BuchhändlerInnen im Portrait

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Meine Rezensionen

  • Bonita Avenue
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Ein episches Massaker
    Rezension vom 21.05.2013
    Siem Sigerius, Universitätsrektor und promovierter Mathematiker, ist ein Mann zu dem man aufsieht. Er liebt seine Frau, seine Stieftöchter Joni und Janis erfüllen ihn mit Stolz. Kurzum eine glückliche und sorgenfreie Familie. Lääächeln! Klack. Das Abbild der perfekten Patchwork-Familie, gold gerahmt.

    Bis zu jener Dienstreise. Siem, in der Fremde und Anonymität eines Hotelzimmers, klickt sich auf einer kostenpflichtigen Amateursexseite von Bildchen zu Bildchen und - ein Schlag unter die Gürtellinie - meint seine Tochter zu erkennen. Wahnhaft geht er der ihn zutiefst besorgenden Mutmaßung nach, seine Tochter könne sich im Internet prostituieren.

    Siem wird erpresst. Steckt Wilbert, der Abschaum der Familie, dahinter? Sein krimineller Brutalo-Sohn Wilbert, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt und noch eine saftige Rechnung offen hat. Die Haftentlassung naht.

    Während der Sigerius-Clan von der Feuerwerkskatastrophe in Enschede, die die Stadt in Schutt und Asche legt, verschont bleibt, zerbirst das auf Hochglanz polierte Porträt einer, der einst ehrbarsten, Familie des Landes mit einem Knall zu einem Scherbenhaufen.



    BONITA AVENUE hat alles was einen exzellenten Roman ausmacht. Liebe und Geheimnis, Sex und Skandal, Verrat und Erpressung. Wohl bekannte Spektren menschlicher Reaktionen, die bei Buwalda aber eine zerstörerische Wirkung haben, die den Leser schockieren wie eine Ohrfeige, die man nicht erwartet.

    Ein 638-seitiger Koloss, der durch mehrerlei Perspektiven und Zeitebenen, sprachliche Kunstfertigkeit und unerschöpfliche Detail-Ressourcen die ganze Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Dabei verblüfft Buwalda mit unvorhersehbaren und schonungslosen Schlüsselmomenten, die man ein Leserleben lang nicht wieder vergessen wird.
    Die anhaltende Spannung kulminiert schließlich - die Nerven ohnehin schon blank - in einem gewaltsamen, definitiven, unbarmherzigen Finale.

    BONITA AVENUE ist ein ... Ta ta ta taa! (in ansteigender Tonleiter und Lautstärke) ... episches Wunder, wie es vielleicht einmal in zehn Jahren vorkommt. Ausrufezeichen.
  • Bonita Avenue
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    Ein episches Massaker
    Rezension vom 19.05.2013
    Siem Sigerius, Universitätsrektor und promovierter Mathematiker, ist ein Mann zu dem man aufsieht. Er liebt seine Frau, seine Stieftöchter Joni und Janis erfüllen ihn mit Stolz. Kurzum eine glückliche und sorgenfreie Familie. Lääächeln! Klack. Das Abbild der perfekten Patchwork-Familie, gold gerahmt.

    Bis zu jener Dienstreise. Siem, in der Fremde und Anonymität eines Hotelzimmers, klickt sich auf einer kostenpflichtigen Amateursexseite von Bildchen zu Bildchen und - ein Schlag unter die Gürtellinie - meint er seine Tochter zu erkennen. Wahnhaft geht er der ihn zutiefst besorgenden Mutmaßung nach, seine Tochter könne sich im Internet prostituieren.

    Siem wird erpresst. Steckt Wilbert, der Abschaum der Familie, dahinter? Sein krimineller Brutalo-Sohn Wilbert, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt und noch eine saftige Rechnung offen hat. Die Haftentlassung naht.

    Während der Sigerius-Clan von der Feuerwerkskatastrophe in Enschede, die die Stadt in Schutt und Asche legt, verschont bleibt, zerbirst das auf Hochglanz polierte Porträt einer, der einst ehrbarsten, Familie des Landes mit einem Knall zu einem Scherbenhaufen.



    BONITA AVENUE hat alles was einen exzellenten Roman ausmacht. Liebe und Geheimnis, Sex und Skandal, Verrat und Erpressung. Wohl bekannte Spektren menschlicher Reaktionen, die bei Buwalda aber eine zerstörerische Wirkung haben, die den Leser schockieren wie eine Ohrfeige, die man nicht erwartet.

    Ein 638-seitiger Koloss, der durch mehrerlei Perspektiven und Zeitebenen, sprachliche Kunstfertigkeit und unerschöpfliche Detail-Ressourcen die ganze Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Dabei verblüfft Buwalda mit unvorhersehbaren und schonungslosen Schlüsselmomenten, die man ein Leserleben lang nicht wieder vergessen wird.
    Die anhaltende Spannung kulminiert schließlich - die Nerven ohnehin schon blank - in einem gewaltsamen, definitiven, unbarmherzigen Finale.

    BONITA AVENUE ist ein ... Ta ta ta taa! (in ansteigender Tonleiter und Lautstärke) ... episches Wunder, wie es vielleicht einmal in zehn Jahren vorkommt. Ausrufezeichen.
  • Katzentisch
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    Orient - Europa in einundzwanzig Tagen
    Rezension vom 05.05.2013
    1954. Michael ist elf Jahre alt und völlig ahnungslos, als beschlossen wird, dass er den Ort seiner Kindheit verlassen und auf Reisen soll. An Bord eines Passagierschiffs, von Colombo (Sri Lanka) nach Tilbury (England), zu seiner Mutter, einer Fremden.
    Am Katzentisch - in weitester Entfernung zum Tisch des Kapitäns und somit von geringstem gesellschaftlichen Prestige - freundet er sich rasch mit zwei Jungen in seinem Alter an. Einundzwanzig Tage stromern die drei, auf und unter Deck, umher und erleben ständig irgendwelche Abenteuer. Zwangsläufig unter ihnen, auf engstem Raum, erkunden sie das eigentümliche Verhalten der Erwachsenen.

    Wikipedia verrät, dass die biografischen Eckdaten des Roman-Michas auch die des gleichnamigen Autoren sind. Verrückt! Ein Autobiografischer Roman? Sei's drum!
    Ondaatjes KATZENTISCH ist ein Abenteuerroman erster Klasse, der sich liest wie ein Klassiker der Weltliteratur. Sprachlicher Balsam und dabei vergnügliche Unterhaltung!
  • Katzentisch
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    Orient - Europa in einundzwanzig Tagen
    Rezension vom 05.05.2013
    1954. Michael ist elf Jahre alt und völlig ahnungslos, als beschlossen wird, dass er den Ort seiner Kindheit verlassen und auf Reisen soll. An Bord eines Passagierschiffs, von Colombo (Sri Lanka) nach Tilbury (England), zu seiner Mutter, einer Fremden.
    Am Katzentisch - in weitester Entfernung zum Tisch des Kapitäns und somit von geringstem gesellschaftlichen Prestige - freundet er sich rasch mit zwei Jungen in seinem Alter an. Einundzwanzig Tage stromern die drei, auf und unter Deck, umher und erleben ständig irgendwelche Abenteuer. Zwangsläufig unter ihnen, auf engstem Raum, erkunden sie das eigentümliche Verhalten der Erwachsenen.

    Wikipedia verrät, dass die biografischen Eckdaten des Roman-Michas auch die des gleichnamigen Autoren sind. Verrückt! Ein Autobiografischer Roman? Sei's drum!
    Ondaatjes KATZENTISCH ist ein Abenteuerroman erster Klasse, der sich liest wie ein Klassiker der Weltliteratur. Sprachlicher Balsam und dabei vergnügliche Unterhaltung!
  • Dreck
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    Pilcher-Idyll auf der Kreissäge
    Rezension vom 03.05.2013
    Sommerhitze. Ein Plantage, trostlos und abgeschottet. Hier wohnt Galen mit seiner Mutter. Und die will ihn ganz für sich allein. Über die Jahre hat sie sich den mageren, aber hübschen jungen Galen zu einer Art Ehemann erzogen. Ein behüteter Kokon der Friedlichkeit. Sie hält sich für eine gute Mutter, einen guten Menschen. Das tägliche Teekränzchen als Sinnbild inszenierter Harmonie.
    Bis zu jenem verhängnisvollen Familienausflug zur Hütte. Sie erwischt ihren Sohn, in flagranti, mit seiner Cousine.
    Binnen Sekunden schlägt der familiäre Frieden in wahnsinnigen Hass um. Kosenamen werden zu Drohungen. Er soll verschwinden, für immer! Galen aber, der ein Leben lang unter den Machtspielchen seiner Mutter litt, bleibt - mit aller Gewalt.

    "Galens Mutter weinte lautlos, mit heftigen Atemhicksern, Sie konnte kaum sprechen. Ich sollte mein eigenes Kind nicht hassen, sagte sie. Das weiß ich. Aber ich hasse dich."


    David Vann stellt in DRECK die existenziell-selbstverständliche Notwendigkeit der familiären Bindung in Frage. Mehr noch. Wozu gibt es überhaupt Bindungen? Bedeuten Sie doch nur Enttäuschung, schlechtes Gewissen und Kränkung. Vann beschreibt Familie, Zweisamkeit, Zugehörigkeit als einen fadenscheinigen sozialen Umstand, in dem es keinen Frieden geben kann. Bei Bosheit und Verzweiflung belässt es der Autor nicht. Wie bereits in IM SCHATTEN DES VATERS und DIE UNERMESSLICHKEIT entlädt auch DRECK sich in unvorhersehbarer und unerträglicher Wut und Gewalt.
    Kritik: Das unablässige esoterisch-spirituelle New-Age-Gequatsche Galens nervt doch ab und an.

    Dieser außergewöhnliche Roman ist nichts für schwache Nerven, er wird Sie fordern, aber er wird Sie auch nachhaltig berühren!
    Zu Ihrem Gemütsausgleich empfehle ich Ihnen Rosamunde Pilchers MEINE BEIDEN MÜTTER gleich mit zu bestellen.
  • Selbstmord
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    Funktionieren oder verschwinden
    Rezension vom 03.05.2013
    Ein strahlend schöner Samstag im August. Ein junger Mann, Mitte zwanzig, ist mit seiner Frau auf dem Weg zu einem Tennismatch. Er gibt vor seinen Tennisschläger vergessen zu haben, kehrt allein zum Haus zurück, steigt in den Keller und erschießt sich. Kopfschuss, mit einem sorgfältig dafür präparierten Gewehr. Einen Abschiedsbrief hinterlässt er nicht.

    Aus der Perspektive eines Freundes erzählt Édouard Levé die Geschichte eines Selbstmörders. Liebevoll, fast zärtlich geschilderte Erinnerungen. Wie ein sorgfältig verlesenes Album künstlerischer Schwarz/Weiß-Aufnahmen, in seiner Chronologie willkürlich. Schnappschüsse eines Lebens.
    Ein junger, starker, gesunder Mann. Der Familie hatte, eine Frau, Freunde, ein Haus, auch Geld.
    Rückblickend wird immer klarer, dass der Moment des Schusses nur ein Punkt auf einem Zeitstrahl war. Eine Selbsttötung in Zeitlupe. Immer wieder Phasen schlechter seelischer Verfassung. Schweigen, Zweifel, Niedergeschlagenheit. Sein abwesender, trauriger Blick.
    Erklärungen und Antworten auf das Warum?-Warum?-Warum? gibt Levé nicht. Vielmehr stellt sich in SELBSTMORD eine Frage: Was wissen wir schon von der Hölle des Anderen?
    Nach Vollendung des Buches hat sich Édouard Levé erhängt.

    Ein ergreifendes beeindruckendes Buch!
  • Selbstmord
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    Funktionieren oder verschwinden
    Rezension vom 03.05.2013
    Ein strahlend schöner Samstag im August. Ein junger Mann, Mitte zwanzig, ist mit seiner Frau auf dem Weg zu einem Tennismatch. Er gibt vor seinen Tennisschläger vergessen zu haben, kehrt allein zum Haus zurück, steigt in den Keller und erschießt sich. Kopfschuss, mit einem sorgfältig dafür präparierten Gewehr. Einen Abschiedsbrief hinterlässt er nicht.

    Aus der Perspektive eines Freundes erzählt Édouard Levé die Geschichte eines Selbstmörders. Liebevoll, fast zärtlich geschilderte Erinnerungen. Wie ein sorgfältig verlesenes Album künstlerischer Schwarz/Weiß-Aufnahmen, in seiner Chronologie willkürlich. Schnappschüsse eines Lebens.
    Ein junger, starker, gesunder Mann. Der Familie hatte, eine Frau, Freunde, ein Haus, auch Geld.
    Rückblickend wird immer klarer, dass der Moment des Schusses nur ein Punkt auf einem Zeitstrahl war. Eine Selbsttötung in Zeitlupe. Immer wieder Phasen schlechter seelischer Verfassung. Schweigen, Zweifel, Niedergeschlagenheit. Sein abwesender, trauriger Blick.
    Erklärungen und Antworten auf das Warum?-Warum?-Warum? gibt Levé nicht. Vielmehr stellt sich in SELBSTMORD eine Frage: Was wissen wir schon von der Hölle des Anderen?
    Nach Vollendung des Buches hat sich Édouard Levé erhängt.

    Ein ergreifendes beeindruckendes Buch!
  • Elsa ungeheuer
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    Vollkommen!
    Rezension vom 01.05.2013
    Ein Dorf im Oberpfälzischen. Der Brauersche Hof und seine Bewohner. Im Erdgeschoss bewohnt ein Esel sein eigenes Zimmer. Dieses Wohnrecht verdankt er Mutter Hanna, die sich alsbald - wirr im Kopf - vom Balkon stürzt. Vater Randolph, nunmehr Witwer, tieftraurig und dauerbeschwipst. Und neben der grantigen Haushälterin, Herzjesuleins treueste Anhängerin und dem schlüpfrigen Dauermieter, immer eine Frauengeschichte auf Lager, schließlich und endlich die Buben Lorenz und Karl. In ihrem Kopf wirbelt Elsa umher. Narrisch nach ihr, raubt sie den Brüdern den Schlaf. Die kleine Elsa mit den dürren Ärmchen. Nebst Krokodillederhandtasche und Lackstiefeln trägt sie die viel zu großen Negligés ihrer Mutter (die einst einem beträchtlichen Teil der männlichen Dorfpopulation zugetan war).

    Astrid Rosenfeld beweist mit ELSA UNGEHEUER einmal mehr, dass sie eine begnadet-talentierte Erzählerin ist. Wie schon in ADAMS ERBE lässt sie auch in diesem Roman liebevoll intonierte schrullige Helden von einem Anekdötchen um Kindheit, Herkunft und Heimat ins nächste schlittern. Figuren (inklusive Metzgersohn Schweinewilli) die man sich zum Freunde wünscht.

    Ein zweifelsohne vollkommenes, anrührend-komisches Buch.
  • Elsa ungeheuer
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    Vollkommen!
    Rezension vom 01.05.2013
    Ein Dorf im Oberpfälzischen. Der Brauersche Hof und seine Bewohner. Im Erdgeschoss bewohnt ein Esel sein eigenes Zimmer. Dieses Wohnrecht verdankt er Mutter Hanna, die sich alsbald - wirr im Kopf - vom Balkon stürzt. Vater Randolph, nunmehr Witwer, tieftraurig und dauerbeschwipst. Und neben der grantigen Haushälterin, Herzjesuleins treueste Anhängerin und dem schlüpfrigen Dauermieter, immer eine Frauengeschichte auf Lager, schließlich und endlich die Buben Lorenz und Karl. In ihrem Kopf wirbelt Elsa umher. Narrisch nach ihr, raubt sie den Brüdern den Schlaf. Die kleine Elsa mit den dürren Ärmchen. Nebst Krokodillederhandtasche und Lackstiefeln trägt sie die viel zu großen Negligés ihrer Mutter (die einst einem beträchtlichen Teil der männlichen Dorfpopulation zugetan war).

    Astrid Rosenfeld beweist mit ELSA UNGEHEUER einmal mehr, dass sie eine begnadet-talentierte Erzählerin ist. Wie schon in ADAMS ERBE lässt sie auch in diesem Roman liebevoll intonierte schrullige Helden von einem Anekdötchen um Kindheit, Familie und Herkunft ins nächste schlittern. Figuren (inklusive Metzgersohn Schweinewilli) die man sich zum Freunde wünscht.

    Ein zweifelsohne vollkommenes, anrührend-komisches Buch.
  • Verbrechen
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    Elf Ohrfeigen
    Rezension vom 01.05.2013
    Ferdinand von Schirach, Anwalt und Strafverteidiger in Berlin, hat mit VERBRECHEN tatsächliche, echte Fälle seines beruflichen Alltags literarisch verpackt.
    Für mich ist von Schirach, allein mit diesen elf Kurzgeschichten um Habgier, Betrug und Vergeltung, der Roald Dahl des 21. Jahrhunderts. Dabei schreibt er mit einer klinischen Kühle und Sterilität und emotionalen Teilnahmslosigkeit, als operiere er den Verbrecher am offenen Herzen.

    Wie gewichten wir Schuld, Sinn und Schicksal sowie Strafe, Sühne und Vergebung?
    Hat es im Leben eines Verbrechers etwas gegeben, das die Tat rechtfertigt oder erklärt, dass sich wenigstens in einem fernen Winkel seines Lebens irgendetwas erzieherisch Furchtbares abgespielt hat?
    Erscheinen uns die Strafen gerecht, weil sie normal und notwendig sind, dass der Schuldige bestraft wird, um das Gleichgewicht wieder herzustellen, und weil es notwendig ist, dass das Böse bestraft wird?

    Jede dieser elf kriminalistischen Miniaturen in VERBRECHEN endet mit dem verbalen Äquivalent einer schallenden Ohrfeige.
    Das Perfide dabei ist, dass wir Leser mit den Tätern und Verbrechern sympathisieren und man Partei ergreifend aus dem Zuschauerraum des Gerichtes ruhestörend dazwischenrufen möchte und tückisch schmunzeln, wenn der Greifarm des Gesetzes ins Leere langt und die Tat straffrei oder -mildernd bleibt!

    Hier als kleinformatige, in Leinen gebundene Ausgabe.