Drachen-Tempel-Saga 01: Auf dunklen Schwingen

von Janine Cross

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Drachen-Tempel-Saga 01: Auf dunklen Schwingen

Drachen-Tempel-Saga 01: Auf dunklen Schwingen

von Janine Cross

EAN: 9783641019808

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Weitere Artikelinformationen

Die neue faszinierende Dark-Fantasy-Serie Wild und frei zu sein, davon träumt die junge Zarq. Doch diese Sehnsucht ist in einer Gesellschaft, in der Frauen versklavt werden und alle Menschen im Schatten der grausamen Meister des Drachentempels leben, gefährlich. Als Zarq sich einmal mehr gegen die Obrigkeit auflehnt, bringt sie großes Unglück über ihre Familie und ihren Klan. Zarq ist aber kein gewöhnliches Mädchen: In ihren Adern fließt das Blut des Drachenvolks, und so begibt sie sich auf eine dunkle Reise - der Beginn einer Rebellion, die eine ganze Welt erschüttern wird...

Produktdetails

Verkaufsrang: 6.709
ISBN-10: 3-641-01980-X
EAN: 9783641019808
Erschienen: 26.01.2009
Verlag: E-Books der Verlagsgruppe Random House
Einband: PDF
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 512
Übersetzer: Wolfgang Thon
Erschienen bei: E-Books der Verlagsgruppe Random House
Übersetzt von: Wolfgang Thon
Spieldauer: 1209 KB
Kapitel: 0
Medium: PDF
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Wolfgang Thon

Wolfgang Thon lebt als freier Übersetzer in Hamburg. Er hat viele Thriller, u. a. von Brad Meltzer, Joseph Finder und Paul Grossman ins Deutsche übertragen.

Janine Cross

Janine Cross begeistern fremde Welten seit ihrer Kindheit. Und so zog es sie schon früh in die Welt hinaus: Mit 18 Jahren wanderte sie im Mittleren Osten, molk Kühe in Israel, segelte den Nil hinab und radelte durch Asien und Australien, um erst nach mehreren Jahren in ihre kanadische Heimat zurückzukehren. Dort veröffentlichte sie zahlreiche Kurzgeschichten. Aufsehen erregte sie mit ihrem ersten phantastischen Roman. Die Autorin lebt mit ihren beiden Kindern in North Vancouver.

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15 (S. 267-268)
Ich brauchte mehrere Wochen, bis ich mich von der Beschneidung erholt hatte. Gelbgesicht untersuchte meine Wunde jeden Tag. Mein Widerwille gegen ihre tastenden Finger wuchs ebenso wie meine Gier nach dem kühlen Gel, mit dem sie mich salbte. Es linderte den Schmerz, bereitete mir Halluzinationen und juckende Augen. Man nannte sie Yin-gik, ein nördlich klingender Name, der mir nichts bedeutete, also nannte ich sie weiter Gelbgesicht. Mein Hass schien sie nicht weiter zu beunruhigen. Mein Name nach dem Beschneidungsritual lautete Zar-shi, nach dem Muster, welches das Blut, das bei der Beschneidung floss, auf meiner Schlafmatte hinterließ. Interpretiert wurde das Muster von Boj-est, der Konventältesten.
Sie hatte alle Onai so umgetauft, wie ich später erfahren sollte. Vermutlich war es ein Akt der Freundlichkeit, dass sie meine Blutflecke so interpretierte, dass sie meinem alten Namen ähnelten. Die tröstende Stimme gehörte, wie sich herausstellte, einer jungen Onai, derselben, die mir in jener ersten Nacht zugewinkt hatte. Sie hieß Kiz-dan, und obwohl sie danach an meinem Rücken schlief, ärgerte sie sich über meine Teilnahmslosigkeit. Sie war es, die mich viel zu früh zwang, zur Treppe zu humpeln und sie hinabzusteigen. Prompt riss meine Wunde wieder auf, und Gelbgesicht setzte Käfer darauf, die ihre Zan gen in meine Wundränder zwackten.
Daraufhin köpfte sie die Insekten und ließ die Zangen als Naht zurück. Ob Mutter gewusst hat, was mich erwartete? Ich wollte - nein, musste - in Erfahrung bringen, ob mein Zorn auf sie gerechtfertigt war. Ich fühlte mich betrogen, wenngleich auch nicht so sehr durch die Tatsache, dass sie mich dieser Verstümmelung ausgeliefert hatte, sondern weil sie sich bequemerweise derselben Misshandlung durch ihren Tod entzogen hatte. Es dauerte lange, bis ich diesen Groll überwand. Das Leben in Tieron Nask Cinai bestand, das sollte ich sehr bald herausfinden, aus ständiger Arbeit und permanent drohendem Hungertod.
Sollte ich das Leben im Töpferclan als hart empfunden haben, wurde ich jetzt eines Besseren belehrt. Was ich im Danku als selbstverständliche Grundlage angesehen hatte, war im Konvent Luxus, zum Beispiel zwei Mahlzeiten täglich oder die mangelnde Notwendigkeit, zerrissene Kleidung und Geschirr zu reparieren. Müßige Gespräche, Dachziegel oder Reet, um Dächer zu flicken, all das gab es in Tieron nicht. Das heilige Leben war eines am Existenzminimum. Alles, was wir taten, jeder wache Moment diente dazu, uns am Leben zu erhalten. Es gab weder Feiern noch Festlichkeiten, keine gute Kleidung, kein Salz, keine Süßigkeiten, kein Gebäck.
Und sie gingen auch keinen Vergnügungen nach. Ich lernte sehr bald, dass ich wahre Armut und harte Arbeit in Brut Re niemals erlebt hatte, nicht im Geringsten. In Tieron dagegen lernte ich beides sehr genau kennen. Die Onai betrieben die Mühle nicht jeden Tag. Es gab noch viel mehr zu tun, als Futter für die drei alten Drachenbullen herzustellen, die sich in unserer Obhut befanden. Wuchernde Dschungelpflanzen mussten aus unserem Kräuter- und Gemüsegarten gejätet werden, der uns mit Medizin und Kadoob versorgte, diesen fetten, dicken Knollen, die wie bitterer Rauch schmeckten, die wir jeden Abend kochten, zerstampften und aßen. Dung aus der Bullenrotunde musste täglich in Schubkarren weggeschafft und als Dünger über den Garten verstreut oder aber in der Sonne als Brennmaterial getrocknet werden.

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