Die Nacht trägt deinen Namen

Roman

von Linda Olsson

Buch

Taschenbuch (288 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Auckland, Neuseeland: Der Tod seiner über alles geliebten Tochter Miriam stürzt den jüdischen Musiker und Komponisten Adam in eine tiefe Krise. Mehr und mehr zieht er sich zurück in seinen Schmerz und seine Trauer. Alte Wunden, von denen er glaubte, sie seien längst verheilt, brechen wieder auf. Denn schon einmal in seinem Leben hat Adam einen Menschen verloren, der ihm alles bedeutete: Cecilia, Miriams Mutter, seine große Liebe, die er vor zwanzig Jahren verließ. Adam erkennt, dass es für ihn nur einen Weg in die Zukunft geben kann, und dieser Weg führt ihn zurück in die Vergangenheit. Er bricht auf zu einer Reise nach Europa - nach Krakau, in die Heimatstadt seiner Vorfahren, deren Spuren sich in den Gräueln des Zweiten Weltkriegs verloren. Und schließlich nach Schweden, zu Cecilia, die er immer noch liebt.
Der Tod eines geliebten Menschen. Ein Bündel ungelesener Briefe. Und die Hoffnung auf ein neues Leben.

Pressestimmen:

"Eine sehr berührende Geschichte." Cosmopolitan

Produktdetails

ISBN-10: 3-442-74334-6
EAN: 9783442743346
Originaltitel: Sonata for Miriam (=The Consequence of Silence)
Erschienen: 13.02.2012
Verlag: Btb Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 288
Länge/Breite: 187mm/118mm
Gewicht: 266 g
Übersetzer: Almuth Carstens
Reihe: btb
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Almuth Carstens

Almuth Carstens, geb. 1948 in Kiel, hat u. a. Soziologie studiert, lebt in Berlin und arbeitet als Übersetzerin.

Linda Olsson

Linda Olsson, geboren in Schweden, studierte Jura und arbeitete im Finanzgeschäft. Sie lebte in Kenia, Singapore, Japan und England und hat sich dann mit ihrem Mann in Neuseeland niedergelassen. 2003 gewann sie den Kurzgeschichten-Wettbewerb der Sunday Star Times. Danach begann sie die Arbeit an ihrem ersten Roman Die Dorfhexe , der sofort den Sprung auf die Bestsellerliste schaffte. Linda Olsson lebt in Auckland und arbeitet an ihrem nächsten Roman.

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Kundenrezensionen

  • Liebesgeschichte mit Happy End Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Irene Hantsche, am 23.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    der Liebe und Tod sind die zwei großen Themen ohne die Literatur nicht auskommt. Allein das Lesen Annotation des vorliegenden Buches dürfte aber bei Vielen ausreichen um Taschentücher in Reichweite zu deponieren. Mich hat besonders der Bezug zur Musik (die Hauptgestalt ist Komponist und Musiker) zum Lesen animiert.
    Zuerst hart am Kitsch gewinnt der Roman mit fortschreitender Handlung an Spannung und Tiefe, besonders durch Adams Spurensuche in Polen. Obwohl Manches im Dunkeln bleibt ist die Liebesgeschichte mit Happy End schön und rund zu lesen und für Liebhaber von „Romanen mit Herz“ eine schöne Lektüre.

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  • Wie viel Vergangenheit braucht ein Mensch? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Monika Fuchs, am 14.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Selten habe ich in letzter Zeit ein so schönes, intensives Buch gelesen wie dieses. Linda Olsson erzählt eine wunderbare Liebesgeschichte. Aber viel mehr hat mich an diesem Roman der Aspekt fasziniert, wie wichtig die Familiengeschichte, d.h. die Geschichte vor der eigenen Geburt, ist.

    Es ist die Geschichte des 60-jährigen, jüdischen Musikers Adam Adler, der laut Geburtsurkunde Adam Lipski heißt. Seine Mutter Wanda hat ihm nie die Geschichte ihrer Familie und seiner Geburt erzählt. Nachdem seine Tochter Miriam ihm vorgeworfen hat, dass sie ihre eigene Geschichte nicht kennt, werden alte Wunden wieder aufgerissen. Gerade als er bereit ist, sich der Vergangenheit zu stellen, stirbt seine Tochter durch einen tragischen Unfall. Nach einem Jahr Trauerzeit macht er sich endlich auf die Suche nach seinen eigenen Wurzeln, die ihn nach Krakau führen. Endlich ist er auch bereit, sich wieder an seine nie vergessene Liebe Cecilia, die Mutter seiner Tochter, zu wenden.

    Ich habe mir nie vorher Gedanken darüber gemacht, wie schwierig es ist, die eigene Identität zu finden, wenn man seine Wurzeln nicht kennt. Anscheinend haben gerade Juden, die den Holocaust überlebt haben, so große Schuldgefühle, dass sie ihren Nachkommen die eigene Geschichte vorenthalten. Linda Olsson hat diese Geschichte unwahrscheinlich behutsam und einfühlsam beschrieben.

    Dieses Buch ist eine wunderbare Lektüre für all diejenigen, die das Buch „Und da kam Frau Kugelmann“ von Minka Pradelski geliebt haben. Ich kann es nur empfehlen!

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Jetzt bin ich hier, in Krakau, wo mein Leben anfing. Ich stehe auf meinem kleinen Balkon, bereit für meinen Morgenspaziergang, und schaue hinaus auf die Weichsel.
Es ist Frühling, ein milder und sonniger Tag mit dem sanften, gedämpften Licht der Alten Welt, das einen freundlichen oder zumindest entgegenkommenden Schleier über die Erinnerungen legt, über meine und über die der Stadt. Ich kann nicht sehr weit sehen - leichter Nebel verhüllt den Fluss und die Landschaft am anderen Ufer. An Tagen wie heute, wenn das Wetter es erlaubt, gehe ich meistens die Planty entlang, wo ich mich manchmal für eine Weile auf eine Bank setze. Morgens bin ich dort oft der Einzige und beobachte den Strom der Passanten, die zur Arbeit unterwegs sind, und die überfüllten Straßenbahnen. Nachmittags sind die Bänke voll besetzt: mit alten Männern, die sich auf ihre Stöcke stützen, mit lesenden Studenten, Pärchen, die sich küssen, Müttern mit Kinderwagen, Leuten, die ihre Hunde ausführen. Aber es gibt hier keine Jogger, keine Jugendlichen auf Skateboards. Der Park hat etwas Gelassenes, Würdevolles, so wie die Menschen, die ihn nutzen.
Ich bin jetzt hier, in dieser Stadt, wo ich geboren wurde, in Krakau. Und ich bin mit mir im Reinen. Ich glaube, das verstehst du, Cecilia. Du hast doch auch einen Ort gefunden, wo du mit dir im Reinen bist, nicht wahr? Hier bin ich von Leben umgeben. Von Geräuschen. Und ich fühle mich nicht mehr wie ein Außenseiter. Obwohl ich hier wenige Freunde habe, erfüllt mich ein Gefühl von Zugehörigkeit. Von Frieden.
Nach all den Jahren habe ich endlich beschlossen, Arbeit und Wohnen zu trennen, und mich in der Altstadt über einer Musikalienhandlung in einem Studio eingemietet. Ich teile es mit einer Gruppe jüngerer Musiker, aber sie haben ihren eigenen Raum, und wir kommen gut miteinander aus. Mir gefällt es, junge Leute nebenan zu wissen. Es ist interessant, wie leise der Prozess des Musikmachens geworden ist. Ihrem Studio entweicht kein Ton, nur freitags, wenn sie mit Freunden etwas trinken, ehe sie später am Abend zusammen ausgehen. Die Musik ist in unseren Rechnern, unseren Studios und unseren Köpfen eingeschlossen.
Heute bin ich vielleicht ein bisschen früh dran - der Park ist noch stiller als sonst. Ich schlafe nicht gut und stehe auf, wenn ich wach werde, manchmal sehr zeitig. Eine Uhr trage ich nicht mehr - es ist mir nicht wichtig, die genaue Zeit zu kennen. Ich versuche, im Einklang mit meinem Körper zu leben, indem ich ihm erlaube, das Tempo zu bestimmen. Als ich an der Kirche vorbeikomme, stelle ich überrascht fest, dass es erst kurz nach sieben ist. Es ist heller, als ich erwartet habe, daher laufe ich ein wenig länger als sonst die östliche Seite des Grüngürtels entlang, ehe ich mich auf eine Bank setze und darauf warte, dass die Sonne über die Bäume steigt. Ich beobachte die Strahlen, die sich durch das junge Laub fädeln und ein gesprenkeltes Muster auf den Boden zeichnen. Mein Blick fällt auf den Kies zu meinen Füßen. In dieser Stadt liegt wenig Abfall herum. Vielleicht ist sie noch nicht reich genug, um es sich leisten zu können, viel wegzuwerfen. Aber hier auf dem Boden, gleich neben der Spitze meines Schuhs, sehe ich eine Haarklammer. Ich bücke mich und hebe das kleine Metallobjekt auf. Ich lege es in meine Handfläche und umschließe es mit den Fingern.
Und entsinne mich einer anderen Haarklammer.
Die in einem Schwall auf mich einstürzenden Erinnerungen wetteifern um meine Aufmerksamkeit. Seltsamerweise erinnere ich mich nicht an das ursprüngliche Ereignis, sondern an dessen Spiegelbild ein Jahr später. Vielleicht hilft mir diese Verkehrung, das Unbegreifliche zu verstehen. Ich weiß es nicht. Jedenfalls sind es die durch eine andere Haarklammer ausgelösten Gedanken, die mich jetzt erfüllen. Sie und der Klang der Stimme meiner Tochter. Unserer Tochter.
An die Stille erinnere ich mich ebenfalls. An die gelegentliche Stille vorher und die totale Stille,

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