frauen schafft die Qualifikation? Und wie wird die Verliererin damit fertig?
Leukämie und Leistungssport zwei Themen, die nicht wirklich zusammen passen. Und doch hat Chris Cleave es wieder geschafft ein Buch zu schreiben, was richtig unter die Haut geht. Er beschreibt sehr eindrucksvoll, was für ein harter Kampf es ist, wenn man als Spitzensportler bestehen will, wie psychisch stabil man dafür sein muss. Es ist ein unglaublich einsamer Kampf bei dem es eigentlich keine Freunde geben kann. Er beschreibt aber auch die Schattenseiten dieses Daseins, die Macht der Öffentlichkeit und die Macht der Sponsoren und Werbeträger. Sie haben die Macht einen Sportler in den Olymp zu heben, aber auch ihn ganz tief fallen zu lassen.
Für Sportfans und Couchpotatoes!
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Eine Frau auf der Suche nach ihrer IdentitätRezension vom 07.04.20132009 erschien der erste Roman Die unsichtbaren Stimmen (Fischer Taschenbuch) von der Autorin Carolina de Robertis und wurde gleich weltweit ein Überraschungserfolg. Obwohl einigen Kritikern dieses Buch dem Buch Das Geisterhaus von Isabel Allende zu ähnlich war, konnte sie doch auch damals schon mit ihrer unglaublich schönen und poetischen Sprache überzeugen. Doch Die unsichtbaren Stimmen war ein Buch für Einsteiger. Ihr neues Buch Perla ist jetzt etwas für Profis, denn es fordert den Leser heraus. Es ist nicht einfach sich in dieses Buch hineinzulesen, aber wenn man es denn geschafft hat, ist es sehr beeindruckend, erschütternd und doch auch gleichzeitig wunderschön!
Carolina de Robertis lässt Perla ihre eigene Geschichte erzählen. Sie ist die Tochter eines Marineoffiziers und wurde während der Militärdiktatur unter Jorge Rafael Videla geboren. Sie wuchs überaus behütet auf. Über Politik wurde auch nach dem Ende der Militärdiktatur nicht gesprochen. Als sie allerdings eines Tages von einer Freundin von den Verschwundenen erfährt, fängt sie an über ihre eigene Geschichte nachzudenken und gerät dadurch in eine tiefe psychische Krise. Wer ist sie wirklich? Und was hat ihr Vater, der zu ihr doch immer so liebevoll war, während dieser Zeit gemacht? Die Autorin lässt Perla ihre Geschichte nicht stringent erzählen. Jetzt bin ich selbst in ihrer Kreisbahn gefangen, außerstande, irgendetwas anderes zu tun, als weiterzukreisen. Es ist für mich die einzige Möglichkeit, sie zu erzählen: immer um das Zentrum herumzuwirbeln, mich in einer Spirale allmählich dem Kern zu nähern. (S. 65 e-book) Immer wieder eingeflochten werden auch die Erinnerungen des Gasts, die sehr erschütternd sind, denn dieser Gast ist einer der Verschwundenen
Ähnlich wie Isabel Allende sind die Bücher von Carolina de Robertis immer auch etwas mystisch. Wer ist dieser Gast? Die Autorin erzählt die Geschichte von Perla sehr spannend. Durch ihre poetische Sprache und ihre vielen klugen Gedanken bietet sie viel Platz für eigene Interpretationen. Mich hat dieses Buch sehr nachhaltig beeindruckt. Neben der sehr ergreifenden Geschichte enthält dieses Buch auch sehr viele kluge, philosophische Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Hier ein Beispiel: Wir gehen Bindungen ein, wir entwickeln Vertrauen, wir erzählen Geschichten, wir bemühen uns, in Worte zu fassen, was uns zu dem gemacht hat, was wir sind. Manchmal, wenn wir großes Glück haben, sieht unser Gegenüber winzige Stückchen dessen, was wir meinen, wie Funken in einem dunklen Raum, aber nie das Ganze auf einmal, nicht mal, wenn es die beste Freundin oder der vertraute Geliebte ist, denn das Ganze ist jenseits der Sprache. Es existiert nirgends, absolut nirgends, außer in dir selbst, innerhalb deiner Haut. Dort loht es, riesig, gefährlich, ganz und gar dein. (S. 202 e-book)
Und noch ein Lob am Rande: Dieses Buch muss eine Herausforderung für jeden Übersetzer sein. Cornelia Holfelder-von der Tann hat dies hervorragend hinbekommen!
Ein wunderbares Buch für Leser, die Pascal Merciers Nachtzug nach Lissabon (btb Taschenbuch) und Wolfram Fleischhauers 3 Minuten mit der Wirklichkeit (Knaur Taschenbuch) geliebt haben.
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Immer wieder überraschend und brisant!Rezension vom 03.04.2013Dies ist jetzt das dritte Buch, welches ich von dem britischen Autoren und Journalisten gelesen habe. Und jedes dieser Bücher war ganz anders als das vorherige, und doch eins eint sie alle: nämlich, dass sie brisante Themen brillant behandeln!
In seinem ersten Roman Lieber Osama (Rowohlt Taschenbuch) lässt Chris Cleave ein Attentat mit islamistischem Hintergrund in London ausgerechnet bei dem Lokalderby Chelsea gegen Arsenal stattfinden. Eine junge Mutter, die bei diesem Attentat sowohl ihren Ehemann als auch ihren Sohn verliert, schreibt einen fiktiven Brief an Osama bin Laden. In seinem zweiten Roman Little Bee (dtv Taschenbuch) erzählt er die Geschichte einer jungen Nigerianerin, die in ihrem Heimatland Schlimmes erlebt hat und der in England Asyl verweigert wird. Und in seinem dritten Roman erzählt er plötzlich eine Geschichte aus dem Sport!
In diesem Roman gibt es fünf Hauptpersonen und die ganze Handlung spielt eigentlich nur an 4 Tagen im April 2012. Es geht um die Entscheidung, welcher weibliche Radprofi Großbritannien bei den Olympischen Spielen in London vertreten wird. Zoe und Kate sind beide 32 Jahre alt und es ist ihre letzte Chance. Sie sind Konkurrentinnen und Freundinnen zugleich seitdem sie sich mit neunzehn Jahren kennengelernt haben. Zoe ist Single und ist für den Sieg bereit alles aufs Spiel zu setzen. Ganz anders ihre Freundin Kate. Kate ist mit Jack verheiratet, der ebenfalls als Radprofi bei der Olympiade teilnehmen wird. Sie haben zusammen eine achtjährige Tochter namens Sophie, die an Leukämie erkrankt ist. Und dann gibt es da noch Tom. Tom ist der Entdecker von Zoe, Kate und Jack. Und er ist der Trainer und Vertraute der beiden Frauen. Während dieser 4 Tage wechselt die Perspektive ständig zwischen diesen fünf Menschen. Dadurch lernen wir sowohl ihre Vergangenheit als auch ihre innerste Persönlichkeit nach und nach kennen. Zoe hat ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Kindheit, das sie antreibt. Kate hat wegen Sophie schon auf die Spiele von 2004 und 2008 verzichten müssen. Aber Kate, Zoe, Jack und Tom haben auch ein gemeinsames Geheimnis, das auf gar keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten darf.
Welches Geheimnis verbindet diese Menschen? Welche der beiden Frauen schafft die Qualifikation? Und wie wird die Verliererin damit fertig?
Leukämie und Leistungssport zwei Themen, die nicht wirklich zusammen passen. Und doch hat Chris Cleave es wieder geschafft ein Buch zu schreiben, was richtig unter die Haut geht. Er beschreibt sehr eindrucksvoll, was für ein harter Kampf es ist, wenn man als Spitzensportler bestehen will, wie psychisch stabil man dafür sein muss. Es ist ein unglaublich einsamer Kampf bei dem es eigentlich keine Freunde geben kann. Er beschreibt aber auch die Schattenseiten dieses Daseins, die Macht der Öffentlichkeit und die Macht der Sponsoren und Werbeträger. Sie haben die Macht einen Sportler in den Olymp zu heben, aber auch ihn ganz tief fallen zu lassen.
Für Sportfans und Couchpotatoes!
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Ein wenig wie Ziemlich beste FreundeRezension vom 29.03.2013Ich bewundere die Autoren aus den englischsprachigen Ländern. Sie schaffen es wirklich schwierige Themen in sogenannte Unterhaltungsliteratur zu verpacken, wobei in diesen Ländern nicht so zwischen U- und E-Literatur unterschieden wird wie bei uns. So erreichen sie viel mehr Leser, man unterhält sich großartig und wird gleichzeitig zum Nachdenken angeregt. Die britische Autorin Jojo Moyes hat mit ihrem aktuellen Roman Ein ganzes halbes Leben gerade wieder einmal dieses Kunststück geschafft.
Die beiden Hauptpersonen dieses ungewöhnlichen Liebesromans sind Lou und Will. Lou ist 26 Jahre alt. Sie lebt noch zu Hause mit ihren Eltern, ihrem Großvater, ihrer jüngeren Schwester und deren Sohn. Die Familie stammt aus einfachen Verhältnissen, das Geld ist knapp. Beim Vater droht die Arbeitslosigkeit und dann verliert auch noch Lou ihren Job in einem Café. Vom Arbeitsamt wird ihr eine überraschend gut bezahlte Stelle bei der Familie von Will angeboten. Will ist Mitte Dreißig, stammt aus einer wohlhabenden Familie und ist Tetraplegiker, d.h. er ist gelähmt und braucht permanente Hilfe. Bevor er zum Pflegefall wurde, war er beruflich sehr erfolgreich. Lou wird nicht als Pflegerin eingestellt sondern als Gesellschafterin für ein halbes Jahr. Lou ahnt nicht, worauf sie sich da eingelassen hat, denn Will will ihre Gesellschaft gar nicht. Doch als Lou der eigentliche Grund für ihre Einstellung aufgeht, versucht sie ihre Arbeit bestmöglich zu erfüllen. Und langsam entwickelt sich eine sehr intensive Beziehung zwischen Lou und Will.
Jojo Moyes hat ein wunderbares und sehr zu Herzen gehendes Buch geschrieben. Lou und Will sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Am Anfang des Buches waren sie mir beide nicht wirklich sympathisch, aber nach und nach sind sie mir wirklich ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen mitgelitten. Ohne sich dessen bewusst zu sein helfen, sie sich gegenseitig.
Jetzt habe ich innerhalb einer Woche gleich zwei Romane zu zwei schwierigen Themen gelesen, die total unterschiedlich waren. Zum einen den diesjährigen Preisträger der Leipziger Buchmesse David Wagner mit seinem Roman Leben, der sich mit dem Thema Organtransplantation beschäftigt und eben Joho Moyes. Ich gebe es zu Jojo Moyes hat mich mit ihrem Roman viel mehr mitgenommen. Immer wieder musste ich während der Letüre weinen, aber die Autorin hat mich auch angeregt, über die in diesem Buch angesprochenen Themen nachzudenken. Dieses Buch kann ich wirklich nur empfehlen.
Für Fans des Romans Zwei an einem Tag von David Nicholls und des Films Ziemlich beste Freunde
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Gewinner des Leipziger Buchpreis 2013Rezension vom 29.03.2013David Wagner ist ein mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneter Autor und Journalist, der zeitweise für die FAZ und Die Zeit geschrieben hat. Er leidet unter einer Autoimmunhepatitis und war deshalb auf eine Lebertransplantation angewiesen. Diese Erfahrung hat er in seinem Roman Leben verarbeitet.
Dieser Roman besteht aus 277 Schnipseln, die die unterschiedlichsten Themen behandeln. Er beginnt mit der Zeit, wo er ins Krankenhaus kommt, weil er innerlich zu verbluten droht. Er beschreibt seine Krankheit, die bei ihm schon als Kind festgestellt wurde, seine Empfindungen und er erinnert sich zurück an seine Kindheit und Jugend. Als er gesundheitlich wieder einigermaßen stabil ist, wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Nachdem endlich ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, geht er wieder für lange Zeit ins Krankenhaus und danach in die Reha. Was sich hier so einfach anhört, ist es natürlich nicht. Der Autor ist zeitweise extrem geschwächt, kann nicht wirklich etwas machen. Nach der Transplantation muss er extrem vorsichtig sein, damit das neue Organ nicht wieder abgestoßen wird. Und natürlich macht er sich Gedanken darüber, wo dieses Organ herkommt. Denn schließlich musste dafür ein Mensch sterben. Wer war dieser Mensch? Wie ist er zu Tode gekommen? Und übernimmt man mit einem Organ auch etwas von der Psyche des Menschen?
Das Buch war geschmeidig geschrieben, es war interessant zu lesen und ich habe viel zum Thema Organtransplantation gelernt. Es ist ein sehr persönliches Buch, aber trotzdem hat es mich nie wirklich berührt. Irgendwie hat mich kalt gelassen. Vielleicht sollte man es einfach nicht als Roman lesen, sondern als einen sehr persönlichen und gleichzeitig philosophischen Erfahrungsberichts eines unmittelbar Betroffenen.
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Ein wenig wie Ziemlich beste FreundeRezension vom 29.03.2013Ich bewundere die Autoren aus den englischsprachigen Ländern. Sie schaffen es wirklich schwierige Themen in sogenannte Unterhaltungsliteratur zu verpacken, wobei in diesen Ländern nicht so zwischen U- und E-Literatur unterschieden wird wie bei uns. So erreichen sie viel mehr Leser, man unterhält sich großartig und wird gleichzeitig zum Nachdenken angeregt. Die britische Autorin Jojo Moyes hat mit ihrem aktuellen Roman Ein ganzes halbes Leben gerade wieder einmal dieses Kunststück geschafft.
Die beiden Hauptpersonen dieses ungewöhnlichen Liebesromans sind Lou und Will. Lou ist 26 Jahre alt. Sie lebt noch zu Hause mit ihren Eltern, ihrem Großvater, ihrer jüngeren Schwester und deren Sohn. Die Familie stammt aus einfachen Verhältnissen, das Geld ist knapp. Beim Vater droht die Arbeitslosigkeit und dann verliert auch noch Lou ihren Job in einem Café. Vom Arbeitsamt wird ihr eine überraschend gut bezahlte Stelle bei der Familie von Will angeboten. Will ist Mitte Dreißig, stammt aus einer wohlhabenden Familie und ist Tetraplegiker, d.h. er ist gelähmt und braucht permanente Hilfe. Bevor er zum Pflegefall wurde, war er beruflich sehr erfolgreich. Lou wird nicht als Pflegerin eingestellt sondern als Gesellschafterin für ein halbes Jahr. Lou ahnt nicht, worauf sie sich da eingelassen hat, denn Will will ihre Gesellschaft gar nicht. Doch als Lou der eigentliche Grund für ihre Einstellung aufgeht, versucht sie ihre Arbeit bestmöglich zu erfüllen. Und langsam entwickelt sich eine sehr intensive Beziehung zwischen Lou und Will.
Jojo Moyes hat ein wunderbares und sehr zu Herzen gehendes Buch geschrieben. Lou und Will sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Am Anfang des Buches waren sie mir beide nicht wirklich sympathisch, aber nach und nach sind sie mir wirklich ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen mitgelitten. Ohne sich dessen bewusst zu sein helfen, sie sich gegenseitig.
Jetzt habe ich innerhalb einer Woche gleich zwei Romane zu zwei schwierigen Themen gelesen, die total unterschiedlich waren. Zum einen den diesjährigen Preisträger der Leipziger Buchmesse David Wagner mit seinem Roman Leben, der sich mit dem Thema Organtransplantation beschäftigt und eben Joho Moyes. Ich gebe es zu Jojo Moyes hat mich mit ihrem Roman viel mehr mitgenommen. Immer wieder musste ich während der Letüre weinen, aber die Autorin hat mich auch angeregt, über die in diesem Buch angesprochenen Themen nachzudenken. Dieses Buch kann ich wirklich nur empfehlen.
Für Fans des Romans Zwei an einem Tag von David Nicholls und des Films Ziemlich beste Freunde
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Gewinner des Leipziger Buchpreis 2013Rezension vom 29.03.2013David Wagner ist ein mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneter Autor und Journalist, der zeitweise für die FAZ und Die Zeit geschrieben hat. Er leidet unter einer Autoimmunhepatitis und war deshalb auf eine Lebertransplantation angewiesen. Diese Erfahrung hat er in seinem Roman Leben verarbeitet.
Dieser Roman besteht aus 277 Schnipseln, die die unterschiedlichsten Themen behandeln. Er beginnt mit der Zeit, wo er ins Krankenhaus kommt, weil er innerlich zu verbluten droht. Er beschreibt seine Krankheit, die bei ihm schon als Kind festgestellt wurde, seine Empfindungen und er erinnert sich zurück an seine Kindheit und Jugend. Als er gesundheitlich wieder einigermaßen stabil ist, wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Nachdem endlich ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, geht er wieder für lange Zeit ins Krankenhaus und danach in die Reha. Was sich hier so einfach anhört, ist es natürlich nicht. Der Autor ist zeitweise extrem geschwächt, kann nicht wirklich etwas machen. Nach der Transplantation muss er extrem vorsichtig sein, damit das neue Organ nicht wieder abgestoßen wird. Und natürlich macht er sich Gedanken darüber, wo dieses Organ herkommt. Denn schließlich musste dafür ein Mensch sterben. Wer war dieser Mensch? Wie ist er zu Tode gekommen? Und übernimmt man mit einem Organ auch etwas von der Psyche des Menschen?
Das Buch war geschmeidig geschrieben, es war interessant zu lesen und ich habe viel zum Thema Organtransplantation gelernt. Es ist ein sehr persönliches Buch, aber trotzdem hat es mich nie wirklich berührt. Irgendwie hat mich kalt gelassen. Vielleicht sollte man es einfach nicht als Roman lesen, sondern als einen sehr persönlichen und gleichzeitig philosophischen Erfahrungsberichts eines unmittelbar Betroffenen.























